Frankfurt will das norwegische Gespenst vertreiben

Von am 14. November 2007 – 21.43 Uhr 2 Kommentare

Etwas mehr als ein Jahr ist es her, da musste sich der 1. FFC Frankfurt im UEFA-Pokal-Viertelfinale der vergangenen Saison gegen den damaligen norwegischen Meister Kolbotn IL überraschend früh verabschieden. Im Rückspiel in Frankfurt hatte man die 1:2-Niederlage wett gemacht und führte scheinbar sicher mit 3:0. Doch binnen einer Minute erzielten die Norwegerinnen zwei Treffer und stiegen dank der Auswärtstorregel ins Halbfinale auf.

Eine derart schmerzliche Pleite soll diesmal verhindert werden, wenn am Donnerstag um 16.00 Uhr im Rodina-Stadion in Khimki unweit der russischen Hauptstadt Moskau das Viertelfinal-Hinspiel im diesjährigen Wettbewerb bei WFC Rossiyanka auf dem Programm steht und es für Frankfurt in die erste heiße Phase geht.

Echter Prüfstein

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Ein Spaziergang wird der Ausflug in den Osten sicherlich nicht, holte der russische Meister doch bereits in der ersten Runde beim frisch gebackenen schwedischen Meister Umeå IK nach 0:2-Rückstand ein beachtliches 2:2-Unentschieden.

„Das Aufeinandertreffen wird für uns zu einem echten Prüfstein“, so FFC-Trainer Hans-Jürgen Tritschoks. 12 aktuelle Nationalspielerinnen stehen im Kader der Russinnen, dazu kommen zwei Nationalspielerinnen der Ukraine und zahlreiche Junioren-Nationalspielerinnen.

Schwerste Viertelfinal-Herausforderung der Geschichte

Der FFC will bei zu erwartenden Minustemperaturen einen kühlen Kopf bewahren und sich eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel in sechs Tagen verschaffen. „Gegen Rossiyanka gilt es, die sich bietenden Chancen konzentriert zu verwerten“, so Tritschoks. Die Frankfurterinnen müssen bei dieser Aufgabe nach wie vor ohne Sarah Günther, Renate Lingor, Pia Wunderlich und Sandra Smisek auskommen.

FFC-Manager Siegfried Dietrich hebt die Bedeutung des Wettbewerbs hervor: „Nach dem WM-Gewinn 2007 und der Vergabe der WM 2011 an Deutschland hat der UEFA-Pokal-Wettbewerb für den 1. FFC Frankfurt einen noch höheren Stellenwert bekommen.“ Er erwartet die „schwerste Viertelfinal-Herausforderung unserer bisherigen UEFA-Pokal-Geschichte.“

Rossiyanka voller Vorfreude

Gegner Rossiyanka freut sich auf die beiden Partien gegen Frankfurt. „Diese Spiele werden sehr interessant und sie werden sehr nützlich für uns sein“, so Trainer Vladimir Gerasimov. Auch die Russinnen können nicht in Bestbesetzung antreten.

Es fehlen die beiden Verteidigerinnen Maria Dyachkova und Anna Kozhnikova, doch in den vergangenen Wochen hat das Team einige neue Spielerinnen verpflichtet. Mittelfeldspielerin Natalia Russkikh, Verteidigerin Natalia Sartovtsevam und George Christy Tar sowie Ekpo Efioanvan Ekpenyong vom nigerianischen Club Pelican Stars FC.

„Die Fans müssen unsere 12. Spielerin werden“, hofft Gerasimov auf Unterstützung beim Unterfangen, dem deutschen Meister ein Bein zu stellen. „Meine Spielerinnen fühlen nach dem Erreichen des Viertelfinales, dass sie zu etwas Größerem fähig sind. Sie haben keine Angst mehr vor großen Teams“, so Gerasimov.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

2 Kommentare »

  • Die Hinspiel-Ergebnisse der drei anderen Viertelfinalspiele:

    Olympique Lyonnais – Arsenal LFC 0:0
    UEFA-Bericht (Englisch)
    Bericht und Fotos von Olympique Lyonnais (Französisch)

    Bardolino Verona – Bröndby IF 0:1
    UEFA-Bericht (Englisch)

    Rapide Wezemaal – Umeå IK 0:4
    UEFA-Bericht (Englisch)
    Bericht von damfotboll.com (Schwedisch)
    Bilder auf der Homepage von Rapide Wezemaal
    Video-Highlights

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  • Markus Juchem sagt:

    Im Hinspiel des UEFA-Pokal-Viertelfinales erreichte der 1. FFC Frankfurt in Rossiyanka ein 0:0-Unentschieden. Vor rund 800 Zuschauern kamen die Gastgeberinnen zunächst besser mit den eisigen Bedingungen zurecht.

    Die beste Chance für Frankfurt vergab Birgit Prinz kurz nach der Pause. Der deutsche Meister hatte aber auch Glück bei einem Kopfball an den Pfosten von Olga Petrova nach 68 Minuten. Das Rückspiel findet am kommenden Mittwoch in Frankfurt statt.

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