Bitte keine Vergleiche mehr!

Von am 2. Oktober 2007 – 13.43 Uhr 23 Kommentare

Nadine AngererNein, ich will nicht nur meckern. Es ist gut und es freut mich, dass gestern Abend ARD und ZDF den Empfang der Weltmeistermannschaft live übertragen haben. Parallel. Sowas kennt man eigentlich nur von Papstbesuchen oder königlichen Hochzeiten.

Man darf sich darauf durchaus etwas einbilden, denn es ist ein Indiz dafür, dass Frauenfußball eine so große Masse begeistern kann, dass sich die Sender diese gute Quote einfach nicht entgehen lassen wollen. Das kann man getrost als einen Erfolg bezeichnen, es ist die verdiente Belohnung für harte und erfolgreiche Arbeit. Und für das dauernde Ankämpfen gegen Vorurteile.

Doch diese Übertragungen zu verfolgen, war auch aufschlussreich. Sie sagten viel aus über den derzeitigen Stand des Frauenfußballs in der Gesellschaft und über das, was wir in den nächsten Jahren erwarten dürfen. Etwas Medienkritik, aber nicht nur. Ein persönlicher Kommentar zur WM.

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Was den Erfolg aufwerten soll, ist das krasse Gegenteil

Nein, es verhielten sich gestern nicht alle so unverblümt-ungeschickt wie Hessens Ministerpräsident Roland Koch, der die frischgebackenen Weltmeisterinnen im Frankfurter Kaisersaal mit den Worten „Macht den Männern weiter Druck, damit sie auch wieder Erfolge feiern“ zu weiteren Siegen ermuntern wollte. Mittel zum Zweck, nennt man das wohl. Da weiß man, woran man ist.

Über diese Phase sind die meisten Fernsehreporter glücklicherweise schon hinaus. Doch trotzdem kleben die Vergleiche mit dem Männerfußball an dieser Sportart wie eine Klette. Dass Birgit Prinz nach dem Finale den Triumph einen Moment lang ganz in Ruhe und in sich gekehrt genießen wollte, habe etwa an Franz Beckenbauer 1990 erinnert. Mh. Nadine Angerer ist jetzt eine „Titanin“, sie kommt ganz nach Oliver Kahn. Aja.

Es ist wohl tatsächlich, so schwer ich mich darin hineinversetzen kann, der Glaube, die Erfolge der Frauenmannschaft würden dadurch aufgewertet, in einem Atemzug mit einem Franz Beckenbauer genannt zu werden. In Wahrheit ist es das Gegenteil, weil es offenbart, dass es augenscheinlich nicht ausreicht, einfach nur Weltmeisterinnen zu feiern, einer Birgit Prinz oder einer Nadine Angerer einfach nur zu ihren Leistungen zu gratulieren. Das geht einfach nicht. Noch nicht? Hoffentlich.

Der Erfolg ist nicht mehr oder weniger wert, es ist schlicht ein großer Erfolg

Selbst seriöse Medien, die im 21. Jahrhundert angekommen sind, kommen nicht umhin, immer wieder diese Vergleiche anzustellen. Steffen Dobbert in der ZEIT hat Recht, wenn er das Missverhältnis der Beachtung in der Öffentlichkeit beklagt und darauf hinweist, dass nur im Fußball die Schusskraft einer Frau mit der eines Mannes verglichen wird. In der Leichtathletik ist es ganz selbstverständlich, dass die Frauen eben langsamer laufen.

Doch sein Kollege Ulrich Dehne ist noch nicht so weit. Er lässt es sich nicht nehmen, die Erfolge miteinander zu vergleichen: „Der zweite und der dritte Platz von Ballack und Co. bei den vergangenen Weltmeisterschaften ist sportlich mehr wert als die beiden WM-Siege der Frauen hintereinander.“

Warum, erklärt er mit Argumenten, die seine Unkenntnis offenbaren. Es sei eben einfach schwieriger, bei den Männern Weltmeister zu werden. Nur fünf Länder gebe es neben Deutschland, die ein „respektables Niveau“ bieten: Norwegen, Schweden, USA, Brasilien und China. Dass etwa Frankreich gar nicht dabei war, Australien den deutschen Finalgegner Brasilien am Rande einer Niederlage hatte, Kanada in Gruppe C nur haarscharf scheiterte und Australien und Norwegen das Leben verdammt schwer gemacht hat, dass Nordkorea und nicht Schweden in Gruppe B weiter kam – alles Fortschritte, die er unter den Tisch kehrt.

Andere Rahmenbedingungen

Am Ende bekommt er die Kurve und schließt: „Man sollte nicht Äpfel mit Birnen vergleichen!“ Richtig, möchte man ihm zurufen. Natürlich ist die Leistungsdichte im Männerfußball noch höher, aber deshalb ist der Titelgewinn nicht mehr und nicht weniger wert. Die Rahmenbedingungen sind andere. Und das bedeutet auch, dass zahlreiche Nationalspielerinnen noch ganz andere Zeiten erlebt haben. Als die Medienberichterstattung dieser WM vollkommen unvorstellbar war. Als die Widerstände immens waren. Dehne weist sogar selber darauf hin, dass in vielen Ländern die gesellschaftliche Akzeptanz fehlt. Der Versuchung, den Wert der Erfolge miteinander zu vergleichen, erliegt er dennoch.

Man kann es mit Sarkasmus nehmen, wie es Ariane Hingst und Nadine Angerer während der Siegesfeier in einem gespielten Interview getan haben. Hingst: „Und, macht ihr nach dem Spiel denn auch den Trikottausch?“ Angerer: „Und duscht ihr denn auch mit eurem Torwarttrainer?“ Ganz so schlimm ist es meistens nicht mehr, aber es ist die richtige Einstellung, sich von dieser Borniertheit nicht beeindrucken zu lassen. Zu zeigen, für wie beschränkt man dieses Denken hält.

