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Hope Solo feiert erfolgreiches Comeback

Von am 29. Januar 2008 – 11.25 Uhr 4 Kommentare

Genugtuung für Hope Solo: Vier Monate, nachdem die Torhüterin der US-Nationalmannschaft vom damaligen Trainer Greg Ryan aus dem Team geworfen worden war, hat sie vor einigen Wochen beim Vier-Nationen-Turnier in China fast unbemerkt von den Medien eine erfolgreiche Rückkehr in die Nationalmannschaft gefeiert.

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Dabei stand sie nicht nur im US-Kader, sondern bot beim 4:0-Sieg gegen Kanada und beim 1:0-Erfolg gegen China 180 Minuten lang eine fehlerfreie Leistung und blieb in beiden Spielen ohne Gegentreffer. „Ich hatte Angst, denn ich wusste nicht, wie mich das Team wieder aufnehmen würde. Aber jeder hat viel Entschlossenheit gezeigt, nach vorne zu schauen.“

Im September war Solo von Trainer Ryan vor dem WM-Halbfinale gegen Brasilien trotz einer bis dahin guten Turnierleistung zugunsten von Briana Scurry auf die Ersatzbank verbannt worden. Nach der klaren 0:4-Niederlage platzte Solo im Interview der Kragen. Sie warf dem Trainer öffentlich vor, mit dem Torhüterinnenwechsel einen Fehler gemacht zu haben, sie selbst hätte die Gegentreffer verhindern können.

Rauswurf aus dem Team

Konsequenz: Sie kam weder im Spiel um Platz drei zum Einsatz, noch durfte sie mit der Mannschaft die Heimreise antreten. Später entschuldigte sie sich, doch Ryan und die Teamkolleginnen blieben hart. Bis zum Trainerwechsel. Pia Sundhage berief Solo umgehend zurück in den Kader.

Nach dem Sieg gegen Kanada konnte sich Solo einen Seitenhieb auf Ryan nicht verkneifen: „Ich denke, Pia ist unglaublich. Ihr Fachwissen, ihre Inspiration und ihre Leidenschaft für das Spiel sind größer als bei jedem anderen Trainer, für den ich je gespielt habe.“ Der verkaufte im Nachhinein den Rauswurf Solos aus dem Kader als disziplinarische Maßnahme, weil Solo gegen den Zapfenstreich verstoßen haben soll.

Großartige Leistung

Sundhage lobte nach dem Spiel gegen Kanada: „Ich denke, sie hat eine großartige Leistung gezeigt. Alleine bei den Ecken stand sie immer perfekt.“ Im entscheidenden Spiel gegen China stand Solo erneut zwischen den Pfosten und entschärfte dabei eine hundertprozentige Chance von Chinas Stürmerin Han Duan. „Ich hatte Augenkontakt zu ihr und erahnte, dass sie den Ball über mich heben wollte. So bin ich schnell zurück auf die Linie und habe den Ball gehalten.“

Sundhage lässt nur wenig Zweifel daran aufkommen, wer in ihrem Team derzeit mit Recht die Nummer Eins ist: Hope Solo.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

4 Kommentare »

  • Ruhrschnellweg sagt:

    Und wieder ein Beispiel mehr, dass Trainer und Trainerinnen eher alles den Bach runter gehen lassen, als zuzugeben selbst einen Fehler gemacht zu haben, und – zB in diesem Falle – Verständnis für die tiefe Enttäuschung eines Spielers, einer Spielerin aufzubringen.

    Alles Gute, Hope, nur nicht gegen Deutschland!

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  • Detlef sagt:

    Naja, Qualität setzt sich eben immer durch!!! Zumindest im Team USA!!!

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  • Steffen sagt:

    Ich finde es auch schön, dass Hope Solo wieder in der Nationalmannschaft der USA spielen darf. Sie ist die beste Torhüterin, die sie haben.

    Ich denke immer noch daran, dass sie sich keine Medaille abholen durfte und allein nach Hause fliegen musste. 🙁

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  • helena sagt:

    Ja, das war wohl der Tiefpunkt des amerikanischen Frauenfußballs. Um so schöner, daß sie jetzt wieder zeigen kann und darf, was sie drauf hat. Freue mich schon auf wiederum schöne Paraden (und schließe mich Ruhrschnellweg an: nur nicht gegen Deutschland;-)).

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