Klaus Fuchs: „Wir wollen, dass Nationalspielerinnen zu uns wechseln“

Von am 9. Februar 2008 – 11.27 Uhr 3 Kommentare

Klaus Fuchs setzt auf FrauenfußballDer Frauenfußball beim VfL Wolfsburg verfolgt ehrgeizige Ziele. Im Januar hat VfL-Geschäftsführer Klaus Fuchs nach dem Rücktritt von Bernd Sudholt die Verantwortung über den Frauenfußball innerhalb des Vereins übernommen.

Und Fuchs lässt keine Zweifel daran aufkommen, wohin der Weg führen soll. „Wir wollen uns hinter den großen Drei – Frankfurt, Duisburg und Potsdam – etablieren. Und wir wollen, dass Nationalspielerinnen zu uns wechseln, weil sie wissen, dass sie sich auch hier entwickeln können und ein gutes Umfeld haben.“Im Interview mit newsclick.de erklärt er weiter: „In dieser Saison ist die Mannschaft etwas holprig gestartet, ist jetzt Siebter. Ein, zwei Plätze kann sie sicher noch nach oben klettern.“ Dabei räumt Fuchs ein, dass er nicht immer auf die Karte Frauenfußball gesetzt hat. „Ich muss ehrlicherweise gestehen, dass ich damals eher skeptisch war. Mittlerweile bin ich überzeugt, dass die Entscheidung gut war.“

Frauenfußball zur Abrundung

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Der Fußball sei ist ein gesellschaftlich breit aufgestelltes Thema. „Und das Thema Fußball wird für einen Verein erst rund, wenn er sich auch um den Frauenfußball kümmert.“ Beim VfL Wolfsburg hat man erkannt, dass es an der Zeit ist, die Weichen für die Zukunft zu stellen.

„Gerade rüstet der FC Bayern auf, hat den Trainer aus Crailsheim abgeworben. Und der SV Werder Bremen fängt an, ein Frauenteam aufzubauen. Auch andere Bundesliga-Vereine werden noch erkennen, wie wichtig der Frauenfußball ist.“

„Frauen spielen einen schönen Fußball“

Der Stellenwert des Frauenfußballs in Deutschland habe sich merklich verändert. „Wir merken das am riesigen Interesse der Mädchen, bei uns Fußball zu spielen. Hinzu kommt, dass der Frauenfußball ja inzwischen auch ein anderer Fußball geworden ist. Auch wenn Frauen- gegen Männermannschaften keine Chance haben.“

Und ergänzt: „Frauen spielen einen schönen Fußball. Die Partie unserer Mannschaft vor Weihnachten gegen Frankfurt zum Beispiel – das wäre vor zwei Jahren noch gar nicht möglich gewesen. Das war das Beste, was ich bis dahin von unserer Mannschaft gesehen habe.“

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Gute Aussichten für Frauenfußball-WM 2011

Seine Ambition in Sachen Frauenfußball hat der VfL Wolfsburg auch mit der Bewerbung als Standort der Frauenfußball-Weltmeisterschaft 2011 zum Ausdruck gebracht. „Ein Bundesliga-Standort sollte sich bemühen, WM-Standort zu werden – auch wenn es sicher ein Zuschussgeschäft wird.“

Als einziger Bewerber des norddeutschen Fußball-Verbands dürften die Chancen für Fuchs und seinen Verein nicht schlecht stehen, auch wenn das Turnier vermutlich weiterhin mit 16 Mannschaften ausgetragen wird. „Ich bin trotzdem sehr zuversichtlich, dass wir den Zuschlag bekommen.“

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

3 Kommentare »

  • Winfried Kramer sagt:

    Dank VW (bzw der Autokäufer, die sich einen VW leisten) und der Männerabteilung kann halt auch ein Club nahezu ohne Zuschauerinteresse für Frauenfussball zum Spitzenteam im FF werden. Tolle Sache, da kann man nur gratulieren !

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  • Play the Game sagt:

    Und wenn der HSV die Schatulle aufmacht, dann wird Hamburg auch wieder interessanter für Spielerinnen werden……

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  • Detlef sagt:

    @Play the Game,
    Und wenn meine Großmutter Flügel gehabt hätte, wäre sie auch sicher geflogen!!!

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1 Pingbacks »

  • […] Neben den Plänen, ab der kommenden Saison in Martina Voss eine sportliche Leiterin zu installieren, ein weiteres Signal für alle anderen Spielerinnen sowie potenzielle Sponsoren, dass der FCR auch in Zukunft im Konzert der Großen mitmischen will. Zumal Bajramaj möglicherweise den Verein Richtung Wolfsburg verlassen wird, der sich ebenfalls in Zukunft noch breiter aufstellen möchte.  […]