Neue US-Profiliga heißt WPS

Von am 17. Januar 2008 – 18.04 Uhr 9 Kommentare

wps_logo.jpg442 Tage vor dem offiziellen Start wurde am Donnerstagmorgen in Baltimore im Rahmen der jährlichen Tagung der National Soccer Coaches Association of America (NSCAA) offiziell der Name der neuen US-Profiliga vorgestellt, die ab 2009 auf die 2003 in Konkurs gegangene WUSA folgen soll.

Women’s Professional Soccer (WPS) ist der neue Name der Liga, die ab kommendem Jahr Frauenfußball vom Feinsten bieten und Topspielerinnen aus aller Welt in die USA locken will. Neben dem Namen wurde auch das offizielle Logo präsentiert und die neue Website vorgestellt.

„Ein langer und sorgfältiger Prozess hat zu der Wahl des Namens Women’s Professional Soccer und dem Kürzel WPS geführt“, erklärt die WPS-Beauftragte Tonya Antonucci. „Die Liga und die Teambesitzer haben über zahlreiche Variationen von Namen und Logos nachgedacht, bevor sie eine Entscheidung getroffen haben.“

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Hamm stand Pate für Logo

Das Logo trägt die Silhouette der US-Frauenfußball-Ikone Mia Hamm. „Ich fühle mich extrem geehrt, dass ich das neue WPS-Logo personifiziere“, so Hamm. „Vor allem repräsentiert diese Liga Chancen – nicht nur für Fußballerinnen, sondern für Frauen auf der ganzen Welt.“

Auf der neuen Website können sich Fans auf aller Welt über die Entwicklung der Liga auf dem Laufenden halten und Informationen zu Liga, WPS-Teams, potentiellen Spielern und Frauenfußball im Allgemeinen erhalten. Fans bekommen im WPS-TV Videos von hinter den Kulissen präsentiert, Spieler-Blogs, Event- und Community-Kalender, Liga- und Teamnews, Jobangebote, Links zu den einzelnen Teams und vieles mehr runden das umfangreiche Angebot ab.

Erste prominente Namen

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Seit der offiziellen Ankündigung der Liga im September wurde im WPS-Büro in San Francisco und den Teambüros in Boston, Chicago, Dallas, Los Angeles, New Jersey/New York, St. Louis und Washington D.C. fieberhaft gearbeitet. In einem ersten Schritt ging es darum, Mitarbeiter einzustellen. Unter den prominentesten Namen ist Tony DiCicco, der Trainer der Boston Breakers sein wird. Auch bei Washington Freedom wird in Jim Gabarra ein bekannter Trainer arbeiten.

„Das nächste Jahr wird bestimmt aufregend für den Frauenfußball mit dem Olympischen Fußballturnier und der Aussicht, danach in den USA professionellen Frauenfußball zu betreiben. Während sich die Spielerinnen darauf vorbereiten, werden wir natürlich sorgfältig bis hin zum Kick-off der ersten Saison arbeiten.“

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

9 Kommentare »

  • Crackfly sagt:

    Also gehts doch los? Ich bin ja mal gespannt, wer dann in der BuLi bleiben wird und wer in die USA wechseln wird. Aber: Noch ist es nicht so weit und wir können uns auf eine weitere BuLi-Saison mit den meisten unserer Top-Spielerinnen freuen. Alles was dann kommt, steht in den Sternen.

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  • flo sagt:

    Wir müssen uns ran halten und unseren Spielerinnen was bieten sonst sind die alle weg und die Liga wird noch langweiliger

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  • Detlef sagt:

    Da habt Ihr beide recht!!! Aber mal abwarten, wie, und womit, die neue WPS-Liga starten wird???
    Allerdings werden wohl alle Maßnahmen, die ein „Ausbluten“ der Bundesliga noch verhindern könnten, dann zu spät kommen!!! Noch ist eine Umstrukturierung der Vereine in weiter Ferne, und es bleibt weiter ungewiss, wie sich die Medien (vor allem Radio und TV), in Zukunft mit dem Thema FF-Bundesliga beschäftigen werden???

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  • flo sagt:

    detlef da hast du leider recht wir werden wie immer alles verpennen und dann zusehen wie wir es hätten richtig machen können.
    unseren medels wird einfach zu wenig geboten dieses halbprofitum ist beruflich privat und sozial nur schwer bis gar nicht zu stämmen
    da ist es doch nur logisch das die alle zu den amis gehen werden was auch ihr gutes recht ist

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  • Max Diderot sagt:

    „Der Zweifel ist das Wartezimmer der Erkenntnis.“
    Laozi aka Laotse

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  • Fuxi sagt:

    Ich geb der WPS maximal drei Jahre.
    Warum?
    – Erfahrung
    – amerikanische „Profisport“-Mechanismen
    – amerikanisches Fußballinteresse
    – …

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  • Detlef sagt:

