Vorschau: Australien – Kanada

Von am 19. September 2007 – 19.23 Uhr 1 Kommentar

Australien gegen Kanada – wieder steht eine Partie an, von der man viel erwarten kann. Ein Duell, das morgen um 11 Uhr zum vierzehnten Mal stattfinden wird. Sechs Spiele konnte dabei jedes Team für sich entscheiden, eines endete Unentschieden. Ähnlich umkämpft dürfte auch die morgige Partie sein.

Denn beide Mannschaften haben noch sehr gute Chancen auf das Erreichen des Viertelfinals. Australien hat ebenso wie Norwegen vier Punkte auf dem Konto. Ein Unentschieden gegen Kanada, das nach einem Sieg gegen Ghana (4:0) und einer Niederlage gegen Norwegen (1:2) drei Punkte für sich verbuchen kann, würde der Mannschaft von Trainer Tom Sermanni also reichen.

Australien:

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Gleich auf sechs Positionen hatte Sermanni seine Elf nach dem Auftaktmatch gegen Ghana umgestellt und gegen Norwegen mit den Jokern Lisa De Vanna und Sarah Walsh erneut einen Volltreffer gelandet. Dass der Coach auf frische Spielerinnen baut und gerne in großem Umfang rotieren lässt, hat sich herumgesprochen.

Doch morgen gegen Kanada geht es um alles, ein „do-or-die match“ also. Selbst Sermanni dachte da zunächst daran, von Beginn an seine elf stärksten Spielerinnen auflaufen zu lassen. Davon ist er mittlerweile wieder abgekommen. Auf bis zu vier Positionen zeigte er sich offen für Veränderungen.

Jo Peters und Sally Shipard haben ihre Blessuren auskuriert, dürften im Mittelfeld zur Startformation gehören. Mit Lisa De Vanna, die gegen Ghana und Norwegen als Einwechselspielerin erfolgreich war, plant Sermanni wieder als Jokerin, um gegen müde Abwehrspielerinnen noch eine Trumpfkarte ziehen zu können.

Eine Taktik, mit der Sermanni auch gegen Norwegen gut gefahren ist. Norwegens Torschützin Ragnhild Gulbrandsen etwa musste anerkennen: „In der ersten Hälfte waren wir stärker, aber die zweite gehörte voll und ganz ihnen.“ Gegen Kanada soll nun ein Sieg her. Daran, dass ein Unentschieden auch reichen würde, wollen die Matildas gar nicht denken.

Und so hat der akribische Arbeiter Sermanni mal wieder das Spiel des kommenden Gegners ausgiebig analysiert: „Kanada pflegt ein schnelles, direktes Kurzpassspiel. Darauf dürfen wir uns gar nicht einlassen. Wir müssen das Geschehen im Mittelfeld kontrollieren.“ Denn „ich möchte auf keinen Fall hinterher hören: ihr habt euch gut verkauft, aber für den letzten Schritt hat es nicht gereicht“, so Sermanni.

Kanada:

Wie es ist, den letzten Schritt in Richtung Viertelfinale erfolgreich zu gehen, wissen die Kanadierinnen noch ganz genau. Vor vier Jahren standen sie vor der exakt gleichen Situation. Gegen Japan mussten sie ihr abschließendes Gruppenspiel gewinnen, um weiterzukommen. Das schafften sie und wurden am Ende Gesamtvierter.

Ein Ziel, das man sich bei den Canucks nach der durchwachsenen Vorbereitung mittlerweile wieder zutraut. Die starken Auftritte gegen Norwegen und Ghana haben dem Selbstvertrauen gut getan. Zudem präsentierte sich Kapitänin Christine Sinclair wieder in Torlaune und ist mit fünf Toren bei WM-Turnieren nun Kanadas Top-Torjägerin. In Erin McLeod wissen die Ahornblätter außerdem eine der besten Torhüterinnen des Turniers in ihren Reihen.

„Wenn wir unter Druck stehen, sind wir da“, verspricht Abwehrspielerin Randee Hermus. Und Trainer Even Pellerud kündigt bei allem Respekt vor dem Gegner an: „Wir wissen, dass sie (die australischen Angreiferinnen wie Lisa De Vanna) schnell sind. Aber wir sind auch schnell und können dagegenhalten.“

Mindestens ein Unentschieden brauchen die Kanadierinnen, um die nächste Runde zu erreichen. Das würde aber auch nur dann reichen, wenn Norwegen gegen Ghana verliert. Was wenig wahrscheinlich ist, weshalb die Canucks voll auf Sieg spielen werden.

Mein Tipp: 3:1 für Australien
Tipp von Markus: 2:1 für Australien

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  • Hitchcock auf dem Fußballfeld erlebten die Zuschauer heute in Chengdu. Kanada benötigte für den Einzug ins Viertelfinale einen Sieg und ging gleich nach wenigen Sekunden durch einen Heber von Melissa Tancredi in Führung. Collette McCallum egalisierte in der 53. Minute per Freistoß. Fünf Minuten vor Schluss traf Christine Sinclair per Kopf zum 2:1 für Kanada. Damit wäre Australien draußen gewesen. Doch Kapitänin Cheryl Salisbury gelang in der 91. Minute noch der viel umjubelte Ausgleich.

    Australien zieht damit als Gruppenzweiter ins Viertelfinale ein und trifft dort auf den Ersten der Gruppe D, der ab 14 Uhr ermittelt wird.

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