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DFL-Millionen für den deutschen Frauenfußball?

Von am 10. Oktober 2007 – 12.57 Uhr 13 Kommentare

Nach der umstrittenen Entscheidung, die Vermarktung der Bundesligarechte in die Hände des 2002 in Insolvenz gegangenen Medienunternehmers Leo Kirch zu geben, hat Peter Danckert, SPD-Politiker und Vorsitzender des Sportausschusses des Deutschen Bundestages, mit einem überraschenden Vorschlag aufhorchen lassen.

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Danckert schlägt vor, fünf Prozent des Gesamtbetrages pro Saison, „vielleicht 25 Millionen“, für die Fußball-Nationalmannschaft der Frauen auszugeben. „Die sind jetzt Weltmeisterinnen und vielleicht eines Tages auch Partner der DFL. Also da sollte auch ein bisschen Geld hinfließen“, so der Vorschlag. Die DFL erhält innerhalb von sechs Jahren insgesamt rund drei Milliarden Euro.

Populistischer Vorschlag in Zeiten der WM-Euphorie oder eine ernst zu nehmende Idee? Eure Meinungen sind gefragt!

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

13 Kommentare »

  • Bartolo sagt:

    > Populistischer Vorschlag in Zeiten der WM-Euphorie oder eine ernst
    > zu nehmende Idee?

    Beides 🙂
    Das wäre natürlich erst mal toll.
    Aber: Wer bekommt die Kohle? Nach welchem Schlüssel?
    Wenn das direkt an die Vereine geht und nach einem ähnlichen Schlüssel wie bei den Herren verteilt wird, bekommen wir binnen kurzem ein „Old Firm“ Problem (eigentlich haben wir das ja jetzt schon).
    Giesskanne ist auf der anderen Seite auch selten eine gute Methode…

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  • Bartolo sagt:

    Ups, da habe ich nicht richtig gelesen. Es steht ja da, dass das Geld an die Natio gehen solle.
    Keine gute Idee! Da ist der DFB gefragt und die haben genug Geld.

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  • Max Diderot sagt:

    Eigentlich ein ganz prima Vorschlag. Dadurch würde die DFL, als Kapitalgesellschaft, nicht nur steuersparende Ausgaben tätigen, wenn sie die Frauennationalmannschaft, deren rechtlicher Träger ja der DFB, also ein eingetrager und gemeinnütziger Verein ist, finanziell unterstützen würde. Zudem könnten zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden. Die Reputation der DFL würde sich in der Außendarstellung verbessern (zumindest in der meinigen) und das Renommee des Frauenfußballs könnte positiv davon profitieren. Auch wenn eingedenk des Umstandes, und diese Erkenntnis stammt von klügeren Mitmenschen, Geld keine Tore schießt.
    Bedenklich ist für mich aber, dass es augenblicklich keine rechtliche Grundlage für die (Weiter-) Verteilung dieser finanziellen Mittel durch den DFB zu geben scheint. Eine ähnliche Struktur wie im Herrenbereich, nämlich mit der DFL, ist, zumindest nach meinem Kenntnisstand, ich lasse mich gerne eines Besseren belehren, noch nicht einmal von den die Frauen vertretenden Bundesligavereinen (I. und II. Liga) angedacht worden. Im Gegensatz zu meinem Vorschreiber sähe ich auch keine Begünstigung einer Old Firm, wobei ich nicht ganz verstehe, was damit gemeint ist, vermute aber, dass diese Bezeichnung auf die etablierten Vereine abzielen soll. Der DFB könnte durchaus einen Weg in der (Weiter-) Verteilung der Mittel an die Vereine finden, der auch Faktoren (beispielsweise der Bildung) beinhaltet, die in der Männerdomäne nicht berücksichtigt werden.
    Über was ich mich furchtbar aufrege, und mit der eigentlichen Fragestellung nichts zu tun hat, ist die in den Medien auftretende negative Charakterisierung von Herrn Kirch. Hier wird ein Stereotyp wiedergekäut. Ich kenne Herrn Kirch nur aus der Beschreibung der Medien und diese ist nicht allzu gut. Aber das Scheitern zwangsläufig zum Handeln gehören kann, scheinen diese Damen und Herren, die möglicherweise in Festanstellung tätig sind, zu ignorieren. Und nicht die Privatperson Kirch ist seinerzeit in die Insolvenz gegangen sondern sein Unternehmen, die KirchMedia GmbH & Co.KGaA . Kirch wird zukünftig als Vermittler, genauer seine Firma KF 15 GmbH & Co.KG, der inländischen Rechte ab der Saison 2009/10 auftreten und soll diesen Deal ja auch mit einer sogenannten selbstschuldnerischen Bankbürgschaft durch ein Kreditinstitut abgesichert haben.

