Hooligans bedrohen Frauenfußball

Von am 30. November 2007 – 12.18 Uhr 5 Kommentare

Normalerweise kennt man die Hooligan-Problematik nur aus dem Männerfußball, doch nun ist zum ersten Mal ein Frauenfußball-Spiel aus Sicherheitsgründen abgesagt wurde. So geschehen am Donnerstagabend in den Niederlanden, wo die Partie der Ehrendivision zwischen dem Viertplatzierten FC Utrecht und dem Drittplatzierten ADO den Haag abgesagt wurde.

Der Polizei in Utrecht lagen Informationen vor, wonach gewaltbereite Hooligans aus Den Haag sich mit denen aus Utrecht auseinandersetzen wollten. Beide Vereine zählen im Männerfußball zu den Risikovereinen. „Es ist empörend und lächerlich, dass wir uns jetzt auch im Frauenfußball mit diesen Problemen auseinandersetzen müssen“, so Utrechts Vorsitzender Jan Willem van Dop. 

Die aus sechs Mannschaften  bestehende Ehrendivision der Frauen startete erst vor drei Monaten. Wegen der familienfreundlichen Atmosphäre hatte sie bislang ein gutes Image in den niederländischen Medien. Das Spiel zwischen Utrecht und Den Haag soll am 19. Dezember 2007 nachgeholt werden.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

5 Kommentare »

  • schmidt sagt:

    Eine Mücke oder diese eine ernstzunehmende Information kann nicht den FF bedrohen, so ärgerlich es auch sein mag.

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  • Markus Juchem sagt:

    Schwer zu sagen aus heutiger Sicht. Man wird sehen, ob solche Vorfälle im Frauenfußball ein Einzelfall bleiben, oder ob mit zunehmender Popularität und öffentlicher Wahrnehmung des Frauenfußballs nicht auch Nachahmer in anderen Ländern den den Sport als Spielwiese entdecken.

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  • Max Diderot sagt:

    Die ADO-Supporters sind für ihren recht „eigenwilligen“ Stil bekannt! Nicht nur in den Niederlanden. Aber eben dort trug sich im vergangenen Jahr, im alten Stadion von ADO Den Haag, ein Vorfall zu, als einige Fans (soweit ich weiß, Haager-Anhänger) den Platz stürmten und der Schiedsrichter darauf hin das Spiel der Ehrendivisie abbrach. Übrigens muss dieses Verhalten nicht zwangsläufig und ausschließlich männlicher Natur sein. Der (Fan-) Forscher Gunter A. Pilz hat in diversen Studien festgestellt, dass sich das angeblich so zarte Geschlecht auch an (Fußball-) Randalen beteiligt.

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  • Detlef sagt:

    Diese Rowdys, kommen ja vom Männerfußball, sind also keine „Fans“ der Frauen!!!
    Es ist leider zu befürchten, dass dies auch in naher Zukunft in der FF-Bundesliga passieren kann, wenn weitere „weibliche Ableger“ der Männerbundesliga dort auftauchen!!!
    Sollte die Medienpräsenz, vor allem im TV, weiter zunehmen, finden diese Hohlköpfe sicher auch den Weg in die Stadien der Frauen!!!

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  • Rainer sagt:

    Könnte wirklich Nachahmer finden. In Stockholm gibt es immer Krawalle bei den Lokalderbys der hiesigen Vereine AIK, Djurgården und Hammarby. Wenn die Randalierer auf die Idee kommen, dass man zu den Spielen der Frauen gehen kann, weil da kein Polizist stört und die Ordner auch alles andere als auf Krawalle vorbereitet sind…

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