Spannendes Bundesliga-Wochenende steht bevor

Von am 17. November 2007 – 15.05 Uhr 5 Kommentare

Der 7. Spieltag der Frauenfußball-Bundesliga und der 11. Spieltag der zweiten Ligen halten einige interessante Paarungen bereit. So kämpfen Bad Neuenahr und München um einen Platz im Spitzenquartett der Liga, kommt es in Wattenscheid zum großen Abstiegsduell und in der 2. Liga Süd zum Aufeinandertreffen des Tabellenersten gegen den -zweiten. Womensoccer.de gibt Euch einen Überblick.

1. FFC Turbine Potsdam – 1. FC Saarbrücken

Bereits seit 14 Uhr steigt im Potsdamer Karl-Liebknecht-Stadion die „Teenieparty“, wie es die Potsdamer nennen. Mit einem Durchschnittsalter unter 20 Jahren reisen die Saarländerinnen mit einem ähnlich jungen Kader an. Am vergangenen Sonntag konnte die Mannschaft von Trainer Guido Mey gegen den VfL Wolfsburg den ersten dreifachen Punktgewinn feiern. Turbine Potsdam will den Schwung aus dem 1:1 gegen den FFC Frankfurt mitnehmen, muss aber weiterhin auf Torfrau Nadine Angerer verzichten, die nach überstandener Lungenentzündung noch nicht spielen kann.

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SC 07 Bad Neuenahr – FC Bayern München

Das vermutlich spannendste Spiel wird morgen um 14 Uhr im Bad Neuenahrer Appolinarisstadion angepfiffen. Der Tabellenvierte zu Gast beim Siebten, der allerdings noch ein Nachholspiel zu absolvieren hat. Beide Mannschaften trennt nur ein Punkt und so erwarten beide Seiten ein hart umkämpftes, durchaus auch hart geführtes Spiel. Auf Schiedsrichterin Martina Storch-Schäfer kommt keine leichte Aufgabe zu.

Im Tor stehen sich die Nationaltorfrauen Uschi Holl (Bad Neuenahr) und Ulrike Schmetz gegenüber. Holl schnappte der Münchnerin den dritten Platz im WM-Kader vor der Nase weg und wurde Weltmeisterin. Nina Aigner, Top-Torjägerin der Bayern, wird sie versuchen zu überwinden und denkt dabei auch an Teamkollegin Bianca Rech: „Das wird ein ganz knappes Spiel. Aber schon Bianca Rech zuliebe müssen wir erfolgreich sein: Sonst kann sie sich ja nicht mehr in ihrer Heimat Bad Neuenahr sehen lassen!“ Die Kurstädterinnen bauen auf ihre Heimstärke. Gegen Wolfsburg und Saarbrücken führte die Mannschaft von Trainer Didi Schacht, der seinen Vertrag unlängst bis 2012 verlängerte, bereits zur Pause 3:0.

1. FFC Frankfurt – TSV Crailsheim

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Nach den Unentschieden in Potsdam und bei WFC Rossiyanka im UEFA-Cup peilt der Deutsche Meister drei Punkte im Heimspiel gegen den Tabellenfünften aus Crailsheim an. Mittelfeldregisseurin Renate Lingor, die nach ihrer Muskelverletzung erstmals wieder zum Einsatz kommen kann, soll bei der Tritschoks-Elf für die kreativen Impulse sorgen. Sarah Günther, Pia Wunderlich und Sandra Smisek sind weiterhin nicht dabei.

Crailsheims Trainer Günther Wörle kann mit dem bisherigen Saisonverlauf sehr zufrieden sein und betrachtet das Spiel in Frankfurt daher lediglich als Zugabe: „An einen Punktgewinn denken wir nicht, aber wir wollen bestmöglich dagegen halten.“ Unklar ist noch, ob seine Tochter Tanja Wörle auflaufen kann. Beim Auswärtsspiel in Freiburg zog sie sich eine Kopfverletzung zu, die mit mehreren Stichen genäht werden musste, konnte jedoch phasenweise schon wieder am Training teilnehmen.

VfL Wolfsburg – FCR 2001 Duisburg

Nach dem 1:2 bei Aufsteiger 1. FC Saarbrücken musste auch VfL-Trainer Bernd Huneke zugeben, dass Anspruch und Wirklichkeit bei dem mit einigen Nationalspielerinnen gespickten Wölfe-Team weit auseinanderklaffen. Mit vier Punkten belegen die Wolfsburgerinnen Platz zehn, punktgleich mit dem Elften aus Wattenscheid. Und jetzt kommt ausgerechnet Tabellenführer FCR Duisburg, der aus seinen fünf bisherigen Spielen die Maximalausbeute von 15 Punkten vorweisen kann.

