Kolbotn will Erfolgserlebnis zum Saisonabschluss

Von am 9. November 2007 – 1.41 Uhr 3 Kommentare

Leni Larsen KaurinEs war der 18. Oktober 2006, als der norwegische Meister Kolbotn IL Titelverteidiger 1. FFC Frankfurt im Viertelfinale aus dem UEFA-Cup geworfen hatte. Zehn Tage später besiegelte das norwegische Spitzenteam die erneute Meisterschaft durch einen 2:0-Sieg bei Trondheims-Ørn. Für die Frauen aus dem Osloer Vorort lief alles nach Plan.

Fast genau ein Jahr später könnten die Spielerinnen von Trainerin Trine Lise Andersen am Saisonende mit leeren Händen dastehen. Im Oktober musste das Aus in der 2. Qualifikationsrunde des UEFA-Cups verdaut werden. Zeitgleich verloren die Meisterinnen von 2005 und 2006 in der Liga an Boden. Der neue Meister und UEFA-Cup-Teilnehmer 2008/2009 heißt Røa IL. Das Pokalfinale am morgigen Samstag gegen Asker FK ist daher die letzte Chance für Kolbotn, das enttäuschend verlaufene Jahr doch noch mit einem Erfolgserlebnis abschließen zu können.

In Stimmung gebracht haben sich die Spielerinnen schon vor dem Anpfiff ebenso wie ihre Konkurrentinnen von Asker FK. Beide Teams nahmen vor dem Finale einen eigenen Song auf (siehe Videos).

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Ragnhild Gulbrandsen steht vor letztem Spiel ihrer Karriere

Wer musikalisch die Vorteile für sich verbuchen kann, ist sicherlich Geschmackssache. Auf dem Rasen aber geht es für alle Beteiligten um sehr viel. Für eine, Ragnhild Gulbrandsen nämlich, zudem um ein gelungenes Karriereende. Der 2:1-Sieg gegen Trondheim am vergangenen Samstag war für die Torjägerin die letzte Partie in der Toppserien und bedeutete Platz drei für Asker FK – punktgleich mit Kolbotn, die jedoch das bessere Torverhältnis aufweisen. Im letztjährigen Pokalfinale unterlag man gegen Røa mit 2:3.

„Es wäre natürlich perfekt, mit einem Sieg aufzuhören“, lässt die 30-Jährige keinen Zweifel daran, dass es ihr auch in ihrem letzten Match nicht an Ehrgeiz mangelt. Mit den Sturmpartnerinnen Melissa Wiik und Leni Larsen Kaurin will sie für die nötigen Tore sorgen. „Ich tippe auf ein 2:0 für uns. Wir haben eine starke Abwehr und eine starke Torfrau (Nationalspielerin Ingrid Hjelmseth, Anm.). Und natürlich gute Angriffsspielerinnen“, gibt sich Gulbrandsen optimistisch.

Klaveness zurück zu Asker?

Dass zu diesen Angriffsspielerinnen – vielleicht als Ersatz für Gulbrandsen – in der kommenden Saison auch Lise Klaveness gehört, hofft man zumindest bei Asker FK. Klaveness hatte Asker nach dem finanziell bedingten Zwangsabstieg im Jahr 2005 Richtung Schweden verlassen und bei Meister Umeå IK angeheuert. Die 26-Jährige, die vor einem Monat ihren Rücktritt aus der Nationalmannschaft bekannt gab, will sich in naher Zukunft entscheiden, für wen sie im kommenden Jahr ihre Fußballstiefel schnürt. Ein Angebot von Asker FK liegt vor.

Dass auch Kolbotn IL trotz eines pechschwarzen Oktobers, in dem man aus dem UEFA-Cup ausschied und nach den Niederlagen am 7. Oktober bei Klepp IL und 13 Tage später in Trondheim die letzten Chancen auf die Meisterschaft verspielte, optimistisch Richtung Samstag blicken kann, liegt nicht zuletzt in einem Ergebnis begründet, das da heißt: 5:1.

Kolbotn zuletzt stark – Herlovsen bleibt bis 2010

5:1 stand am letzten Samstag auf der Anzeigetafel, nachdem Kolbotn sein letztes Spiel in der Toppserien beendet hatte. Und der Gegner hieß: Røa IL, der neue norwegische Meister. In einer von beiden Seiten engagiert geführten Begegnung behielt der alte Champion durch Tore von Solveig Gulbrandsen (2), Isabell Herlovsen und Kristin Blystad Bjerke (2) die Oberhand. „Wenn wir so spielen wie heute, sind wir die beste Mannschaft in Norwegen“, meinte Trainerin Trine Lise Andersen nach dem Abpfiff überschwänglich.

Kapitänin Trine Rønning gibt sich vorsichtig optimistisch: „Das ist eine offene Partie. Wir hatten eine schlechte Phase mit einigen Niederlagen, aber die letzten Spiele konnten wir wieder für uns entscheiden.“ Für Kolbotn entschieden hat sich gestern auch Nationalspielerin Isabell Herlovsen. Die 19-Jährige sieht für einen Wechsel ins Ausland noch nicht die Zeit gekommen und kann sich innerhalb Norwegens keinen Wechsel zu einem anderen Verein vorstellen. Bis 2010 hat sie sich deshalb an Kolbotn IL gebunden.

Spannende Voraussetzungen also. Wer wohl am Samstagabend in der Stimmung sein wird, ähnlich enthusiastisch zu singen wie in diesen beiden Videos?

Höhepunkte des Finals werden ab Samstagabend beim norwegischen Sender TV2, der das Spiel live überträgt, online unter dieser Adresse abrufbar sein.

Video von Kolbotn IL:

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Video von Asker FK:

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3 Kommentare »

  • Detlef sagt:

    Also Kolbotn entspricht eher meinem Musikgeschmack!!!
    Aber egal, auch die Asker-Mädels sind gesanglich nicht schlecht!!!
    Ich habe mir gerade bildlich und akkustisch vorgestellt, wie so ein musikalischer Wettstreit in Deutschland aussehen würde!!!
    Hier sind uns die Norwegerinnen sicher Lichtjahre voraus!!!

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  • Vor 8523 Zuschauern hat sich Kolbotn IL in einer packenden Begegnung durch einen 4:2-Triumph den Pokalsieg gesichert. Isabell Herlovsen brachte Kolbotn in Führung, Katrine Pedersen glich aus. Nach 21 Minuten dann stand es 2:1 für Asker nach einem Treffer von Toril Hetland Akerhaugen. Lindy Melissa Wiik sorgte in der 36. Minute für den 2:2-Pausenstand.

    Nach dem Seitenwechsel erhöhte Trine Rønning (63.) mit einem schönen Freistoßtreffer auf 3:2, ehe Rebecca Louise Angus nach 71 Minuten den 4:2-Endstand markierte.

    Das Spiel im Stenogramm gibt es hier: nettavisen.no
    Alle Tore im Video gibt es hier (unter dem Text): Sumo TV

    Für Ragnhild Gulbrandsen auf Seiten Askers und für Camilla Huse von Kolbotn IL, die aufgrund beruflicher und familiärer Mehrfachbelastung ihre Fußballstiefel an den Nagel hängt, war es das letzte Spiel ihrer Karriere.

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  • Sant sagt:

    Das war ein fanatastisches Spiel von beiden Mannschaften. In der zweiten Halbzeit hat KIL richtig gut gespielt – besonders mit Herlovsen und Rönning. Respekt vor Vikestad, die eine Nachfolgerin von Stensland ist und gute Leistung hat!! Wunderschön, dass der Vizemeister zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte den norwegischen Pokal geholt hat.

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