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Frankfurt startet Unternehmen UEFA-Pokal

Von am 11. Oktober 2007 – 9.10 Uhr 2 Kommentare

Hans-Jürgen TritschoksMit großen Hoffnungen im Gepäck ist der 40-köpfige Tross des 1. FFC Frankfurt am Mittwoch Richtung Belgien aufgebrochen. Ab dem heutigen Donnerstag steigt der Doublegewinner der Vorsaison in Wezemaal rund 35 Kilometer östlich von Brüssel als eines von fünf gesetzten Teams in die zweite Runde des UEFA-Pokals der Frauen ein.

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Dort wird das Team von Trainer Hans-Jürgen Tritschoks (Bild) zuerst auf Islands Meister Valur Reykjavik (17.30 Uhr) treffen, bevor am Samstag im englischen Vizemeister FC Everton (Samstag, 13. Oktober, 17.30 Uhr) wohl der schwerste Brocken auf die Hessinnen wartet. Das Spiel gegen Belgiens Meister Rapide Wezemaal (Dienstag, 16. Oktober, 19.30 Uhr), der die Gastgeberrolle zugelost bekam, steht zum Abschluss auf dem Programm.

Die beiden Gruppenersten qualifizieren sich für das Viertelfinale, das Mitte November ausgetragen wird. Die Halbfinals finden in Hin- und Rückspiel am 29./30. März 2008 (Hinspiel) bzw. am 5./6. April 2008 (Rückspiel) statt. Das Finale der siebten UEFA-Pokal-Saison wird ebenfalls in einer Heim- und Auswärtspartie am 17. Mai 2008 (Hinspiel) sowie am 24. Mai 2008 (Rückspiel) entschieden.

Nach dem erfolgreichen Saisonstart in der Bundesliga mit neun Punkten aus drei Spielen und dem zuletzt erzielten souveränen 6:1-Sieg gegen den Hamburger SV ist die Zielrichtung klar vorgegeben. „Die Teilnahme am europäischen Wettbewerb hat für uns einen besonders großen Stellenwert, da er die Möglichkeit bietet, sich mit den besten Vereinsmannschaften Europas zu messen. Für jede Spielerin sind dies Highlights der Saison und deshalb fahren wir erwartungsvoll zum Auftakt des diesjährigen UEFA Women’s Cup nach Belgien“, so Trainer Hans-Jürgen Tritschoks.

Umeå aus dem Weg gehen

Mit der erfolgreichen Qualifikation alleine will man sich nicht zufrieden geben. Denn als Gruppensieger würde man vermutlich ein frühes Duell mit Schwedens Spitzenteam Umeå IK im Viertelfinale vermeiden. Tritschoks schätzt die Ausgangssituation folgendermaßen ein: „Ich erwarte mit dem englischen Vizemeister FC Everton den stärksten Widersacher, der neben der englischen Nationaltorhüterin Rachel Brown weitere fünf Nationalspielerinnen in seinen Reihen hat. Aber sowohl der isländische Champion Valur Reykjavík als auch der Gastgeber, der belgische Meister FCL Rapide Wezemaal, haben ihre Gruppen wie Everton in der ersten Qualifikationsrunde ohne Punktverlust souverän gewonnen und dürfen nicht unterschätzt werden.“

Frankfurt muss in Belgien allerdings gleich auf mehrere Spielerinnen verzichten. Renate Lingor fehlt wegen eines Muskelfaserrisses im rechten Gesäßmuskel, Pia Wunderlich (Schultereckgelenkssprengung) und Sarah Günther (muskuläre Probleme) stehen ebenfalls nicht zur Verfügung. Darüber hinaus hat Louise Hansen wegen einer Grippe auf die Reise nach Belgien verzichtet. Svenja Huth blieb ebenfalls in Frankfurt, sie soll behutsam an höhere Aufgaben heran geführt werden.

Manager Siegfried Dietrich erklärt: „Unser Ziel ist es, mit dem sicherlich stärksten Kader unser noch jungen Vereinsgeschichte zum vierten Mal das begehrte UEFA-Women’s-Cup-Endspiel zu erreichen.“

Optimismus bei Frankfurts Gegnern

Beim UEFA-Pokal-Debütanten FC Everton geht man voller Optimismus in die ungewohnte Aufgabe. „Wir sind unbekannt in Europa, keiner erwartet etwas von uns“, so Trainerin Mo Marley, die allerdings einräumt, dass der UEFA-Pokal eine besondere Herausforderung darstellt. Dennoch meint sie: „Wir wollen gegen die besten Teams in Europa spielen und zeigen, dass wir zu den Großen gehören.”

Bis auf eine Spielerin kann Marley auf den stärksten Kader zurückgreifen. Vor allem für einige angehende Nationalspielerinnen sind die Spiele in Belgien eine gute Gelegenheit, auf sich aufmerksam zu machen. Wie etwa für Verteidigerin Lindsay Johnson, die bei der Frauenfußball-WM in China im Spiel gegen Japan zu einem Kurzeinsatz kam.

Valur Reyjkjavik, einer der ältesten und bekanntesten isländischen Clubs, hat gleich sieben Nationalspielerinnen in seinen Reihen. Bekannteste Spielerin ist Margrét Lára Vidarsdóttir, die nach einem Intermezzo in Duisburg Deutschland im Januar wieder verließ und Valur mit 38 Ligatreffern zum erneuten Meistertitel schoss. Auch Torhüterin Gudbjörg Gunnarsdóttir gehört zu den beachtenswerten Spielerinnen. Und so ist man optimistisch, dass man zumindest um den zweiten Gruppenplatz mitkämpfen kann.

Nur eine Außenseiterchance hat Gastgeber Rapide Wezemaal. Der seit 1983 existierende Verein hat sich seit Ende der 90er-Jahre kontinuierlich verbessert, in der Saison 2003/2004 wurde man erstmals Meister. Für die Belgierinnen wird es darum gehen, Erfahrung gegen internationale Konkurrenz zu sammeln.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

2 Kommentare »

  • Auch der Deutsche Meister 1. FFC Frankfurt sichert sich – allerdings in einem Herzschlagfinale – die ersten drei Punkte. Margrét Lára Vidarsdóttir hatte die Isländerinnen eine Minute vor dem Pausenpfiff in Führung gebracht. Lange Zeit rannten die Frankfurterinnen im zweiten Spielabschnitt hinterher, doch am Ende drehten sie die Partie noch mit drei Treffern innerhalb von zehn Minuten. Birgit Prinz (82.) und Petra Wimbersky (90./94.) sorgten für den 3:1-Endstand.

    Das zweite Spiel in dieser Gruppe bestreiten ab 20.15 Uhr Gastgeber Wezemaal und Everton LFC.

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  • Gastgeber Rapid Wezemaal bezwingt überraschend den nächsten Gegner Frankfurts, Everton LFC, mit 2:1 nach 1:0-Führung für die Engländerinnen.

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