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Turbine landet Überraschungscoup

Von am 3. Dezember 2007 – 13.15 Uhr 6 Kommentare

Gleich mehrere interessante Erkenntnisse hielt der achte Spieltag der Frauenfußball-Bundesliga parat. Turbine Potsdam landete zum zweiten Mal hintereinander einen 1:0-Auswärtssieg beim FCR 2001 Duisburg. Damit versetzte das Team von Trainer Bernd Schröder den Titelträumen der Duisburgerinnen bereits früh einen herben Dämpfer und brachte sich selbst wieder ins Meisterrennen zurück.

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Der Hamburger SV entpuppt sich immer mehr als große Überraschung der bisherigen Saison. Das Team von Trainer Achim Feifel liegt auf dem unerwarteten vierten Tabellenplatz. Das mit viel Schwung in die Saison gestartete Bayern München musste bei der Heimniederlage gegen Wolfsburg erkennen, dass die Trauben derzeit noch ein wenig zu hoch hängen. Ein Aufatmen gab es hingegen bei der SG Essen-Schönebeck nach dem ersten Saisonsieg im achten Anlauf.

FCR 2001 Duisburg – Turbine Potsdam  0:1 (0:1)
Anja Mittag sorgte in Duisburg mit einem Drehschuss in der dritten Minute und dem Treffer des Tages für die Überraschung des Spieltags. Mittag war es erneut, die mit einem Pfostenschuss sogar noch hätte erhöhen können (55.).  „Nach diesem Erfolg reden wir in der Meisterschaft wieder ein gewichtiges Wörtchen mit“, freute sich Schröder über die wichtigen drei Punkte. Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung und etwas Glück gelang den Potsdamerinnen ein unerwarteter Coup. Schröder räumte allerdings ein: „Die Partie hätte auch remis ausgehen können, doch heute wir auch das nötige Quäntchen Glück auf unserer Seite. Man merke, dass die Mannschaft eine Einheit sei. In Duisburg musste man hingegen zur Kenntnis nehmen, dass man noch nicht so gefestigt ist, wie man sich das bereits gewünscht hätte.

Hamburger SV – SC 07 Bad Neuenahr 1:0 (1:0)
Der Hamburger SV ist weiter die Überraschung der Saison. Tanja Vreden sorgte mit ihrem Treffer in der achten Minute dafür, dass sich der HSV auf den vierten Tabellenplatz verbesserte. HSV-Trainer Achim Feifel meinte nach der attraktiven Partie: „Ich freue mich, dass wir unseren Fans einen Heimsieg zum Jahresausklang bieten konnten. Die Bad Neuenahrerinnen gingen hingegen nach dem 1:3 gegen Bayern München und der 4:6-Niederlage nach Verlängerung gegen Turbine Potsdam im DFB-Pokal zum dritten Mal in Folge als Verliererinnen vom Platz. Ob man die eigene Mannschaft allerdings dadurch aufbaut, indem man auf der vereinseigenen Website zum wiederholten Male die eigene Leistung als „unterirdisch“ bezeichnet, überlassen wir dem Urteilsvermögen unserer Leserinnen und Leser.

Bayern München – VfL Wolfsburg 1:3 (1:1)
Auch bei Bayern München ging man mit den Spielerinnen nach der unerwarteten 1:3-Heimniederlage gegen den VfL Wolfsburg hart ins Gericht. „Es ist beschämend, dass wir heute verloren haben“, ereiferte sich Frauenfußball-Koordinatorin Karin Danner, die fordert: „Ich den beiden restlichen Spielen soll die Mannschaft ihr wahres Gesicht zeigen. Gästetrainer Bernd Huneke hatte hingegen Grund zur Freude: „Der Sieg war heute für uns überlebenswichtig. Endlich haben wir ein Erfolgserlebnis, das wir unbedingt brauchen.“ Nicht einmal das Eigentor von Juliane Höfler (23.) brachte die Niedersachsen aus der Fassung, Navine Omilade per Foulelfmeter noch vor der Pause (42.) sowie Shelley Thompson (64.) und Martina Müller (78.) sorgten in der zweiten Halbzeit für den verdienten Sieg.

SC Freiburg – SG Essen-Schönebeck 0:3 (0:2)
Die SG Essen-Schönebeck hat im achten Anlauf den ersten Dreier der Saison eingefahren. Beim SC Freiburg trafen Charline Hartmann (15.) und zweimal die als zweite Sturmspitze eingesetzte Steffi Weichelt (19. und 65.). „Wichtig war, dass endlich der Knoten geplatzt ist“, freute sich Trainer Ralf Agolli, der allein die mangelnde Chancenverwertung seiner Schützlinge zu beklagen hatte. „Wir hätten angesichts unser hochkarätigen Chancen, die wir ausgelassen haben, problemlos einen Kantersieg herausschießen können.“ Freiburgs Trainer Thomas Schweizer führte die Niederlage auf personell bedingte Schwächen in der Defensive zurück.

