Vorschau: Deutschland – England

Von am 14. September 2007 – 0.56 Uhr 15 Kommentare

Annike Krahn steht vor ihrem ersten WM-EinsatzIm Abendspiel des zweiten Spieltags der Gruppe A (live ab 14 Uhr in ZDF und Eurosport) kommt es heute zu einer Paarung, die im Männerfußball zu den Höhepunkten des Fußballkalenders zählt: Deutschland gegen England. Im Frauenfußball ist diese Rivalität nicht so groß – umso größer dafür die Erwartungen, mit denen beide Teams in die Partie gehen.

Deutschland würde sich mit dem 17. Sieg im 18. Aufeinandertreffen als erste Mannschaft bereits vorzeitig für das Viertelfinale qualifizieren. Für England hat oberste Priorität, mindestens einen Punkt zu holen, um sich vor dem letzten Spieltag eine gute Ausgangsposition zu verschaffen.

Dann nämlich treffen sie auf die Argentinierinnen, die in ihrem Auftaktmatch gegen Deutschland ein Debakel erlebten. Das sind sicher eingeplante drei Punkte, sodass man davon ausgeht, dass das Abschneiden gegen Deutschland zum Zünglein an der Waage wird. Ein Punktgewinn gegen Deutschland hätte zudem noch den Vorteil, dass die Deutschen ihr letztes Spiel gegen Japan nicht zu Testzwecken nutzen könnten.

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„Gegen England geht die WM erst richtig los“, kam es unisono aus den Mündern der deutschen Teammitglieder. Das 11:0 gegen Argentinien war keine ernsthafte Prüfung gewesen. Und doch waren die elf Treffer nicht einfach unspektakulär gefallen, sondern sehenswert herausgespielt worden, was der gesamten Offensivabteilung noch einmal zusätzliches Selbstvertrauen gab.

Bis auf die verletzte Minnert läuft die gleiche Elf auf

So verwundert es nicht, dass Bundestrainerin Silvia Neid gegen England der Startelf aus dem Argentinien-Spiel vertrauen will. Das wird sie mit der Ausnahme von Sandra Minnert auch können. Die 34-Jährige vom SC 07 Bad Neuenahr laboriert an einer Oberschenkelverletzung, musste das Training am Mittwoch abbrechen und gestern ihren Verzicht erklären. Auch für das Montag-Spiel gegen Japan könnte es bei ihr knapp werden.

Umso wichtiger, dass Annike Krahn, die Minnert ersetzen wird, einen guten Start in die Weltmeisterschaft erwischt. Mit der Erfahrung aus 25 Länderspielen ist sie kein Neuling mehr, wird aber dennoch von der langjährigen Erfahrung ihrer Kollegin in der Innenverteidigung, Ariane Hingst, profitieren können.

Scott kann wahrscheinlich spielen – auch Asante wieder fit

Kleinere Verletzungssorgen plagen auch die Mannschaft um Trainerin Hope Powell, die im einzigen Kräftemessen dieser beiden Mannschaften auf WM-Ebene 1995 als Auswechselspielerin auf der Bank saß, während ihr Gegenüber Silvia Neid auf dem Platz stand. Alex Scott hatte gegen Japan gleich zu Beginn der Partie einen Schlag in den Rücken bekommen, geht aber fest davon aus, morgen auflaufen zu können. Abwehrspielerin Anita Asante hat ihre Knieverletzung auskuriert und könnte heute wieder zum Einsatz kommen, nachdem sie gegen Japan noch passen musste.

Das bittere 2:2 gegen Japan, als man einen 0:1-Rückstand aufholte, um in der Schlussminute per Freistoß doch noch zwei wichtige Punkte zu verlieren, hat man analysiert und sich nach der Ankunft von Familien und Freunden am gestrigen Tag auch mental erholt und auf den zweiten WM-Auftritt vorbereitet.

Keine gefährlichen Freistöße mehr provozieren

Die Enttäuschung ist mittlerweile neuer Motivation gewichen. „Wir sind noch immer dabei, wir haben es noch in der Hand“, sagt etwa Spielführerin Faye White. Doch dafür müssen die „Three Lions“ aus dem Japan-Spiel auch einen Fehler abstellen, den Torfrau Rachel Brown klar benannt hat: „Wir können es uns nicht leisten, in derart gefährlichen Positionen Freistöße zu provozieren.“ Beide Treffer der Japanerinnen fielen aus Standardsituationen heraus, die auch zur Stärke der deutschen Mannschaft gehören.