Bernd Huneke muss auf Stürmerin Anna Blässe verzichten, die eine Gelbsperre absitzt und will Nathalie Bock erneut in der Innenverteidigung aufbieten. Huneke weiß, dass die Fehler, die seine Mannschaft in Saarbrücken im Defensivverhalten gemacht hat, gegen Duisburg böse bestraft werden könnten. Der FCR weiß das auch und will deshalb aus einer stabilen Abwehr heraus aus den Wolfsburger Schwächen Kapital schlagen. Trainer Thomas Obliers muss weiterhin auf Torfrau Kathrin Längert verzichten, die in der kommenden Woche wieder das Training abnehmen wird. Auch Elena Hauer (Reha) und Marina Hegering müssen passen.

SG Essen-Schönebeck – Hamburger SV

Klappt es endlich mit dem ersten Dreier der Saison? Die Essenerinnen erwarten ihn sehnlichst, treffen mit dem HSV aber auf eine Mannschaft, die schwer einzuschätzen ist. Ohne sieben verletzte Spielerinnen gelang den Hanseatinnen am letzten Sonntag ein 1:0-Erfolg gegen Aufsteiger Wattenscheid, an den Trainer Achim Feifel anknüpfen will. Aufgrund der Verletztenmisere muss erneut Angelina Lübcke aus der 2. Mannschaft aushelfen.

Essens Coach Ralf Agolli fordert unmissverständlich: „Gegen den HSV muss ein Sieg her!“ Zwar sah er sein Team bis auf die Spiele gegen Potsdam und Duisburg als die jeweils überlegene Mannschaft an, das Punktekonto ist mit fünf Zählern aber noch leerer als erwartet. Wichtig wäre für die Frauen von der Ardelhütte daher, dass Charline Hartmann wie bei ihren drei Treffern am letzten Sonntag beim 3:3 nach 3:1-Führung gegen Bayern München wieder genügend Zielwasser getrunken hat.

SG Wattenscheid 09 – SC Freiburg

An der Lohrheide empfängt der Vorletzte SG Wattenscheid 09 den Tabellenletzten vom SC Freiburg. Abstiegskampf pur also, auf den 09-Trainerin Tanja Schulte die Zuschauer bereits eindringlich vorbereitet: „Ein Leckerbissen ist nicht zu erwarten.“ Ein kämpferischer vielleicht schon, denn für beide Mannschaften wären Punkte aus diesem Spiel immens wichtig. Wattenscheid kann als Aufsteiger auf dem Papier besser mit der Situation leben, hat zudem schon einen Saisonsieg (2:1 gegen Bayern München) eingefahren. Doch Tanja Schulte warnt: „Freiburg hat im Abstiegskampf mehr Erfahrung als wir. Sie kennen solche Spiele, wo es fast schon um alles geht.“ Bis auf die Verletzten Laura Hoffmann und Nadija Inan sind alle Spielerinnen einsatzfähig.

Mehr als brenzlig ist die Lage dagegen bereits nach sechs Spieltagen im Breisgau. Bereits nach dem dritten Spieltag trennte man sich von Trainer Dietmar Sehrig und vertraut nun auf Thomas Schweizer. Mit einem Punkt und einem Torverhältnis von 3:27 hat er sich keiner leichten Aufgabe angenommen, bleibt aber zuversichtlich: „Die Mädels haben die Niederlage gegen Crailsheim ganz gut verkraftet. Wir fahren zuversichtlich nach Wattenscheid um zu punkten.“ Nadine Enoch, die nach ihrer Einwechslung zur Halbzeit gegen Crailsheim überzeugte, wird zu ihrem ersten Einsatz von Beginn an kommen, Melanie Behringer erneut ihre neue Rolle im zentralen Mittelfeld ausfüllen und dabei hoffen, dass ihre Mitspielerinnen ihr ein Geburtstagsgeschenk machen. Die Weltmeisterin wird morgen 22 Jahre alt. Die Langzeitverletzten Alexandra Stegmann und Sandra Schmidt werden ebenso fehlen wie Susanne Hartel, die noch an einer Achillessehnenverletzung laboriert.

