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Gelungener Heimspiel-Abschluss für Sandra Minnert

Von am 29. Oktober 2007 – 13.14 Uhr 2 Kommentare

Sandra MinnertDie deutsche Nationalmannschaft hat ihre weiße Weste in der EM-Qualifikation gewahrt und einen souveränen 3:0-Erfolg gegen Belgien eingefahren. In einer durchschnittlichen, allerdings sehr abwechslungsgreichen Begegnung hatte der zweifache Weltmeister keine Mühe mit den kombinationsschwachen Gästen aus dem deutschen Nachbarland.

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Kerstin Garefrekes (8.), Sandra Minnert (10.) und Birgit Prinz (74.) waren für die deutsche Mannschaft erfolgreich. Sandra Minnert, die gestern noch vor der Partie ihren Rücktritt aus der Nationalmannschaft nach dem Spiel in den Niederlanden am Donnerstag bekannt gab, weil sie nach vier Operationen am Knie nicht mehr schmerzfrei trainieren kann, gelang mit einem sehenswerten Kopfballtor ein perfekter Heimspiel-Abschluss.

Neue „Doppel-Sechs“ überzeugt

Bundestrainerin Silvia Neid hatte sich für Minnert als linke Außenverteidigerin entschieden, sodass Linda Bresonik im zentralen Mittelfeld zusammen mit Saskia Bartusiak auflief. Beide Mittelfeldspielerinnen demonstrierten gutes Spielverständnis und vertraten die verletzten Renate Lingor und Simone Laudehr hervorragend. Bartusiak gefiel mit ihrer Zweikampfstärke, Bresonik sorgte vor allem im zweiten Spielabschnitt für viele offensive Akzente und zeigte sich bei Standardsituationen stets kopfballgefährlich.

Kopfbälle sind seit eh und je auch eine Stärke von Sandra Minnert. Nachdem Kerstin Garefrekes den amtierenden Welt- und Europameister auf Flanke von Martina Müller in der achten Minute in Führung geschossen hatte, schlug Minnerts große Stunde nur zwei Minuten später. Einen Eckball von Melanie Behringer bugsierte sie per Kopf unhaltbar in die Maschen und wurde von ihren Mitspielerinnen herzlich beglückwünscht.

Mangelnde Chancenauswertung, aber viel Engagement

Dass nach diesem Treffer bis zur 74. Minute kein Tor mehr fiel, lag nicht etwa daran, dass die deutsche Mannschaft einen Ganz zurückschaltete, sondern in erster Linie an der mangelhaften Chancenauswertung. Denn trotz der hohen körperlichen Belastung in den letzten Wochen präsentierten sich die Deutschen kombinations- und lauffreudig. Die 17.000 Zuschauer in Lübeck bekamen ein abwechslungsreiches Spiel zu sehen, das, auch wenn Silvia Neid kritische Worte fand („Der Akku war leer“), für mich zu den besseren Qualifikationsspielen gehörte.

Belgien mit einer Großchance

Um die deutliche Überlegenheit auch in Tore umzuwandeln, fehlte im Anschluss in einigen Situationen auch das notwendige Quentchen Glück. Linda Bresoniks Kopfball in der 19. Minute etwa konnten die Belgierinnen gerade noch von der Linie kratzen. Eine hochgefährliche Situation konnten aber auch die Belgierinnen für sich verbuchen. Nach einer Viertelstunde waren sich Torfrau Nadine Angerer und Kerstin Stegemann nicht einig, wie sie eine Flanke von Audrey Demoustier aus der Gefahrenzone schaffen sollten. Angerer faustete zu zentral direkt vor die Füße von Femke Maes, doch deren Schuss ging knapp am deutschen Kasten vorbei.

Mittag mit starker Leistung

Bis auf diese Szene spielte sich jedoch nahezu das gesamte Spiel in der belgischen Hälfte ab. Den Gästen gelangen keine Kombinationen über mehrere Stationen, sodass die deutsche Mannschaft ständig im Vorwärtsgang war. Mit der hochengagierten Anja Mittag und Fatmire Bajramaj, die im zweiten Durchgang für Martina Müller und Melanie Behringer in die Partie kamen, setzte sich dieses Bild fort. Doch da Großchancen von Mittag, Prinz oder Bresonik vergeben wurden, dauerte es bis zur 74. Minute, ehe Prinz nach Vorlage von Garefrekes den 3:0-Endstand besorgte.

Am Donnerstag um 20 Uhr im niederländischen Volendam (live im ZDF) kann die deutsche Mannschaft die Qualifikation für die EM 2009 in Finnland damit fast schon in trockene Tücher bringen.

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2 Kommentare »

  • Soccer_vom_Hocker sagt:

    Es ist Schade, dass eine so gute Spielerin wie Sandra Minnert so kurz vor Olympia 2008 zurücktritt, aber: Gesundheit geht nunmal vor. Sie wird sich das reiflich überlegt haben. Wenn das Knie nicht mehr mitmachen will bleibt wohl nichts anderes über.

    Zum Spiel in Lübeck: Wirklich überraschend wie frisch die Mädels nach dieser Belastung WM, Bundesliga-Alltag, Uefa-Cup ihr erstes Länderspiel nach dem Triumph in China über die Bühne brachten. Traumhafte Kombinationen, super herausgespielte Chancen, drückende Überlegenheit gegen hoffnungslos überforderte Belgierinnen. Aber: Hoffentlich rächt sich diese mangelhafte Chancenauswertung nicht irgendwann einmal. Das Spiel hätte gut und gern 15:1 ausgehen können…

    Gegen Holland geht’s unglaublich aber wahr auf Kunstrasen weiter. Nicht dass den Holländerinnen das gegen eine deutsche Mannschaft in der derzeitigen Verfassung etwas nützen würde…

    Hoffentlich klappt es morgen auch noch mit der WM-Vergabe…

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  • ari sagt:

    großes lob an sandra,sie hat ihre sache echt gut gemacht!

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