Jogi Löw 2008 wie Birgit Prinz 2007?

Und doch werde ich erst dann aufhören, mich darüber aufzuregen, wenn beispielsweise im nächsten Jahr, sollten die deutschen Männer dann Europameister werden, ein in sich gekehrter Jogi Löw darauf angesprochen wird, dass das alles ein bisschen an Birgit Prinz 2007 erinnerte. Oder dass ein Per Mertesacker in der Abwehr genauso kompromisslos zu Werke geht wie eine Annike Krahn. Wäre doch auch eine Form der Anerkennung für die Männer, oder? Nein? Aha.

Also der Römer-Empfang. Es ließ sich viel daran ablesen, was man in die nächsten Jahre mitnehmen kann. Es gibt eine Basis derer, die sich wirklich für den Frauenfußball interessieren, die die Spiele mit ehrlichem Interesse verfolgen. Die Zahl derer ist seit der WM 2003 gestiegen, und sie kann weiter wachsen.

Möglichkeiten ausreizen

Hier müssen die Vereine ansetzen, müssen unaufhörlich dafür werben, wo ihre Weltmeisterinnen zu sehen sind, denn es stimmt: in der Öffentlichkeitsarbeit tut sich etwas, doch sie ist in vielen Fällen noch stark verbesserungswürdig. DFB-Präsident Theo Zwanziger ist ein Glücksfall für den Frauenfußball und man darf sich sicher sein, dass er auch in den kommenden Jahren einiges bewegen wird. Es gilt, die Leute weiter in Kontakt mit dem Frauenfußball zu bringen. Nur so können Vorurteile abgebaut und Interesse für den Sport geweckt werden.

Denn die Vorurteile sind weiterhin immens, darüber kann die politisch korrekte Behandlung des Themas von offizieller Seite aus nicht hinwegtäuschen. Darüber kann und sollte auch ein gigantischer Empfang wie der gestrige nicht hinwegtäuschen. Bei einer WM spielt eine Nationalmannschaft und ein solcher Empfang ist ein Event. Beides liebt die Volksseele.

Der Stammtisch ist noch immer nah

Dabei zeigte die TV-Übertragung des Empfangs unfreiwillig so deutlich wie irgend möglich, wo nach wie vor das Haupthemmnis für eine schnellere Entwicklung des Frauenfußballs liegt. Ob man das Fernsehen verfolgt oder mal einen Blick in allgemeine Fußball-Foren im Internet wirft, wo Frauenfußball nur bei der WM mal zum Thema wird. Da ist der Stammtisch sehr nah. Anerkennung liest man da bisweilen auch. Aber vor allem ist es immer noch irgendwie komisch, dass 22 Frauen genau das machen, was sonst die Männer tun.

Fußball in Deutschland ist weiterhin vor allem Männersache, es gilt weiterhin eine beträchtliche Spießigkeit zu überwinden. Emanzipation dauert, und jedem, der gedanklich schon viel weiter ist, kommt das unerträglich lange vor. Das politisch korrekte Verhalten zeigt, dass es nicht mehr schick ist, sich negativ über Frauenfußball zu äußern.

Emanzipation ist eine Geduldsprobe – die richtigen Maßstäbe sind wichtig

Das ist natürlich gefährlich, weil man sich nicht der Illusion hingeben darf, damit sei echte Anerkennung verbunden. Aber es ist dennoch ein kleiner Erfolg, dass es eben nicht mehr schick ist. Ein kleiner, wenn auch unbefriedigender. Geglückt ist die Emanzipation jedoch freilich erst dann, wenn die Verkrampftheit aus dem Umgang mit dem Frauenfußball gewichen ist.

Das sind die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, in denen die im Frauenfußball Aktiven operieren. Sie entlassen niemanden aus der Verantwortung, die Möglichkeiten besser auszureizen. Aber sich ihrer zu vergegenwärtigen, hilft, die Maßstäbe richtig zu setzen.

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23 Kommentare »

  • helena sagt:

    Vielen Dank, der Artikel spricht mir vollkommen aus der Seele!

    Diese Vergleiche mit dem Männerfußball, die den FF angeblich „Ehre geben“ hinken und gehen auf die Nerven (es sollte doch eine Selbstverständlichkeit sein, daß Trainer einer Nationalmannschaft der Trainerin einer anderen Nationalmannschaft auch offiziell gratulieren und bei einem Empfang dabei sind – das ist doch keine Leistung als solche). Fragen nach den Vorbereitungen auf die EM der Männer gehören dabei allerdings genauso wenig in ein Interview wie der nun wirklich mehr als bekloppte Vergleich von Prinz mit Beckenbauer…
    Und darauf zu insistieren (Löw), daß aufgrund eines Austauschs über Trainingsinhalte die Verbindung zum Frauenteam sehr gut sei, wirft noch mehr Fragen hinsichtlich des Selbstbewußtseins der Männer auf (will man etwa einen Anteil am Gewinn?)…

    Genauso wie es Unsinn ist, festzustellen, daß die Männer das Gleiche erreichen können wie die Frauen (so etwa geschehen in der Neujahrsansprache der Kanzlerin 2006), ist es schlicht kurzsichtig zu behaupten, im Männerfußball sei es schwerer die Krone zu erringen. Schaut man sich die WM/EM-Finale der vergangenen 20 Jahre an, liest man die Einschätzungen von Experten über die Favoriten, so sind es doch auch nur 5-6 (bei einer WM vielleicht 6-7) (ernsthaft) in Frage kommende Mannschaften – von ganz wenigen Ausnahmen (wie Griechenland zur letzten EM) mal abgesehen (aber ganz unter uns: wer hatte denn vor dem Turnier die Nordkoreanerinnen auf der Rechnung? Es ging doch wirklich fast jeder von Gruppensieger USA und Zweite Schweden aus). Und Deutschland stand 2002 auch nicht deshalb im Finale, weil man in den Runden zuvor hochkarätige Gegner aus dem Turnier geschmissen hätte…
    So lange jedoch Reportern, die offensichtlich nicht allzu viel Ahnung vom FF haben, das Feld überlassen wird (das Krasseste war das „Interview“ mit Lingor, der überhaupt keine Frage gestellt wurde, sondern sie sollte einfach was sagen – mach das mal bei den Männern), wird sich weder an den falschen Vergleichen noch an der Qualität der Interviews etwas ändern.
    Und leider war auch Nia Künzer diesbezüglich kein Lichtblick… vielleicht sollte man ja Ariane Hingst ans Mikro lassen:-)

