Thomas Schweizer: „Die Mannschaft kann stolz auf sich sein“

Von am 26. November 2007 – 15.24 Uhr

schweizer_fcb_scf.jpgNur knapp mit 1:2 verlor der SC Freiburg sein Achtelfinalspiel im DFB-Pokal bei Bayern München. Lange sah es sogar danach aus, als könnte man dem Favoriten ein Bein stellen, wie verwandelt präsentierte sich die Mannschaft im Vergleich zu den ersten Duellen mit den Münchnerinnen in dieser Saison.

Über weite Strecken konnten die Breisgauerinnen das Spiel offen gestalten, ehe den Bayern in den Schlussminuten noch der aufgrund der zweiten Halbzeit verdiente Siegtreffer gelang.

Freiburgs Trainer Thomas Schweizer verriet Womensoccer.de nach den 90 Minuten, warum er trotz der Niederlage viel Optimismus aus dem Spiel zieht.

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Herr Schweizer, 1:2 auswärts gegen Bayern München zu verlieren ist sicherlich ein respektables Ergebnis, denkt man an die zwei bisherigen Saisonniederlagen gegen Bayern (0:6 und 0:4). Ärgern Sie sich trotzdem ein wenig ob der verpassten Chance?

Schweizer: Es wäre heute schon mehr möglich gewesen. Wir haben in der ersten Halbzeit gut gespielt. Nach der Führung hatten wir sogar eine große Möglichkeit 2:0 in Führung zu gehen, als Myriam Krüger mit ihrem Schuss leider nur die Latte getroffen hat. Wir hatten richtig viel Zug im Spiel, die Abwehr stand gut und hat die gegnerischen Stürmerinnen oft ins Abseits laufen lassen.

Dass es im Offensivspiel besser lief, lag auch an Susanne Hartel.

Schweizer: Sie hat unserem Spiel Impulse nach vorne gegeben. Sie war dynamisch und schnell und hat gute Möglichkeiten gehabt.

Warum haben Sie sie zur Pause ausgewechselt?

Sie hat drei Wochen nicht trainiert und ist noch gar nicht wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen. Sie hat außerdem Asthma, das ist immer schwierig. Ich brauche sie nächsten Sonntag wieder, ich wollte sie langsam heranführen. Wir mussten ein bisschen improvisieren, aber das hat gut funktioniert.

In der zweiten Halbzeit lief es dann nicht mehr so gut. Gibt es dafür Gründe?

Wir sind in die Bredouille gekommen, weil Bayern immer aggressiver wurde, die Zweikämpfe gewonnen und immer mehr Druck gemacht hat. Trotzdem hatten auch wir noch einmal eine gute Möglichkeit, als Melanie Behringer mit einem Freistoß die Latte getroffen hat. Schade, dass der Ausgleich gefallen ist, das war ein Fehler der Abwehrkette.

Fast hätte es sogar für die Verlängerung gereicht.

Es sah wirklich bis kurz vor Schluss danach aus. Wer weiß, was dann passiert wäre. Aber die Aktion zum zweiten Bayern-Tor war schon gut. Sie haben gute Fußballerinnen und eine starke Mannschaft, das ist nicht irgendwer.

Ziehen Sie vor allem aus der ersten Halbzeit Optimismus?

Ich bin grundsätzlich ein optimistischer Mensch, aber ich bin guten Mutes. Wir können aus dem heutigen Spiel viel Selbstvertrauen für die Meisterschaft ziehen, das ist entscheidend. Meine Spielerinnen können heute stolz auf sich sein. Die Mannschaft hat sich weiterentwickelt, das ist sehr positiv. Wir haben uns ganz anders präsentiert und sind durch das gut heraus gespielte Tor belohnt worden. Die Mannschaft hat gut gearbeitet und gute Konter gefahren, darauf müssen wir aufbauen.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.