Marta – die mit dem Ball tanzt

Von am 27. September 2007 – 12.01 Uhr 33 Kommentare

MartaMarta Vieira da Silva oder kurz Marta ist gerade einmal 21 Jahre alt. Die meisten Frauenfußball-Experten sind sich jedoch einig: Mit ihrer Technik, Athletik und Schnelligkeit ist die brasilianische FIFA-Weltfußballerin die derzeit stärkste Spielerin auf der Welt. Fünf Treffer hat sie bereits bei der Frauenfußball-Weltmeisterschaft erzielt.

Doch für Ruhm und Akzeptanz musste Marta einen hohen Preis zahlen und bereits in jungen Jahren ihre Heimat verlassen. Womensoccer.de hat die Ausnahmekönnerin vor kurzem porträtiert. Anlässlich des WM-Halbfinales haben wir das Porträt aktualisiert und wollen Marta auch unseren neuen Lesern noch einmal etwas näher bringen.

Als Marta kurz vor Weihnachten zum Heimaturlaub in Brasilien ankam, trieb es ihr die Tränen in die Augen. Vater Audálio, Mutter Tereza, vier Brüder, sechs Onkel sowie unzählige Cousins und Cousinen waren in einem gemieteten Bus zum Flughafen von Maceió gekommen, um die frisch gekürte FIFA-Weltfußballerin in Empfang zu nehmen.

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Eben noch hatte der Superstar Glanz in das Züricher Opernhaus, den Veranstaltungsort der pompösen FIFA-Weltfußballergala gebracht, jetzt war sie zurück im kargen, von Armut geprägten Heimatort Dois Riachos.

Botschafterin des besseren Lebens

In einem offenen Feuerwehrwagen präsentierte sie sich und die Trophäe stolz Hunderten von Schaulustigen. Hier ist Marta nicht der Weltstar, hier ist sie immer noch eine von ihnen, auch wenn sie inzwischen zu einer Art Botschafterin des besseren Lebens geworden ist.

Am liebsten würde sie in ihrer Heimat Fußball spielen, doch das hält sie „in frühestens zehn Jahren“ für realistisch. Denn noch gibt es weder eine Liga noch die nötige Anerkennung, auch wenn die Mauer gegen den Frauenfußball in Brasilien erste Risse bekommt.

Rio als Sprungbrett

Es ist gerade einmal sieben Jahre her, da kam Marta als 14-Jährige nach einer beschwerlichen dreitägigen Busfahrt über 1600 Kilometer in Rio de Janeiro an, mit nicht viel mehr, als den Kleidern am Leib, aber dem großen Traum Karriere als Fußballerin zu machen.

Marta erinnert sich: „Ich war sehr dünn, aber schnell. Ich glaube, sie waren schockiert, dass ein Mädchen wie ich auf dem Rasen für ein derartiges Aufsehen sorgen konnte.“ Helena Pacheco, damals Trainerin bei Vasco da Gama, erinnert sich: „Sie brachte eine enorme innere Willenskraft mit. Es gibt nur wenige, die derart lernwillig sind, wie sie.“

Durchbruch bei der U-19-WM

2002 fiel Marta bei der U-19-WM in Kanada erstmals einem breiteren Publikum auf, als sie einen Hattrick gegen Frankreich erzielte. Spätestens bei der WM 2003 in den USA, als sie mit ihrem Team das Halbfinale erreichte, war zu erkennen, dass hier ein neuer Superstar heranreifte. Umeås Manager Roland Arnquist ergriff die Gelegenheit beim Schopfe und verpflichtete das Supertalent, als Stürmerin Hanna Ljungberg wenige Monate vor den Olympischen Spielen in Athen einen Kreuzbandriss erlitt.

Marta hat früh gelernt, zu kämpfen. So ließ sie sich Anfang 2004 weder von der Kälte abschrecken, die im nordschwedischen Winter schon mal unter minus 30 Grad betragen kann, noch von der fremden Sprache. „In meinem Leben ging es schon immer darum, Barrieren zu durchbrechen. Ich habe alles als eine Herausforderung begriffen.“

Vorbildfunktion in Schweden

Sie biss sich durch und ist in ihrer Wahlheimat inzwischen ein gefeierter Star und das Vorbild vieler junger Spielerinnen. Drei Jahren später spricht sie heute fließend Schwedisch und sie hat sogar das Skifahren gelernt. Rund 150.000 Euro jährlich soll ihr Gehalt brasilianischen Medien zufolge inzwischen betragen, eine im heutigen Frauenfußball stattliche Summe.

Kein Wunder also, dass der schwedische Verein seinen Diamanten nur für Länderspiele abstellt, wenn es der internationale Frauenfußballkalender unumgänglich macht oder die eigene Mannschaft in der Ligapause ist. Für Marta sicherlich eine bittere Pille. Bei den derzeit laufenden Panamerikanischen Spielen in Rio spielt sie deswegen erstmals seit den Olympischen Spielen wieder für die Nationalmannschaft.

Die neue U.S.-Profiliga fest im Visier

Bis zum Saisonende läuft ihr Vertrag in Umeå, eine Verlängerung erscheint wahrscheinlich, denn der Start der neuen U.S.-Profiliga verzögert sich bis 2009. Marta soll dort das neue große Aushängeschild werden. Bereits jetzt soll ihr ein umfangreiches Vertragsangebot vorliegen, das sie zehn Jahre lang an die Liga binden will. So soll Marta in den USA nach Mia Hamm als neue Werbeikone aufgebaut werden und mit ihrer Persönlichkeit als Instrument der sozialen Integration dienen.

Dass Marta eine internationale Karriere gemacht hat, ist keine Selbstverständlichkeit. „Sie ist häufig der Schule ferngeblieben, um Fußball zu spielen. Ich wollte sie immer daran hindern, aber mir ist es nicht gelungen. Zum Glück muss ich aus heutiger Sicht sagen, denn sie hat sich ihren Traum erfüllt und hilft heute der ganzen Familie“, so Mutter Tereza. „Als ich klein war, hatten wir nicht genug Geld, um einen Fußball zu kaufen. Deswegen habe ich mir einen aus Plastiktüten gebastelt“, so Marta.

Schwierige Familienverhältnisse

Martas Vater Audálio Ferreira, der die Familie verließ, als Marta ein Baby war, sagt heute stolz: „Ich habe immer davon geträumt, ein berühmter Fußballer zu werden, es aber nicht geschafft. Meine Tochter verwirklicht nun meinen alten Traum.“ Dabei war er es, der den fußballerischen Ehrgeiz seiner Tochter in frühen Jahren bremste, dem es missfiel, wenn die Tochter mit den Jungen von Dois Riachos auf der Straße Fußball spielte.

Doch nachtragend ist Marta nicht. Ihrem Vater, der den Viehhirten und Bauern der Gegend die Haare schneidet, schenkte sie ebenso ein nagelneues Haus wie ihrer Mutter und ihren Brüdern. „Ich bin sehr bewegt. Ich habe dieses arme Gebiet verlassen und den Respekt der ganzen Welt gewonnen“, so Marta.

Bescheidenheit als Tugend

Bescheiden meint sie: „Klar macht es mich stolz, wenn ich höre, ich sei eine der besten Spielerinnen der Welt. Schließlich will jeder Sportler an die Spitze. Aber ich bin auch überzeugt, dass ich weiter an mir arbeiten muss und mich noch verbessern kann.“

Martas früherer Nationaltrainer René Simoes sagt: „Sie ist dem großartigen Romario sehr ähnlich. Egal, ob sie Domino, Karten oder Fußball spielen – keiner von beiden akzeptiert zu verlieren.“

Und fügt hinzu: „In der Geschichte des Frauenfußballs war nur Mia Hamm eine bessere Spielerin. Aber Marta ist viel kreativer und erst 21. Noch zwei Jahre, dann wird sie die Beste sein, die es je gegeben hat.”