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  • Max Diderot sagt:

    Zunächst möchte ich mich des Lobes für diesen Text anschließen. Toll, gefällt mir sehr gut. Eine pointierte und sachliche Ausführung, die viele Punkte richtig benennt. Nur, viele sind nicht alle und damit sind wir, guten Tag Realität, nach dem wunderbaren Erfolg der deutschen Frauenschaft in China doch wieder bei dem Thema, dass nicht nur Frauen sondern auch am Damenfußball interessierte Männer angeht.
    Ich will’s provokativ sagen: An der augenblicklichen Malaise der Repräsentation des Frauenfußballs in der deutschen Öffentlichkeit sind deren Protagonistinnen doch zumindest Teilverursacher. Klangen uns die gleichen, oder zumindest ähnliche, Elogen nicht schon nach dem Erfolg in den USA vor vier Jahren in den Ohren? Gab es nicht da auch schon diese Aufbruchstimmung? Und was ist daraus geworden? Biedere Länderspielübertragungen, die zur nachmittäglichen Stunde eine eh‘ nur begrenzte Zahl von Interessenten erreicht. Diese parfümierte Selbstbeweihräucherung der Medien, ganz nach dem Motto, vom Frauenfußball muss man (sic) nichts verstehen, der wird einfach übertragen, den ich bei den wenigen Malen spürte, als ich eine der Übertragungen sah, geht mir gegen den Strich. Und schon seinerzeit, im Jahre 2003 war DFB-Präsident Dr. Zwanziger als eine Art „guter Hirte des Frauenfußballs“ ein Vorreiter für diese Sportart. Und die Frauen? Wo blieben denn die Frauen? Wo sind jene Vertreterinnen des weiblichen Geschlechts, die sich in den entsprechenden Gremien für die Belange ihrer Sportart einsetzen? Warum hat der weibliche Aktivenbereich, also die Nationalmannschaftskader, nicht eine identische oder zumindest ähnliche Verwaltungsstruktur, Management, Sportdirektion u.ä., wie die der Herrn? Wo ist oder sind die Lobbyisten des Frauenfußballs, die sich in der Öffentlichkeit durchsetzen, und vermutlich dabei auch den ein oder anderen blauen Fleck holen werden, um die Sportart voranzubringen? Warum denkt Fußballfrau nicht über eine symbiotische Zusammenarbeit mit anderen Sportverbänden nach, wo der weibliche Part möglicherweise auch nicht das Interesse findet, das dem männlichen Pendant zukommt.
    Die gestrigen Übertragungen habe ich nur in kurzen Ausschnitten am späten Abend auf Phoenix gesehen. Die mageren Eindrücke die ich gewann sind also als wenig repräsentativ zu bezeichnen. Nur ist es doch nichts Neues, wenn ich konstatiere, das der gute Sportjournalismus in den öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten nicht zuhause ist. Daran können auch eine Monica Lierhaus oder Katrin Müller-Hohenstein nichts ändern. Ich zweifle nicht daran, dass das ausgezeichnete Journalistinnen sein mögen, nur werden sie in ein Schemata gepresst, dass ihnen vorzugeben scheint, dass Heimeligkeit und Jovialität Sachlichkeit und Analyse ersetzen. Dabei wäre es doch am besten, von allem etwas zu vermengen, sodass sich, wenn schon nicht alle, möglichst viele ZuschauerInnen angesprochen fühlen.
    Dass mir als Mann daran gelegen sein sollte, den Leistungen von Frauen den gleichen Respekt zu äußern wie den meiner Geschlechtsgenossen, ist für mich unbestritten. Nur, wie ich schon ein paar Zeilen zuvor schrieb, die Damen müssen auch weiter um eine vermehrte Anerkennung streiten. Einen konstruktiven Streit zu führen, kann zu erhellenden und inspirierenden Ergebnissen führen. Und genau diese Streit- und Durchsetzungskultur geht mir im momentanen Flokati-Ambiente des deutschen Frauenfußballs ab.
    Wenn der Gewinn des Weltmeistertitels in China dazu führt, dass frau stetig weiterschreitet und ihre Interessen im DFB offensiv proklamiert und definiert, werden jene, die den Spielerinnen gestern noch saudumme Fragen stellten, möglicherweise schon morgen zu den ambitioniertesten Verfechtern des Frauenfußballs nicht nur in Deutschland gehören.

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  • Bernhard sagt:

    Guter Kommentar, aber:
    Die Frauen-/Männervergleiche sind wenig sinnvoll. Aber die Ignoranz der Männer (als Fans oder Journalisten) als Haupt-Hindernisgrund für FF anzuführen ist zu einfach.

    Schlüssel zum Erfolg des FF sind IMHO die aktiven Fussballerinnen der unteren Klassen. Die in Massen für die Bundesliga und Nationalteam zu gewinnen ist entscheidend.

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  • @ Bernhard

    Zustimmung zu deinem zweiten Absatz. Ich glaube zwar nicht, dass dieser Punkt der entscheidende ist, aber sicherlich ein wichtiger. Dass viele Spielerinnen in unteren Klassen noch kein Länderspiel besucht haben und kaum eine Nationalspielerin mit Namen kennen, muss sich ändern. Warum das so ist, ist mir allerdings noch schleierhaft. Wer hat da eine Erklärung?

