Aylin Yaren vor Wechsel nach Malmö

Von am 10. Januar 2008 – 12.11 Uhr 7 Kommentare

Aylin YarenVor rund vier Monaten sorgte Aylin Yaren von Zweitligist Tennis Borussia Berlin im ZDF-Sportstudio für Furore, als sie Bayern Münchens französischen Nationalspieler Franck Ribéry an der Torwand mit 4:3 bezwang.

Und nun schreibt Yaren erneut Schlagzeilen. Denn das 18-jährige Nachwuchstalent steht kurz vor einem Wechsel in die schwedische Damallsvenskan, die derzeit beste Frauenfußball-Liga der Welt.

Am Mittwochnachmittag bestritt sie ihr erstes Probetraining bei LdB Malmö und geht es nach den schwedischen Verantwortlichen, ist die Vertragsunterzeichnung nur noch Formsache. „Wir hoffen, dass wir schon in ein paar Tagen Klarheit haben“, sagt Trainer Jörgen Petersson.

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Auf der vereinseigenen Website wird Yaren bereits in einer mehrteiligen Bilderserie in den Malmöer Vereinsfarben vorgestellt. Und auch Yaren ist bereit für die neue Aufgabe. „In der Damallsvenskan zu spielen, wäre für mich eine schöne Herausforderung und eine großartige Erfahrung.“

In Malmö ist man von Yarens Fähigkeiten überzeugt. „Wir haben sie schon längere Zeit beobachtet und wissen schon eine ganze Menge von ihr“, so Petersson. „Sie ist eine tolle Spielerin mit einem guten Ballgefühl und einer feinen Ballbehandlung.“

Kampfgeist

Dass Yaren sich zu Höherem berufen fühlt, war schon seit längerem klar. Bereits im Vorjahr versuchte sie bei Turbine Potsdam unterzukommen, doch Trainer Bernd Schröder winkte damals ab. Mangelndes Durchsetzungsvermögen bescheinigte er der 1,67 Meter großen und 52 Kilogramm leichten Spielerin. Doch anstatt zu schmollen, ließ Yaren Taten folgen.

„Mein großer Bruder Taner hat mir eine Hantelbank gekauft. Ich stemme jetzt täglich Gewichte“, so Yaren. Ihm hat sie es auch zu verdanken, dass sie eine gut besuchte Homepage hat. Nach dem ZDF-Torwandschießen verzeichnete ihre Website fast 1000 Besucher täglich. Keine andere Zweitligaspielerin wird derart gut vermarktet. Was sich nun bezahlt macht.

Vertrauen in die eigene Stärke

An Selbstbewusstsein mangelt es ihr nicht. „Ich bin mutig, schnell, technisch stark und ein bisschen arrogant auf dem Platz“, beschreibt sie ihre eigenen Stärken. „Ihre spielerischen Qualitäten sind überdurchschnittlich, nur kann sie sich sehr schlecht vom Ball trennen“, so die Einschätzung von TeBe-Trainer Sven Thoß.

Über die Gründe ihres Fortgangs aus Berlin hüllt sich Yaren in Schweigen. „Persönlich bin ich mit der sportlichen Situation des Vereins und meiner zufrieden gewesen. (…) Aber ich habe mich entschieden, nicht mehr für TeBe Berlin zu spielen, ich möchte die Gründe nicht in die Öffentlichkeit bringen, deshalb wird das erstmal mein Geheimnis bleiben“, so Yaren auf ihrer Website.

Karrieresprung

In der Türkei, wo man sich zunehmend für den Frauenfußball interessiert, wird sie verehrt, seit sie nur noch für die türkische Auswahl aufläuft. Anfang 2006 spielte sich noch in den U17-Auswahlen beider Länder, bis der Deutsche Fußball-Bund (DFB) auf den Plan kam. „Ich weiß nicht, wie sie es erfahren haben, aber die waren ganz schön sauer.“

Der Sprung in die beste Frauenfußball-Liga der Welt ist ein Riesenschritt in Yarens Karriere. Dort werden Nationalspielerinnen verschiedener Länder zu ihren Teamkolleginnen gehören, wie etwa Caroline Jönsson, Therese Sjögran, Nilla Fischer, Maria Aronsson, Manon Melis oder auch die frühere Bayern-München-Spielerin Pavlina Scasna.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

7 Kommentare »

  • Antje aus London sagt:

    Hmmmh. Interessant. Mein Sommerurlaub in Schweden zum Fussball gucken nimmt immer mehr Zuege an.

