U17 testet in Neuseeland für EM-Qualifikation

Von am 17. Januar 2008 – 11.10 Uhr

Die U17-Juniorinnen des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) brechen gleich zu Jahresbeginn zu einer weiten Reise auf. Nach einem dreitägigen Lehrgang in der Sportschule Hennef reist der Kader vom 22. Januar bis 5. Februar zu einem Vier-Nationen-Turnier nach Neuseeland, das mit einem Winterlehrgang kombiniert wird. Dort wird das Team auf die Frauenfußball-Teams des Gastgebers (29. Januar), auf Australien (31. Januar) und die USA (2. oder 3. Februar) treffen.

Bundestrainer Ralf Peter ist guter Dinge, dass das Team dort wertvolle Erfahrungen in Richtung EM-Qualifikation im April sammeln und an Qualität gewinnen kann, bevor es gilt, sich in der zweiten Runde gegen Schweden, die Schweiz und Polen durchzusetzen. „Wir haben in Neuseeland die Möglichkeit, unsere Mannschaft über einen längeren Zeitraum hinweg auf die zweite Runde der EM-Qualifikation vorzubereiten“, so Peter.

Im Interview mit der DFB-Website erklärt er weiter: „Daher haben wir zwar das Ziel, jedes Spiel zu gewinnen. Im Vordergrund steht aber das Einspielen für die EM-Qualifikation.“ Beim Lehrgang im Vorfeld will sich das Team vor allem auf die anstrengenden Belastungen vorbereiten, die sich aus 30 Stunden Flug, 12 Stunden Zeitverschiebung und 20 Grad Temperaturunterschied ergeben.

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Schwächen ausmerzen

Dabei stehen in Carolin Simon (GSV Eintracht Baunatal), Laura Vetterlein (SV Nollingen) und Kristina Zumbült (DJK-VfL Billerbeck) drei Spielerinnen im Aufgebot, die bisher noch kein Spiel für die U17-Juniorinnen absolviert haben. Die Spielerinnen mit der größten Erfahrung sind Svenja Huth (1. FFC Frankfurt) und Alexandra Popp (1. FFC Recklinghausen) mit jeweils elf Einsätzen.

Vor allem am Herausspielen und Verwerten von Torchancen soll in den kommenden Monaten gearbeitet werden. „Dort müssen wir uns mehr konzentrieren und kaltschnäuziger werden. Daran und wie man sich im Strafraum des Gegners geschickter bewegen kann, werden wir besonders arbeiten.“ Da zwischen dem Turnier in Neuseeland und der nächsten Runde der EM-Qualifikation nur noch der U20-Länderpokal liegt, kommt dem Trainingslager und den Testspielen eine besondere Bedeutung zu.

Offensive als Trumpf

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Die besonderen Stärken des Teams sieht Peter in der ausgeglichenen Besetzung, dem Spielaufbau und der starken Offensive. „Turid Knaak aus Duisburg, die Saarbrückerin Jennifer Marozsan, Frankfurts Svenja Huth und Alexandra Popp aus Recklinghausen machen unser Angriffsspiel kaum ausrechenbar. Wir besitzen in diesem Bereich ein unglaubliches Potenzial. So etwas habe ich bisher noch nie gesehen.“

Frauenfußball auf hohem Niveau

Das große Ziel heißt die erste FIFA U17-Weltmeisterschaft, die vom 28. Oktober bis 16. November 2008 ebenfalls in Neuseeland ausgetragen wird. „Für uns bedeutet es, dass wir uns unbedingt qualifizieren möchten. Das wäre für unsere Perspektivspielerinnen eine wahnsinnig wichtige Erfahrung. Allerdings ist das nicht einfach, denn Europa hat nur drei Startplätze.“

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.