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

33 Kommentare »

  • Carbone sagt:

    Da muss ich Recht geben. Unsere Birgit Prinz kann gegen Marta (in 2-3 Jahren) und auch gegen Mia Hamm nichts ausrichten. Aber ich bin überzeugt, dass in nächster Zeit auch in Deutschland ein neues Aushängeschild heranwächst.

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  • Rainer sagt:

    Hier in Schweden heisst immer, dass die Liga „Damallsvenskan“ die beste Liga der Welt ist. Das mag sein, immerhin 37 Ausländerinnen spielen hier, die meisten davon Nationalspielerinnen in ihrer Heimat. Ich pflege zu sagen, Die Dammallsvenskan ist die beste Liga und Marta spielt ganz alleine noch in einer anderen.
    Es ist ein Vergnügen, sie auf dem Platz zu sehen, die Nummer 60 vom Umeå IK. Inzwischen Vorbild auch für viele schwedische Mädchen.
    Ihr Ehrgeiz ist unglaublich. Wenn sie mal einen Ball verliert und man steht nah am Spielfeldrand, sieht man ein Funkeln in ihren Augen, dann beschleunigt sie ihr ungeheures Tempo noch einmal und jagt der Gegenspielerin hinterher.
    Alle Vergleiche im Frauenfussball sind fehl am Platz, denn ihr Technik ist absolut einzigartig.
    In Schweden wurde jetzt dennoch diskutiert, wer denn die beste Spielerin der Liga in dieser Saison sei: Marta oder Lotta Schelin aus Göteborg. Die Schwedin hat bereits 20 Tore erzielt und vor kurzem sah ich sie beim Auswärtsspiel ihres Teams in Stockholm gegen Hammarby. Da wächst eine weitere Ausnahmespielerin heran, die bei der WM von sich reden machen wird.

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  • Detlef sagt:

    Ich glaube auch, dass im Moment keine andere Spielerin ihr das Wasser reichen kann!!! Ob eine Mia Hamm je besser war als Marta heute schon ist, kann man wohl nicht mit Sicherheit sagen!!! Aber technisch war ihr selbst die ehemalige Soccer-Ikone Hamm, sicher unterlegen!!! Aber ob es wirklich klug von den Amis ist, sie für zehn Jahre verpflichten zu wollen, glaube ich nicht!!! Keiner weis heute schon, was im nächsten Jahr sein wird, geschweige denn in zehn!!!#
    @Rainer,
    Lotta Schelin stand die letzten Jahre immer im Schatten von Ljungberg und Vikan!!! Ich glaube, nun wird es ein „DREAM-TRIO“ bei den Schwedinnen geben!!!

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  • Markus Juchem sagt:

    @Carbone

    Marta und Birgit Prinz zu vergleichen ist schwierig. Sie sind beide ganz unterschiedliche Spielerinnentypen. Marta genießt allerdings aber auch sehr viele Vorschusslorbeeren. Sie kann sich nur selten in der Nationalmannschaft beweisen, in den beiden UEFA-Cup-Finalspielen tat auch sie sich schwer. Ich bin gespannt, in welcher Form wir sie bei der WM erleben werden.

    @Rainer

    Ich denke schon, dass die schwedische Liga die derzeit stärkste ist. In der Breite fehlt es leider allen europäischen Topligen noch an Klasse. Auch die norwegische Liga hat sicherlich einen Sprung nach vorne gemacht.

    Lotta Schelin ist sicherlich eine Ausnahmespielerin. In den ganz wichtigen Spielen hat sie allerdings meines Erachtens bisher zu selten geglänzt, sie überzeugt eher im Verein stärker als in der Nationalmannschaft. Wir werden sie demnächst einmal etwas näher in einem Interview oder Porträt vorstellen.

    @Detlef

    Das kommt wohl auf die Kriterien an, die man anlegt. Persönlich fehlt Marta für mich schon noch ein Stück, vor allem an Reife, aber sie ist ja auch noch jung. In den USA weiß man ganz genau, dass die neue Liga nur funktionieren wird, wenn es gelingt, neue Stars aufzubauen. Marta ist da sicherlich erst der Anfang. Man sieht es ja an der derzeitigen U.S.-Nationalmannschaft. Sie eilt von Erfolg zu Erfolg, aber kaum jemand interessiert sich für das Team. Zuletzt waren nicht einmal ganz 10.000 Zuschauer beim Spiel gegen Norwegen. Den heutigen Spielerinnen fehlt es an der Strahlkraft, sicher nicht an der Klasse…

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  • Carbone sagt:

    Ja, die Strahlkraft. Aber wie gesagt, ich glaube, dass auch bald hier in Deutschland wieder 1-2 Spielerinnen (vielleicht auch mehr) heranwachsen, die eine Strahlkraft besitzen. Vielleicht nicht technisch so gut sind, wei Marta, aber dennoch.

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  • Detlef sagt:

    @Markus,
    Wie „REIF“ kann eine 21-jährige schon sein, die außer Fussball noch nicht sehr viel anderes getan hat!!! Die Erfahrung wächst mit jedem Spiel!!!
    Mit der „Strahlkraft“ ist das so eine Sache!!! Sie verpufft manchmal schneller, als man glaubt!!! Und wenn Marta dem „BIG-BUSINESS“ in den Staaten nicht gewachsen ist, und keine großen Leistungen mehr bringt, ergeht es ihr wie CRISTIANE in Deutschland???
    Und was macht man dann mit einem Star, der keiner mehr ist, aber einen Langzeit -Vertrag besitzt???
    @Carbone,
    Es gibt wohl in fast jedem Verein ein oder mehrere Sympathie-Trägerinnen, die schon heute genug „Strahlkraft“ besitzen!!! Allerdings nur auf die FF-Fans!!!
    Das die große Mehrheit der Gesellschaft aber nur eine Birgit Prinz, oder vielleicht noch eine Silke Rottenberg kennen, liegt vor allem an den Medien!!!

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  • Rainer sagt:

    @Detlef
    Soweit ich weiss, unterschreibt Marta nach dem ersten Zweijahresvertrag derzeit jeweils für ein Jahr. An die amerikanische Liga mag von den Spielerinnen, die ich kenne, im Moment noch niemand so richtig glauben. Schaun mer mal…

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  • Markus Juchem sagt:

    @Detlef

    Dann zahlt man eine Abfindung und sucht sich einen neuen Star. Klar ist das nicht auf eine lange Sicht von 10 Jahren planbar. Aber wenn eine neue Profiliga überhaupt funktionieren soll, dann geht es wohl nur so.

    Ich bin nicht der Meinung, dass in erster Linie die Medien gefragt sind, sondern die Vereine, die ihre Spielerinnen besser in den Medien verkaufen müssen. Ich sehe da eher eine Bringschuld der Clubs, denn eine Holschuld der Medien. Doch hier fehlt es leider den meisten Vereinen noch am notwendigen Know-how.

    @Rainer

    Soviel ich weiß, wird es rund um die WM mehr Details zur neuen Profiliga geben. Man will von der Aufmerksamkeit rund um die WM profitieren, quasi als PR-Kickoff. Momentan sind die Vereine in abschließenden Verhandlungen mit potentiellen Stadionpartnern, die Planungen sind schon weit fortgeschritten, so dass ich schon denke, dass es 2008 wie es derzeit aussieht mit 8 Teams los gehen wird. Bei der WM werden die U.S.-Scouts sicherlich zahlreiche Kontakte zu Spielerinnen knüpfen.

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  • Markus Juchem sagt:

    @Carbone

    Das Potenzial dazu haben in Deutschland sicherlich einige Spielerinnen, doch mal sehen, inwieweit es dann auch von den Vereinen medienwirksam ausgereizt wird.

