Abstellungen zur Militär-WM

Von am 17. Oktober 2007 – 10.08 Uhr 14 Kommentare

Der Bericht auf Womensoccer.de hat eine Diskussion zu dieser Thematik entfacht. Wir möchten an dieser Stelle als SG Wattenscheid 09 Frauenfußball – Abteilung unsere Sicht der Dinge darstellen.

Im Fall Kerstin Stegemann war es so, dass bereits während der Vertragsgespräche klar war, dass Kerstin auf jeden Fall zur Militär-WM fahren möchte. Die damals angebrachten Gründe sind für uns vollkommen nachvollziehbar. Unsere Spielerin möchte ihrem Hauptarbeitgeber etwas von dem zurück geben, was sie an Vorteilen genießt. Das ist vollkommen legitim und auch moralisch korrekt.

Die Bundeswehr ist Arbeitgeber von hunderten Leistungssportlern. Ohne diesen Arbeitgeber könnten die Atlethen ihrem Sport nicht in dieser Intensität nachgehen. Als bestes Beispiel dienen hier die Wintersportarten. Gäbe es die Bundeswehr nicht, hätte Deutschland kaum eine Medaille bei Olympischen Spielen oder Weltmeisterschaften geholt.

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Wenn also nun der 1. FFC Frankfurt eine Silke Rottenberg nicht gehen lässt, dann ist das sicher Sache des Vereins und der Spielerin. Gegenüber der Bundeswehr ist es aber eher nicht korrekt.

Wir sehen eines der Hauptprobleme auch darin, dass der DFB aufgrund der Abstellungen die Spiele der betroffenen Vereine nicht verschiebt, weil es sich bei dem CISM -Turnier nicht um eine offizielle FIFA- oder UEFA-Maßnahme handelt. Der DFB profitiert aber auch von den Spielerinnen der Sportfördergruppe (Stegemann, Laudehr, Bajramaj, Pohlers, Rottenberg etc.).

Hier müsste dringend eine Lösung her, denn es kann nicht sein, dass man auf einer Seite die Vorteile nutzt, und auf der anderen Seite die Vereine im Regen stehen lässt, die solche Spielerinnen unter Vertrag haben.

Hans Peter Agreiter ist Abteilungsleiter für Frauen- und Mädchenfußball bei der SG Wattenscheid 09, bei der Nationalspielerin Kerstin Stegemann unter Vertrag steht. Stegemann wechselte vor der aktuellen Saison nach Wattenscheid und nimmt als Trainerin an der Militär-WM in Indien teil.

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14 Kommentare »

  • Markus Juchem sagt:

    Hallo Herr Agreiter, erst einmal vielen Dank, dass Sie sich mit einem eigenen Beitrag in die Diskussion eingeklinkt haben.

    Wenn ich Ihren Beitrag richtig interpretiere, bleibt für mich dennoch stehen, dass Ihr Verein Kerstin Stegemann aus freien Stücken freigestellt hat (Trainerin Tanja Schulte hatte sich da andersgehend geäußert). Es gab offenbar keine Verpflichtung zu einer Abstellung. Es mag legitim und moralisch korrekt sein, die Spielerin für die Militär-WM freigestellt zu haben, aber daraus eine Forderung an den DFB abzuleiten, Spiele zu verlegen, halte ich persönlich für überzogen.

    Mir ist bewusst, dass die Sportförderkompanien in Deutschland und auch der Bundesgrenzschutz für den Leistungssport im Land eine wichtige Rolle spielen. Ich hoffe dennoch nicht, dass das Wohl und Weh des Frauenfußballs in Deutschland und seine Professionalisierung in den kommenden Jahren von der Bundeswehr abhängen.

    Anders als die Breite der Medienberichterstattung rund um die Weltmeisterschaft es suggerieren wollte, ist der Frauenfußball trotz wachsender Mitglieder- und Vereinszahlen in der öffentlichen Wahrnehmung weiterhin eine Randsportart. Nur punktuell zu Anlässen wie Welt- und Europameisterschaften und auch bei Länderspielen der Nationalmannschaft schafft man es inzwischen, mehr als eine Randnotiz zu sein.