Die Offensivabteilung muss sich zum Ziel setzen, im Abschluss konsequenter zu Werke zu gehen. Dabei kann sie sich nicht alleine auf die zweifache Torschützin Kelly Smith verlassen, deren Schuh-Kuss nach ihren beiden Treffern für viel Gesprächsstoff gesorgt hat. Vor allem die glücklose Eniola Aluko hat hier viel Steigerungspotenzial.

„Wir müssen niemanden fürchten“

Angst haben die Engländerinnen jedenfalls nicht. „Wir müssen niemanden fürchten“, bringt Alex Scott stellvertretend für ihre Kolleginnen das neue Selbstvertrauen der „Three Lions“ zum Ausdruck, das sie auch ihrer hervorragenden körperlichen Verfassung verdanken. „Es war wahnsinnig wichtig, nach dem Rückstand zurückzukommen. Auf diesem Mannschaftsgeist müssen wir aufbauen“, so Kelly Smith.

Bereits mit einer gelben Karte verwarnt:
Deutschland: Saskia Bartusiak, Simone Laudehr
England: Katie Chapman, Kelly Smith

Mein Tipp: 3:0 für Deutschland
Tipp Markus: 4:0 für Deutschland

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15 Kommentare »

  • Die Aufstellungen stehen fest:

    Deutschland: Angerer – Stegemann, Hingst, Krahn, Bresonik – Garefrekes, Lingor, Laudehr, Behringer – Smisek, Prinz

    England: Brown – Asante, Stoney, White, Philip – Alex Scott, Chapman, Williams, Smith – Carney, Jill Scott

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  • Elke Sovjak sagt:

    Danke, super Service. Kann die Spiele leider net schauen, muss arbeiten :-(( Habe aber das Radio an. In SWR 1 wird man bestens informiert.

    Liebe Grüße, Elke

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  • schmidt sagt:

    England muss und wird jetzt alles dran setzen zu punkten und weiterzukommen.
    Werden sehen, was Deutschland auf der Pfanne hat und ob der grandiose Sieg im ersten Spiel auch in Folge die erwarteten sportlichen Leistungen widerspiegeln wird!

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  • Hallo Elke,

    wir begrüßen Dich herzlich auf Womensoccer.de und wünschen Dir noch viel Spaß in unserem Blog und mit der WM.

    Viele Grüße in mein Heimat-Bundesland! 😉

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  • Zur Halbzeit steht es in einem Spiel, in dem sich beide Teams weitestgehend neutralisieren und nur zu wenigen zwingenden Szenen kommen, 0:0. England steht defensiv sicher und hätte schon nach sieben Minuten in Führung gehen können, als Nadine Angerer – ähnlich wie die Schwedin Hedvig Lindahl gegen die USA – einen weiten Pass unterschätzte und das Leder über ihren Kopf hinweg in Richtung Tor kullerte. Zum Glück für Deutschland jedoch knapp rechts neben den Kasten. Bei Deutschland fehlt im Spiel nach vorne die Entschlossenheit und die Passgenauigkeit. Debütantin Annike Krahn spielt bisher eine souveräne Partie.

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  • schmidt sagt:

    Echte Torchancen Mangelware. England erweist sich als der starke und auch noch gleichwertige Gegner. Es läuft über die deutschen Flügel nicht das gewünschte druckreiche Spiel. Wenn Deutschland sich nicht spielerisch überzeugender in der 2. Spielhälfte steigert, wird England und alle noch kommenden Teams keine grössere Angst vor den Deutschen mehr haben.

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  • Play the Game sagt:

    Tja, England ist nicht Argentinien… und so sicher ist das Weiterkommen derzeit auch nicht…. noch ne halbe Stunde und wir wissen mehr.

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  • Elke Sovjak sagt:

    Mei, ich hocke im Büro. Bin froh das ich hier nachlesen kann was passiert.
    Danke Katja für die nette Begrüßung :-))

    Elke aus Freiburg

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  • schmidt sagt:

    Liegt es an der Technik, der Taktik oder dem schlechten Rasen? 60 Minuten zeigen, das beide Teams mit einem Unentschieden jetzt schon zufrieden sind und die Verteidigungsblöcke gut funktionieren.
    Der Wille hier bei der WM, wo alle zuschauen und hoffen, einen Sieg mit jeder Konsequenz herauszuspielen, ist noch nicht zu erkennen.

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  • schmidt sagt:

    Ich denke Birgit Prinz wird hoffentlich weiterhin nicht locker lassen, Deutschland zum Sieg zu bringen. Ihr Einsatz gerade im Strafraum der Engländer mit einer richtigen Torchance zeigt es in der 70. Spielminute. Noch ist alles offen.