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  • Crackfly sagt:

    @Markus
    Du sagtest, es wäre eher eine Bringschuld der Vereine, denn eine Holschuld der Medien. Ich sehe das etwas anders. Mann kann es im Prinzip als „Teufelskreis“ bezeichnen. Dadurch, dass die Medien (Fernsehen, Zeitung usw.) sich nicht so für den Frauenfußball interessieren, bzw. keine Berichte bringen, bleiben die meisten Vereine und damit auch Spielerinnen relativ unbekannt. Selbst die Nationalmannschaft wird, wie man beim 4-Nationen-Cup gesehen hat nicht immer im Fernsehen berücksichtigt. Dadurch, dass die Vereine dann so unbekannt sind, ist es für die relativ schwierig, diesen Teufelskreis zu druchbrechen. Welcher Werbepartner möchte denn schon eine unbekannte Werbefigur? Dadurch, dass die Spielerinnen und Vereine nicht so bekannt sind, ist das Interesse der Zuschauer auch nicht so groß. Man überlege mal: Bei den Männern wird man jeden Tag mit irgendwelchen Berichten (manchmal auch über völlige Belanglosigkeiten) erschlagen. Dadurch weiß meist jeder irgendwas über den Männer-Fußball. Wann liest man schon mal was über die Frauen? Wenn ja, dann meist nur in Regionalen Zeitungen. Sogar in den Nachrichten (Tagesschau und heute) wird kaum über die Frauen-Natio, geschweige denn über die Bundesliga berichtet. Gerade wenn man hier einbrechen würde, würde es mehr Menschen erreichen. Die Nachrichten schauen nun mal einfach viele! Naja zurück zum Teufelskreis: durch das wenige Interesse der Zuschauer ist das Aufnehmen, Übertragen oder Zusammenschneiden der Spiele auch uninteressant für die Fernsehsender, da diese hierin keine guten Einschaltquoten sehen. Ich denke hier ist von beiden Seiten handeln gefragt. Man sollte z. B. darauf Achten, dass man vielleicht in den Sportsendungen zumindest vielleicht ein Spitzenspiel bringt. Vielleicht dann auf den dritten Programmen (wo sie ja auch Regionalliga-Spiele zeigen) die jeweiligen dazugehörigen Mannschaften präsentieren. Im gegenzug dazu machen die Vereine (und vielleicht auch die Fernsehsender) etwas mehr Werbung dafür. Ich weiß nicht, wie die Einschaltquote des WDR war, als das Spiel SGS-FCR übertragen wurde. Aber es war ein sehr, sehr guter Anfang!

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  • Markus Juchem sagt:

    Ich gebe Dir vollkommen Recht, dass der Frauenfußball in den Medien unterrepräsentiert ist. Nur: Das liegt nicht am bösen Willen der Medien, sondern am mangelnden Interesse der Öffentlichkeit. Die dritte Wiederholung des Testspiels eines Männer-Zweitligisten bringt im Fernsehen immer noch eine bessere Einschaltquote als die Live-Übertragung eines Frauenfußball-Spiels, vielleicht ausgenommen eines der Nationalmannschaft.

    Das ist schade, aber leider immer noch die bittere Wahrheit. Und selbst viele Fußballerinnen schauen im Fernsehen lieber Männerfußball als Frauenfußball oder können Dir eher die ersten fünf Mannschaften in der Tabelle der Männer-Bundesliga aufsagen als die der Frauen-Bundesliga. Darin sehe ich eher das Problem.

    Und solange der Frauenfußball nicht auf breiteres Interesse in der Öffentlichkeit stößt, wird sich in den Medien was TV-Übertragungen angeht auch wenig ändern. Der DFB ist hier aber sicherlich gefragt, konstant auf die TV-Anstalten einzuwirken, möglicherweise häufiger, wie Du schon sagst, Übertragungen zumindest in den 3. Programmen auf regionaler Ebene anzuregen. Das von Dir angesprochene Pokalhalbfinale ist da ja ein gutes Beispiel gewesen.

    Du schreibst, bei den Männern wird man täglich oftmals mit Belanglosigkeiten erschlagen. Das liegt aber auch daran, dass die Medien von den Vereinen meist perfekt mit jeder noch so kleinen Info versorgt werden. Es ist ja gar nicht so, dass die Medien den Frauenfußball von Grund auf ablehnen, es fehlen aber attraktive Themen. Und hier liegt es eben doch an den Vereinen, mit gezielter Öffentlichkeits- und Pressearbeit dafür zu sorgen, dass Spielerinnen bzw. Themen in die Medien kommen und Themen bewusst angestoßen werden.

    Es gäbe bestimmt Hunderte interessanter Themen rund um den Frauenfußball, von denen die Journalisten in den Redaktionen nicht einmal ansatzweise etwas ahnen. Können sie auch gar nicht immer, es ist unmöglich, im täglichen Redaktionsalltag den Überblick über alle Ligen, Vereine, Themen etc. zu behalten.

    Umso wichtiger, dass die Vereine aktiv tätig werden. Denn der Frauenfußball braucht die Medien, nicht umgekehrt. Deswegen auch die Formulierung mit Bringschuld und Holschuld. Die Medien reagieren mit ihrem Angebot auf die Nachfrage des Marktes. Ist die Nachfrage nicht groß genug, kannst es nur über die Attraktivität des Angebots gehen.

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  • Crackfly sagt:

    Im Prinzip sagst du ja genau das, was ich meine. Es ist halt schwierig, die Spielerinnen und die Vereine in die Medien zu bekommen, wenn sich die Medien nicht interessieren (weil sich die Öffentlichkeit nicht interessiert). Wie viele Berichte, Schlagzeilen usw. die in einer Redaktion entworfen werden werden wirklich gedruckt? Da selektieren die Verantwortlichen immer, und immer wieder aus, bis nur noch das in deren Augen wichtigste übrig ist. Leider bleibt dort oft der Frauenfußball auf der Strecke. Aber mit dem Teufelskreis ist das schon so. Mal angenommen, man bricht irgendwo durch. Man schafft es, dass vielleicht nur 1x im Monat in der Sportschau oder im Sportstudio ein Spiel der Frauen-Bundesliga in einem vernünftigen Rahmen zusammengeschnitten wird und nicht einfach so wie son „Adoptivkind“ hinten dran gehängt wird. Oder wenn man es schafft, dass die Ergebnisse in den Tagesthemen, der Tagesschau oder so genannt werden. Dadurch wird das Interesse schon etwas gesteigert, auch wenn sich nicht gleich alle Männer-Fußball-Fans sich für Frauenfußball interessieren. Dadurch wäre es aber mit Sicherheit für die Vereine leichter, sich bekannter zu machen. Werbung zu machen usw. und wahrscheinlich auch erfolgreicher. Immerhin ist die Aufmerksamkeit bei den Frauen ja sehr gering. Wer kann schon sagen, wer in der Saison 05/06 Meister war? Sogar der Stadionsprecher des FFC sagte, es wäre der FFC. Wobei man hier sagen muss: die Öffentlichkeit kennt wenn sie einen Frauenfußball-Verein kennen, dann den FFC Frankfurt.

