Mit viel Schwung in den dritten Bundesliga-Spieltag

Von am 6. Oktober 2007 – 10.23 Uhr

Sylvie BaneckiEine Woche nach dem gewonnenen Endspiel der Nationalmannschaft bei der Frauenfußball-Weltmeisterschaft in China steht der dritte Spieltag der Frauenfußball-Bundesliga auf dem Programm. Alle Beteiligten hoffen, dass der zweite WM-Titelgewinn in Folge für neue Impulse und auch für ein Zuschauerplus in den sechs Bundesligastadien sorgen wird.

Gleich mehrere reizvolle Partien stehen am Sonntag auf dem Programm und man darf gespannt sein, ob die Weltmeisterinnen ihre Müdigkeit nach dem sportlichen und feierlichen Marathon bereits abschütteln können.

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„Ich hoffe, dass wir in Frankfurt unseren Zuschauerschnitt auf 2.000 steigern können“, so Manager Siegfried Dietrich von Meister 1. FFC Frankfurt hoffnungsfroh. Im Stadion am Brentanobad ist der Hamburger SV zu Gast und die Fans werden sich den ersten Auftritt der frisch gebackenen Weltmeisterinnen sicherlich nicht entgehen lassen.

Rottenberg feiert Comeback

Darüber hinaus wird Torhüterin Silke Rottenberg im Mittelpunkt des Geschehens stehen, die nach 253 Tagen ihr Comeback zwischen den Pfosten des 1. FFC Frankfurt feiern wird. „Nach dem tollen WM-Erfolg, den ich durch meine verletzungsbedingte Reservistenrolle mit einem lachenden und einem weinenden Auge erlebt habe, freue ich mich sehr auf mein Comeback am Sonntag“, so Rottenberg.

Auf die leichte Schulter will man den HSV nicht nehmen. Die guten Leistungen vom Überbrückungsturnier, wo man gegen den VfL Wolfsburg (5:0), Turbine Potsdam (3:0) und den HSV (4:1) gewann, sollen in der Bundesliga erneut abgerufen werden. „Mit Blick auf die knappen Ergebnisse gegen den HSV in der Vergangenheit nehmen wir die Partie sehr ernst“, so Frankfurts Trainer Hans-Jürgen Tritschoks. „Ich hoffe, dass im Zuge der WM-Euphorie viele Zuschauer zu dieser Begegnung kommen werden“, sagt Weltmeisterin Renate Lingor, die zusammen mit den sechs anderen FFC-Weltmeisterinnen vor dem Spiel geehrt werden wird.

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Verletzungssorgen beim HSV

„Es ist leicht, die Mannschaft auf diese Partie einzustellen“, so HSV-Trainer Achim Feifel. „Dies ist ein Spiel, bei dem man nur gewinnen kann.“ Denn in Janka Rohrberg (Kreuzbandriss), Maja Schubert (Meniskus), Vanessa Schröer (Meniskus) und Christine Schoknecht (Achillessehne) fehlen gleich vier Spielerinnen. Bei Denise Lehmann (Schienbein), Janina Haye (Blinddarmreizung) und Christina Plessen (Knie) ist der Einsatz fraglich.

Bei Bayern München ist man froh, dass die Bundesliga-freie Spielzeit endlich vorbei ist. Nach den guten Leistungen beim Überbrückungsturnier will man im Gastspiel beim SC Freiburg drei wichtige Punkte einfahren. Gegen denselben Gegner gewann man vor zwei Wochen klar mit 4:0. Doch FCB-Trainerin Sissy Raith warnt: „Der SC Freiburg ist bekannt heimstark. Zudem ist Weltmeisterin Melanie Behringer wieder im Freiburger Kader.“

Bayern tüfteln an der Taktik

Die WM-Spielpause wurde genutzt, um taktische Feinheiten einzustudieren und die Spielerinnen auf ungewohnten Positionen einzusetzen. Dabei konnte vor allem Sylvie Banecki bei den Siegen gegen Saarbrücken, Crailsheim und Freiburg positive Akzente setzen. Ebenso stark spielte Bianca Rech, die nach der verpassten WM nun den Blick bereits Richtung Olympische Spiele Peking 2008 gerichtet hat.

Der TSV Crailsheim will im Heimspiel gegen den FCR 2001 Duisburg dem Favoriten ein Bein stellen. TSV-Trainer Günther Wörle spekuliert, dass die vier Weltmeisterinnen im Team des Gegners nicht in Topform sind: „Vielleicht sind sie doch ein bisschen müde vom Feiern.“

Wird Crailsheim erneut zum Favoritenschreck?

Die Crailsheimerinnen gefallen sich in der Rolle der Außenseiterinnen, brachten am ersten Spieltag schon Turbine Potsdam beim 1:0 zu Fall. Duisburgs Trainer Thomas Obliers kämpft mit Personalproblemen. Neben den Langzeitverletzten Jennifer Oster und Elena Hauer haben sich beim Länderpokal Turid Knaak und Irini Ioannidou verletzt, Ioannidou kann nicht spielen.

Für Turbine Potsdam steht die schwere Auswärtsaufgabe bei der SG Essen-Schönebeck an. „Die SG Essen-Schönebeck ist immer ein unangenehmer Gegner. In der vergangenen Saison haben wir gegen die Mannschaft mit einer Niederlage und einem Unentschieden vier Punkte hergeben müssen“, erinnert sich Trainer Bernd Schröder nur ungern an die abgelaufene Spielzeit. „Essen spielt zu Hause und geht als klarer Favorit ins Spiel – für uns wird das eine ganz schwere Partie.“

Essen will ersten Saisonsieg

Essens Trainer Ralf Agolli ist froh, dass es endlich in der Bundesliga weiter geht. „Es wird Zeit, dass die Spielerinnen wieder in den Wettbewerb kommen”, so Agolli. Er ärgert sich noch immer über die beiden Unentschieden zum Auftakt der Saison gegen Bad Neuenahr und in Wolfsburg. „Da war mehr drin. Gegen Potsdam wollen wir das nun nachholen und den ersten Sieg einfahren.”

Der VfL Wolfsburg will mit Weltmeisterin Martina Müller beim SC O7 Bad Neuenahr punkten.  „Es ist nicht ganz einfach zu sagen,  wo wir stehen, ich weiß aber, dass Bad Neuenahr ein unbequemer Gegner ist und es für uns ein harter Kampf wird“, so Trainer Bernd Huneke. „Ich bin zuversichtlich, dass wir mit der richtigen Einstellung unsere Serie fortsetzen. Ein Punkt wäre klasse.“

Duell der Aufsteiger

In Bochum kommt es zum Aufsteigerduell zwischen Wattenscheid 09 und dem 1. FC Saarbrücken. Für die Gastgeberinnen ist es nach dem durchwachsenen Saisonstart ein Richtung weisendes Spiel, bei dem die angekratzte Moral aufpoliert werden soll. „Wir spielen gegen einen Mitaufsteiger im eigenen Stadion. Da muss jedem klar sein, dass nun Punkte her müssen“, so Trainerin Tanja Schulte ohne Umschweife.

Mit zwei Punkten auf der Habenseite reist die mit U19- und U20-Nationalspielerinnen gespickte Truppe aus dem Saarland nach Wattenscheid. Das Team von Guido Mey will weiter eine weiße Weste behalten.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.