Angerer-Wechsel zu Djurgården angeblich perfekt

Von am 2. November 2007 – 16.18 Uhr 16 Kommentare

Knalleffekt im deutschen Frauenfußball: Die frisch gebackene Weltmeisterin und deutsche Nationaltorhüterin Nadine Angerer wechselt angeblich bereits im Januar 2008 zu Djurgården Damfotboll in die schwedische Frauenfußball-Liga Damallsvenskan.

„Sie kommt im Dezember nach Stockholm und wird im Januar anfangen, bei uns zu trainieren“, wird Djurgården-Boss Per Darnell auf der schwedischen Website Fotbollskanalen zitiert. Angerer wird demnach einen Zweijahresvertrag unterschreiben. Somit würde die Bundesliga eines ihrer Aushängeschilder verlieren.

Bereits seit Jahren pflegen Djurgården und Turbine Potsdam freundschaftliche Beziehungen, zuletzt weilten auch Ariane Hingst, früher bei Turbine und heute bei Djurgården, sowie eine Delegation des schwedischen Vereins zu einem Ligaspiel in Potsdam, möglicherweise bereits um konkrete Verhandlungen zu führen.

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Von einem bevorstehenden Wechsel Angerers will man in Potsdam aber nichts wissen. „Wir wissen, dass Angerer schon länger mit einem Wechsel ins Ausland liebäugelt, aber wir können das nicht bestätigen“, so Turbine-Pressesprecherin Nadine Bieneck gegenüber Womensoccer.de.

Darnell erläutert: „Bereits seit drei, vier Jahren haben wir zu Angerer Kontakt.“ Hintergrund der möglichen Verpflichtung könnte sein, dass die derzeitige Torhüterin Bente Nordby nach Auslaufen ihres Zweijahresvertrags zurück in ihre Heimat Norwegen gehen wird.

Nordby strebt eine Karriere als Trainerin an. „Vielleicht können wir eine Lösung finden, und sie behalten. Aber das ist eine Frage des Geldes“, so Darnell.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

16 Kommentare »

  • schmidt sagt:

    Viele Turbinen-Fans werden traurig sein und vielleicht Unverständnis zeigen, wenn es tatsächlich Realität werden sollte.

    Mit dem eigenen sportlichen Erfolg steigt auch das eigene Selbstbewußtsein. Es war für mich schon eine kleine Überraschung, dass sich Natze in allen Interviews immer natürlich und unbefangen gibt, wissend was sie will und auch jetzt klare verbale Attacken gegen den Großteil ihrer „faulen“ Sportlerkolleginnen fahren kann.
    Ohne absoluter Leistungsbereitschaft und -willen ist keine Leistungssteigerung und eventuell eine entsprechende Halbprofessionalität in der Zukunft zu erwarten.
    Jetzt findet auch eine Sogwirkung, ein öffentliches Ziehen und Zerren statt, was eine Weiterentwicklung und ein starkeres Engagement aller Beteiligten nach sich ziehen wird.

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  • Rainer sagt:

    Das Gerücht schwirrte schon seit mindestens sechs Wochen umher, wenn Djurgårdens Boss jetzt damit an die Medien geht, wird es wohl stimmen. Damit hätte Djurgården in der kommenden Saison drei deutsche Spielerinnen.

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  • Antje aus London sagt:

    @Rainer
    Wer waere die dritte deutsche Spielerin bei Djurgarden?

    Wirklich ueberraschend kommt die Nachricht wirklich nicht. Nadine Angerer hat schon oft erwaehnt, dass sie gern im Ausland spielen will und bei der derzeitigen Lage der Dinge ist Schweden offensichtlich am reizvollsten. Es war zu erwarten, dass Aris Wechsel in die schwedische Liga nur der Anfang sein wuerde und weitere Spielerinnen folgen.

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  • Crackfly sagt:

    Jennifer Meier wechselt doch nach Djungarden, oder?

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  • Rainer sagt:

    Ja, Jennifer Meier wird nächste Saison ebenfalls für Djurgården spielen. Bei Djurgården geht Bente Nordby nach Norwegen zurück, vielleicht hört Kicki Bengtsson auf. Das Spielerkarussell dreht sich gewaltig. Wir warten noch immer auf das Ja von Marta, sie macht es wirklich spannend.
    Anne Mäkinen wechselt zu AIK und ich bin sehr gespannt, ob Cristiane in Malmö unterschreibt, das wurde vor 2-3 Wochen gemunkelt.

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  • schmidt sagt:

    Djurgården will sich mit Legionärinnen spicken, weil es kurzfristige und schnellstmögliche Siege und Erfolge in der Meisterschaft sich damit verspricht.