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  • Detlef sagt:

    Also Ihr beschreibt genau das DILEMMA, in dem sich die Frauen und Mädchen befinden!!! Die Medien reden sich immer damit raus, dass es viel zu wenig Zuschauer und Interessenten für den FF gibt!!! Aber wer hat denn die Möglichkeit, und die MACHT, viele Menschen zu begeistern und aufzufordern, mal ins Stadion zu gehen??? Crackfly hat völlig recht, wenn sie/er, von einem Teufelskreis spricht!!! Es ist doch messbar und nachweisbar, dass die Zuschauerzahlen in den Stadien der Frauenbundesliga stark angestiegen ist, seit die Erfolge der Nationalmannschaft im TV gezeigt werden!!! Dass davon vor allem die Vereine profitiert haben, die die meisten Nationalspielerinnen in ihren Reihen haben, zeigt sehr deutlich, die Abhängigkeit von dieser Berichterstattung!!! Also Markus, wenn Du von einer „BRINGSCHULD“ der Vereine sprichst, was fällt Dir da ein??? Viele Vereine tun sich sicherlich etwas schwer, ständig bei den Medienvertretern um mehr Aufmerksamkeit zu kämpfen!!! Natürlich auch etwas entmutigt, von den ständigen Absagen, bzw dem Desinteresse von Zeitungen oder TV-Sendern!!! Manche Spielerinnen, haben schon buchstäblich ihr letztes Hemd dafür gegeben, um mit erotischen Kalendern nicht nur die stets knappen Vereins-Kassen zu füllen, sondern auch ihren Bekanntheitsgrad in der Region zu steigern!!! Was sollen sie denn noch alles anstellen, um endlich die Anerkennung zu bekommen, die allen Leistungssportlern zusteht!!! Sollen sie (wie bei den Herren) private Dinge preisgeben, die eigentlich niemanden etwas angehen???
    Ist das die Art von professioneller Berichterstattung, die Dir vorschwebt???
    Natürlich liegt in vielen FF-Vereinen in Punkto Medien-Arbeit noch einiges im Argen!!! Aber bedenke bitte, dass außer Frankfurt, kein anderes Team über eine professionelle Sportagentur verfügen kann!!! Selbst Mannschaften wie Wolfsburg, Freiburg und München, sind auf die Gnade der Profi-Abteilung angewiesen, und finden in deren Publikationen kaum statt!!! Der Großteil dieser Arbeit findet ehrenamtlich statt, weil dafür kein Geld vorhanden ist!!!
    Es wird versucht, mit Autogrammstunden im Supermarkt, Modenschau, soziale Aktionen für Behinderte und Benachteiligte, und „GIRLS-CAMPS“ die Öffentlichkeit für den FF zu sensibilisieren!!! Aber das Budget ist oftmals sehr schmal, um größere Wirkung zu erzielen!!! Also was müssen die Vereine noch tun, um die Medien auf sich aufmerksam zu machen???
    Ein Umdenken in der Gesellschaft, muss durch die Massenmedien angeschubst werden!!! Solange der FF dort nur eine kleine Nische ausfüllt, denken immer noch viele DEUTSCHE, dass Fußball eine Männersportart ist, und dass Mädchen und Frauen höchstens als Fans gut sind, aber doch nicht als Akteure auf dem Rasen!!!

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  • Markus Juchem sagt:

    Detlef, ich sehe das einfach anders. Ich gebe Euch ja Recht, dass es ein Teufelskreis ist und auch ich würde mir mehr Frauenfußball im Fernsehen und generell in den Medien wünschen.

    Aber was heißt denn „die Medien reden sich raus“? Es ist doch nicht die Aufgabe der Medien, in der Öffentlichkeit Interesse für den Frauenfußball zu erzeugen! Dann könnten beispielsweise die Tischtennisspieler und einige andere Sportarten mit derselben Begründung ebenfalls mehr TV-Zeit einfordern, denn die Zuschauerzahlen etwa der Tischtennis-Bundesliga sind vergleichbar mit denen der Frauenfußball-Bundesliga. Ein „starker“ Anstieg ist gemessen an den absoluten Zahlen immer noch relativ. Die Zuschauerzahlen der Frauen-Bundesliga sind in der Regel immer noch bescheiden, wenn man mal von wenigen Ausnahmen absieht.

    Wenn heute eine Firma ein Produkt öffentlich bekannt machen will bzw. dessen öffentliche Wahrnehmung verbessern will, liegt es doch an dem Unternehmen, geeignete Maßnahmen zu treffen und nicht an den Medien. Oder soll ich jetzt auch auf die bösen Medien schimpfen und sie dafür verantwortlich machen, dass unser Blog noch nicht zehnmal höhere Zugriffszahlen hat?

    Du schreibst von ständigen Absagen bzw. Desinteresse der Medien. Kannst Du dies belegen?

    Man muss die Themen sorgfältig auswählen und sie den Medien halt auch schmackhaft machen, das ist sicherlich nicht einfach, aber in Einzelfällen auch nicht unmöglich. Wirkungsvolle Pressearbeit setzt natürlich auch ein gewisses Maß an Zeit und Geld voraus, trotzdem ist es mir zu einfach, immer alles auf die mangelnden Finanzen und die Ehrenamtlichkeit zu schieben.

    Ich bleibe dabei: der Frauenfußball muss sich in den verschiedensten Bereichen selbst anschieben und attraktiver machen und damit die Grundlagen schaffen, positiver und professioneller wahrgenommen zu werden. Nur zwei aktuelle Beispiele (ich könnte noch eine ganze Menge mehr nennen): Auf der Website von Aufsteiger Saarbrücken gab es zwischen dem 28. Mai und dem 15. Juli nicht eine einzige neue Nachricht. Warum? Sommerpause? Kein Geld? Der Ehrenamtliche war in Urlaub? Oder soll ich glauben, dass es wirklich nichts Interessantes zu vermelden gab? Das wäre aber traurig!

    Oder: Sindelfingens Trainer Günter Rommel antwortet in einem Artikel (http://tinyurl.com/26yajk
    ) auf das Thema „geringe Zuschauerzahl“: „Bei manchen Gegnern kann ich das sogar verstehen, da sorgt nur unsere Mannschaft mit vielen Toren für Unterhaltung.“ Sieht so gelungene PR für den Frauenfußball aus?

    Aber um zum Anfang Deines Kommentars zurückzukehren. Vielleicht ist es ja für den Frauenfußball auch ein gangbarer Weg, erst einmal im Internet-TV Fuß zu fassen, so wie das jetzt eben auch die Tischtennis-Bundesliga versucht.

    Dort sollen in der kommenden Saison ab August fast alle 90 Partien live und kostenpflichtig übertragen werden. Natürlich ist es technisch einfacher, Tischtennis zu übertragen, das ist mir schon klar, aber ein möglicher Ansatz wäre es vielleicht dennoch.

    Doch auch hier müsste man sehen, wie viele Frauenfußball-Fans dafür bereit wären, für ein Abonnement Geld auszugeben.

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  • Ich möchte dafür plädieren, bei der Bewertung des Fernsehens zwischen öffentlich-rechtlichen Sendern und privaten Sendern zu unterscheiden. Die privaten richten sich nach der Quote, da geht es um rein finanzielle Aspekte. Wenn sich Frauenfußball für sie nicht rechnet, liegt es in deren Logik, keinen Frauenfußball zu bringen.

    Anders sieht es bei öffentlich-rechtlichen Sendern aus. Sie finanzieren sich über Gebühren, woraus sich ein öffentlich-rechtlicher Grundversorgungsauftrag ableitet. An sie sind andere Maßstäbe als an die privaten Fernsehsender zu richten. Hier kann es nicht nur um Quote und Profit gehen, sonst verlieren sie ihre Berechtigung zum Gebühreneinzug.

    Sicherlich agieren die Öffentlich-Rechtlichen nicht in einem Vakuum, durch die private Konkurrenz sind sie zu einem Spagat gezwungen. Doch haben sie nach wie vor den Auftrag, auch weniger profitablen Sportarten einen Sendeplatz zu verschaffen. Der Sport generell nimmt bei den Öffentlich-Rechtlichen meines Erachtens schon genügend Platz ein, wenn man sieht, wie bei politischen oder kulturellen Sendungen gekürzt wurde, wie gehaltvolle Dokumentationen ins Nachtprogramm abgeschoben werden.

    Es geht also um die Gewichtung. Vergleicht man die Zuschauerzahlen beim Frauenfußball mit denen bei anderen Sportarten, dann kommt der Frauenfußball hinsichtlich Nationalmannschaft schon sehr, sehr gut weg. Das muss man so feststellen können. In der Handball-Bundesliga der Frauen etwa kommen teilweise bis zu 4.000 Zuschauer, bei den Spitzenclubs sind 2.000 Standard. Da liegt der Zuschauerschnitt weit über dem beim Frauenfußball. Die Länderspiele sind ebenfalls gut besucht. Aber der DHB hat keine mit dem DFB vergleichbare Lobby, um auf die Sender Einfluss zu nehmen. So bleibt der Bildschirm schwarz. Beim Volleyball oder beim Hockey ist es bei Männern und Frauen ähnlich. Das ließe sich fortsetzen.