    Die schwedischen Vereine sehen sich ja offensichtlich intensiv in den deutschen Vereinen um. Es bleibt abzuwarten, welchen Einfluss das auf die Bundesliga haben wird und was passiert, wenn die US-Profiliga doch kommt. Es gibt doch sicher eine Menge Spielerinnen in Europa, die nur auf den Startschuss aus Amerika warten.

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  • Detlef sagt:

    NAJA, Aylin war ja auch schon mal bei TURBINE im Gespräch!!!
    Es wäre schon ein gewaltiger Karrieresprung, aus der 2. Bundesliga in die beste Liga der Welt!!!
    Es ist natürlich auch schade für die THOSS-Truppe, die mit Aylin eine sehr wertvolle Spielerin verlieren würden!!!
    Aber ich freue mich für sie, und wünsche ihr viel Erfolg!!!

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  • Sandra sagt:

    Es ist das Beste was Sie für sich selber machen konnte. Sie wollte ja schon immer von teBe und deren Rumpelfußball weg, nur waren die finanziellen Forderungen die ihr Bruder stellte zu utopisch, aber in Schweden hat man wohl doch ein wenig mehr Geld übrig.

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  • Savans sagt:

    Wenn sie schon immer von TeBe weg wollte, warum ist sie dann nicht im Sommer gegangen? Viel mehr war es ja wohl so, dass sie geradezu bei den Verantwortlichen rumgebettelt hatte, dass sie noch eine Chance erhält , die man ihr ja offensichtlich gewährt hatte. Natürlich durfte das aber der große Bruder , Papi und Mami nicht wissen!!!

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  • Sandra sagt:

    sie ist im Sommer noch nicht weggegangen, weil sie es nicht geschafft hatte einen ausreichend dotierten vertrag woanders zu bekommen. Das ist der einzige Grund warum Sie dann bei TeBe weiterspielen wollte, und aus ihrer Sicht auch mußte. Und TeBe war darüber auch mehr als froh……

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  • Aylin's größter Fan sagt:

    Aylin und betteln, dass ich nicht lache. Aylin war die einzige bei TeBe die Fußball spielen konnte und die einzige die das Talent für mehr hat, der Trainer hat ihr Potenzial nicht genutzt sie hätte sich im Sturm zur Torjägerin geschossen, in der Liga aber nein sie musste die Linke Seite besetzen. Ausserdem wurde z.B. im letzten Jahr in Leipzig beim Hallenturnier der 1. PLatz belegt Aylin wurde beste Spielerinn und gleichzeitg mit 9 Treffern beste Törschützenköningin im Turnier und was ist nun passiert in Leipzig 2008 5.Platz keine Ehrungen, die frage wer gebettelt hat damit TeBe so steht wie jetzt in der Hinrunde ist doch beantwortet, TeBe ist nicht mal in der Lage ihre Spieler unter Vertrag zu nehmen und man sieht ja das es keine Jungen Spieler dazu stoßen sondern nur alte die sowieso nur auf der Bank saßen wie bei Turbine Potsdam naja die Rückrunde wird es zeigen ob TeBe ohne Aylin klar kommt.
    Ach ja!! „Neid ist das, beste schönste Kompliment“!!! lg grüße

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  • Sandra sagt:

    Auch wenn Aylins größter fan sicher etwas sehr emotional geschrieben hat, aber letztendlich hat sie mit allem recht. Und das bei teBe alles andere als eine gute Einbindung junger telantierter Spielerinnen herrscht, ist ja sehr leicht festzustellen wenn man sich den Kader ansieht. Wenn man nur die Banecki Zwillinge nimmt, die sich jetzt bei Bayern auf einmal so gut entwickelt haben, aber bei TeBe ja einen „so schweren“ Charakter hatten, und eine Tine Schoknecht ist beim HSV sicher auch besser dran. Aber auf Dauer wird TeBe sicher Probleme bekommen, wenn man gar keinen eigenen Nachwuchs hat und nur „ältere Damen“ für viel Geld einkauft ob das reichen wird…….

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