2. Liga – MDR bringt Ausschnitte vom Spitzenspiel

Zwei Top-Spiele stehen außerdem in der 2. Liga an. Bereits seit 13.30 Uhr kämpfen in der 2. Liga Süd der FF USV jena und der VfL Sindelfingen um den Spitzenplatz in der Südstaffel, den vor dem Spieltag der USV mit zwei Punkten Vorsprung vor den Schwäbinnen einnahm. Zur Pause steht es 1:0 für Jena. Das Spiel wurde auf den heutigen Samstag verlegt, weil der MDR in seiner Regionalsendung ab 16.30 Uhr Ausschnitte dieser Spitzenbegegnung zeigen wird.

Im Norden gibt sich Tabellenführer FC Gütersloh 2000 bei der Zweitvertretung von Turbine Potsdam die Ehre, die mit einem Spiel weniger nur drei Punkte Rückstand auf den Platz an der Sonne hat. Dabei trifft die beste Offensive (Potsdam mit 26 Toren) auf die beste Defensive (Gütersloh mit acht Gegentoren). Die Tennis Borussia aus Berlin, die Absteiger Heike Rheine empfängt, liegt bei einem möglichen Patzer Güterslohs in Lauerstellung.

Vergesst auch nicht, in unserem Bundesliga-Tippspiel noch Eure Tipps abzugeben! 😉

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5 Kommentare »

  • Jena hat das Spitzenspiel der 2. Liga Süd mit 1:0 (1:0) gegen den VfL Sindelfingen gewonnen und führt die Tabelle jetzt mit fünf Toren Vorsprung an. Gelingt den Thüringerinnen endlich der Aufstieg, nachdem sie in den letzten Jahren immer der Spitzengruppe angehörten?

    In der 1. Liga gewann Turbine Potsdam mit 4:0 (1:0) gegen den 1. FC Saarbrücken.

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  • Markus Juchem sagt:

    Das Bundesligaspiel zwischen dem VfL Wolfsburg und dem FCR 2001 Duisburg am Sonntag ist abgesagt worden.

    Nachdem am Samstag das Geläuf des alten VfL-Stadions noch problemlos bespielt werden konnte, entschied am Nachmittag die Platzkommission bei einsetzendem Nieselregen, dass tags drauf der Rasen durch die Bundesligapartie auf Dauer beschädigt werden könnte.

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  • Markus Juchem sagt:

    Ergebnisse vom Sonntag:

    1. FFC Frankfurt – TSV Crailsheim 3:1
    Wattenscheid 09 – SC Freiburg 0:0
    SC 07 Bad Neuenahr – Bayern München 1:3
    SG Essen-Schönebeck – Hamburger SV 1:1

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  • Detlef sagt:

    Unglaublich, aber trotzdem wahr!!!
    Essen spielt im siebenten Spiel, das sechste Mal nur unentschieden!!!
    Obwohl sie damit nur einmal verloren haben, „eifern“ sie damit den Wolfsburgerinnen nach, und stehen ganz unten im Tabellenkeller!!!
    Die HSV-Mädels sind auf Platz 5, gar nicht mal schlecht für einen „klaren Absteiger“!!!
    Die Bayern-Ladies haben sich nach dem schwachen Spiel in Wattenscheid, nun wieder gefangen!!!
    Neuenahr bleibt wie gehabt, mal TOP, mal FLOP!!!
    Den Breisgauerinnen läuft nun so langsam die Zeit davon!!! Sie können aus Wolfsburgs und Essens Schwäche, auch in Wattenscheid keinen Profit schlagen!!! Am nächsten Spieltag, kommt es damit zum nächsten Abstiegsduell, wenn der SC Freiburg, die SGS empfängt!!!
    Der TSV hält die erwartete Niederlage beim Ligaprimus in erträglichen Grenzen, und profitiert von der klaren Niederlage der Kurstädterinnen!!!
    Die TURBINEN halten weiter Anschluß an die Oberklasse, und tun etwas fürs Torekonto!!! Was wäre wenn…..sie in den letzten 3-4 Minuten, gegen Frankfurt besser aufgepasst hätten!!!
    Nun gehts zuerst nach Bad Neuenahr, wo es gilt, im DFB-Pokal, eine Runde weiter zu kommen!!! Und dann geht die Reise zum anderen Verfolger, nach Duisburg!!!

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  • Ruhrschnellweg sagt:

    Unglaublich, aber wahr, stimmt…

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