Vorschau: Nordkorea – Nigeria

Von am 14. September 2007 – 0.30 Uhr 2 Kommentare

Die Partie zwischen Nordkorea und Nigeria am zweiten Spieltag der Gruppe B mag nach den Eindrücken des ersten Spieltags auf den ersten Blick wie ein Selbstläufer für die Nordkoreanerinnen aussehen. Nach dem 2:2 gegen den Weltranglistenersten USA und den zahlreichen Lobeshymnen ist die Ausgangssituation vor dem Spiel gegen den Afrikameister jedoch eine ganze andere. Diesmal gehen die Asiatinnen als Favorit ins Spiel und man darf gespannt sein, ob sie nach dem Teilerfolg zum Auftakt sich auch in dieser Rolle wohl fühlen werden.

Bereits zweimal traf man im Rahmen von Frauenfußball-Weltmeisterschaften aufeinander und beide Teams konnten jeweils eine Partie für sich entscheiden. Bei der WM 1999 in den USA behielt Nigeria mit 2:1 die Oberhand, 2003 gab es einen deutlichen 3:0-Sieg für Nordkorea. Beide Teams haben bei ihren überraschenden Auftaktremis kräftig Selbstvertrauen getankt, wenngleich das Auftreten der Nordkoreanerinnen ungleich mehr überzeugte als der Auftritt der Westafrikanerinnen.

Nordkorea:

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Man darf gespannt sein, ob das Team von Trainer Kim Kwang Min nach dem überraschenden Punktgewinn gegen die USA auf dem Boden bleibt. „Wir marschieren auf unser Ziel WM-Titel zu“, meinte Kim ohne Umschweife, und konnte sich einen Seitenhieb in Richtung USA nicht verkneifen: „Ich bin ein wenig enttäuscht mit dem Ergebnis des ersten Spiels, aber wenn wir das nächste Mal gegen die USA spielen, denke ich, dass ich die richtige Taktik gefunden habe, um sie zu schlagen.“ Spielführerin Ri-Kum Suk erklärte: „Es ist schade, dass wir das Spiel nicht gewonnen haben.“

Forsche Töne, doch auch die USA zeigten sich von der Leistung ihres Gegners mächtig beeindruckt. „Nordkorea gehört zu den besten Teams des Turniers, und das sage ich nicht nur wegen dem Unentschieden“, so U.S.-Stürmerin Abby Wambach. „Es gab Momente im Spiel, wo sie uns regelrecht ausgespielt haben. Das kommt nicht häufig vor. Sie sind einer der härtesten Gegner, gegen die ich je gespielt habe“, so Wambach weiter.

Nigeria:

Auch im Lager der Nigerianerinnen herrschte nach dem Punktgewinn gegen Schweden Optimismus. Doch man räumte ein, dass das Spiel gegen die Skandinavierinnen viel Kraft gekostet hat. Die nigerianische Presse hatte das Auftaktspiel gar zu einem Kampf der Kulturen erhoben. Gefreut hat man sich, dass mit Stella Mbachu einer nigerianischen Spielerin die Ehre zuteil wurde, zur Spielerin des Spiels gewählt zu werden.

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Interessanterweise schien man sich jedoch bereits mehr mit dem Spiel gegen die USA und nicht dem gegen Nordkorea zu beschäftigen. „Wir haben sogar für die Amerikanerinnen einen Plan“, sagte Mbachu etwas im Überschwang. „Wir fürchten keine Mannschaft hier!“, so Mbachu weiter. Und auch Perpetua Nkwocha ist überzeugt, dass das Team eine bessere Figur abgeben wird als 2003. „Wir haben eine ganz andere Mannschaft und sind stärker, besser vorbereitet und wollen unser Können unter Beweis stellen.“

Mein Tipp: 2:1 für Nordkorea
Katjas Tipp: 3:1
 

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

2 Kommentare »

  • Nordkorea führt zur Pause 2:0 durch Tore von Kim Kyong Hwa (17.) und Ri Kum Suk (21.). Die Asiatinnen sind die klar bessere Mannschaft und kamen bisher nur selten in Bedrängnis.

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  • In Chengdu blieb es beim 2:0 für Nordkorea, das damit punkt- und torgleich mit den USA die Gruppe B anführt.

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