    Ansonsten muss ich wohl darauf hinweisen, dass ich nicht nur die Ignoranz von Männern, sondern auch die der Frauen gemeint habe. Ich kenne genug Frauen in meinem Umfeld, die ähnlich abwertend über Frauenfußball sprechen und ziemlich verkrampft damit umgehen. Du müsstest mir allerdings noch die Stelle zeigen, wo ich geschrieben habe, dass ich nur die Männer meinen würde. Ich spreche davon, dass Fußball immer noch hauptsächlich Männersache ist. Das sehen aber gewiss auch viele Frauen so.

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  • frieda sagt:

    super beitrag, muss ich echt sagen, genau meine meinung.

    eine Frage: wieso muss es sich ändern, dass viele Spielerinnen in unteren Klassen noch kein Länderspiel besucht haben?

    Ich selber interessier mich mich sehr für Fußball (Frauen und Männer), war bis jetzt noch nie bei einem Länderspiel und auch erst 3mal im Weserstadion, weil die Stadien einfach zu weit weg sind.
    Wie soll ich (15) bitte nach Hamburg oder Wolfsburg kommen, um FBL zu gucken?
    Kenn fast jeden aus der Frauennatio mit Namen und bin damit soziehmlich die einzige in meiner Mannschaft, was ich in der Tat schade finde.

    Hab noch eine andere Frage: Kann man sich Ausschnitte/Tore aus der FBL irgendwo angucken, würd ich nähmlich supergerne mal welche von sehen.

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  • Hallo Frieda,

    herzlich willkommen bei Womensoccer!

    So pauschal habe ich es nicht gemeint, dass jede Spielerin aus unteren Klassen oder aus Mädchenmannschaften ein Länderspiel besuchen muss. Ich habe nur die Beobachtung gemacht, dass es beim Männerfußball selbstverständlich ist, dass die, die selber spielen, die Nationalspieler kennen. Beim Frauenfußball ist das ganz anders. Du sagst ja selber, dass du damit in deiner Mannschaft die einzige bist.

    Natürlich ist es auch nicht jedem möglich, zu Länderspielen zu fahren. Aber es ist eben lange nicht so selbstverständlich wie im Männerfußball, obwohl die Spiele genauso über Deutschland verstreut ausgetragen werden. In deinem Alter ist das sicherlich schwieriger, aber ich meinte damit auch gar nicht in erster Linie Mädchen.

    Am Sonntag, den 28.10 um 13 Uhr spielt die deutsche Nationalmannschaft in Lübeck gegen Belgien. Vielleicht ist das ja was für dich. 😉

    Eine zentrale Stelle für Videos von der Frauenfußball-Bundesliga gibt es leider nicht. Du kannst ja mal beim Videoportal Youtube ein bisschen stöbern. Unter dem Suchbegriff „FFC Frankfurt“ findet man einiges: Hier

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  • Detlef sagt:

    Danke Katja, für Deinen sehr ausführlichen Report!!!
    In vielen Dingen kann ich Dir zustimmen, aber in einigen tue ich mich sehr schwer!!!
    Zunächst mal die verkrampfte Berichterstattung, egal wo!!! Ob Fernsehen, Zeitung oder Radio, überall klingt mehr als deutlich heraus, das die „MACHER“ wenig bis keine Kenntnisse vom FF haben!!! Alles ist nur abgelesen, von lieblos dahingekritzelten Zeilen!!! Somit ist auch die große Unsicherheit zu erklären, die immer wieder bei den Redakteuren, Moderatoren und Kommentatoren zu beobachten ist!!! Beim Männerfußball, wären die längst ihren Job los!!! Es gibt sicher viele Beispiele, die an Peinlichkeit nichts zu wünschen übrig lassen!!! Sie zeigen, wie schlampig hier recherchiert wurde, weil es eben gemacht werden muss!!!
    Hier gilt es zunächst mal anzusetzen!!! Die einfachen, handwerklich notwendigen Arbeiten des Journalisten!!! Wenn ich über FF berichten soll, mache ich mir erst mal ein Bild davon!!! Und wo geht das heute einfacher, als im Internet!!!
    Was mir bei Deinem Artikel Katja, etwas missfällt, auch Du stößt munter in das Horn derer, die FF zu einer eigenen Sportart erklären!!! Das ist aber Unsinn!!! Darüber könnte ich mich Stundenlang aufregen!!! Damit verunsichert man die Leute, die noch nicht so viel vom FF wissen!!!
    Mich (als ausgewiesenen FF-Kenner) fragen immer wieder Freunde und Kollegen, ob es im FF abweichende Regeln gibt, ob das Spielfeld und der Ball kleiner, oder die Spielzeit kürzer wäre!!! Die Behauptung, der FF wäre eine eigene, ganz andere Sportart, gibt solchen Gerüchten immer wieder neue Nahrung!!!
    Die anatomischen Unterschiede zwischen Frau und Mann, beschränken sich eben nicht nur auf deren Reproduktionsorgane!!!
    Die Muskulatur ist eine andere, die Körperproportionen ganz allgemein!!! Deshalb ist es (typisch BLÖD-Zeitung) totaler Schwachsinn, zu fragen, ob jetzt bald Frauen in der Männerbundesliga mitspielen werden!!!
    Aber es muss ganz klar richtig gestellt werden, dass es trotzdem die selbe Sportart ist, die beide Geschlechter betreiben!!!
    Ich persönlich habe weniger Probleme damit, dass NADZEs Leistung mit der von Walter Zenga, oder Oliver Kahn verglichen wird!!!
    Oder dass Birgit Prinz als weiblicher Franz Beckenbauer tituliert wird!!! Das liegt nicht daran, dass man den FF abwerten möchte, sondern einzig und allein, dass den verantwortlichen Journalisten keine weiblichen Vergleichspersonen bekannt sind!!! Somit bedient man sich eben bei den Herren!!!
    Ich habe viel größere Probleme, wenn man eine BABETT PETER für eine PETRA WIMBERSKY ausgibt, oder statt Martina Müller, Claudia…ÄH…ÄH…ÄH…Monika Müller herausstottert, oder CRISSY als aktuelle Wolfsburgerin verkauft, oder PIWI zuerst als TURBINE ausgibt, und in Halbzeit ZWEI sie postwendend zur Frankfurterin macht, UND, UND, UND………!!! Das sind ganz einfach zu recherchierende Sachen, wo man nicht einmal groß suchen muss!!! Solche fatalen-, handwerklichen Fehler, bereiten mir viel mehr Kopfschmerzen, als alle Vergleiche mit dem Männerfußball!!!
    Die Ausgeglichenheit ist im Männerfußball sicher größer, als dies bei den Damen der Fall ist!!! Die Leistung der deutschen Herren, ist deshalb aber nicht besser als die der Damen!!! Was die Damen und Herren Journalisten dabei ganz vergessen, die Fußball-Herren sind alle Vollprofis, und ihre weiblichen Kolleginnen studieren, oder gehen noch zur Schule, oder haben noch einen Job!!! Schon allein deshalb hinkt hier der Vergleich!!!