    Die Entwicklung der Bundesliga wird maßgeblich darüber entscheiden, ob der Frauenfußball in den kommenden Jahren in der Bevölkerung dauerhaft mehr Beachtung finden wird. Umso wichtiger ist, den Schwung des WM-Titels mit in die Liga hinüber zu retten und die besten Fußballerinnen auf deutschen Fußballplätzen spielen zu lassen. Vor diesem Hintergrund halte ich die Signalwirkung der Abstellung von Schlüsselspielerinnen zu Ereignissen wie Studenten-WM, Militär-WM und ähnlichen Ereignissen der gewünschten Entwicklung für abträglich.

    Die betroffenen Vereine hätten im Vorfeld in Gesprächen mit der Bundeswehr vielleicht auch ausloten können, ob es nicht doch möglich gewesen wäre, auf eine Abstellung zu verzichten. Die Bundeswehr hätte eventuell Verständnis aufgebracht.

    Gut wäre es meines Erachtens zudem gewesen, wenn die betroffenen Vereine im Zuge einer proaktiven Öffentlichkeitsarbeit die Abstellungen öffentlich thematisiert und möglicherweise auch im Sinne des Vereins in ein besseres Licht gerückt hätten.

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  • Max Diderot sagt:

    Ob nun die aktive Mitwirkung einer Spielerin an Turnieren, in die ihr (Haupt-) Arbeitgeber involviert sein könnte, oder deren durch andere Meriten erworbenes Ansehen vordergründig sind, vermag ich nicht zu beurteilen. Die beschriebene Diskrepanz, hier die scheinbar selbstlose Akteurin dort die eher eigennützige Protagonistin, erscheint mir zu vordergründig. Beide Damen, und hier möchte ich in die sprachliche Mottenkiste vergangener Jahrzehnte greifen, reichen einer Institution wie der Bundeswehr zur Ehre. Warum? Soweit mir bekannt, gibt es für die von der Bundeswehr alimentierten Leistungskaderathleten aktuell keine Präsenz aber eine Repräsentationspflicht. Dies aber auch nur in freier Interpretation der jeweils Betroffenen. Beispielsweise sind jene Damen, also die „Sportsoldatinnen“, der erfolgreichen WM-Elf nicht uniformiert bei den offiziellen Feierlichkeiten aufgetreten sondern trugen kleine Embleme auf ihren Revers, die sie als Mitglieder der Bundeswehr auswiesen. Das Individuum repräsentiert die Institution und dieses wiederum reklamiert von dessen Erfolg. Gurus der Ökonomie interpretieren so etwas wohl als eine klassische win-win-Situation.
    Sehr interessant wird es meiner Meinung nach dort, wo der DFB ins Spiel gebracht wird. Vielleicht interpretiere ich zu frei, wenn ich behaupte, dass zwischen den Zeilen auch die mangelnde Durchsetzungskraft der Liga gegenüber dem Verband zum Ausdruck kommt. Selbst der Zeitpunkt einer Militärweltmeisterschaft ist ja lange genug bekannt, um daraus organisatorische Schlüsse ziehen zu können. Und eventuell sind es ja die zahlreichen und ungebündelten Einzelinteressen der Bundesligisten, die sich gegen die geballten, institutionellen Absichten von Bundeswehr und DFB nicht durchsetzen konnten. Bleibt zu hoffen, dass sich diesbezüglich etwas ändert. Die Repräsentanten der Frauen-Bundesligavereine haben es in den Händen durch eine konzertierte Vorgehensweise einen Weg zu finden, der möglichst vielen Herausforderungen nützlich sein kann.

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  • Tom Schlimme sagt:

    Ich stimme zu, dass die Entwicklung der Bundesliga für die weitere Entwicklung des Frauenfußballs in Deutschland ganz entscheidend ist. Aber sorry, diese Entwicklung jetzt daran festzumachen, ob Spielerinnen zur Militär-WM freigestellt werden oder nicht, halte ich dann doch für überzogen, ja, ich mag nicht mal eine Symbolwirkung daran festzumachen.

