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TuS Köln rrh.: Erst ins Pokalfinale, dann in die Bundesliga

Von am 1. Februar 2008 – 8.37 Uhr

Doreen Meier soll dem Frauenfußball in Köln auf die Sprünge helfenWährend auf der linken Rheinseite derzeit das närrische Treiben des Karnevals das Kölner Stadtbild prägt, hat man jenseits des Flusses bereits einen anderen Termin im Kalender fest im Auge: Am 24. März steht für den TuS Köln rrh. das Vereinshighlight schlechthin auf dem Programm: das DFB-Pokalhalbfinale gegen den 1. FC Saarbrücken.

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Diese einmalige Chance wollen Spielerinnen wie Verantwortliche des Frauenfußball-Zweitligisten um die neue Cheftrainerin Doreen Meier beim Schopfe packen. Meier lässt keine Zweifel daran, wie die Zielsetzung lautet: „Ich spüre natürlich jetzt schon eine besondere Vorfreude. Dieses Spiel wollen wir gewinnen, unser Ziel heißt natürlich Berlin.“ Doch damit nicht genug: Schon in naher Zukunft will man in Köln Erstliga-Frauenfußball sehen.

Mit der Verpflichtung von Meier, ehemalige Nationalspielerin der DDR und in der Vergangenheit bereits als Cheftrainerin bei Bundesligist SC 07 Bad Neuenahr tätig, setzt der Verein ein klares Signal. „Die Sportmetropole Köln soll sich zu einem leistungsorientierten Standort für den Frauenfußball entwickeln. Hierbei kann der TuS Köln eine entscheidende Rolle spielen“, hofft Vereinsmanager Maruan Azrak, der sich über die gelungene Trainerinnenverpflichtung freut: „Wir sind glücklich, mit Doreen Meier eine erfahrene und vor allem ambitionierte Fußballlehrerin gewonnen zu haben“, so Azrak.

Ziel Frauenfußball-Bundesliga

In Köln will man die Aufbruchstimmung Richtung Frauenfußball-WM 2011 im eigenen Land nutzen. „In einer so fußballbegeisterten Stadt wie Köln muss es doch möglich sein, neben dem 1. FC Köln auch eine erfolgreiche Frauenfußball-Mannschaft zu etablieren. Hieran werden wir intensiv arbeiten“, erklärt Meier. Ihr Plan sei es, „mit dem TuS Köln den Sprung in die 1. Bundesliga zu schaffen.“ Meier ist von den Rahmenbedingungen überzeugt: „Hier finde ich das richtige Umfeld vor und eine Mannschaft, die hervorragende Voraussetzungen dafür mitbringt.“

Den sportlichen Aufschwung fördern soll auch eine bessere Infrastruktur. „Spätestens mit dem Aufstieg in die 1. Bundesliga brauchen wir ein erstligataugliches Stadion. Hier muss es Gespräche mit der Stadt geben“, so Azrak. In Zukunft will man auch ein Leistungszentrum für Nachwuchstalente aufbauen. „Nur wenn es uns gelingt, frühzeitig junge Talente zu binden und diese qualifiziert auszubilden, wird Köln sich nachhaltig den Ruf als bedeutender Standort für den Frauenfußball erwerben können.“

Aufruf an potenzielle Sponsoren

Um diese Pläne rasch umzusetzen, will man mal Partner aus der Wirtschaft gewinnen. „Die Kölner Wirtschaft sollte die rasante Entwicklung erkennen, die der Frauenfußball derzeit nimmt und in dieses Premium-Produkt investieren“, appelliert Azrak an potentielle Sponsoren.

Zukunftsweisend war auch die Verpflichtung von Nicole Bender, die vom FCR 2001 Duisburg kommt und Erfahrung aus der Bundesliga mitbringt. Neben dem Pokalhalbfinale gilt das Augenmerk der Rückrunde in der 2. Liga Süd. Gemeinsames Ziel des derzeitigen Tabellensechsten ist es, die Saison im oberen Drittel abzuschließen, um dann in der kommenden Saison voll anzugreifen und den Sprung in die erste Frauenfußball-Bundesliga zu schaffen.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.