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  • @ Detlef

    Ich glaube, wir liegen eigentlich nah beieinander. Die zahlreichen Fehler sind mir natürlich auch aufgefallen. Dass es manchmal schon an Grundkenntnissen hapert bzw. nicht nachgeschlagen wird, ist in der Tat ärgerlich.

    Aber warum ist das so? Weil der Frauenfußball offenbar eben doch nicht so ernst genommen wird, wie man es vorgibt. Da kann ich Max Diderot nur zustimmen, wenn er schreibt: „Diese parfümierte Selbstbeweihräucherung der Medien, ganz nach dem Motto, vom Frauenfußball muss man (sic) nichts verstehen, der wird einfach übertragen…“

    Das meine ich mit verkrampftem Verhältnis. Einerseits sich überschlagen darin, den Frauenfußball zu loben, wie sich alles entwickelt hat und wie toll doch alles ist. Der männlichen Fußball-Prominenz wird dann auch immer noch vor großen Finals das Mikrofon hingehalten. Das Gestammel ist immer das gleiche. 😉 Und dann andererseits so viele Wissenslücken offenbaren.

    Mag sein, dass Vergleiche zum Männerfußball einfach präsenter sind und die Reporter keine aus dem Frauenfußball parat haben. Aber ich denke schon, dass da der Gedanke dahintersteckt: „Jetzt habt ihr es schon so weit geschafft, dass ihr mit Leuten wie Beckenbauer verglichen werdet“. Das ist gar nicht mal böse gemeint. Aber es zeugt eben von einer Verkrampftheit, wenn zur Beurteilung des Frauenfußballs immer der Männerfußball als Orientierung benötigt wird.

    Zum Thema „Frauenfußball/eigene Sportart“:

    Es ist natürlich nicht meine Absicht, Leute zu verunsichern oder den Eindruck zu vermitteln, beim Frauenfußball würde mit Schaumstoffbällchen gespielt. 😉

    Ehrlich gesagt halte ich es für eine Äußerlichkeit, ob man nun von einer eigenen Sportart spricht oder nicht. Es ist eine andere Form des Fußballs als der Männerfußball, weil die biologischen Voraussetzungen andere sind. Das hast du ja schon geschrieben. Viele Spielerinnen weisen deshalb ja auch selber darauf hin, dass es „ein anderer Sport“ sei, um in Sachen Schnelligkeit, Schusskraft und vielem mehr nicht am Männerfußball gemessen zu werden. Das ist für mich entscheidend.

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  • Detlef sagt:

    @Katja,
    es wäre doch mal interessant, ob in ein paar Wochen und Monaten, den Damen und Herren der ARD und des ZDF, ihre tollen Quoten von der WM wieder einfallen, wenn man sie mal direkt fragt, ob sie nicht ein BuLi-Spiel Duisburg-Frankfurt, oder TURBINE POTSDAM-FCR Duisburg live am Sonntag mittag (ähnliche Anstoßzeit wie in China) übertragen möchten!!!
    Die Form des Fußballs ist nicht anders, als die der Männer!!! Nur die Intensität und die Schnelligkeit des Männerfußballs, wird wohl (aus anatomischen Gründen) nie erreicht werden!!!
    Die Herrenmannschaften der 60-er und frühen 70-er Jahre, hätten mit der Schnelligkeit einer Birgit Prinz oder einer ISABELL KERSCHOWSKI, heutzutage sicher ihre liebe Müh und Not!!!
    Verglichen mit dem schnellen Fußball von heute, waren es damals alles Standfußballer!!!

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  • Max Diderot sagt:

    Und hier für alle, die in komprimierter Form die Annalen und Entwicklungen des Frauenfußballs in Deutschland nachvollziehen wollen, ein kostengünstiges und informatives Angebot der Bundeszentrale für politische Bildung
    http://www.bpb.de/publikationen/IXHW6P,0,0,Verlacht_verboten_und_gefeiert_Zur_Geschichte_des_Frauenfu%DFballs.html
    Ebenfalls zu diesem Angebot informiert die Webseite des SWR
    http://www.swr.de/sport/-/id=1208948/nid=1208948/did=2606710/atajz0/index.html

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  • soccer_vom_hocker sagt:

    Sehr guter Artikel.