    Es gibt wirklich gute Argumente dafür, dass sich die Vereine loyal gegenüber dem die Spielerinnen fördernden Arbeitgeber Bundeswehr verhalten. Genauso hoch schätze ich die Argumente ein, dass eine Wettbewerbsverzerrung in der Bundesliga durch solche Abstellungen natürlich kontraproduktiv für die Wahrnehmung dieser Liga in der Öffentlichkeit ist. In the long run dürfte es aber ziemlich egal sein, kommt es auf andere Sachen an, auf die Präsentation in den Medien, voran im Fernsehen, auf die weitere Zuschauerwerbung durch die Vereine usw.

    Klar ist für mich auch, dass eine Spielpause wegen der Militär-WM nur sehr schwer in den Spielplan zu integrieren wäre. Es wird ja bei jedem neuen Spielplan jetzt schon mit Recht bemängelt, dass alles zu dicht sei, DFB-Pokal und Europapokal nicht berücksichtigt, englische Wochen einprogrammiert. Jetzt auch noch mal zusätzlich Pause, das würde diese Probleme zusätzlich verschärfen, und es wäre auch nicht im Sinne der vielen Vereine, die keine Spielerinnen zur Bundeswehr abstellen müssen und noch eine Pause mehr zu überbrücken hätten.

    Den einen Königsweg gibt es da einfach nicht. Und wenn dann eine Spielerin wie Kerstin Stegemann schon bei den Vertragsverhandlungen deutlich macht, dass ihr die Militär-WM wichtig ist und der Verein ihr diesen Wunsch erfüllt und sie entsprechend freigibt – so what?

    Der Spielerin dann diesen Wunsch zu versagen, fände ich jetzt auch nicht den Bringer.

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  • Markus Juchem sagt:

    @Tom

    Nein, Symbolwirkung hat es nicht, aber es ist einer von vielen kleinen Bausteinen, die der Entwicklung der Liga abträglich sein können. Und man sollte Störfaktoren ausschalten, wo es nur geht. Und in diesem Fall ist es ein hausgemachter.

    Wenn man eine Spielerin aus freien Stücken abgibt, sollte man sich nicht hinterher öffentlich darüber beschweren und gar den DFB dafür verantwortlich machen, sie nicht in eigenen Reihen einsetzen zu können.

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  • Detlef sagt:

    Erstmal Zustimmung zum Beitrag von Hans-Peter!!!
    Allerdings geht auch für mich die Forderung, die Spiele zu verschieben, etwas zu weit!!! Ich gebe Max absolut recht, dass der Termin der Militär-WM, lange bekannt war, und so sich jeder darauf einstellen konnte!!! Jeder, also auch der FFC Frankfurt, der seinen starken Kader darauf hätte einstellen müssen!!! Sie hätten es ja ähnlich positiv darstellen können, wie TURBINE im letzten Jahr, als man ANJA MITTAG nach Schweden gehen lies, um sich einen Traum zu erfüllen!!!
    Noch absurder finde ich es, wenn sich Stege schon bei ihren Vertragsgesprächen die Klausel in den Vertrag schreiben lies, zur Militär-WM fahren zu dürfen, und das man sich jetzt in Wattenscheid darüber beklagt, dass sie dies auch wahrgenommen hat!!!
    Aber ich finde es nach wie vor sehr befremdlich, wenn man diese Militär-WM als „Störfaktor“ und als „Turnier zur falschen Zeit“ ansieht!!!
    Es ist immerhin eine WELTMEISTERSCHAFT, auch wenn nicht von der FIFA organisiert!!! Auch hier können deutsche Fußballerinnen überzeugende Argumente liefern, WARUM der FF in diesem Land, weiter gefördert werden sollte!!! Für mich gibt es absolut keinen Grund, und keine Entschuldigung, WARUM nicht ALLE Spielerinnen, die von der Bundeswehr gefördert werden, auch für ihren Mäzen eine entsprechende Gegenleistung zu erbringen haben!!!
    Das ist für mich die einzige „Wettbewerbsverzerrung“ daran!!!