    Woran es krankt, das ist der Vereinsfußball. Hier hat sich in den letzten Jahren schon etwas getan – siehe Berichte in Sportschau oder Sport-Reportage von Bundesliga-Spitzenspielen oder DFB-Pokal. Im Vergleich mit anderen Randsportarten kann sich der Frauenfußball selbst hier nicht mehr beschweren.

    Dass die Randsportarten bei den Öffentlich-Rechtlichen zu wenig Sendezeit bekommen, ist jedenfalls kein alleiniges Problem des Frauenfußballs. Erschwerend kommt nur hinzu, dass ARD und ZDF über die Sportrechteagentur SportA die Rechte an der Bundesliga besitzen und Regionalsender sich selbst Kurzberichte deswegen oftmals nicht leisten können. Das blockiert die Entwicklung sicherlich an einigen Stellen, hier müsste über mehr Flexibilität nachgedacht werden.

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  • soccer sagt:

    also ich habe mal ne frage!!! von wo habt ihr das, dass marta nächste saison nicht mer bei Umea ik spielen wird!!!?? hat sie euch das selber erzählt!!!! ( was ich dev. nich glaube)!!! oder vermutet ihr das einfach, das si nächste saison in die US- Profiliga wächseln wird, die meiner Meinung nach sowiso mit 150% nich lange bestehen wird!!! Also ich bin mir sicher das marta sich nicht für 10 JAHREN! verpflichten lässt! die wird nächste saison sicherlich wieder für umea spielen… ganz bestimmt!!!!…?!?!???

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  • Detlef sagt:

    Jetzt sind wir nun endlich komplett vom Thema abgekommen!!!
    Es könnte aber sehr interessant sein, die Frage der Präsenz in den Medien zu vertiefen, und einen separaten Beitrag zu starten!!!
    @Katja,
    100%-ige Zustimmung
    Es ist aber sehr merkwürdig, dass zB der französische Privatsender „EUROSPORT“ wesentlich mehr Randsportarten präsentiert, als das Deutsche Sport Fernsehen!!! Mittlerweile hat man in der Pariser Sendezentrale sogar mitbekommen, dass es sich durchaus rechnen kann, FF-Spiele zu übertragen!!!
    Bei den ö/r Sendeanstalten, sehe ich aber die gleiche Informationspflicht, wie Du!!! Warum sollte nicht statt der dritten Wiederholung der „Lindenstraße“, am Sonntag mittag um 11 Uhr mal ein Spitzenspiel der Frauen-Bundesliga übertragen werden???
    @Markus,
    Fußball ist der Nationalsport NUMMER EINS in Deutschland!!! Der Vergleich mit Tischtennis hinkt also etwas!!! In anderen Ländern ist das anders, aber in Deutschland kommt dann erst mal eine Weile nichts!!! Also woran liegt es, dass der selbe Sport zur Randsportart wird, nur weil er von Frauen betrieben wird??? Und warum ist das nicht auch so beim Tennis, Leichtathletik, Schwimmen???
    Ein Amateurverein ist kein Wirtschaftsunternehmen, hat demzufolge auch wenig bis gar keine Mittel, Werbung in den Medien zu schalten, um sein „Produkt“ besser verkaufen zu können!!! Meistens beschränkt sich die Werbung auf Plakate, die in Geschäften und öffentlichen Gebäuden platziert werden!!! Größere, und im Moment erfolgreichere Vereine haben SPONSOREN und MEDIENPARTNER, über die das „Produkt FF“ besser vermarktet werden kann!!!
    In POTSDAM funktioniert das ganz gut, da sind die PNN und die MAZ als Tageszeitungen, sowie der RBB als regionale Fernsehstation mit dabei!!! Aber zB in Crailsheim, oder Freiburg, beklagen sich die Verantwortlichen über nicht veröffentlichte Berichte, oder zuerst zugesagte, und dann doch nicht gesendete TV-Beiträge!!! Selbst in München schaut man „neidisch“ nach Hessen und Brandenburg, weil hier der FFC Frankurt, und TURBINE POTSDAM eine eigene (wenn auch sehr kurze) Fernsehpräsenz, und sogar eine eigene Videotexttafel haben!!! Dank digitaler Technik, kann ich nun auch den SR sehen, und konnte feststellen, dass hier auch die Frauen vom FC Saarbrücken stattfinden!!! Das wird den Verantwortlichen sicher Ansporn genug sein, ihre Internet-Seite besser zu pflegen!!!
    Es tut sich also einiges in Sachen FF!!! Auch der WDR scheint langsam Geschmack daran zu finden, und hat nun mit Wattenscheid bereits das dritte Team im Sendegebiet!!!
    Wenn der FF öfter in den Medien auftaucht, kommen auch mehr Zuschauer in die Stadien!!! Und je mehr es hier werden, um so interessanter wird es auch für die Sendeanstalten!!! Keiner zeigt gerne leere Ränge!!!
    Möglicherweise kann über ein Internet-TV nachgedacht werden!!! Dafür müssen dann aber die „Monopolisten“ ihre Rechte entweder freiwillig abtreten, oder einfach entzogen bekommen!!! Vielleicht entsteht dann so etwas wie „FUTTERNEID“, wenn man ihnen etwas wegnehmen will, woran sie zur Zeit wenig Interesse haben!!!
    Auch TALK-Runden über den FF wären sicher denkbar, wo neben Fans auch Verantwortliche der Vereine oder des DFB, Schiedsrichterinnen und natürlich auch Spielerinnen eingeladen werden könnten!!! Ob, und wie sich so etwas finanzieren lässt, wäre sicher mal interessant!!! Wenn ich aber daran denke, wie viele SEX-TV-Sender es im digitalen Bereich gibt, warum sollte es dann nicht auch ein HANDBALL-TV, oder ein RUDERN-TV, oder eben auch ein FF-TV geben???

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  • @ Detlef und alle

    Wir werden das Thema „Frauenfußball in den Medien“ unter Einbeziehung der hier geäußerten Meinungen sicherlich in naher Zukunft mal separat aufgreifen. Das nur als Hinweis, was die Diskussion in diesem Thema aber nicht beenden soll.

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  • Rainer sagt:

    Nochmal zurück zum Ursprungsthema Marta. Marta hat gestern bei den PanAmerican_Games in Brasilien gegen Kanada beim 7:0 fünf Tore gemacht. Höchste Niederlage in der Geschichte des kanadischen Frauenfussballs. Im Spiel zuvor gegen Equador hat Marta viermal getroffen.
    Von Brasilien können wir wohl etwas erwarten bei der WM.

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  • Rainer sagt:

    Nun zur Medien- und Zuschauerdebatte und dazu ein kleiner Ausflug nach Schweden, wo ich lebe und seit zwei Jahren die „Damallsvenskan“ intensiv verfolge.

    Länderspiele werden hier ebenso wie in Deutschland meist live übertragen. Dazu kommen jedes Jahr vielleicht 6-8 Live-Übertragungen von Ligaspielen, meist mit Beteiligung von Umeå IK oder Djurgården.

    Die Einschschaltquoten sind auch hier eher bescheiden im Vergleich zu den wöchentlichen Übertragungen aus der Premier League oder der spanischen Primera. Ein Spiel von Getafe – Real Betis lockt mehr Zuschauer vor den Fernseher, eigentlich unbegreiflich, da die Identifikation hier kaum noch gegeben ist.

    In den Stockholmer Zeitungen Dagens Nyheter, Svenska Dagbladet, Metro, City, Aftonbladet und Expressen wird wöchentlich über die Spiele der Stockholmer Clubs berichtet Das ist besser als nichts, aber die Artikel sind im Verhältnis zur Berichterstattung über die Herrenliga „Allsvenskan“ sehr bescheiden.