    Ich möchte aber noch auf eine weitere Sache hinweisen, die die BILD-Zeitung gestern mal wieder zum besten gab. Natürlich gab es neben den Artikeln zur feierlichen Rückkehr auch einen Artikel über das omniöse Liebesleben unserer Heldinnen. Da durfte der alte Kommentar der Theune-Meyers natürlich nicht fehlen, dass ca. 20-40 % der in der Bundesliga spielenden Frauen lesbisch seien. Sobald es um Frauen und Sport geht, gibt es leider nicht nur am Stammtisch immer noch Leute die in erster Linie die Formel: Frauen + Sport = Lesbe heranziehen. Umgekehrt hört man nur selten etwas von Schwulen unter den Bundesligaakteuren. In anderen Sportarten ist das nicht anders. Ich erinnere mich noch lebhaft an die „schockierende“ Aussage Anke Hubers über die eindeutigen Angebote ihrer Mitspielerinnen im Tenniszirkus.

    Mich persönlich interessiert es überhaupt nicht welcher Neigung Sportlerinnen und Sportler jenseits des Spielfeldes nachgehen, dass ist ihre Privatsache…

    Es wird wohl noch lange dauern, bis es da ein Umdenken gibt. Solche Klischees halten sich bedauerlicherweise sehr hartneckig.

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  • @ soccer_vom_hocker

    In diesem Zusammenhang möchte ich auf ein Interview hinweisen, das ich vor drei Monaten mit Tanja Walther von der „European Gay and Lesbian Federation“ geführt habe:

    „Sexismus und Homophobie müssen thematisiert werden“

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  • Rainer sagt:

    Im Prinzip sind wir uns einig über die Vergleiche, die ständig angestellt werden. Aber generell muss das auch möglich sein, wenn es eben nicht so verkrampft und unsachlich daher kommt wie bei den nun mal leider unkundigen Fernsehreportern.

    Ich hab mir gerade den Empfang in Frankfurt auf DVD angeschaut und mir fiel unter anderem auf, dass der Kollege Töpperwien Simone Laudehr sagte, sie sehe nach dem langen Feiern nicht nur fit, sondern auch attraktiv aus. Das würde eine weibliche Journalistin kaum zu Michael Ballack sagen.

    Ich habe selber auch schon mal Lotta Schelin von der Spielweise mit Thierry Henry verglichen und fühle mich deshalb auch nicht schuldig, zumal ich dann später auch noch las, dass Lotta eine DVD mit 200 Toren von Monsieur Henry in ihrer Sammlung hat, die sie sich immer wieder mal anschaut. ‚

    Nein, auch Männer können von Marta lernen, wie sie beim 4:0 die Amerikanerin ausstiegen liess. Vielleicht heisst es ja bald mal, das hat er (wer auch immer) sich von Marta abgeguckt. Wir sollten unverkrampft damit umgehen.

    BILD muss natürlich spekulativ die sexuellen Phantasien seiner Leser (!) bedienen. Diese Zeitung war immer unterstes Niveau und das ist leider auch ihr Erfolgsgeheimnis.

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  • Stefan sagt:

    Hallo erstmal!

    Noch ein Gedanke zu den Vergleichen. Wenn ein Herr Dehne behauptet, dass die guten Platzierungen der Männer 2002 und 2006 (sportlich) mehr wert seien, als der zweimalige Gewinn der Weltmeisterschaft der Frauen 2003 und 2007, dann kommt mir der Gedanke gut ein halbes Jahrhundert zurückzugehen, und ich frage mich, welchen (sportlichen) Wert die WM 1954, auch als „Wunder von Bern“ bekannt, denn hat.
    Ich muss zugeben, dass mich diese Frage nie wirklich beschäftigt hat, außer in den letzten Tagen, ich finde es ja auch absurd die Leistung Fritz Walters und seiner Mannschaftskollegen in Zweifel zu ziehen, auch wenn damals sicherlich anders gespielt wurde, und die Konkurrenz vielleicht nicht so groß war.
    Wenn man schon unbedingt Vergleiche ziehen muss, so finde ich, dass gerade aus letzterem Grund, ich meine die WM 1954, die Siege von 2003 und 2007 ebenso eine herausragende Leistung waren und sind.
    Alle Erfolge haben eine gewisse Zeit, und ich meine, alle sind in ihrer Dimension, zu ihrer Zeit großartig.

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  • @ Rainer

    Ich habe nichts grundsätzlich gegen Vergleiche. Auffallend ist eben nur, dass sie nur in eine Richtung gezogen werden. Das halte ich für aufschlussreich.

    @ Stefan

    Das sehe ich auch so. Solange die Rahmenbedingungen unterschiedlich sind, sind Urteile, welcher Titelgewinn mehr oder weniger wert ist, einfach an den Haaren herbeigezogen und befriedigen nur das Befürfnis, alles in irgendeiner Form zu klassifizieren und in eine Rangliste zu bringen. Wer’s braucht…

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  • helena sagt:

    @ Katja
    Stimmt genau. Aber es sind ja nicht nur die unterschiedlichen Rahmenbedingungen, die einen Vergleich unsinnig machen…

    Glücklicherweise gibt es aus der Sportwelt Beispiele, daß Medien und Fans sich ändern können. Bis vor vielleicht 15/20 Jahren waren die Biathletinnen als „Flintenweiber“ verschrieen, die Zuschauer verließen das Stadion, wenn die Frauen ihre Wettkämpfe abhielten oder kamen erst zu den Herrenwettbewerben – fast so wie beim DFB-Pokal-Endspiel… Das hat sich grundlegend verändert. Vergleiche mit den Herren werden dank zahlreicher weiblicher Identifikationsfiguren nicht mehr gezogen und wenn, dann tatsächlich nur als Respektsbeweis und daß der Andrang bei den Damenwettkämpfen genauso groß ist wie bei den Herren (manchmal sogar noch höher, trotz der ungünstigeren Zeit – übrigens sind die Einschaltquoten beim Biathlon insgesamt sehr hoch, trotz der Tageszeit. Die Tageszeit kann also kein ausreichendes Argument für/gegen die Übertragung der FF-Spiele sein…), ist eine bekannte Tatsache.
    Vielleicht schaffen es ja auch die Fußball-Journalisten aller Medienformen eines Tages, Frauenfußball nicht mehr nur aus dem „Männerfußballblickwinkel“ zu betrachten und vielleicht haben wir in (baldiger?) Zukunft auch ausreichend Identifikationsfiguren im FF, so daß Vergleiche mit den Herren Fußballern unnötig werden und wenn sie angestellt werden, dann auch nur wegen des zu zollenden Respekts?