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  • schmidt sagt:

    3 mal gelb für Deutschland. Alle 3 Spielerinnen der FCR 01 Duisburg erhalten heute den gelben Karton gezeigt, mit der Konsequenz, dass Simone Laudehr mit jetzt der 2. gegen Japan ersetzt werden muß und die beiden anderen weiterhin auf der Hut bleiben müssen. Es bleibt beim 0:0.

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  • Endstand 0:0. Die Spielanalyse folgt.

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  • werkselfe sagt:

    frau neid, ÄNDERN SIE ENDLICH DAS SYSTEM! dieses ewige festhalten an der doppel-6 (dann noch ohne echte sechs) bringt die mannschaft keinen schritt weiter!!!

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  • schmidt sagt:

    Frau Neid Starrsinn bringt uns nicht weiter!
    „Peinlich, so unterzugehen“ wie es auch zu verstehen ist!

    Es war mehr als Einfallslosigkeit des deutschen Teams und des Trainerstabes,
    es fehlte der unbedingte Siegerinnenwillen und die Intelligenz!

    „Ich finde es peinlich, so unterzugehen“
    das waren die Worte der Ex-Potsdamerin Ariane Hingst nach dem Auftaktsieg der deutschen Frauen bei der WM im Interview Quelle: Turbine Homepage

    Mir wäre es als Trainerin oder Spielerin peinlicher,
    – überhaupt kein taktisches Gegenkonzept entwickelt und angewandt zu haben,
    – kein kreatives und intelligentes sportliche Spiel gezeigt zu haben
    – im Mittelfeld und über die Flanken wirkungslos im Angriff agiert zu haben,
    – als Team ohne Idee gegen England anrennen zu wollen.

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  • Detlef sagt:

    Es war ja eigentlich zu befürchten!!! Schon gegen Norwegen hat sich deutlich gezeigt, dass dem Titelverteidiger nicht viel einfällt, wenn er auf eine starke Abwehr trifft!!! Zu einfallslos, vorhersagbar und noch dazu fehlerhaft, waren die deutschen Angriffsbemühungen!!!
    Das was uns früher auszeichnete, und uns erst zum Weltmeister gemacht hat, funktioniert im Moment überhaupt nicht!!! Aus dem zentralen Mittelfeld kommt so gut wie nichts!!! Nur über die Außenpositionen ist die NATIO im Augenblick gefährlich!!! Und da selbst diese Flankenläufe gestern fast völlig ausblieben, kam halt so ein Spiel dabei heraus!!! Und nicht genug damit, dass es auf dem Platz nicht funktioniert, auch das Trainergespann macht einen Fehler nach dem anderen!!! Nicht nur, dass man an Renate Lingor weiter festhällt, obwohl sie seit Monaten stagniert, und von ihren Bestleistungen meilenweit entfernt ist!!! Nicht nur, dass man eine Linda Bresonik in der Abwehr „schmoren“ lässt, und sie somit nicht wie gewohnt offensiv werden lässt!!! Auch eine Simone Laudehr ist absolut falsch positioniert, und kann im defensiven Mittelfeld kaum ihre volle Leistung bringen!!! Wären die Bodenverhältnisse gestern besser gewesen, hätte man durchaus mit der Startaufstellung einverstanden gewesen sein können!!! Aber auf dem nassen, schweren Geläuf, konnten sich die Technikerinnen kaum behaupten, was aber zu erwarten war!!! Also WARUM nimmt man dann nicht die robustere Variante, PIWI für Smy??? Auch wenn Melli gestern nicht besonders gut gespielt hat, hätte ich sie auf dem Platz gelassen, und ihr eingetrichtert; „schieß aus allen Lagen“!!!
    Aber sie auszuwechseln, und eine weitere Technikerin (Lira) zu bringen, obwohl doch jeder gesehen hat, dass alle Technikerinnen ihre Probleme mit dem Rasen haben, zeugt von der totalen Unflexibilität der deutschen Trainerbank!!! Und WARUM hat sie für die letzten 30 min nicht noch mal frische Leute gebracht??? Zwei hätte sie noch bringen dürfen!!! Wenn es 2:0 oder gar 3:0 gestanden hätte, wäre es sicher nicht notwendig gewesen, aber so!!!
    Man kann noch froh sein, dass auch die Engländerinnen kaum etwas konstruktives zustande bekamen!!! Auch Smith und Carney hatten ihre Schwierigkeiten mit dem Boden!!! So konnten sie kaum Torgefahr erzeugen, und unsere Abwehr hatte wenig Mühe damit!!!
    Ich bin mal echt gespannt, wie sich unser Team gegen die Japanerinnen schlägt!!!

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