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Frankfurt nach zwei Last-Minute-Siegen mit anderthalb Beinen im Viertelfinale

Von am 14. Oktober 2007 – 18.32 Uhr

Siegerehrung 1. FFC Frankfurt 2006Die ersten beiden Spieltage der 2. Runde im UEFA-Cup brachten die erwarteten Favoritensiege. Mit Arsenal LFC, Bardolino Verona, WFC Rossiyanka und Umeå IK haben sich bereits vier Mannschaften vor dem letzten Spieltag für das Viertelfinale qualifiziert.

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Am schwersten tat sich aus dem Kreis der Titelanwärter der Deutsche Meister 1. FFC Frankfurt, der sich in beiden Partien erst in den Schlussminuten die drei Punkte sicherte. Gegen den belgischen Meister Rapid Wezemaal genügt den Hessinnen am Dienstag dennoch ein Punkt, um ebenfalls die Runde der letzten Acht zu erreichen und weiterhin den dritten Pokalsieg nach 2002 und 2006 anstreben zu können.

Bangen bis zum Abpfiff

81. Minute am Donnerstag gegen Valur Reykjavik – noch immer steht es 1:0 für die Isländerinnen. 81. Minute gestern gegen den englischen Vizemeister Everton LFC – es steht 1:1. Fakten, die verdeutlichen, dass keiner Mannschaft im UEFA-Cup etwas geschenkt wird und dass die internationale Konkurrenz größer geworden ist.

Nach 90 Minuten plus Nachspielzeit aber führte jeweils der 1. FFC Frankfurt. Am Donnerstag drehten Birgit Prinz (81.) und Petra Wimbersky (89./92.) binnen 11 Minuten die so knifflige Auftaktpartie zu Gunsten des Deutschen Meisters. Gestern hatte Nationalspielerin Fara Williams die Everton Ladies bereits nach drei Minuten in Führung geschossen.

Doch Birgit Prinz konnte noch vor Pausenpfiff egalisieren. Die dreimalige Weltfußballerin war es denn auch, die fünf Minuten vor Schuss einen Flachschuss an den Pfosten setzte und damit die vermeintlich letzte Chance auf den Sieg vergab. Wäre da nicht noch Conny Pohlers gewesen, die den Frankfurter Anhang in der zweiten Minute der Nachspielzeit erlöste.

Der Müdigkeit getrotzt

So setzten sich die Frauen aus der Mainmetropole zwar knapp, aber doch in bemerkenswerter Art und Weise an die Tabellenspitze. Haben die Hessinnen doch mit Renate Lingor, Pia Wunderlich, Louise Hansen und Sarah Günther mehrere Ausfälle zu beklagen und zahlreiche Nationalspielerinnen im Anschluss an die WM nun schon ihr drittes Spiel innerhalb von sechs Tagen bestreiten müssen.

Dementsprechend großzügig fällt auch das Lob von Trainer Hans-Jürgen Tritschoks aus: „Obwohl unsere Weltmeisterinnen, die nach China nur vier Tage zur Erholung frei bekamen, sehr müde sind und auch bei dem Rest der Mannschaft das dritte Spiel binnen sechs Tagen nicht spurlos vorbeigehen konnte, gelang es uns, in der zweiten Halbzeit den Druck zu erhöhen. Ich muss der Mannschaft ein Kompliment machen, denn jede Spielerin kämpfte bis zum Umfallen für die anderen. Mit dieser Moral werden wir den als Ziel gesetzten ersten Platz erreichen.“

Margret Lara Vidarsdottir überragend

Für dieses Unterfangen benötigt der FFC am Dienstag gegen den belgischen Gastgeber Rapide Wezemaal ein Unentschieden. Die Belgierinnen mussten nach ihrem Paukenschlag zum Auftakt, als sie Everton mit 2:1 schlugen, gestern eine deutliche 0:4-Niederlage gegen Reykjavik einstecken. Die Isländerinnen, bei denen die ehemalige Duisburgerin Margret Lara Vidarsdottir vier der fünf Tore erzielte, sind damit vor dem abschließenden Spieltag auch die heißesten Kandidatinnen auf den zweiten Platz, der ebenfalls zur Teilnahme am Viertelfinale berechtigt. Everton bräuchte gegen Valur einen Sieg mit drei Toren Unterschied, um überhaupt noch eine theoretische Chance auf ein Weiterkommen zu haben.

Vorjahresfinalisten Arsenal LFC und Umeå IK lassen nichts anbrennen

Wahrscheinlichster Gegner für den Zweiten der Frankfurter Gruppe ist der schwedische Meister Umeå IK. Ohne sich mit Ruhm zu bekleckern, fuhr der Abonnementmeister durch ein 3:1 gegen CFF Clujana und ein 2:0 gegen Universitet Vitebsk sicher seine sechs Punkte ein und spielt nun gegen WFC Rossiyanka den Gruppensieg aus. Die Russinnen blieben ebenfalls ohne Punktverlust.

Auch in Gruppe A sind die Würfel bereits gefallen. Vorjahressieger Arsenal LFC präsentierte sich beim 4:0 gegen den kasachischen Meister Alma KTZH und gestern beim 7:0 gegen den SV Neulengbach in Torlaune. Für den österreichischen Meister aus Neulengbach bedeutet diese Niederlage erneut das Aus vor der K.O.-Runde, nachdem man am Donnerstag auch gegen Bardolino Verona in einer hart umkämpften Begegnung den Kürzeren zog. Natascha Celouch hatte ihre Farben nach 30 Minuten in Führung gebracht, ehe Patrizia Panico in der 50. Minute für den Ausgleich sorgen konnte. Auch die abermalige Führung durch Maria Gstöttner hielt nicht lange. Alessia Tuttino (61.) und Valentina Boni per Elfmeter drehten die Partie für die Italienerinnen.

Kolbotn und Brøndby im direkten Duell gefordert

Wer das Spiel um den Gruppensieg zwischen Arsenal und Bardolino morgen gewinnt, wird dann im Viertelfinale auf den Zweiten der Gruppe D treffen. Wer das sein wird, ist heute allerdings noch völlig offen. In der oftmals als Hammergruppe bezeichneten Gruppe haben bis auf Sparta Prag noch alle Teams ausgezeichnete Chancen auf den Viertelfinaleinzug. Die mit Abstand besten Karten hat Olympique Lyonnais. Der französische Meister steht gegen Sparta Prag vor der vermeintlich leichtesten Aufgabe.

Klar ist die Ausgangssituation auch in der zweiten Begegnung dieser Gruppe. Sowohl der dänische Meister Brøndby IF als auch die Norwegerinnen von Kolbotn IL fuhren gegen Prag drei Punkte ein. Doch während die Däninnen Lyon ein Unentschieden abtrotzten, ging Kolbotn gestern mit 0:1 als Verlierer vom Platz. Camille Abily erzielte den Siegtreffer für die Französinnen. Die Norwegerinnen, die in der letzten Saison den FFC Frankfurt im Viertelfinale aus dem Rennen warfen, brauchen somit einen Sieg gegen den letztjährigen Potsdam-Bezwinger aus Kopenhagen.

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