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  • @ helena

    Stimmt, beim Frauen-Biathlon hat sich in der Tat einiges getan. Auch wenn gemunkelt wird, dass Herren-Trainer Frank Ullrich immer noch von „Flintenweibern“ spricht ;), gehört Biathlon insgesamt mittlerweile zu den quotenstärksten Sportarten. Das war entscheidend darauf zurückzuführen, dass die Rennen „TV-kompatibler“ gemacht wurden, z.B. durch Verfolgung, Massenstart etc.

    Solche Veränderungen sind beim Fußball natürlich schwerer durchzuführen. Ein Ansatzpunkt könnte sein, den Bundesliga-Spieltag auf Samstag und Sonntag zu verteilen, damit in der ARD-Sportschau samstags (18 Uhr Berichte zur 3. Liga der Männer) auch ein Bericht von einem Bundesligaspiel der Frauen kommen kann. Das war auch mal so angedacht, ist nun aber wieder im Sande verlaufen. Auch das Sportstudio im ZDF wäre eine solche Möglichkeit.

    Die Konkurrenz der Männer-Bundesliga würde ich da nicht fürchten. Die paar Zuschauer, die dann nicht in Stadion eine Frauen-Bundesligisten kämen, wären sicherlich zu verschmerzen, wenn an einem so günstigen Sendeplatz wie Samstag 18 Uhr die Frauenfußball-Bundesliga mit zumindest einem Bericht einen festen Platz finden würde. So wären sicherlich viele neue Zuschauer zu gewinnen.

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  • helena sagt:

    @Katja
    Jaja, der Frank Ullrich…;) Die TV-Kompatibilität der Sportart (für Männer wie Frauen; gilt ja auch für Langlauf – wer will schon jemanden 50 km einsam im klassischen Stil durch irgendwelche Wälder laufen sehen;)) ist mit Sicherheit ein wesentlicher Faktor gewesen, allerdings ist Fußball eine etablierte Sportart, die gar nicht attraktiver oder kompatibler gemacht werden muß. Entscheidend zur höheren Akzeptanz nicht nur in den Medien haben beim Biathlon sehr sympathische und ebenso erfolgreiche Frauen beigetragen, die sich in den zunächst sehr spärlichen Berichten überaus gut „verkauft“ haben. Ich glaube schon, daß nicht nur die reine Sendezeit (obwohl ich mir als Fan das sehr wünsche) darüber entscheiden wird, wie es mit dem FF weiter geht. Die Spielerinnen selber stehen in der „Pflicht“, sich offensiv und sympathisch zu vermarkten, denn je mehr Spielerinnen bekannt sind, desto größer ist das Interesse, desto höher die Medienpräsenz etc. Aber wir brauchen mehr als zwei Gesichter, die den FF repräsentieren.
    Gibt es eigentlich einen neuen Vorstoß, die Spiele auf zwei Tage zu verteilen?

    Eine nicht zu vernachlässigende Frage ist vielleicht auch, was wir Fans dazu beitragen können?

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  • Detlef sagt:

    @helena,
    In Hinblick auf die Sympathien, hat sich doch einiges getan bei der letzten WM!!!
    Zu allererst mal NADZE!!! Hat irgendwer Rotti vermisst???
    Und eine Simone Laudehr, hat Frau Lingor mehr als einmal die Show gestohlen, sowohl auf, als auch neben dem Platz!!!
    Auch Annike hat sowohl ARI, als auch Stege, mehrmals den Hintern gerettet!!!
    Nur scheint sie mir noch etwas kamerascheu zu sein!!! So souverän sie auf dem Platz agierte, vor dem Objektiv wirkte sie fast ein wenig schüchtern!!!

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  • helena sagt:

    @detlef
    Wenn es dabei bleibt, daß nicht doch wieder nur zwei Spielerinnen der WM (beim letzten Mal waren es eigentlich nur Birgit und Nia, trotz großartiger Leistung von Rotti (die 2003 deutlich stärker ins Geschehen eingreifen mußte als dieses Mal Angerer); Steffi Jones hat sich anderweitig ins Gespräch bringen können und das eigentlich auch erst, als ihre Karriere nahezu vorbei war) medial auch über den ersten Hype (wir sind ja quasi noch in der ersten Woche nach dem Sieg) sich etablieren zu können, dann gebe ich Dir Recht, daß sich bei dieser WM etwas getan hat in den Köpfen der Zuschauer.
    Momentan sonnen sich alle Moderatoren im Glanz der Weltmeisterinnen mit mehr oder weniger cleveren und schönen Interviews,
    momentan werden Superlative für einzelne Spielerinnen herangezogen, die dem Verlauf der WM und auch dem Finale nicht entsprechen,
    momentan ist die Präsenz sehr gut – aber dann?
    Und es zeichnete sich beim Sportstudio schon ein wenig das ab, was Du auch angedeutet hast: es gibt einfach zu viele Spielerinnen, die ihre Souveränität auf dem Platz nicht auch ins Fernsehen „herrüberretten“ können (nicht nur Annike, sie ist einfach noch sehr jung und wird den Umgang mit den Medien noch lernen; ich denke da an gestandene Spielerinnen wie Garefrekes, die beim Antworten kein Lächeln über die Lippen bekommen – was aber durchaus entscheidend sein kann – Lingor wirkt da, auch wenn Du sie nicht magst, deutlich souveräner). Typen wie Uschi Holl, Ariane Hingst (die auch mal ne freche Lippe riskiert, was sehr sympathisch ist) oder auch Simone Laudehr braucht der FF (was natürlich nicht bedeutet, daß die Leistung auf dem Platz nicht mehr zählt und auch Selbstkritik unerwünscht wäre. Diesbezüglich muß man sich dem MF nicht anschließen;)).