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  • 09er sagt:

    Ich kann sowohl die Reaktion von Tanja Schulte als auch die von Hape Agreiter verstehen.
    Beide sind derzeit nicht nur augenscheinlich von dem durch die Medien (div. Printmedien, als auch Womensoccer und ff-forum, usw.)
    extrem angefressen.
    Jeder möchte ein Statement warum es beim „2.Liga dominierenden“ Aufsteiger nicht so läuft wie gewünscht, und ob die Abstellung des prominenten Neuzugangs Kerstin Stegemann der Grund dafür ist.

    Frau Schulte hat in Fankreisen zum Ausdruck gebracht, daß ihr diese „Diskussionen“ zuwider sind und eindrücklich dargestellt, daß dem nicht so sei!

    Ich möchte hier nurmal zu Bedenken geben, daß die Reaktionen und Antworten seitens des Vereins und seiner Repräsentanten nur Aufgrund von Suggestivfragen von sensationslüstigen Pressevertretern zustandegekommen sind!

    Zur Information:
    Ich bin zwar Fan der SG 09 Wattenscheid, teile aber mitunter nicht die Vereinspolitik.
    Aber was zu weit geht, geht zu weit!

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  • 09er sagt:

    Da ist was (wie bei Medien üblich) untergegangen:
    …von dem durch die Medien (div. Printmedien, als auch Womensoccer und ff-forum, usw.) sonst erwartetem Wohlwollen für die gute Nachwuchsarbeit (Danke Annike Krahn, danke Daniela Löwenberg, danke …)

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  • Markus Juchem sagt:

    Hallo 09er, vielen Dank für Deinen Kommentar. Deine kollektive Kritik an den Medien teile ich jedoch nicht. Es ist eine zunehmende Tendenz erkennbar, in den Medien geäußerte Kritik an Spielerinnen, Vereinen und Entwicklungen (egal, ob berechtigt oder unberechtigt) grundsätzlich als überzogen, unangemessen, unausgewogen etc. abzutun. Du schreibst: „Aber was zu weit geht, geht zu weit!“ und sprichst von „Suggestivfragen sensationslüsterner Pressevertreter“. Kannst Du das näher erläutern?

    Im Interview mit der Märkischen Allgemeinen antwortet Tanja Schulte auf die Frage „Hätte Stegemann nicht auch in Wattenscheid bleiben können?“ mit einem „Nein.“ Herr Agreiter schrieb in seinem Beitrag für Womensoccer.de das Gegenteil: „Im Fall Kerstin Stegemann war es so, dass bereits während der Vertragsgespräche klar war, dass Kerstin auf jeden Fall zur Militär-WM fahren möchte. Die damals angebrachten Gründe sind für uns vollkommen nachvollziehbar.“

    Zwischen „Möchten“ und „Müssen“ liegt aber ein großer Unterschied. Da muss sich der Verein auch an die eigene Nase fassen, wenn derart konträre Aussagen in der Öffentlichkeit getätigt werden.

    Uns ging es in unserem Beitrag auch nicht darum, einen einzelnen Verein zu kritisieren (die Abstellung von Spielerinnen für die Militär-WM betrifft ja mehrere Vereine), uns ging es um die Auswirkungen auf die öffentliche Wahrnehmung der Bundesliga.

    Wo im vorliegenden Fall wurde Deiner Meinung nach von den Medien suggestiv gefragt bzw. die Darstellung verkürzt?

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  • Christian sagt:

    @ Markus

    Ich sehe eigentlich keinen Widerspruch in den Aussagen von Frau Schulte und Herrn Agreiter. Denn nachdem Kerstin Stegemann in den Vertragsverhandlungen offenbar eine Teilnahme an der Militär-WM zugesagt wurde, „mußte“ der Verein die Spielerin für dieses Turnier freigeben. Ob Stegemann auch bei Wattenscheid 09 unterschrieben hätte wenn der Verein dieser Klausel nicht zugestimmt hätte, lasse ich mal dahingestellt.