1. FC Saarbrücken – 1. FFC Frankfurt 2:4 (0:3)
Bereits zur Pause hatten die Gäste durch zwei Treffer von Birgit Prinz (28. und 30.) sowie Conny Pohlers (40.) die Weichen für den Sieg gestellt. Im Gefühl des sicheren Sieges wurden die Frankfurterinnen jedoch nachlässig, Jennifer Maroszan (58.) und Selina Wagner (69.) ließen beim Aufsteiger noch einmal Hoffnung aufkeimen, doch Prinz machte mit ihrem dritten Treffer nach einer spannenden Schlussphase alles klar (89.). Frankfurts Trainer Hans-Jürgen Tritschoks meinte: „Durch individuelle Fehler haben wir Saarbrücken wieder ins Spiel und uns beinahe um die Früchte des Spiels gebracht.“ Sein Gegenüber Guido Mey erklärte: „Meine Spielerinnen haben heute gezeigt, dass sie auch gegen eine Spitzenmannschaft mithalten können, aber Birgit Prinz macht dann doch den Unterschied.“

TSV Crailsheim – Wattenscheid 09 4:2 (2:1)
Nach dem Erfolg gegen den Aufsteiger kann sich der TSV Crailsheim weiter nach oben orientieren, während die Gäste immer tiefer in den Abstiegsstrudel hineingeraten. Zwar brachte Jennifer Manzer (21.) Wattenscheid in Führung, doch die erst 16-jährige Annika Höß (26.) und Claudia Nußelt (30.) drehten binnen vier Minuten noch in der ersten halben Stunde die Partie. Noch einmal Nußelt (63.) und Julia Manger (72.) machten alles klar, Daniela Löwenbergs Tor (89.) war nur noch Ergebniskosmetik. Crailsheims Trainer Günther Wörle war erleichtert: „Nach dem 0:1 habe ich gedacht, heute wird es eng. Die Tore sind heute zum richtigen Zeitpunkt gefallen.“ Gästetrainerin Tanja Schulte meinte: „In der zweiten Halbzeit haben wir hopp oder topp gespielt. Das 3. Tor war die Entscheidung.“

Der 9. Spieltag im Überblick

09.12.2007, 11.00 Uhr 1. FFC Frankfurt – SG Wattenscheid 09
09.12.2007, 14.00 Uhr 1. FC Saarbrücken – FCR 2001 Duisburg
09.12.2007, 14.00 Uhr Turbine Potsdam – Bayern München
09.12.2007, 14.00 Uhr VfL Wolfsburg – Hamburger SV
09.12.2007, 14.00 Uhr SC 07 Bad Neuenahr – SC Freiburg
09.12.2007, 14.00 Uhr SG Essen-Schönebeck – TSV Crailsheim

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

6 Kommentare »

  • Play the Game sagt:

    Tja, und wie hiess es vorher ganz laut. Absteiger nummer eins Hamburger SV?? wer aus dem letzten 5 Spielen 11 Punkte mit 6:2 Tore holt der wird nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Und Geld schiesst keine Tore. Tolle Leistung was das Trainerteam da in Hamburg vollbringen tut. Und zur Rückrunde wird die eine oder andere Langzeitverletzte auch wieder dabei sein. Hoffe auf ein Punkt in WOB am Sonntag.
    Gruss
    Mark

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  • Markus Juchem sagt:

    Zweifelsohne ein sehr gelungener Start. Die Saison ist allerdings noch jung, es ist gerade ein Drittel der Spielzeit absolviert, die Tabelle dicht gedrängt. Zu früh sollte man sich nicht auf der sicheren Seite fühlen.

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  • Play the Game sagt:

    @Markus
    Sicher die Rückrunde wird schwerer werden und bei der Dichte der Tabelle wird es noch die eine oder andere Platzierungen für die Hamburger geben. 12 Punkte sind noch kein Polster aber immerhin ein Schritt weiter sich von Platz 11 zu enfernen. Auf jedem Fall Spannung oben wie unten. Auch nach dem Spiel war auch der Tenor, es ist nur eine Momentaufnahme. Lassen wir uns weiterhin überraschen.

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  • Ruhrschnellweg sagt:

    Hut ab, vor den HSV-Mädels! Ich hatte auch anderes gedacht…

    Aber: In der Aufstiegssaison hatte die SGS zu diesem Zeitpunkt glaube ich sogar 13 Punkte und entging zum Schluss mit knapper Not noch Abstieg – also: aufpassen!
    Diese Ausbeute hätte die SGS diese Saison schon gerne im Sack und die kann Euch keiner mehr nehmen…

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  • Detlef sagt:

    Die gute Saison fing für die Feifel-Truppe schon in Flaesheim an!!!
    Dort fehlte sogar Makrele noch, und sie erkämpften einen noblen zweiten Rang!!! Schon dort stand für mich fest, kampflos ergeben sich die Hanseatinnen jedenfalls nicht!!! Jetzt sammeln sie heimlich still und leise, Pünktchen um Pünktchen, und werden wohl mit dem Abstieg, nichts mehr zu tun haben!!!

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  • jule sagt:

    „Es ist beschämend, dass wir heute verloren haben“, ereiferte sich Frauenfußball-Koordinatorin Karin Danner…“ da fehlt in meinen augen jeglicher respekt vorm gegner bei solchen formulierungen.
    genauso daneben wie das beschriebene „unterirdisch“ über die eigene mannschaft auf die hp zu setzen…

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