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  • Markus Juchem sagt:

    Danke für Eure Einschätzungen.

    @Max
    Die Kritik an Leo Kirch richtet sich ja nicht an die Privatperson, auch dessen unternehmerische Leistungen der Vergangenheit sind unbestritten. Dass aber genau dieser Leo Kirch und seine damalige Kirch Media vor gerade einmal fünf Jahren die Bundesliga fast mit in die Pleite gestürzt hätten, haben viele offenbar schon wieder vergesssen.

    Während Kirch unbehelligt an neuen Unternehmungen bastelt, wird das Insolvenzverfahren der Kirch Media mit einer Insolvenzmasse von rund 7 Milliarden Euro (in Worten: Sieben Milliarden Euro) noch ca. 10 bis 15 Jahre dauern. Warum? Weil damals Banken immer weiter Kredite in Kirchsche Unternehmungen gepumpt haben, die in der Realität schon längst nicht mehr zu rechtfertigen waren. Da darf man denke ich schon einmal Kritik äußern.

    Dass sich nach den ganzen in den Sand gesetzten Millionenkrediten heute überhaupt noch eine Bank zu einer Bürgschaft herablässt, darauf kann sich jeder selber einen Reim machen.

    Zudem brüskiert die DFL einmal mehr wie schon beim Arena-Deal den bestehenden Partner Premiere. Ein vollkommen unnötiger Weg über einen Zwischenhändler. Ich bin auch mal gespannt, welches Unternehmen in Zukunft daran interessiert sein wird, ein schlüsselfertiges Produkt zu kaufen, Premiere sicherlich nicht.

    Geldgier kommt vor dem Fall, anders lässt sich dieses abenteuerliche Unterfangen nicht erklären.

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  • Bartolo sagt:

    Nochmal was zur Verteilung der virtuellen Millionen 🙂

    @Max:
    Du schreibst was von „Bildung“. Wenn du darunter die Nachwuchsförderung verstehst: vollkommen d’accord.
    Wenn ichs mir so überlege, ist das das einzige Feld, in dem man Gelder, die „für den Frauenfussball“ allgemein gedacht sind, sinnvoll einsetzen kann. Indem man nämlich die Vereine beim Aufbau von Fussballschulen unterstützt, so wie es sie im Männerfussball auch schon gibt. Nur über den Nachwuchs gibt es eine wirkliche Förderung. Das Schlimmste, was passieren könnte wäre, dass man damit etablierte Spielerinnen bezahlt.

    PS: „Old Firm“ bezieht sich ursprünglich auf Celtic Glasgow / Glasgow Rangers, die zusammen etwa 90% aller nationalen Titel gewonnen haben.

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  • Max Diderot sagt:

    Auch wenn wir bis dato nur im kleinen Kreis über den Vorschlag von Herrn Danckert diskutieren, vermutlich werden noch einige Meinungen zu dem Thema eintreffen, finde ich die Diskussion über die Anregungen des Berliner MdB recht interessant.
    Exakt, Bartolo, den weiten Begriff der Bildung könnte ich mir so, wie von Dir beschrieben, auch vorstellen. Außerdem entspricht dieser Komplex ja auch der Absicht des DFB, und hier insbesondere dessen Präsidenten Dr. Zwanziger, jungen Mädchen und Damen mit einem Migrationshintergrund über den Fußballsport die gesellschaftliche Integration zu erleichtern. Wie nützlich und hilfreich so eine Maßnahme sein kein, erkennen wir ja aktuell an der Entscheidung eines jungen Mannes, der sehr schnell zu einem politischen Spielball gemacht worden ist.
    Markus, der von Dir beschriebene Sachverhalt ist richtig. Daran, ohne die exakten Verbindlichkeiten zu kennen, hatte ich auch keine Zweifel. Nur Gewinn und Verlust sind nicht nur Bestandteile des Sports sondern auch der Ökonomie. Und wenn Du und ich uns die damalige Zeit in Erinnerung rufen, war ja auch die finanzielle Unbekümmertheit von DFB und Liga für die nachfolgende Ernüchterung mitverantwortlich. Erst durch die Insolvenz des Kirch-Imperiums und dessen Auswirkungen auf die Profivereine, ist erst ein nachhaltiges Wirtschaften möglich geworden. Phasenweise quoll die Geldgeilheit einiger Verantwortlicher aus der kleinsten Pore heraus.
    Gleiches gilt übrigens auch für die Kinowelt der Kölmel Brüder, die einige Drittliga-Teams unterstützten, denen aber nach der Pleite der Kinowelt der finanzielle Boden wegbrach. Aber das würde jetzt und hier zu dem Danckertschen Vorschlag unpassend sein, weiter im Detail zu erörtern.
    Jetzt hoffe ich nur, dass Herr Danckert die entsprechenden Lobbyisten des DFB im Deutschen Bundestag gut genug kennt, um sie für seinen Vorschlag zu gewinnen. Und alle jene, denen die Fortentwicklung des Frauenfußballs in Deutschland am Herzen liegt, werden möglicherweise mehr als nur die übliche Kerzen entzünden, damit die (Frauenfußball-) Vereine ein kleines Stück des großen monetären Kuchens abbekommen.