    Was du in deiner Beurteilung generell zu sehr außer acht läßt, ist m.E. der Umstand, daß die allerwenigsten Spielerinnen Profis sind. Wenn sie denn schon kaum Geld mit ihrem Sport verdienen können, so wollen sie doch möglichst viele schöne Erlebnisse damit haben. Das kann u.a. auch den Wunsch nach der Teilnahme an Studenten- oder Militär-Weltmeisterschaften beinhalten. Und wer Ausnahmespielerinnen an seinen Verein binden will und nur beschränkte finanzielle Möglichkeiten hat, der muß sich halt überlegen ob er diesen Spielerinnen nicht wenigstens mit anderen Anreizen entgegenkommen kann.

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  • Markus Juchem sagt:

    Ich sehe da einen großen Widerspruch! Es ist ja gut und schön, wenn man ihr eine Teilnahme zugesichert hat, aber dann darf man sich im Verein doch bitteschön nicht öffentlich über Wettbewerbsverzerrung beklagen?! Und dann auch noch den DFB dafür verantwortlich machen. Das ist mir dann doch ein bisschen zu einfach.

    Du schreibst, die allerwenigsten Spielerinnen sind Profis. Das ist schon richtig. Nur an die Wahrnehmung des Frauenfußballs und seine Behandlung in der Öffentlichkeit werden professionelle Ansprüche gestellt. Vielleicht sollten diese einfach auf ein reales Maß zurückgestutzt werden.

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  • Markus Juchem sagt:

    Ich poste noch mal Christians Antwort vom anderen Thread hier rein:

    @ Markus

    Mmh, irgendwie habe ich anscheinend bei diesem Thema schon von Anfang an Schwierigkeiten, deine Aussagen richtig zu verstehen. Zuletzt dachte ich, du siehst den Widerspruch zwischen der Aussage von Herrn Agreiter einerseits und Frau Schulte andererseits („Möchten“ – „Müssen“)…

    Ich habe die Aussagen aus Wattenscheid übrigens so (falsch?) verstanden, daß man schon vor geraumer Zeit an den DFB herangetreten war und um eine Spielverschiebung gebeten hatte und dann von der Absage überrascht war (Zitat Schulte aus dem MAZ-Interview: „Ich ärgere mich über die Art und Weise, wie der DFB mit uns umgegangen ist. Erst ist er ausgewichen, dann hat er unseren Antrag auf Spielverlegung mit einem einzigen Satz abgeschmettert.“).
    Ich habe eh den Eindruck, daß der DFB der Militär-WM für die Frauen keine richtige Bedeutung beigemessen hat. Indiz dafür ist für mich auch, daß in der ersten DFB-News zur Militär-WM nur von den deutschen Männern die Rede war. Erst jetzt, da die Männer ausgeschieden sind, die Frauen aber das Endspiel erreicht haben, finden sie Beachtung.

    Und zum Schluß: Bist es nicht gerade du, der so hohe Ansprüche an Professionalität im FF stellst? Dein ganzer Artikel ist ja auch keine Frage sondern Feststellung („falsches Signal zur falschen Zeit“, „verwundert die Augen reiben“, „leisten sich den Luxus“, „Die Bundesligapartie beim FCR 2001 Duisburg scheint man schon im vorab als Niederlage verbucht zu haben, denn nur so ist der Schritt zu erklären.“ etc.).

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  • Markus Juchem sagt:

    @Christian:

    Das ist ja auch ein Widerspruch, unabhängig davon, zu welchem Zeitpunkt man sich an den DFB gewandt hatte mit der Bitte um Spielverlegung. Dass man von der DFB-Absage überrascht war, kann ich persönlich nicht nachvollziehen. Hätte der DFB im April dann auch das Spiel des 1. FFC Frankfurt verlegen sollen, damit Birgit Prinz zum FIFA All Star Game nach China fliegen kann? Das war immerhin eine äußerst repräsentative Veranstaltung.