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  • Detlef sagt:

    @helena,
    bei der Aufzählung der Spielerinnen, die 2003 von sich reden gemacht haben, hast Du Bettina Wiegmann und Maren Meinert vergessen!!! Sie waren neben Rottenberg, und noch vor Prinz und Lingor, die eigentlichen Stars im Team Deutschland!!!
    Nia Künzer ist eigentlich das klassische Beispiel, wie aus einer absolut mittelmäßigen Abwehrspielerin, ein Superstar werden kann!!! Sie hat ihre Chance genutzt, und wusste sich gut zu verkaufen!!!
    Du irrst Dich, wenn Du behauptest, ich mag Renate Lingor nicht!!!
    Sie war für mich einmal, das weibliche Gegenstück zu Thomas Häßler, in seinen besten Zeiten!!! Schnell, dribbelstark, und die technisch beste Fußballerin, die ich damals kannte!!! Da spielte sie noch in Seckach, und war gerade mal Anfang Zwanzig!!! Aber nach 2003, baute sie doch ziemlich ab. Viele Verletzungen machten sie mürbe, und heute ist sie nur noch ein Schatten ihrer selbst!!! Auch wenn sie sich nochmal rangekämpft hat, ohne die Connections zu Frau Neid, wäre sie sicher Zuhause geblieben!!! Andere waren fitter und besser, aber ohne Beziehungen, bleibst Du halt Daheim!!!
    Es ist sicher nicht jedermanns Sache, vor der Kamera zu stehen, und immer etwas kluges sagen zu können!!! Aber ich glaube, dass man so etwas lernen kann!!! Birgit Prinz ist dafür das beste Beispiel!!!

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  • helena sagt:

    @detlef
    Hatte Wiegmann und Meinert nicht vergessen, sondern nur die Spielerinnen genannt, die auch eine nicht unwesentlich kurze Zeit nach dem Gewinn der WM 2003 bei „Otto-Normalverbraucher“ bekannt sind. Daß Du beide kennst (und jeder, der sich schon länger für den FF interessiert) und ihre Leistung einordnen kannst, ist mir schon klar – aber so lange Spieler der bulgarischen oder rumänischen Liga aufgrund von Medienpräsenz im deutschen TV dank CL und Uefa-Cup besser bekannt sind als deutsche Nationalspielerinnen… Wiegmann und Meinert sind sehr „interne Stars“ gewesen und hatten dann, aufgrund des Rücktritts, keine Chance, sich im doch etwas größeren medialen Interesse neu oder besser zu positionieren.
    Bei Nia Künzer gebe ich Dir absolut recht, sie unterliegt dem „Oliver-Bierhoff-Syndrom“ 😉 (um mal wieder bei Vergleichen zu sein), hat es aber eben geschafft, sich eloquent zu vermarkten und genau das ist es, was jetzt andere Spielerinnen nachmachen müssen.
    Und obwohl ich großer Birgit Prinz Fan bin und ich auch ihre Interviews mag, weil sie eben doch sehr deutlich anzeigt, wenn sie Fragen nerven und auch weil ihre Spielanalysen (selbst direkt nach einem Spiel, wo andere verständlicherweise nur Halbsätze rauskriegen) und ihre Selbsteinschätzung zumeist sehr treffend sind, gehört sie zwar selbstverständlich auch medial zu den ganz Großen im Geschäft, ist aber niemand, der sich leicht vermarkten läßt (es soll ja auch FF Fans geben, die BP aufgrund ihrer Art, Interviews zu geben, nicht leiden können) – und auch sie ist, trotz ihrer großartigen Leistungen, nicht davor gefeit, mit Beckenbauer verglichen zu werden…
    Aber wie schon geschrieben: ich hoffe, daß nach dieser WM die Bekanntheit von Spielerinnen größer ist als nach der vorletzten WM und sich das Interesse an Spielerinnen auch späterhin nicht nur auf Birgit und Angerer konzentrieren wird.

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  • @ Helena

    Was die Aufteilung auf Samstag und Sonntag angeht, ist mir leider nichts bekannt.

    Ich denke, es ist ganz normal, dass manche Spielerinnen „telegener“ sind als andere. Eine Kerstin Garefrekes beispielsweise, die du genannt hast, Helena, möchte ganz gewiss auch nicht so im Mittelpunkt stehen. Das muss man respektieren, da ist jeder verschieden.

    Darin sehe ich aber auch gar kein entscheidendes Problem. Wenn Interviews angefragt werden, können sich Pressesprecher ja danach richten, wer sich in TV-Studios wohler fühlt. Da sollte man sich auf diejenigen konzentrieren, denen so etwas auch liegt.

    Ich kann euch zustimmen, dass sich das Eichhörnchen hier langsam ernährt, aber zusätzlich zu den von 2003 bekannten Namen sicherlich wieder ein paar neue hängenbleiben werden. Dabei sollten wir nicht vergessen, dass durch die TV-Präsenz, die jetzt auf Nationalmannschaftsebene schon erreicht ist, junge Spielerinnen von Beginn an nach und nach an die Medien herangeführt werden können. Eine Renate Lingor oder Silke Rottenberg waren zwar 2003 in aller Munde, aber sie hatten schon damals nicht mehr ihre ganze Karriere vor sich.

    Namen wie Krahn, Behringer, Laudehr oder Bajramaj werden den Frauenfußball aber über Jahre begleiten, und die Zuschauer kennen sie dann sozusagen von „kleinauf“. Sicherlich ein nicht zu unterschätzender Unterschied und Vorteil.

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