    Wir haben hier drei Erstliga-Frauenvereine: Djurgården, AIK und Hammarby und ausser bei den Lokalderbys und bei Heimspielen gegen Umeå kommen nie mehr als 500 Zuschauer. Das ist sehr betrüblich, zumal ich hier eigentlich mehr Engagement von den Vereinen erwarten würde, die in allen möglichen Sportarten vertreten sind und eine Riesenbasis haben.

    Frauenfussball ist eine Randsportart, hat mir eine Spielerin gesagt, und wahrscheinlich hat sie (leider) auf absehbare Zeit Recht.

    Dabei spielen alle Faktoren eine Rolle. Das auch in einem gleichberechtigten Land wie Schweden vorhandene Klischee, dass Frauen nicht Fussball spielen können, das Niveau sehr niedrig sei. Eine Rolle spielt auch, dass hierzulande die allermeisten Spielerinnen noch eine Ausbildung nebenbei oder eigentlich hauptsächlich machen oder arbeiten müssen.

    Bei Mittwochsspielen um 19.00 Uhr kommen nicht immer alle Spielerinnen der schlechter platzierten Clubs mit, weil sie anschliessend noch 5-6 Stunden im Bus sitzen müssten und am nächsten Tag um 8 Uhr im Büro sein müssen.

    Wie Markus hier richtig bemerkt hat, haben die Vereine die Bringschuld sich wirklich ins Zeug zu legen, damit die Medien mehr berichten. Und leider ist die Medienarbeit der Vereine nicht sonderlich professionell. Ich schreibe gerade an einem recht grossen Artikel für eine schwedische Zeitschrift und ärgere mich seit Wochen über die mangelnde Professionalität der Presseabteilung eines Vereins, die weder die Spielerinnen über das Vorhaben informiert hat noch den Kontakt hergestellt hat, obwohl ich immer wieder vorstellig geworden bin. Dann darf man sich wirklich nicht wundern und über Desinteresse der Öffentlichkeit klagen.

    Die Spielerinnen selber sind gegenüber Berichterstattung sehr aufgeschlossen und immer bereit, aber auch die anderen, die im Umfeld eines Vereins arbeiten, müssen allmählich professionalisiert werden.

    Bei den schlechten Zuschauerzahlen (in dieser Saison wieder etwas mehr als 2006) wunderte ich mich auch, dass ein paar Vereine die Eintrittspreise um 25% erhöht haben. Wenn man sich die Zahlen der Clubs anguckt, sieht man auch, dass sie im Verhältnis zum Vorjahr abgenommen haben. Die Durchschnittszahlen kommen eigentlich nur auf einen guten Wert, weil Umeå sehr viele Zuschauer zieht und weil Aufsteiger Falköping ein paar Mal sehr viele Besucher hatte.

    Markus hat völlig recht, dass die Medien sich nach dem Interesse ihrer Kundschaft richten. Bei der Fussball-WM 2003 etwa, wollte die London-Korrespondentin der Abendzeitung AFTONBLADET Jennifer Wegerup einen grösseren Artikel über Arsenal abliefern, bekam aber Bescheid aus ihrer Redaktion in Stockholm: 20 Zeilen reichen völlig aus, wir brauchen zwei Seiten für die Frauennationalmannschaft in Amerika.

    Die kommende WM ist daher ungeheuer wichtig für das Öffentlichkeitsinteresse. Wir können nur hoffen, dass alle europäischen Teams möglichst gut abschneiden und die Heimat somit interessieren. Ein Nachteil wird natürlich die Zeitverschiebung zu China sein.

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  • Markus Juchem sagt:

    @soccer

    Wir haben geschrieben, dass es eher unwahrscheinlich ist, dass Marta noch in Schweden spielen wird, wenn die neue U.S.-Profiliga kommt (und hier vermehren sich die positiven Signale). Dann werden sicherlich einige dem Ruf des Geldes folgen. Denn auch wenn die neue Liga mit deutlich weniger Geld als die frühere WUSA kalkuliert, gibt es für die Topspielerinnen immer noch genug zu verdienen. Marta wäre für das Gelingen der neuen Liga sicherlich ein wichtiger Baustein.

    In ihrem Sog würden sicherlich weitere namhafte Spielerinnen in die USA wechseln. Momentan herrscht noch relativ viel Unsicherheit unter den Spielerinnen, wie Rainer schon richtig angedeutet hat, doch rund um die WM sollen weitere Details folgen. Die komplette PR-Maschinerie wird erst dann ins Rollen kommen.

    Noch einmal zu Marta: Es ist ja auch denkbar und auch durchaus erwünscht, wie mir Liga-Chefin Tonya Antonucci gesagt hat, dass Spielerinnen sowohl in der neuen Profiliga, als auch in einer anderen Liga im Einsatz sind, sollte es sich terminlich einrichten lassen. Da muss man jetzt einfach einmal die Details abwarten, wie etwa die genaue Spielzeit der Liga. Lassen wir uns einfach einmal überraschen, was kommt.

    @Detlef

    Du schreibst, Fußball ist der Nationalsport Nummer 1. Damit meinst Du aber den Männerfußball, nicht den Frauenfußball. Deswegen finde ich den Vergleich nicht hinkend. Frauenfußball ist momentan noch eine Randsportart, ob uns das gefällt oder nicht. Faktoren dafür gibt es viele, wie auch schon Rainer schreibt.

    Sicherlich hat ein Amateurverein nicht die gleichen Mittel wie ein großes Unternehmen, aber man muss zumindest die zur Verfügung stehenden Mittel optimal ausnutzen. Eine schlecht gepflegte Website ist natürlich auch nicht dazu geeignet, potenzielle Sponsoren anzuziehen. Natürlich ist eine Website nicht der alleinige Faktor, aber sie wird heute als die Visitenkarte eines Vereins wahrgenommen.

    Du schreibst: „Wenn der FF öfter in den Medien auftaucht, kommen auch mehr Zuschauer in die Stadien!!!“ Das stimmt. Du hättest aber auch formulieren können: „Wenn mehr Zuschauer ins Stadion gehen, wird auch der Frauenfußball häufiger in den Medien auftauchen.“ Womit wir wieder bei der Hol- und Bringschuld wären..

    Die Öffentlichkeit muss zeigen, dass das Interesse am Frauenfußball in größerem Maße vorhanden ist, dann werden die Medien auf den Zug aufspringen. Diesen Beweis ist sie bisher schuldig geblieben. Es müssen also nach und nach weitere Vorurteile abgebaut und neue Zuschauerkreise erschlossen werden.

    Und hier sind wiederum zuerst die Vereine gefragt, über neue Wege und Ansätze nachzudenken, wie das ja auch in Ansätzen bereits geschehen ist, siehe Kombi-Tickets etc.

    @Rainer

    Danke für den schönen Überblick über die Verhältnisse in Schweden.

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  • Crackfly sagt:

    „“““““““““““““Wenn der FF öfter in den Medien auftaucht, kommen auch mehr Zuschauer in die Stadien!!!” Das stimmt. Du hättest aber auch formulieren können: “Wenn mehr Zuschauer ins Stadion gehen, wird auch der Frauenfußball häufiger in den Medien auftauchen.” Womit wir wieder bei der Hol- und Bringschuld wären..“““““““““““
    Das ist doch genau die Sache mit dem Teufelskreis, die ich meinte! Ich denke, dass das ganze alles miteinander zusammenhängt. Natürlich sollten einige Vereine bessere PR machen, aber ich glaube auch, dass man es nicht unterschätzen darf, dass bei den meisten Vereinen die PR-Arbeit ehrenamtlich gemacht wird. Frankfur zum Beispiel hat SiDi und dadurch automatisch eine Agentur, die für die PR sorgt. Würde dies den anderen Vereinen ebenfalls zur Verfügung stehen, würde es sicherlich besser sein. So ist es aber nicht. Und wenn sich ein Verein zu einer Kooperation mit einer PR-Firma entscheidet, fließt mit Sicherheit Geld. Und davon haben die Vereine nun einmal nicht viel zur Verfügung.
    „““““““““““Die Öffentlichkeit muss zeigen, dass das Interesse am Frauenfußball in größerem Maße vorhanden ist, dann werden die Medien auf den Zug aufspringen. Diesen Beweis ist sie bisher schuldig geblieben.“““““““““
    Ich denke, dass dies beim DFB-Pokal-Halbfinale bereits ansatzweise gezeigt wurde. Natürlich hat die SGS wirklich gute Werbearbeit geleistet. Aber die Tatsache, dass der WDR vor Ort war und auch Werbung gemacht hat, hat natürlich auch ein paar Zuschauer mehr angelockt.

