Sponsoren entdecken den Frauenfußball

Von am 17. Dezember 2007 – 13.36 Uhr 4 Kommentare

T-Home/DFB-Hallenpokal – so heißt ab 2008 das bisher unter dem Namen Oddset-Cup bekannteste Hallenturnier im Frauenfußball. Ein Wort-Ungetüm, an das man sich erst noch gewöhnen muss, das aber wohl einen Vorgeschmack darauf liefert, was in den kommenden Jahren gang und gäbe sein wird: Die zunehmende Durchdringung des Frauenfußballs durch Sponsoren, die der Sportart zu mehr Geld und auch größerer Aufmerksamkeit verhelfen werden.

„Mit unserem Engagement wollen wir dem gestiegenen Bekanntheitsgrad des Frauenfußballs Rechnung tragen und die Erfolgsgeschichte ein Stück weit mittragen“, sagte Dr. Christian Illek, Mitglied des Bereichsvorstandes der T-Com. Dabei gab offenbar der neuerliche Erfolg der Frauenfußball-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in China den Ausschlag.

Umdenken bei T-Com

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Denn noch Ende August hatte Maximilian Bahn vom Sportsponsoring der T-Com gegenüber Womensoccer.de erklärt: „Unser Engagement für den Frauenfußball ist zur Zeit sehr, sehr begrenzt und wir möchten uns hier auch nicht breiter aufstellen.“

Beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) dürfte man sich über das gewachsene Interesse im Hinblick auf die WM 2011 im eigenen Land gefreut haben. Dank des neuen Titelsponsors wurden die Siegprämien für das am 12. Januar 2008 ausgetragene Turniers verdoppelt.

Jeder der 12 Bundesligisten erhält zudem 10.000 Euro Antrittsprämie gegenüber 1.500 Euro im Vorjahr. „Damit wollen wir unsere Wertschätzung für den Frauenfußball unterstreichen und die Vereine bei der Nachwuchsarbeit unterstützen“, so DFB-Präsident Theo Zwanziger.

Zunehmende Popularität des Hallenpokals

Das Turnier in der knapp 3.000 Zuschauer fassenden Bonner Hardtberghalle erfreute sich bereits in den vergangenen Jahren wachsender Beliebtheit, so dass ab 2009 der Umzug in eine größere Halle bevorsteht. Mehrere Bundesligisten haben bereits ihr Interesse an der Ausrichtung signalisiert.

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„Uns ist eine knüppelvolle Halle lieber als eine viertel- oder halbleere. Darauf werden wir Acht geben“, betont Zwanziger, der den Hallenpokal mit Augenmaß weiter entwickeln will. Der Hallenpokal hat sich als Marke etabliert. Die Resonanz wurde von Jahr zu Jahr gesteigert, so dass wir glauben, dass wir uns nach einer größeren Halle umschauen können“, so Dr. Zwanziger.

Neuer Sponsor für Nationalmannschaft

Und auch in anderen Bereichen sind Fortschritte zu erkennen. So wird im Februar 2008 ein weiterer großer Sponsor für die Frauenfußball-Nationalmannschaft präsentiert werden. „Und für die Frauen-Bundesliga gibt es Überlegungen, einen Ligasponsor zu akquirieren“, so DFB-Marketingdirektor Denni Strich. Die Weichen sind also gestellt, um dem Frauenfußball in der Öffentlichkeit mehr Aufmerksamkeit zuteil werden zu lassen.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

4 Kommentare »

  • schmidt sagt:

    Wer was bewegen will, tue es aus vollem Herzen!

    Die Sponsoren kämen noch zahlreicher und der FF wäre schon jetzt weiter, …
    – wenn auch der DFB sein TV- Übertragungsrechtepaket anders schnüren würde,
    – wenn der DFB z.B. aus dem geschlossenen Vertrag mit der ARD die FF-Bundesliga-Begegnungen abkoppelt
    – und sie anderwertig Privatsendern, Eurosport oder dem DSF anböte.
    M.E. kommt die ARD hinsichtlich der Übertragung von Spielen und der Berichterstattung nur ungenügend nach.
    Nur wenn LIFE auch gesendet und /oder zeitversetzt Spiele übertragen werden, ist eine stärkeres Interesse und klare Identifikation mit den Clubs und den Spielerinnen die Folge, ebenso läßt eine stetige Präsens und Breitenwirkung auf neue und größere Zuschauerzahlen hoffen und sich ein ganz anderes Geld verdienen.

    Ob es der einzig vernünftige, richtige und/oder gangbare Weg ist,
    bilde sich bitte jede/r seine/ihre eigene Meinung.

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  • jayden sagt:

    Gibt der DFB die Übertragungsrechte an die privaten Sender weiter, dann wird es garantiert nicht mal mehr ne DFB-Pokalfinal-Übertragung geben. Ich sehe es eher so, dass man die Übertragungsrechte auf die jeweiligen dritten Programme erweitern sollte. Komisch ist doch, dass der HR, BR, SWR usw. Berichte von Spielen bringen kann, der WDR aber zum Beispiel nicht.

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  • Bernhard sagt:

    T-Com gibt es doch gar nicht mehr.
    T-Home steht auf den Trikots des FC Bayern München, auch auf dem der Frauen…

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  • Bernhard sagt:

    Die Frage ist: Kann der Frauenfussball mit weiteren Hallenturnieren eine Nische besetzen. Da stimmen Zuschauerzahl und Athmosphäre im Unterschied zur Freiluft-Bundesliga.

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