Cristiane und Daniela nach Schweden

Von am 12. Februar 2008 – 17.30 Uhr 9 Kommentare

Das Personalkarussell im schwedischen Frauenfußball dreht sich weiter kräftig: Linköpings FC gab heute die Verpflichtung der brasilianischen Nationalspielerinnen Cristiane und Daniela bekannt. Beide werden ab dem 1. März für den schwedischen Spitzenclub spielen.

Nach Angaben des Vereins werden die Südamerikanerinnen zunächst fünf Monate bis zur Olympia-Pause für Linköping zur Verfügung stehen. Cristiane hatte bereits vor einigen Wochen intensive Kontakte zu LdB Malmö FC. Der Wechsel nach Südschweden scheiterte jedoch letztlich daran, dass Cristianes Agent nach einer Einigung nochmals die Gehaltsforderungen erhöht hatte.

Linköping hatte im Herbst letzten Jahres bekanntgegeben, dass man mit den schwedischen Stars Victoria Svensson (Djurgården)und Lotta Schelin (Göteborg) in ernstzunehmenden Verhandlungen sei. Beide entschlossen sich jedoch, bei ihren bisherigen Vereinen zu bleiben. Auch Versuche, Marta von Umeå IK abzuwerben, waren gescheitert.

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9 Kommentare »

  • Soccerfan sagt:

    Wo hier im Bericht doch gerade die Gehaltsforderungen angesprochen werden…
    Wieviel verdienen die Damen in Schweden denn so ?

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  • Rainer sagt:

    @Soccerfan: Über Geld spricht man ja eigentlich nicht und ich habe Spielerinnen noch nicht direkt danach gefragt. Im Fall von Cristiane und Daniela hat Linköpings Vereinsvorstand gesagt, dass man ordentlich in die Tasche greifen musste, was immer das bedeutet.

    Marta dürfte wohl die bestverdienendste Spielerin der Liga sein. Sie begann nach inoffiziellen Quellen zufolge 2005 mit einem Gehalt von etwa 2.200 €, das sich aber von Jahr zu Jahr gesteigert hat. Es wurde gemunkelt, dass sie für 2008 ca. 8 – 9.000 € pro Monat bekommen wird. Andere haben deutlich mehr geboten, aber sie entschied sich für Umeå.

    Bei Umeå gibt es nur drei Spielerinnen, die nebenbei arbeiten. Alle anderen betreiben nur Fussball. Und Anna Paulson, eine der drei arbeitenden Frauen und gleichzeitig Nationalaussenverteidigerin, sagte mir, dass sie eigentlich nur arbeite, um nicht nur an Fussball zu denken. Aber Umeå hat auch eine Sonderstellung in Schweden.

    Ich denke, dass viele der ausländischen Spielerinnen irgendwo zwischen 2.000 und 5.000 € bekommen. Wobei 5.000 sicher sehr selten sind. Inwieweit Vereine durch zusätzliche Leistungen Anreize geben (Wohnung, Hilfe bei der Jobsuche, Umfeld…) ist auch ganz unterschiedlich.

    Eine Lotta Schelin etwa (die heute beim 2:0-Sieg der Schwedinnen auf Zypern gegen England beide Treffer schoss) hat einen guten Sponsorenvertrag mit einem deutschen Sportartikelhersteller. Viele haben individuelle Sponsoren. Reich wird aber sicher keine, nicht einmal Marta.

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  • Detlef sagt:

    Was mich als deutscher FF-Fan daran interessiert, wie finanzieren die schwedischen Vereine dies??? Bei meinem bisher einzigen Besuch eines schwedischen Ligaspiels (in Malmö), ist mir allerdings eine Besonderheit aufgefallen!!! Die Trikots der Spielerinnen, sind so vollgeklebt mit Sponsoren, dass nicht mal der Name der Spielerin Platz hat!!! Sogar die Hosen werden mit Werbung beklebt!!! Die Werbedurchsagen über die Stadionlautsprecher, gibt es ja schon in vielen deutschen Stadien!!!
    Das Zuschauerinteresse, war auch nicht viel größer, als der deutsche Durchschnitt!!! Also wie werden diese großen Gehälter bloß bezahlt???

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  • Steffen sagt:

    Mich würde auch mal interessieren, was der durchschnittliche Verdienst in der Frauen-Bundesliga ist?

    Der müsste ja um einiges geringer sein, sonst würden ja nicht so viele Spielerinnen nach Schweden gehen.

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  • Soccerfan sagt:

    @ Rainer

    Danke für die velen Informationen.
    Du bist ja echt super informiert !

