Vier-Nationen-Turnier: USA und China siegen zum Auftakt

Von am 16. Januar 2008 – 22.50 Uhr

Neue Besen kehren gut – das alte deutsche Sprichwort machte seinem Namen am Mittwoch auch im fernen China wieder einmal alle Ehre. Zum Auftakt des Vier-Nationen-Turniers in Guangzhou setzten sich die USA im ersten Spiel unter der neuen Trainerin Pia Sundhage mühelos gegen Kanada durch. Gastgeber China feierte unter der im Oktober verpflichteten Trainerin Elisabeth Loisel einen ebenso ungefährdeten Sieg gegen Finnland.

Beim 4:0 (0:0)-Sieg (Tore im Youtube-Video am Ende des Beitrags) erzielten die US-Amerikanerinnen in der zweiten Halbzeit binnen 28 Minuten vier Treffer, jeweils zwei Tore erzielten Stürmerin Amy Rodriguez und Mittelfeldspielerin Lindsay Tarpley. „Ich bin mit dem Spiel heute wirklich sehr zufrieden“, freute sich Sundhage. „In der ersten Halbzeit kam der letzte Pass noch nicht an, aber in den zweiten 45 Minuten lief es viel besser.“

Debüt von Verteidigerinnen Krieger und Sauerbrunn

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Der deutsche Meister 1. FFC Frankfurt darf sich seit heute über eine weitere A-Nationalspielerin freuen, denn Ali Krieger feierte ebenso wie Becky Sauerbrunn ihr Debüt in der Nationalmannschaft. „Es war wirklich aufregend und ein unwirkliches Gefühl. Es war toll, in diesem großen Stadion zu sein und die Chance zu bekommen, mit diesem Team zu spielen“, so Krieger, die sich bei der neuen Kapitänin Christie Rampone bedankte: „Sie hat mir vor dem Spiel gesagt, ich solle mich einfach entspannen und mein Spiel spielen. Das hat mir sehr geholfen.“

Zum ersten Mal seit dem WM-Viertelfinale und dem anschließenden Streit mit dem damaligen US-Trainer Greg Ryan stand Hope Solo wieder zwischen den Pfosten, die sich mit einer fehlerfreien Leistung über 90 Minuten für Sundhages Vertrauen bedankte.

Die Kanadierinnen, die mit zehn Spielerinnen aus dem WM-Kader nach China gereist waren, hielten wie schon in der Vergangenheit in Spielen gegen die USA phasenweise gut mit, brachen aber einmal mehr in den zweiten 45 Minuten ein. „Wir schaffen es eine gute Halbzeit zu spielen, vielleicht 70 Minuten, aber dann werden wir müde und begehen taktische Fehler“, so ein enttäuschter kanadischer Trainer Even Pellerud.

China mit Köpfchen zum Erfolg

Auch die frühere französische Nationaltrainerin Elisabeth Loisel kam bei ihrem ersten Heimspiel zu einem Erfolg. Beim 2:0 (2:0)-Sieg kam ihr Team gegen mäßig agierende Finninnen nur selten in Gefahr.

Die schon bei der WM starke Kapitänin Li Jie brachte ihr Team in der 21. Minute mit einem wuchtigen Kopfball nach Vorarbeit von Yu Weimin in Führung, kurz vor der Pause war es Liu Yali, die einen Freistoß ebenfalls per Kopf zum 2:0 verwertete.

Neben der wie immer emsig agierenden Han Duan kam im Sturm für die verletzte Ma Xiaoxu die gerade selbst erst wieder genesene Guo Yue zum Einsatz. Bei zwei Lattenschüssen direkt hintereinander hätten die Chinesinnen in der zweiten Halbzeit das Ergebnis sogar noch in die Höhe schrauben können.

Die Nordeuropäerinnen, bei denen Turbine Potsdams Essi Sainio eine Halbzeit lang spielte, waren nur bei einigen Standardsituationen ansatzweise gefährlich. Sie werden sich in den kommenden beiden Spielen gegen die USA und Kanada deutlich steigern müssen.

[youtube 9QrkfBAH5OE Highlights USA-Kanada]

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.