Trostpflaster für die USA

Von am 30. September 2007 – 14.13 Uhr

Mit einem ungefährdeten 4:1 (1:0)-Erfolg gegen Norwegen haben sich die USA für die 0:4-Halbfinalschlappe gegen Brasilien revanchiert. In einem gutklassigen Spiel um Platz 3 hatten die Skandinavierinnen nur phasenweise dem überlegenen Spiel der Amerikanerinnen etwas entgegen zu setzen.

U.S.-Stürmerin Abby Wambach erzielte zwei Treffer und sicherte sich den Silbernen Schuh als zweitbeste Torschützin des Turniers. Durch den Erfolg haben die USA bisher alle fünf Frauenfußball-Weltmeisterschaften nicht schlechter als auf dem dritten Platz abgeschlossen.

Auf dem frisch verlegten Rasen des Hongkou-Stadions von Shanghai ließen die Amerikanerinnen zum ersten Mal im Turnier ihre wahre Klasse aufblitzen. Trainer Greg Ryan freute sich nach dem Spiel: „Zum ersten Mal waren meine Spielerinnen entspannt und selbstbewusst und haben großartigen Fußball gezeigt.“

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Aly Wagner ersetzte die gesperrte Shannon Boxx, Kristine Lilly machte in ihrem letzten WM-Spiel noch einmal mächtig Dampf und beschäftigte die Abwehr der Norwegerinnen ein ums andere Mal mit schnellen Dribblings und guten Schüssen. Lori Chalupny sorgte nach einer Ecke für die U.S-Führung (30.), als sie eine Faustabwehr von Norwegens Torhüterin Bente Nordby von der Strafraumgrenze in die Maschen setzte. Und hätte Nordby kurz vor der Pause nicht einen Heber Lillys glänzend entschärft, wäre bereits früh die Vorentscheidung gefallen.

Furioser Start in zweiter Halbzeit

Wie schon im Spiel gegen England kamen die Amerikanerinnen wild entschlossen aus der Kabine und sorgten binnen 15 Minuten für die Entscheidung. Abby Wambach nutzte eine Unachtsamkeit der norwegischen Abwehr und stocherte den Ball aus kurzer Distanz ins Netz 46.). Innerhalb von zwei Minuten erhöhten die Amerikanerinnen die Führung auf 4:0.

Chalupny, die zur Spielerin des Spiels gewählt wurde, traf zum zweiten Mal, als sie ihren Fuß in einen geblockten Schuss von Ane Stangeland Horpestad hielt und Nordby überraschte (58.). Heather O’Reilly verwertete nach schöner Vorarbeit von Lindsay Tarpley zur endgültigen Entscheidung (59.). Ragnhild Gulbrandsen gelang mit einem schönen Kopfball der sechste WM-Treffer (63.), doch mehr war für das Team von Trainer Bjarne Berntsen an diesem Tag nicht zu holen.

U.S.-Trainer Greg Ryan erklärte nach dem Spiel: „Ich will weiterhin Cheftrainer dieser Mannschaft sein. Ich habe nicht das Gefühl, dass mein Job schon erledigt ist.“

Norwegens Trainer Bjarne Berntsen bilanzierte: „Ich glaube, dieses Spiel hat uns deutlich gemacht, welche Unterschiede es zwischen den beiden Mannschaften im Hinblick auf Fitness und Ausdauer gibt. Es war ein langes Turnier und es war offensichtlich, dass die USA physisch einfach viel stärker waren als wir.“

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.