    Der FFC – Frankfurt und Wolfsburg geht den gleichen Weg nur mit dem Unterschied sie verstärken sich mit Mädels aus der deutschen LIGA und die nicht so finanzstarken Clubs bleibt meist nur die Möglichkeit die freien Startplätze mit Eigengewächsen aufzufüllen.
    Wenn das Schule macht, bleibt zu hoffen, dass wir in deutschen LIGA keine 3 Klassengesellschaft im Leistungsvermögen behalten und zukünftig erleben müssen. Zumal im Augenblick stehen die eingefahrenen Siege bei einer Vielzahl von Spielbegegnungen bereits bei Spielbeginn leider meist schon fest.

    Ob sich Djurgården und auch andere sich damit einen Gefallen tun,
    – sich kurzfristig möglicherweise zu verstärken,
    – nicht im eigenen Land Schweden sich umzusehen
    – und der eigenen Jugend somit Mannschaftsplätze vorenthält.

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  • Nadze Fan sagt:

    ES IST SEHR SCHADE DAS SIE GEHT NACH DEM SIE NACH DER WM SO GEFRAGT WAR.ES FREUT MICH ATRLICH AUCH DAS SIE DANN BEI ARI IST.DIE SIND JA EH BEIDE SO DICKE.UND IN DER NATIO BLEIBT SIE UNS JA NOCH ERHALTEN….

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  • Rainer sagt:

    In der schwedischen Liga spielen in dieser Saison ca. 35-40 Ausländerinnen, im Schnitt macht das etwas mehr als drei pro Verein. Djurgården ist den Ergebnissen nach die klare Nummer zwei im Land hinter Umeå.
    Ich kann nicht sehen, dass die Zahl von Ausländerinnen dem Spiel des eigenen Nachwuchses schadet. Dennoch vermute ich, dass sich die Ausländerinnenquote in der kommenden Saison erhöhen wird. Aber zum Beispiel bei Djurgården kommen trotz allem eigene (schwedische) Talente zum Zuge: Linda Forsberg und Emma Lundh sind nur zwei Beispiele von jungen Spielerinnen, die ihren Durchbruch geschafft haben.
    Der schwedische Frauenfussball professionalisiert sich. Die deutsche Nationalmannschaft dominiert, aber aus der Ferne betrachtet, wirkt die Bundesliga nicht gleichermassen gut organisiert wie die schwedische Damallsvenskan, sowohl was Qualität wie Umfeld angeht.
    Und in Umeå profitieren auch die jungen Spielerinnen schwedischer Herkunft wie Anna Paulsson, Emma Berglund, Lisa Dahlqvist davon, dass die tagtäglich mit Marta und Elaine trainieren dürfen.

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  • Bernd sagt:

    Schade, da wird der Bundesliga ein wichtiges Gesicht fehlen, das bei der WM bekannt wurde und das auch Zwanziger für 2011 neben Prinz fest eingeplant hatte. Es wäre keine gute Entwicklung, wenn vor der WM zu Hause noch mehr deutsche Nationalspielerinnen die Liga verlassen.

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  • schmidt sagt:

    Sorry mir ist gerade ein Gedanke gekommen.

    Wenn Herr Schöder, Trainer von Turbine Potsdam, die gleiche Konsequenz bei Natze wie vorher bei Conny Pohlers und anderen folgen läßt, wird Natze wohl kaum oder selten in Potsdam zum Einsatz kommen. Gerade jetzt sind viele Zeitungen voll mit der Information des möglichen Wechsels von Nadine Angerer nach Schweden.

    Gerade heute im Bundesligaspiel in Wolfsburg wurde sie nicht eingesetzt wegen einer möglichen Erkrankung.
    Schauen wir mal, wie es weiter geht!

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  • Nadze Fan sagt:

    WEGEN EINER MÖGLICHEN KRANKHEIT????
    NADZE IST KRANK UND DAS NICHT ZU KNAPP……

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  • Max Diderot sagt:

    Im Kicker-online gibt es zu dieser Thematik einen kleinen Beitrag, Datum 2. November um 16:44 Uhr, aus dem das nachfolgende Exzerpt stammt.
    „Wie Potsdam-Coach Bernd Schröder jedoch mitteilte, ist der Wechsel von Angerer noch keineswegs in trockenen Tüchern.
    ‚Fakt ist, dass ihr Vertrag bei uns bis zum 30. Juni 2008 läuft‘, erklärte Schröder, der aber auch betonte: ‚Ältere Spielerinnen, die viele Jahre für uns gute Leistung gebracht haben und gegen Ende ihre Karriere im Ausland noch einmal etwas anderes erleben wollen, lege ich keine Steine in den Weg. Das gebietet die Fairness.'“.

