Pressestimmen zum Viertelfinal-Einzug der DFB-Elf

Von am 18. September 2007 – 16.02 Uhr

So wenig spektakulär das gestrige Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Japan verlief, so unaufgeregt ist auch das Presseecho auf den Einzug ins WM-Viertelfinale. Souverän, nur in der ersten Halbzeit spielstark, mangelhaft in der Chancenauswertung – so lautet der Tenor.

Von einer „weltmeisterlichen ersten Halbzeit“ spricht die Nachrichtenagentur afp.

„Nicht schön, aber erfolgreich“, titelt Matthias Kittmann in der Frankfurter Rundschau. Er sah einen „Blitzstart mit drei Top-Chancen“. Danach aber „riss der Faden“. Insgesamt sei die Teamleistung „schwankend“ gewesen.

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„Neunzig Minuten Arbeitsfußball“, heißt es bei Michael Horeni von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. „Von den Weltmeisterinnen ging wenig Leichtes, Spielerisches oder Souveränes aus“, schreibt er. Engagement und Wille habe er gesehen, doch „es fehlte immer wieder an der nötigen Präzision und Cleverness“.

Mit „Schrei der Erleichterung“ hat Kathrin Steinbichler von der Süddeutschen Zeitung ihren Artikel überschrieben und meint: „Als der Ball endlich über der Linie war, explodierte Birgit Prinz. Sonst genügt ihr nach Toren schon mal ein kurzes Abklatschen, diesmal aber sank sie am Fünfmeterraum auf die Knie und schüttelte mit geballten Fäusten beide Arme durch die Luft, als wollte sie einen Apfelbaum schon vor der Reifezeit abernten.“ Sie sah eine gegenüber dem England-Spiel „deutlich verbesserte“ deutsche Mannschaft.

Auch Matthias Koch vom Neuen Deutschland interpretiert Prinz‘ Gefühlsausbruch als Spiegel der deutschen Gemütslage: „Der emotionale Ausbruch der erfahrenen Frankfurterin nach der 1:0-Führung gegen Japan ließ erahnen, welcher Druck auf der Mannschaft von Bundestrainerin Silvia Neid lastete.“

Markus Völker von der taz titelt „Hart gegen Hasenfüßige“. Auf der einen Seite stand der „harte Einsatz“ von Deutschlands Torfrau Nadine Angerer gegen Eriko Arakawa. Die Japanerinnen hätten dagegen „hasenfüßig“ agiert. „Vorn rackerte sich Yuki Nagasato meist mutterseelenallein ab.“

Katrin Weber-Klüver von Spiegel Online war verblüfft ob des positiven Fazits von Bundestrainerin Silvia Neid, die „sehr zufrieden“ war, gleichzeitig aber eingestehen musste, dass noch „Sand im Getriebe“ war. „Damit als Trainerin des Titelverteidigers zufrieden zu sein, ist nicht unbedingt ein gutes Zeichen“, so Weber-Klüver.

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Sie blickt bereits auf das Viertelfinale voraus und macht sich Gedanken über die Abwehr: „Abgesehen von einigen guten Aktionen gegen England hat Neids Elf vor dem Viertelfinale noch immer keinen wirklich ermutigenden Eindruck davon gewinnen können, wie sie unter Druck in der Abwehr steht.

Und Frank Hollmann vom Tagesspiegel prophezeit: „Im Viertelfinale allerdings – vermutlich gegen die bislang überzeugenden Teams aus den USA oder Nordkorea – könnte eine derartig dürftige Chancenverwertung das allzu frühe Aus für den Titelverteidiger bedeuten.“

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