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  • Detlef sagt:

    Also ich halte nichts davon, diese „Virtuellen Millionen“ in die Frauen-Nationalmannschaft zu pumpen!!! Dafür ist in der Tat der DFB zuständig!!!
    Lieber sollte man das Geld dazu verwenden, in den bereits vorhandenen Fußballschulen, auch Mädchen auszubilden, sowohl am Ball, als auch in Mathe, Biologie, Geschichte……!!! In Verbindung mit anderen Geldquellen (DFB, öffentliche Gelder, Sponsoren), könnte somit ein Fundament gelegt werden, damit die FF-Bundesliga spannender und besser wird, und hier können auch die Weltmeisterinnen von morgen und übermorgen heranwachsen!!!
    Wie ich schon in einem anderen Beitrag schrieb, Geld ist in diesem Land reichlich vorhanden, man muss es nur sinnvoll einsetzen!!!

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  • David sagt:

    Keine Ahnung war der Kommentar beim ersten Mal (gestern) nicht erschien. Deshalb nochmal:

    „Zusätzliche Gelder für den Frauenfußball“ sind sicherlich für die meisten der Frauenfußballanhänger eine positive Schlagzeile.
    Allerdings würde ich dafür plädieren das Geld, sollte es denn fließen, den Vereinen (gestaffelt nach Ligazugehörigkeit) zukommen zu lassen. Die Nationalmannschaft und ihre Spielerinnen erhalten schon jetzt eine gegenüber ihren Mitspielerinnen in den Ligen deutlich gesteigerte Unterstützung seitens des DFB. Ob Leistungszentren oder Zuschüsse für das Training von Nationalspielerinnen im Verein. Der Rest des Frauenfußballs befindet sich jedoch überwiegen noch immer im Bereich des Amateursports. Um langfristig die Klasse des Frauenfußball zu festigen oder zu steigern sollte deshalb die Vereine als Basis für eine erfolgreiche Nationalmannschaft vergessen werden.

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  • Max Diderot sagt:

    „Keine Ahnung war der Kommentar beim ersten Mal (gestern) nicht erschien.“. David, diese Erfahrung habe ich auch schon mit einigen Beiträgen gemacht, die sich im virtuellen Nichts verflüchtigten. Leider blieb meine Frage, nach dem Warum und Weshalb, bis dato unbeantwortet.

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  • Markus Juchem sagt:

    @Max und David

    Tut uns Leid, wenn Kommentare von Euch im virtuellen Nirvana gelandet sind. Wir können das leider technisch nicht nachvollziehen. Bitte schickt uns doch gleich eine Mail, sollte es wieder einmal passieren. Vielleicht finden wir dann doch noch den Grund heraus, woran es liegt.

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  • Max Diderot sagt:

    Markus, ich sehe es sportlich. Aber beim letzten Mal, es ging um Katja Öhlschlägers Beitrag zur WM 2011 respektive der Vergabe der selbigen, platzte mir der Kragen und ich schickte der Verfasserin eine Email, die Adresse entnahm ich den Angaben der Autorenrubrik. Dabei gab ich auch an, mit welchem Browser bzw. Add-on ich arbeite.

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  • Hallo Max,

    wie Markus schon sagte, bedauern wir diese Probleme beim Abschicken der Kommentare, haben darauf aber leider keinen Einfluss. Eine Mail hilft da, damit wir Eure Beiträge dann manuell einstellen können.

    Auf deinen jetzigen Kommentar hin habe ich meinen Spamordner durchsucht. Leider hat sich Deine E-Mail-Adresse dort verfangen. Ansonsten beantworten wir E-Mails immer umgehend.

    Ich werde Deinen Beitrag aber gleich nachträglich im entsprechenden Thema einfügen.

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  • Detlef sagt:

    @Katja & Markus,
    von mir sind auch schon einige Beiträge im „NIRVANA“ gelandet, manche auch nur teilweise!!! Ich kann Max also gut verstehen!!!

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