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  • Detlef sagt:

    Das NATZE irgendwann nach Schweden gehen wird, war eigentlich klar!!! Das es aber schon so bald sein soll, ist für mich doch überraschend!!! Vielleicht hat der doch etwas überstürzte Weggang von Nordby, alle beteiligten etwas in Zugzwang gebracht!!! Gerade im FF. wären solche Wechsel besser planbar, vor allem dann, wenn es zwischen zwei Klubs passiert, die ganz dicke miteinander sind!!!
    Sicherlich haben die Verantwortlichen von DIF, fest damit gerechnet, dass Bente Nordby noch mal eine Saison dranhägt!!! Damit könnte NATZE noch bis Vertragsende in Potsdam spielen, und erst nach Olympia Potsdam gen Norden verlassen!!! Das hätte für beide Klubs nur Vorteile, DIF muß NATZE nicht aus einem laufenden Vertrag rauskaufen, und Potsdam gewinnt wertvolle Zeit, um seine beiden jungen Torhüterinnen, an die Bundesliga-Leistung heranzuführen!!!
    Aber anscheinend spielt Geld im schwedischen FF keine Rolle, und DIF will gleich Nägel mit Köpfen machen!!!

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  • Rainer sagt:

    Dass Bente Nordby zurück nach Norwegen geht, ist seit längerer Zeit bekannt. Mir hatte sie das noch Ende Juli in einem Interview gesagt, wobei sie ein winziges Türchen offen liess, dass sie bei Olympia spielt. Aber ich glaube eher, dass sie die Handschuhe an den Nagel hängen wird.
    Problematisch ist sicherlich, dass die Spielzeiten in Deutschland und Schweden nicht miteinander kompatibel sind. Wegen des früher einsetzenden Winters haben Norwegen, Finnland und Schweden ihre Fussballsaison zwischen April und Oktober und Vereine wie Djurgården starten bereits im Januar.
    Ich hoffe, dass sich beide Vereine einigen und dass Natze ab Januar für Djurgården trainiert und spielt. Die kommende Saison wird sehr interessant mit drei deutschen bei Djurgården und neuem Trainer. Das Team muss sich auch in der Abwehr noch verstärken, wo mit Kicki Bengtsson und Dorte Dalum wohl die beiden Aussenverteidigerinnen aufhören bzw. nach Norwegen gehen werden.
    Ich las kürzlich auch ein Interview mit Fatmire Bajramaj, in dem sie sagte, dass sie gerne mal in den USA oder Schweden spielen würde. Välkommen till Sverige kann man da nur sagen.

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  • michael sagt:

    Schweden ist die europäische Topliga, somit sind weitere Wechsel zu befürchten.Die Bundesliga ist einfach naiv und laienhaft organisiert.Mit Nadine geht ein sogenanntes Gesicht aus der Liga.Demnächst dürfte auch der Abschied von Steffi Jones und Sandra Minnert erfolgen. Man kann aber eine Mannschaftssportart nur über bekannte Einzelsportler wirklich verkaufen. Dieses

    Thema beherrscht Frankfurt perfekt.Damit wird diese Mannschaft das Maß der Dinge in Deutschland bleiben. Potsdam droht das Mittelmaß.Es sind doch verschenkte Gelder, Angerer wäre nicht nur sportliche Führungsperson gewesen, sondern ein Ansatz für mehr Geld auf der Sponsoren Seite mit ihrer Medienpräsents.Das angeblich gute Verhältnis zwischen Potsdam und Stockholm ist bisher nur eine Einbahnstraße Richtung Norden.

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  • Detlef sagt:

    @michael,
    Das sehe ich völlig anders!!!
    Wenn die Ligen in Schweden, Norwegen und bald auch wieder in den USA, die Brieftasche mal richtig weit aufmachen, kann auch Frankfurt (WOB ebenfalls) seine Stars nicht mehr halten!!!
    Dann kommt es auf die Nachwuchsförderung an, und da hat Frankfurt erst gerade mal begonnen, dies richtig ernst zu betreiben!!!
    Andere Vereine sind da wesentlich besser aufgestellt, und werden ihren Vorsprung nutzen!!! Sicher wird Frankfurt versuchen, schon frühzeitig, solche Nachwuchskader einzukaufen, aber so richtig ist es ihnen noch nicht gelungen, diese abzuwerben!!! Und ob die Commerzbank, für eine eher unbekannte U-19 Spielerin, horrende Summen auf den Markt wirft, darf auch angezweifelt werden!!!

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