Wolfsburg bringt Meister ins Straucheln

Von am 20. Dezember 2007 – 1.32 Uhr 2 Kommentare

Anna Blässe (li.) im Duell mit Karolin ThomasMit einem 1:1-Unentschieden zwischen dem VfL Wolfsburg und dem 1. FFC Frankfurt hat sich die Frauenfußball-Bundesliga in die Winterpause verabschiedet. Die Wölfinnen kletterten durch den Punktgewinn in der Nachholpartie vom vierten Spieltag in der Tabelle auf den siebten Platz.

Die Hessinnen gehen an der Spitze mit einem Fünf-Punkte-Vorsprung auf Verfolger FCR 2001 Duisburg in das neue Jahr, der allerdings noch zwei Nachholspiele zu bestreiten hat. In Frankfurt ist man froh, einige Wochen Kraft tanken zu dürfen, bevor die Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte startet.

Tore kurz vor der Pause

Anzeige

Das Drehbuch zur Partie hätte nicht besser sein können. Mirka Mohs, die ihre Karriere zur Winterpause beendet und eine Stelle als Grundschullehrerin antreten wird, brachte die Gastgeberinnen fast mit dem Pausenpfiff durch einen Abstauber mit 1:0 in Führung (45.).

Doch im Gegenzug gelang Steffi Jones in ihrem letzten Spiel der Ausgleich (45.). Ab 1. Januar 2008 tritt sie ihre neue Aufgabe als Präsidentin des Organisationskomitees für die Frauenfußball-Weltmeisterschaft 2011 an. Nach einem Freistoß von Birgit Prinz schaltete Jones am Schnellsten.

Engagierte Wolfsburgerinnen

„Wir wollen uns zum Jahresende noch einmal stark präsentieren. Eine kleine Chance besitzt man immer“, hatte Wolfsburgs Trainer Bernd Huneke vor der Partie die Richtung vorgegeben. Und sollte Recht behalten. Denn auch ohne die noch verletzte Andrea Wilkens zeigten die Wolfsburgerinnen eine engagierte Leistung, Anna Blässe kam für die Schlussviertelstunde zum Einsatz.

Mit zunehmender Spieldauer war den Frankfurterinnen anzumerken, dass das lange Jahr seinen Tribut forderte. „Der Akku war in der zweiten Halbzeit einfach leer“, so Frankfurts Trainer Hans-Jürgen Tritschoks. Umso erstaunlicher, dass er dennoch auf Einwechslungen verzichtete. Kurzfristig waren auch noch Pia Wunderlich und Sarah Günther mit Fieber ausgefallen.

Thompson vergibt Siegchance

Doch die Wolfsburgerinnen nutzten ihre guten Chancen nicht, allen voran Shelley Thompson, die zu Beginn der zweiten Halbzeit den Ball freistehend am Tor der Frankfurterinnen vorbei schob und nach einer Stunde Pech hatte, als sie nach Vorlage von Britta Carlson nur den Pfosten traf.

Doch auch der FFC hatte in der Schlussphase noch einmal Möglichkeiten. Birgit Prinz verfehlte bei einem Schuss nur knapp das Ziel (84.).

Beide Seiten zufrieden

„Mein Team hat mir zu Weihnachten ein schönes Geschenk gemacht. Wir haben uns mit unserer Vierer-Abwehrkette toll präsentiert. Nur am Anfang waren wir ein wenig nervös. Das Ergebnis macht mich stolz“, so VfL-Trainer Huneke.

Trotz der beiden Punktverluste zog man in Frankfurter Reihen ein positives Fazit: „Von unserer Zielsetzung, dem Triple-Gewinn, brauchen wir nach dem bisherigen Saisonverlauf keine Abstriche zu machen“, so FFC-Manager Siegfried Dietrich.

VfL Wolfsburg – 1. FFC Frankfurt 1:1 (1:1)

VfL Wolfsburg: Rissling – Eichholz, Höfler, Bock, Boroczinski – Omilade, Carlson, Mohs (88. Unzeitig), Brendel (72. Blässe) – Müller, Thompson (85. Horwege)

1. FFC Frankfurt: Rottenberg – Tina Wunderlich, Jones, Lewandowski, Bartusiak – Weber, Thomas, Krieger, Wimbersky – Prinz, Pohlers

Schiedsrichterin: Marina Wozniak (Herne)

Zuschauer: 512

Tore: 1:0 Mohs (45.), 1:1 Jones (45.)

Tags: ,

Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

2 Kommentare »

  • schmidt sagt:

    Alles rückt jetzt wieder enger auch in der Spitze zusammen!

    Ein Sensation darf es nicht sein, es muß immer Normalität sein, dass alles im Sport möglich ist!

    Wenn zu jeder Zeit jedes Team jeder Mannschaft auch Punkte abringen will und auch kann, sind das die guten Nachrichten für den FF, die einen leistungs- und wettbewerbsorientierten Mannschaftssport zeigen.
    Zusehends hat sich der FF und die sportlichen Leistungen im Bundesligegeschehen stetig weiterentwickelt.

    Jetzt und überhaupt wäre es vonnöten, wenn auch das Management und die Trainerstäbe in allen Clubs auch in der Dichte und der Leistung enger zusammenrücke, auch mal ínternationaler besetzt wäre und neue internationale Einflüsse in sich aufnähme und zuließe.

    (0)
  • Detlef sagt:

    Es war für mich zumindest keine Überraschung, dass die Wölfinnen dem Ligaprimus zwei Punkte geklaut haben!!!
    So wie sich die Hessinnen zuletzt präsentiert haben, offenbarten sich doch klare Schwächen im Mittelfeld, und vor allem in der Abwehr!!!
    Wenn ein Team, diese Schwächen ausnutzen kann, ist sogar ein Sieg drin!!! Leider hat es für den VFL dazu nicht ganz gelangt, aber noch vor wenigen Wochen, wären sie wohl selber nur Kanonenfutter gewesen!!! Hier ist ein klarer Aufwärtstrend erkennbar, den nun die Winterpause unterbricht!!!

    (0)