DFB-Pokal: Topteams in Torlaune

Von am 21. Oktober 2007 – 18.58 Uhr

Conny PohlersIn der zweiten Hauptrunde des DFB-Pokals der Frauen verbrachten die besten Frauenfußball-Mannschaften Deutschlands einen geruhsamen Nachmittag. Meister und Pokalsieger 1. FFC Frankfurt ließ beim Tabellenzweiten der 2. Bundesliga Süd VfL Sindelfingen nichts anbrennen und verfehlte nur knapp einen zweistelligen Erfolg.

Vizemeister FCR 2001 Duisburg gewann ebenso sicher bei der Neuauflage des Vorjahreshalbfinales bei der SG Essen-Schönebeck, Turbine Potsdam verwies bereits am Samstag Bundesliga-Aufsteiger Wattenscheid 09 deutlich in die Schranken und Bayern München hatte keine Probleme im Münchner Schnee Zweitligist SV Dirmingen zu besiegen.

Die Frankfurterinnen gewannen beim VfL Sindelfingen mit 9:1 (4:1). Ein Eigentor von Mara Schanz (4.) brachte das Team von Trainer Hans-Jürgen Tritschoks früh auf die Siegerstraße, vier Tore von Conny Pohlers sowie Treffer von Kerstin Garefrekes, Birgit Prinz, Karolin Thomas und Petra Wimbersky sorgten für zufriedene Gesichter, Kim Kulig gelang für die Gastgeberinnen der Ehrentreffer.

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Duisburg lässt nichts anbrennen

Bei der SG Essen-Schönebeck hatte man sich viel vorgenommen und wollte die 1:5-Niederlage im DFB-Pokalhalbfinale der vergangenen Saison an gleicher Stätte vergessen machen. Doch am Ende stand erneut eine deutliche 1:5-Niederlage, diesmal sogar nach 90 und nicht nach 120 Minuten. Anne van Bonn und Turid Knaak stellten bereits in den ersten zehn Minuten die Weichen für den Duisburger Sieg, zwei Tore von Inka Grings und ein Treffer von Simone Laudehr sorgten für eine sichere 5:0-Führung, ehe Charline Hartmann noch der Ehrentreffer gelang.

In Aschheim musste sich Nina Aigner zunächst noch über einen verschossenen Elfmeter ärgern, doch schien das die Österreicherin nur noch mehr zu motivieren. Am Ende hatte sie drei Treffer zum 6:0 (3:0)-Sieg gegen den SV Dirmingen beigesteuert. Vanessa Bürki (2) und Katharina Baunach erzielten die weiteren Treffer für die Bayern, die in der ersten Halbzeit überraschend die gerade erst von der Militär-WM aus Indien zurückgekehrte Bianca Rech aufboten.

Turbine kommt in Schwung

Turbine Potsdam war bereits am Samstag mit einem 6:1 (2:0)-Sieg bei Wattenscheid 09 ins Achtelfinale eingezogen. Jennifer Zietz (23.) und Nationalspielerin Anja Mittag (44.) brachten die Gäste schon vor der Pause auf die Siegerstraße, nach der Pause trafen Jessica Wich (69., 74.), Isabel Kerschowski (84.) und Bianca Schmidt (86.). Wattenscheids zwischenzeitlicher Anschlusstreffer zum 1:2 durch Sabrina Dörpinghaus in der 68. Minute war nicht mehr als Ergebniskosmetik.

Ebenfalls bereits am Samstag gewann Bundesligist SC Freiburg 4:0 (1:0) beim SC Regensburg. Myriam Krüger (27.) brach noch vor der Pause den Bann, in der zweiten Hälfte erhöhte zunächst U-19-Europameisterin Susanne Hartel (62.), bevor Regensburgs Diana Papp (67.) ein Eigentor zum 0:3 unterlief. Den Schlusspunkt setzte Sandra Schmidt (80.).

Fast fünf Treffer im Schnitt

Auch in den anderen Spielen präsentierten sich die Spielerinnen in Torlaune, gleich 72 Treffer fielen in den insgesamt 16 Spielen. Die meisten davon sahen die Zuschauer bei der 1:12 (0:9)-Niederlage des niedersächsischen Landspokalsiegers Mellendorfer TV gegen den Zweitligisten Herforder SV. Gleich zwei Gästespielerinnen konnten dabei ihr Selbstvertrauen ordentlich stärken. Marie Pollmann erzielte fünf Treffer, Fiona Rolfs gar deren sechs, Kerstin Nolte erzielte den weiteren Treffer der Herforderinnen. Für Mellendorf traf Danaila Navaro kurz vor Spielende.

Der VfL Wolfsburg verlor das Bundesliga-Duell gegen den Hamburger SV mit 1:2 (0:0). Silva-Lone Saländer brachte die Gäste mit einem Doppelpack auf die Siegerstraße (61., 63.), die frühere Hamburgerin Anna Blässe (77.) erzielte den Anschlusstreffer für den VfL, der eine Vielzahl von Chancen ungenutzt ließ, während die Hanseatinnen Effizienz bewiesen und das nötige Glück hatten.

Limburg sorgt für Überraschung – TeBe gewinnt Berliner Derby

Carina Breunig schoss den TSV Crailsheim mit ihrem Treffer (64.) beim 1:0 (0:0)-Auswärtssieg gegen den USV Jena in das Achtelfinale. Regionalligist VfR 07 Limburg sorgte für die einzige Überraschung der Pokalrunde und setzte sich durch einen Treffer von Anna Strenger (12.) 1:0 (1:0) gegen Zweitliga-Aufsteiger ASV Hagsfeld durch.

Der SC Sand unterlag dem 1. FC Saarbrücken 0:2 (0:1). Und der SC 07 Bad Neuenahr zog mit einem souveränen 3:0 (2:0) beim FFC Wacker München in das Achtelfinale ein. Isabell Bachor (3.), Lydia Neumann (21.) und Viola Odebrecht (65.) waren für die Gäste erfolgreich. Der TuS Köln rrh. gewann auswärts 2:0 (1:0) beim TuS Niederkirchen.

Im Berliner Derby setzte sich nach hartem Kampf Tennis Borussia gegen Union Berlin mit 2:1 (0:1) durch. Nicole Hansen traf in der 18. Minute zunächst für die Gäste, doch Tore von Aylin Yaren (69.) und Jessica Brückner (90.) bescherten TeBe den Achtelfinal-Einzug.

Der FC Gütersloh 2000 gewann gegen den SV Victoria Gersten mit 3:0 (1:0). Holstein Kiel feierte einen klaren 5:0 (0:0)-Auswärtssieg bei Bundesliga-Absteiger FFC Heike Rheine. Der 1. FC Lok Leipzig setzte sich beim FFV Neubrandenburg 2:1 (0:1) durch.

Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.