    Die meisten News auf der DFB-Website werden vom Sportinformationsdienst sid produziert, da hat der DFB selbst meines Wissens nach nur einen geringen redaktionellen Einfluss auf die Inhalte. Deswegen würde ich das in diesem Fall nicht überbewerten.

    Ja, richtig, denn nur wenn sich der Frauenfußball hohe Ziele setzt und sie auch zielstrebig verfolgt, wird er eine Chance haben, mittelfristig mehr Beachtung zu finden.

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  • Schulte sagt:

    Da es hier doch einige Unstimmigkeiten bezüglich der Freistellung von Kerstin Stegemann gibt, würde ich gerne einige Punkte klarstellen.
    1. Kerstin Stegemann hat KEINE Klausel in ihrem Vertrag eingefordert und demnach auch nicht bekommen.
    2. Das „möchten und müssen“ ist so gemeint, dass es für K.Stegemann selbst wenn sie nicht nach Indien wollte, keine Diskussion mit ihrem Arbeitgeber gegeben hätte. Die Bundeswehr ist der 1.Arbeitgeber und hat wenn man so will, eine „Dienstreise“ angeordnet. Wattenscheid ist sozusagen der „Nebenjob“ und welcher Arbeitgeber lässt sich darauf ein, wenn dieser „Nebenjob“ damit nicht einverstanden ist. Jetzt fragen viele, warum hat Frankfurt es untersagt? Weil dort keine Spielerin Hauptverantwortliche Trainerin war uns ist!!! Bei Stegemann gab es von Beginn an keinen Spielraum vom Bund, da hätten wir es ihr nicht verbieten können und dürfen.
    Die Kritik an den DFB ist aus folgendem Grund: Die Anfrage auf Spielverlegung kam schon so früh, da hatte Stegemann noch gar nicht in Wattenscheid unterschrieben. Auf der Jahrestagung wusste DFB-Verantwortliche gar nichts von der Bedeutung der CISM. „Müssen die da denn hin?“ war eine Aussage. Da haben sich sogar Vereine aufgeregt, die gar keine Spielerinnen der Sportförderkompanie in ihren Reihen haben. Nach dem Motto *wenn es für den DFB um Abstellungen geht, dann ist es recht…die Vereine haben dann eben Pech gehabt*. Danach haben wir immer und immer wieder angefragt und nie eine konkrete Aussage bekommen. Immer wieder musste das Thema noch mal besprochen werden. Und 1 Woche VOR dem Spiel gegen Duisburg kam dann 1 Satz in einer Mail. Darum ging es mehr um die Art und Weise, wie mit dem Thema ungegangen ist. Nicht um die Entscheidung. Das diese längst getroffen war, damit hatten wir uns schon abgefunden. Nur wird man dann noch immer wieder mit der Frage konfrontiert, warum man „Stege denn so einfach freistellt“ und „müsste da nicht der DFB was machen“ und und und. Und dann platzt einem irgendwann der Kragen und man sagt, das man auf dieses Thema keine Lust mehr hat. So…aber nun ist Stegemann zurück und die Diskussion kann endgültig aufhören (-;

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  • Max Diderot sagt:

    Im allgemeinen Wehklagen über das Für und Wider der Abstellungen für die Militär-WM habe ich von der bedingten Abwehrbereitschaft der deutschen Damen im Finalspiel gegen Nordkorea gehört. Die arg saftige Packung von 0:5 könnte ja zu der Annahme verleiten, dass an diesem Tag die Ideologie des Verteidigungsressorts, dass die bundesdeutsche Sicherheit am Hindukusch abzuwehren sei, von den Bundesfrauen ad absurdum geführt worden ist. Nordkoreas fußballerische Haubitzen werden vermutlich für diesen Erfolg hoch dekoriert, eventuell dürfen sie sich einen cineastischen Schmachtfetzen aus Kim Yong-Ils vermuteter Videothek zu Gemüte führen, während Frau Stegemann sich mit dem sachten Spott aller jener auseinandersetzen darf, die ihrer Verteidigungsstrategie fürs Heimatland bis heute mit Skepsis begegnen.

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