    @katja:
    „““““““““Erschwerend kommt nur hinzu, dass ARD und ZDF über die Sportrechteagentur SportA die Rechte an der Bundesliga besitzen und Regionalsender sich selbst Kurzberichte deswegen oftmals nicht leisten können. Das blockiert die Entwicklung sicherlich an einigen Stellen, hier müsste über mehr Flexibilität nachgedacht werden.“““““““““““““
    Wie? Ich dachte, dass z. B. die ARD aus einem Zusammenschluss der 3. Programme besteht? Wie oft sieht man nicht bei einem Film z. B. dass er ursprünglich vom WDR produziert wurde?

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  • Markus Juchem sagt:

    Crackfly, dass es ein Teufelskreis ist, habe ich nicht bestritten. Ich halte nur den Vorwurf an die Medien für nicht gerechtfertigt, sie wären für das immer noch zu geringe Interesse am Frauenfußball verantwortlich.

    Wenn die Vereine aus eigener Kraft nicht mehr anschieben können, müssen auch die Ansprüche ein Stück weit zurückgeschraubt werden. Das öffentliche Interesse für Frauenfußball ist meines Erachtens eben noch zu gering, um daraus eine Forderung nach erweiterter Medienberichterstattung abzuleiten.

    Das Beispiel DFB-Pokalhalbfinale und auch das Spiel Bayern München gegen Frankfurt in Augsburg haben ja gezeigt, dass mit PR-Arbeit einiges zu bewegen ist. Es reicht halt nicht aus, dies nur punktuell zu machen und PR fängt im Kleinen an.

    Bei Deiner letzten Frage möchte ich Katjas Antwort nicht vorweg greifen.

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  • @ Crackfly

    Sorry, da habe ich mich undeutlich ausgedrückt. Ich meinte private Regionalsender, die sich häufig den Randsportarten widmen, hier aber vor finanziellen Hürden stehen.

    Auf die Dritten Programme der öffentlich-rechtlichen Sender trifft diese Einschränkung natürlich nicht zu. Ich denke auch, dass hier der Ansatzpunkt für die Vereine ist. Nicht nur das DFB-Pokalhalbfinale oder Bayern München – Frankfurt in Augsburg, auch der SC 07 Bad Neuenahr hat es ja schon einige Male geschafft, seine Nationalspielerinnen oder Trainer Schacht ins SWR-Studio zu bringen.

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  • Detlef sagt:

    @Markus,
    Wir drehen uns hier im (Teufels-) Kreis, und langsam wird mir schon ganz übel!!!
    Ich habe den Medien nicht die Schuld für das Desinteresse der Gesellschaft am FF gegeben, ich habe nur gemeint, dass sie die Macht und die Mittel haben, dies zu ändern!!! WARUM sie das tun sollten, ist eine andere Frage!!! Dem Großteil der Gesellschaft ist Fußball nicht egal, (natürlich bisher nur der Männerfußball)!!! Wenn man also öfter zeigen würde, dass auch Frauen guten Fußball spielen können, dann bekämen einige sicher Lust, so etwas mal LIVE zu sehen!!! So war es bei mir, und bei vielen anderen FF-Fans die ich kenne!!! Sei es nur aus Neugier, oder schon aus echtem Interesse, ist eigentlich völlig egal!!!
    Ich glaube Du siehst die Sache zu sehr aus der Sicht der privaten Sendeanstalten!!! ö/r Sender haben aber einen anderen Ansatz!!! WARUM gibt es keine, oder viel zu wenig Journalisten, die mit interessanten, und gut recherchierten Beiträgen, ihr Publikum für den FF interessieren und begeistern möchten??? WARUM sollen die Vereine ihre Arbeit tun???
    Sicherlich könnte sich der DFB hier noch stärker engagieren, aber außer THEO, gibt es wahrscheinlich noch nicht genug Fürsprecher!!!
    Auch SPONSOREN können hier sicher noch mehr leisten, um mit Werbeclips, Spielerinnen noch bekannter zu machen!!! Der Tschibo-Spot, zB, hat in meinem (Männer)-Fußball liebenden Umfeld, für viel Furore gesorgt!!!
    Du bist mir mit Deinen Andeutungen, und Phrasen noch etwas zu wage, Markus!!! Was meinst Du denn mit ### Und hier sind wiederum zuerst die Vereine gefragt, über neue Wege und Ansätze nachzudenken###
    Vielleicht könntest Du es konkreter fassen, und einige Tips geben!!!

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  • Markus Juchem sagt:

    Dass sie die Macht haben, steht außer Zweifel. Das „Warum“ ist aber doch die entscheidende Frage. Wir haben aber offenbar immer noch ein grundsätzlich anderes Verständnis vom Aufgabenbereich der Medien. Warum sollen sie den Frauenfußball groß machen? Warum?

    Ich gebe Dir ja Recht, dass grundsätzlich die Randsportarten bei den Öffentlich-Rechtlichen unterrepräsentiert sind. Aber da könnten einige viel lauter schreien, als die Anhänger des Frauenfußballs.

    Mich persönlich nerven auch stundenlange Wintersportübertragungen in ARD und ZDF, die sich mit Grundversorgung wohl kaum noch treffend umschreiben lassen. Auch hier wird, wie inzwischen viel zu oft, auf die Quote geschielt.

    Jedes halbwegs vernünftige Handbuch für PR-Arbeit gibt genügend Tipps, was man besser machen kann. Das fängt schon im Kleinen an, von einem lesbaren Layout der Pressemitteilungen über die Qualität der ausgesandten Bilder.. Da könnte man jetzt stundenlang drüber philosophieren.

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  • Detlef sagt:

    Also WARUM willst Du wissen!!!
    Na zum Beispiel um mehr Abwechslung ins Programm zu bringen!!!
    Ich habe mich richtig gefreut, als in den Medien auf einmal „NEUE“ Sportarten auftauchten, von denen man früher nichts mitbekam!!!
    Sportarten wie CURLING, SEGELN oder DART, sind plötzlich immer wieder mal zu sehen!!! Endlich mal etwas Abwechslung, in der sonst so öden Mattscheibe!!! Also WARUM die hundertste Sendung über die Formel 1, oder den (Männer)-Fußball, oder über Tennis, WARUM, WOFÜR, WER schaut sich so etwas noch an??? In den Sendern sind hunderte Leute beschäftigt, um neue TALK-, GERICHTS-, und GAMESHOWS zu erfinden, WOFÜR??? WARUM sendet man die alten DINGE nicht weiter??? Vielleicht wegen der ABWECHSLUNG???
    ZOO-Sendungen sind gerade der letzte Schrei, der MDR hat angefangen, und nun machen es alle nach!!! WARUM??? Weil ein TV-Redakteur den Mut hatte, mal etwas ABWECHSLUNG ins Programm zu bringen!!!