    @ Detlef

    Ich meine mal gelesen zu haben, dass Frauenfussball in Schweden teilweise im TV übertragen wird.
    Jene Übertragungen spülen sicherlich auch einiges an Kohle auf die Vereinskonten.
    Dann zahlt der „Poposponsor“ gleich nochmal doppelt soviel, wenn er sein Logo im TV sieht. 😉

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  • Rainer sagt:

    @Detlef: Wie du schon richtig sagst, sind die Trikots und Hosen an allen freien Stellen mit Sponsorlogos vollgenäht. Meine 9-Jährige Tochter fragte am Wochenende, ob alle AIK-Spielerinnen Panaxia heißen würden, weil sie den Namen auf der Schulter an der Stelle tragen, an der gewöhnlich die Namen der Spieler sind. Umeå IK wird von allen Seiten unterstützt: Volkswagen, viele lokale Sponsoren, die Stadt Umeå usw. Schwieriger in der Hauptstadt mit drei Vereinen (ich zähle AIK Solna mal dazu), wo die Konkurrenz groß ist. Aber hier scheinen zumindest Djurgården und AIK auch aus Prestigegründen für die sehr großen Gesamtvereine, in denen es nahezu alle Sportarten gibt, viel zu investieren. Insbesondere AIK hat in den letzten beiden Jahren eine Investition gemacht, die sich in der kommenden Saison ab April sportlich auszahlen soll.

    @Steffen: Ich glaube, dass es nicht so sehr das Geld ist, das Spielerinnen nach Schweden lockt. Ich habe mit einigen gesprochen und wir wollen im Frühjahr für eine schwedische Frauenfußballzeitschrift einen Vergleich Bundesliga – Damallsvenskan machen und ich werde Spielerinnen, die in beiden Ligen waren, gezielter nach Unterschieden fragen (Ari Hingst, Jennifer Meier, Nadine Angerer, Pavlina Scasna, Kathrin Lehmann, Cristiane…). Es scheint neben dem Geld vor allem zwei Gründe zu geben: 1) Die schwedische Liga hat den Ruf, das man sich hier mit den Weltbesten messen kann und 2) das Umfeld ist oft besser organisiert als im Heimatland der Spielerinnen.

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  • Crackfly sagt:

    Was diese ganzen Sponsoren auf den Trikots betrifft, meine ich mal gelesen zu haben (is aber auch schon n paar Jahre her), dass es laut DFB verboten ist, so viele Sponsoren auf einem Trikot zu haben. Daher wird natürlich auch die Möglichkeit für sowas genommen. Ich weiß nicht, in wie fern das für die Frauen gilt, da z. B. der FCR in der Zeit vom Spiel gegen die SGS bis zum DFB-Pokal-Finale neben dem Logo der Sparkasse Duisburg auch das Logo der Firma EUROmassivhaus auf dem Trikot aufgedruckt.

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  • Detlef sagt:

    @Melanie,
    die TURBINEN haben außer dem offiziellen Trikotsponsor „Chevrolet“, der groß auf der Brust prangt, auch noch den örtlichen Wasser und Stromlieferanten auf dem Ärmel!!!
    @Rainer,
    mich interessiert eher, WIE es die Sponsoren „zurückbezahlt“ bekommen, dass sie sich so stark im FF engagieren!!! Außer bei Spielen von Umea, sind wohl nicht immer tausende Zuschauer da!!!
    Ich stelle mal die gleiche Frage wie Soccerfan, überträgt das schwedische Fernsehen LIVE oder in Ausschnitten, aus der Damallsvenskan??? Irgendwie, muss sich ja für die Geldgeber, die Sache auch lohnen!!!
    Ich werde mir in diesem Jahr, zwei Spiele der Damallsvenskan LIVE ansehen!!!

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  • Rainer sagt:

    Detlef, du hast Recht, Umeå zieht vierstellige Besucherzahlen, aber die anderen Spiele liegen meist zwischen 300 – 600 Zuschauern. Das bringt keinen Ertrag. Im Fernsehen werden in Schweden pro Saison ca. 10-15 Spiele der Liga live übertragen, dazu das Pokalfinale. Meistens ist jedoch Umeå bei den Übertragungen dabei, was vergangenes Jahr Diskussionen verursachte, ob denn etwa die Live-Übertragung vom 8:0 gegen AIK Werbung für den FF gewesen sei…

    Die Sponsoren bekommen meist also lediglich lokale Aufmerksamkeit. Ich glaube, dass FF zur Zeit und wohl auch noch ein paar Jahre in der Zukunft ein „Sympathie“-träger auch für Unternehmen ist, die Spielerinnen oder Vereine sponsorn.

    Sprach gerade vorgestern mit Hammarbys Trainer Anders Bengtsson, der auf die Frage, was denn am Frauenfußball so spannend sei, antwortete, dass man an einer Sportart teilhaben könne, die ein enormes Entwicklungspotential hat und die sich auch in rasanter Geschwindigkeit entwickle. Ich denke, dass dies auch vielen Sponsoren bewusst ist und dass die Sponsoren ihre Imagewerte mehr als ihre Erträge befördern, wenn sie FF fördern.

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