Schweden für Olympia qualifiziert

Von am 29. November 2007 – 9.52 Uhr

Nach Deutschland und Norwegen hat sich Schweden als drittes europäisches Land für das Turnier der Zwölf bei Olympia 2008 in Peking qualifiziert. Dem 4:2-Sieg im dänischen Viborg ließen die von Thomas Dennerby betreuten Schwedinnen am Mittwochabend in Solna einen 3:1-Sieg folgen.
 
Über die Rechtmäßigkeit des Ergebnisses lässt sich freilich streiten. Zu „statisch, stereotyp“ (Dennerby) war das Spiel der Heimmannschaft vor knapp 4.100 Zuschauern. Wie schon im Hinspiel wirkten die Däninnen sicherer im Kombinationsspiel und hatten in der Summe deutlich mehr Chancen als die Gastgeber.

Anne Dot Eggers Nielsens Kopfball in der zehnten Minute an die Querlatte war nur eine von mehreren Gelegenheiten für die Gäste in Führung zu gehen, aber es ist eine Binsenweisheit, dass im Fußball Tore mehr zählen als Schönspiel. Thomas Dennerby hatte sich schon eine Ansprache für die Halbzeitpause zurecht gelegt, als seine Schützlinge dann den Spielverlauf innerhalb von 120 Sekunden auf den Kopf stellten.
 
Kapitänin Victoria Svensson spielt in letzter Zeit im offensiven Mittelfeld und nach einem Abspielfehler von Bettina Falk Hansen sah „Vickan“ die entscheidende Lücke und spielte exakt in den Lauf von Lotta Schelin, die sich solche Chancen nicht mehr entgehen lässt: 1:0 für Schweden und nur wenig später war es Linköpings Mittelfeldspielerin Caroline Seger, die Svensson freispielte und mit einem trockenen Schuss aus knapp 16 Metern erzielte diese das 2:0.

Schmeichelhafte Führung
 
Kritik gab es dann doch in der Halbzeitpause, denn in den zweiten 45 Minuten gingen die Schwedinnen deutlich engagierter zu Werke, wenngleich Dänemark in keinster Weise nachließ. Das verschaffte dem Publikum dann doch noch den Genuss eines akzeptablen Spiels, in dem sich auf dänischer Seite immer wieder die 23-jährige Johanna Rasmussen auf der linken Seite in Szene setzen konnte. Rasmussen spielte dabei gegen die gleichaltrige Anna Paulson, die in der kommenden Saison bei Umeå IK ihre Mannschaftskameradin sein wird. Im schwedischen Tor konnte sich die bei der WM wegen ihres kapitalen Fehlers beim 0:1 gegen die USA (Endstand 0:2) noch in Frage gestellte Hedvig Lindahl mehrfach auszeichnen und imponierte besonders mit ihrer Fußarbeit.
 
Hanna Ljungberg spielte von Anfang an und wurde nach einer Stunde gegen Jessica Landström ausgewechselt, die in ihrem zweiten Länderspiel jedoch nicht den Treffer erzielen konnte, von dem sie schon geträumt hatte. In die Annalen ging dann abermals Victoria Svensson ein. Nach guter Vorarbeit von Schwedens Fußballerin des Jahres, Therese Sjögran, kam Svensson im Strafraum an den Ball und wurde von den Beinen geholt. Ein klarer Elfmeter, den die Gefoulte selber sicher zum 3:0 verwandelte. Der Spielstand entsprach jetzt schon gar nicht mehr dem Verlauf der Begegnung und der dänische Ehrentreffer durch Cathrine Paaske Sörensen nach Flanke von – Johanna Rasmussen – war mehr als verdient.
 
Man rechnet nun damit, dass die meisten Spielerinnen der Jahrgänge 1977-79, über deren Fortsetzung in der Nationalmannschaft diskutiert wurde, das olympische Turnier in Peking mitmachen werden. Hanna Marklund antwortete auf die Frage, ob sie dabei sein werde, mit „Ja, wenn Thomas mich mitnimmt“. Die Mitwirkung der Innenverteidigerin die zu den Weltbesten auf ihrer Position gezählt wird, war bis gestern alles andere als sicher.
 
Lotta Schelin machte drei Tore in den beiden Spielen gegen Dänemark und scheint ihren Durchbruch zur Weltklassestürmerin auch auf internationaler Ebene mit den Treffern im Nordkorea-Spiel bei der WM (2:1) geschafft zu haben. „Für mich ist es nicht so wichtig, ob jemand von uns unter den Nominierten zur Weltfußballerin des Jahres dabei ist,“ sagte Lotta Schelin, „aber wenn man bedenkt, dass wir Weltranglistenvierter sind und dass auf der Liste z. B. eine Spielerin aus Neuseeland ist, kann man schon etwas ins Grübeln kommen.“
 
„Wir sind keine Mannschaft, die in erster Linie schön spielt“, sagt Lotta Schelin weiter, „aber wir sind effektiv und das haben wir heute wieder unter Beweis gestellt.“

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Die junge Generation
 
Trotz eines Spiels, an dem noch vieles zu verbessern ist – Dennerby sprach vor allem von der Explosivität und dem Kombinationsspiel – steht außer Frage, dass die Schwedinnen zur erweiterten Weltklasse gehören. Victoria Svensson hat unterstrichen, dass man weiterhin auf sie zählen kann und junge Spielerinnen wie Schelin, Caroline Seger, Nilla Fischer, Anna Paulson und jetzt auch Jessica Landström und Linda Forsberg versprechen auch eine starke Mannschaft für die Zukunft.

„Um junge Spielerinnen zu einer guten Mannschaft reifen zu lassen, braucht es zwei internationale Turniere,“ sagte Dennerby und Olympia 2008 ist eben das zweite Turnier für die junge Generation des schwedischen Nachwuchses. Dass man auf dem Weg zu Olympia mit den Däninnen eine weitere Weltklassemannschaft ausgeschaltet hat, spricht dafür, dass man auf dem richtigem Weg ist, zumal allen klar ist, was es zu verbessern gilt.

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