    @Fuxi,
    selbst wenn die Liga nach kurzer Zeit wieder eingestellt werden sollte, wird es aber nichts daran ändern, dass der Bundesliga die Aushängeschilder flöten gehen!!! Und WOMIT wollen wird dann WERBUNG für den FF machen??? Welcher Sponsor ist dann noch bereit, viel Geld zu investieren???
    Ich bin mir im Übrigen gar nicht so sicher, dass die WPS wieder so schnell verschwinden wird!!! Man hat mit der WUSA viel Lehrgeld bezahlen müssen, aber ganz so blöd sind die Amis dann doch nicht!!! Die schmeißen ihr Geld auch nicht gerne zum Fenster raus, und deshalb werden sie schon ihre Schlüsse aus der letzte Pleite gezogen haben!!! Es ist vielleicht der Beweis für meine Vermutung, dass man den Start um ein Jahr verschoben hat, weil noch nicht alles SAVE war!!!

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  • Fuxi sagt:

    @Detlef
    Der Abgang der Aushängeschilder wäre auch nur kurzweilig – abgesehen davon, dass einige von denen eh vor dem Karriereende stehen. Die Bundesliga hat in der WUSA-Zeit auch ohne Prinz und Co. überlebt. Im Gegenteil: Das wäre die Chance für andere, zu zeigen, was sie können. Wo 10 Spielerinnen wechseln, rücken 10 andere Talente nach. Würde Claudia von Lanken noch die Knochen hinhalten, stünde nicht Bianca Weech im HSV-Kasten, und bei allem Respekt vor CvL, ich weiß nicht, wer jetzt besser wäre. So würde es in der ganzen Liga sein.
    Aber was macht Dich so sicher, dass es diesen „Ausverkauf“ wirklich gibt – wenn doch die Investoren der WPS aus dem Zusammenbruch der WUSA angeblich gelernt haben? Ob WPS oder WUSA – es sind und bleiben Retortenligen ohne echten Unterbau, die nur aufgrund von Finanzen kurzzeitig funktionieren. „Big Business“ ist da aber nicht zu machen, weil NBA, NHL, Major League und solche Shows wie Wrestling viel zu zugkräftig und mächtig sind. Frauenfußball mag zwar eine gewisse Popularität haben, aber in einem Land ohne Kultur (böse ausgedrückt) funktioniert es als Geschäft einfach nicht. Guck Dir mal die Qualität der MLS an – im Vergleich zur großen Konkurrenz ist das eine Randerscheinung, qualitativ kaum konkurrenzfähig, wenn man bedenkt, das Ian Paul Joy vom Zweitligisten St. Pauli da schon als „Starverteidiger“ zurückgekauft wird. Und die MLS und WPS werden sich jetzt auch noch die Fußballfans teilen müssen. Da wird das WUSA-Schicksal dann für den Nachfolger WPS zum zusätzlichen Beton-Fußballschuh.
    Meine Vermutung jedenfalls.

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  • Rosa sagt:

    Ehrlich gesagt glaube ich, dass die WPS höchstens schon bestehende Trends etwas verstärken wird. Sport ist in den USA vor allem Collegesport und das wird sich auch so schnell nicht ändern. Junge talentierte Spielerinnen zieht es jetzt schon nach Amerika, die Verlockung eines Stipendiums ist groß (siehe etwa Friederike Engel, wo wir schon beim HSV sind). Die bleiben dann ein paar Jahre da, profitieren von einer guten Ausbildung, auch sportlich und kommen dann aber meistens zurück. Die Ligen in Europa haben letztendlich mehr zu bieten. Nur weil Amerika als Land des Frauenfußballs gehandelt wird, sollte man hier nicht zu großen Pessimismus predigen. Das Prestigeobjekt Collegeliga ist schwer zu überbieten.

    Auch sollte man nicht vergessen, dass der Amerikanische Sport eine ganz andere Tradition pflegt, den des Coachings. Sowohl Baseball, Basketball und auch Football sind abhängig von Einzelentscheidungen des Trainers und seinem Taktieren. Eine Sportart wie Fußball, in der Playerstradition stehend, wird da noch zu großflächig falsch angegangen, wie Jürgen Klinsmann analysiert (mal ein solider Kommentar von ihm…).

    Die internen nationalen Baustellen sind wirklich in den Vordergrund zu setzen. Den Feind gleich international zu vermuten wirft Stolpersteine auf.

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  • […] Noch ist nichts unterschrieben, doch Uwak, die bei der Frauenfußball-Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr beim 1:1 gegen Schweden den Ausgleichstreffer erzielte, will beim neuen Verein Spielpraxis für die bevorstehenden Aufgaben in der Nationalmannschaft sammeln und sich zudem für die neue Frauenfußball-Profiliga WPS empfehlen, die 2009 ihren Spielbetrieb aufnehmen wird. […]