    Grundsätzlich hat es jeder Leistungssportler verdient, dass seine Leistung in den Medien gewürdigt wird!!! Und wenn man bedenkt, wie viele Printmedien, Rundfunkstationen, und TV-Sender es gibt, darf man doch sicher fragen, WARUM ist das Medieninteresse für den FF so gering???
    Natürlich müssen einige Vereine sich noch professioneller nach außen zeigen!!! Für den Webmaster sollte immer ein Ersatzmann/frau da sein, wenn der eigentliche Admin krank, oder im Urlaub ist!!! Sicherlich kann auch in den Spielstätten noch einiges getan werden, um eine positivere Wirkung nach außen zu erzielen!!!
    Filme wie „Kick it like Beckham“, zeigen jungen Mädchen, wie sie mit Vorurteilen von Eltern, Verwandten, oder Nachbarn umgehen können!!! Natürlich spielt der sportliche Erfolg eine wichtige Rolle!!! Deshalb sieht es auch in Frankfurt und in POTSDAM viel besser aus, als in Freiburg oder Hamburg!!! Wenn knapp 10.000 Zuschauer, beim UEFA-POKAL-FINALE richtig Stimmung machen, ist das natürlich vorzeigbarer, als wenn 150-200 Zuschauer, in Aschheim die Bayern-Ladies gegen Pulheim anfeuern!!!
    Also es gibt noch viel zu tun!!! Aber auch dieser Blog, trägt etwas zum besseren Bekanntwerden des FF in Deutschland bei!!!
    Deshalb weiter so, lasst Euch öfter mal etwas Neues einfallen!!!

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  • Markus Juchem sagt:

    Aber wo tauchen diese „neuen“ Sportarten denn auf? Meist auf den privaten Sendern als günstig eingekauftes fertiges Füllmaterial, dass sich im Einzelfall sicherlich einmal eher ungewollt als Volltreffer erweisen kann.

    Dein Querverweis auf die Shows: Das sind alles eingekaufte Formate, die sich in anderen Ländern (meistens USA) schon bewährt haben, sprich für gute Einschaltquoten gesorgt und somit auch Geld in die Kassen gespült haben. Funktioniert ein Format nicht, wird es heute sofort abgesetzt.

    „Zoo-Sendungen sind der letzte Schrei“ heißt nichts anderes als: die Einschaltquoten sind gut, womit wir auch wieder bei den Marktmechanismen wären. Den denen unterwerfen sich auch die Öffentlich-Rechtlichen schon seit geraumer Zeit immer bereitwilliger.

    Es ist alles eine Frage des Preis-Leistungsverhältnisses. Warum gibt es so viele Kochshows? Weil sie billig produziert werden können und im Verhältnis eine hohe Einschaltquote haben. Dasselbe gilt für die Pokersendungen.

    Dies ist beim Frauenfußball eben nicht gegegeben, da alleine die Produktionskosten im Verhältnis deutlich höher liegen. Von den Rechtekosten ganz zu schweigen. Das erklärt sicherlich zum Teil das geringe Interesse der Fernsehsender.

    Wir werden uns bemühen 😉

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  • Detlef sagt:

    Was meinst Du mit „günstig eingekauftes fertiges Füllmaterial“???
    können die Sender diese Bilder irgendwo kaufen??? Also beim CURLING, und beim SEGELN, glaub ich das eher nicht, und beim POKER UND DART, läuft sicherlich auch nicht immer eine Kamera mit!!!
    Mit den Shows hast Du nur soweit recht, als das die IDEE importiert wird, aber die Sendung selber muss schon hier produziert werden!!!
    Und bei den ZOO-Sendungen, mußte erst einmal jemand den Mut haben, sie so zu gestalten, der Rest ist dann ABKLATSCH!!!
    Die Produktionskosten für die Übertragung eines FF-Spieles, liegen sicher höher, als beim POKER oder DART!!!
    Wenn ich an den Aufwand denke, den der RBB immer im KARLI betreibt, um gerade einmal 3-5 min Sendezeit zu produzieren, dann begreife ich oft nicht, WARUM es nicht einmal 15-20 min sein können???
    Die Technik ist doch sowieso vor Ort, und Themen finden sich dann auch!!!
    Bei den Rechten hätte ich mal eine Frage!!! Bekommen auch die Vereine (zB TSV Crailsheim, oder Heike Rheine) Gelder von der ARD, die keinerlei Übertragungen zu erwarten haben, oder nur Frankfurt, POTSDAM und ab und zu Duisburg??? Oder bekommen letztgenannte auch nichts??? Aber von irgendeinem muss die ARD die Rechte ja erworben haben!!! Oder verteilt hier der DFB die „Fernsehgelder“???

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  • Markus Juchem sagt:

    Ein Großteil dieser Programme wird fremdproduziert (entweder andere TV-Anstalten, die Sublizenzen vergeben oder unabhängige Produktionsfirmen) und dann Fernsehsendern weltweit angeboten, die dann oftmals nur noch den eigenen Kommentar hinzufügen.

    Klar ist nur die Idee importiert, aber hier wird Geld investiert in der Hoffnung, Einschaltquotenerfolge aus dem Ausland nachahmen zu können.

    Der Frauenfußball ist Bestandteil des Rechtepakets, dass ARD/ZDF zusammen mit den Rechten an der Männer-Nationalmannschaft, DFB-Pokal und Regionalliga vom DFB erworben haben. ARD und ZDF zahlen hierfür pro Jahr 55 Millionen Euro. Diese Rechte werden 2009 neu vergeben.

    Alle Bundesligavereine bekommen gemäß dem Solidaritätsprinzip vom DFB einen gleich hohen Betrag, der wenn ich mich nicht täusche, derzeit bei 65.000 Euro liegt.

    Dieser Verteilungsschlüssel wurde vor ein paar Jahren schon einmal von Bernd Schröder angeprangert, der eine Umverteilung der Fernsehgelder forderte, was aber von Ligasprecher Sigi Dietrich damals zurückgewiesen wurde. Schröder meinte, die Verteilung der Gelder solle sich am Tabellenplatz oder an den Reisekosten orientieren.

    Wir werden das Thema Frauenfußball im Fernsehen, Chancen des Internet-TV etc. sicherlich demnächst einmal aufgreifen.

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  • Detlef sagt:

    Da bin ich ja gespannt, zu welchen (neuen) Erkenntnissen WIR gelangen werden!!!
    DANKE für Deine Ausführungen zu den Fernsehgeldern!!!

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  • meike Linnè sagt:

    ich möchte gerne wieder fußball spielen,
    und da ich jetzt nach Frankreich süd ziehe
    ist es die beste gelegenheit,
    kann mir jemand einen Verein in Frankreich empfehlen der noch Frauen aufnimmt.
    es ist für mich wichtig wenn möglich bitte mit
    kontakt angaben

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  • Max Diderot sagt:

    Hallo Meike, ich besitze keinen Kontakt zu einem Frauenfußballverein in (Süd-) Frankreich. Deine topografische Angabe ist auch etwas ungenau. Meinst Du die Atlantikseite (Aquitanien) oder mehr die Riviera (Provence-Alpes-Côtes d’Azur) oder Languedoc-Roussilion?

    Richte doch der Einfachheit halber eine Email an den FFF (Fédération Française de Football), die werden Dir vermutlich weiter helfen – hoffe ich doch. Hier ist der Link für deren Homepage: http://www.fff.fr/
    Und hier kannst Du konkret die Vereine nach den jeweiligen Départements suchen:

    Vielleicht helfen Dir diese marginalen Hinweise ja weiter. Schön wäre es, wenn Du zudem Lust hättest, uns hier zukünftig von Deinen konkreten Erfahrungen im französischen Frauenfußball zu erzählen respektive zu schreiben. Und solltest Du eine offensive Spielerin sein, die eventuell morgen um 15:00 Uhr MESZ (Ortszeit in China 21:00 Uhr) zur Verfügung stehen könnte, um ein Dilemma im Spiel der DFB-Damen zu beheben, wäre dies noch besser. Das Ganze findet in Shenyang statt, und wenn Du Dich sputest, erreichst Du noch den nächsten Flieger. ;o)

    Bonne chance!

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