Tops und Flops 1. Spieltag

Von am 13. September 2007 – 17.23 Uhr

Acht von 32 Partien wurden absolviert, wir haben viele schöne Tore, tolle Paraden, einige Patzer, spannende Spielverläufe und viele, viele präzise Weitschüsse gesehen. Was fiel auf an diesen ersten drei WM-Tagen? Womensoccer.de blickt auf die Tops & Flops des 1. Spieltags.

Top: Gute Moral

Ob England gegen Japan und dann wieder Japan gegen England. Ob Nordkorea gegen die USA und dann die USA gegen Nordkorea. Nigeria gegen Schweden, Norwegen gegen Kanada oder Dänemark gegen China und China gegen Dänemark. Den Führungstreffer zu schießen, bedeutete noch lange nicht, sich schon sicher auf der Siegerstraße zu befinden. Nur drei Siege wurden mit mehr als einem Tor Unterschied erzielt. Das sorgt für ein abwechslungsreiches Spiel und Spannung für den weiteren Turnierverlauf.

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Flop: Die Torfrauen

Zugegeben , wir haben in den acht bisherigen Spielen auch exzellente Leistungen von Torfrauen gesehen. Die Kanadierin Erin McLeod etwa trieb gestern die Norwegerinnen reihenweise zur Verzweiflung. Die beiden afrikanischen Torfrauen Precious Dede (Nigeria) und Memunatu Sulemana (Ghana) erwiesen sich ihren Teams als starker Rückhalt.

Doch insgesamt gaben die Frauen zwischen den Pfosten eine für eine Weltmeisterschaft erschreckende Figur ab. Das fing am Montag mit der Argentinierin Vanina Correa an, die sich gleich zwei Eier selber ins Nest legte, auch wenn die Tore mittlerweile nicht mehr als Eigentor gewertet werden.

Doch auch die Keeperinnen von Spitzenteams wie den USA, Nordkorea oder China knüpften daran an. Jon Myonh Hui ließ einen strammen, aber nicht gerade platzierten Schuss von Abby Wambach durch ihre Finger gleiten. Ihr amerikanisches Pendant Hope Solo hatte offenbar Mitleid und tat es ihr kurz darauf bei einem mehr als zentralen Schuss von Kil Song Hui gleich. Die Chinesin Han Wenxia offenbarte gestern gravierende Mängel in der Strafraumbeherrschung, wurde aber nur einmal dafür bestraft. Die Teams mit schussgewaltigen Spielerinnen sind also gut beraten, auch weiterhin aus jeder Lage abzuschließen.

Top: Viele Tore

In acht Spielen fielen bisher insgesamt 39 Tore. Das sind 12 Tore mehr als nach dem ersten Spieltag der WM 2003. Erfreulich dabei, dass auch die hart umkämpften Partien torreich ausfielen. 30 der 39 Treffer wurden erst in der zweiten Halbzeit erzielt. Am ersten Spieltag möglicherweise mit der Anfangsnervosität zu erklären. Oder mit mangelnder Fitness? Der Dramatik tut ein solcher Spielverlauf natürlich nur gut.

Flop: Unkonzentriert nach dem Jubel

Es passiert immer einmal: einer Mannschaft gelingt ein wichtiger Treffer, beim Jubeln fällt kurzzeitig die Spannung ab und man ist noch gar nicht wieder im Kopf zurück im Spiel, da macht sich der Gegner diese Unkonzentriertheit zunutze. Doch bei der WM häufte sich dieses Phänomen bedenklich. Kaum hatte Heather Garriock gestern die Australierinnen mit 3:0 in Front gebracht, erzielte Anita Amankwa im Gegenzug den Anschlusstreffer. Sicher, Australien fühlte sich mit Recht schon als der sichere Sieger, aber am Ende kann in dieser spannenden Gruppe jeder Treffer zählen.

Am extremsten verlief sicherlich die gestrige Partie zwischen China und Dänemark. Dem 2:0 durch Bi Yan ließ Anne Dot Eggers Nielsen gleich bei der anschließenden Ecke das 1:2 folgen. Die Abwehr ließ sie völlig frei stehen. Dramatisch dann der Schlusspunkt: Cathrine Paaske Sørensen bejubelt ihren Ausgleichstreffer ausgiebig mit den Auswechselspielerinnen auf der Bank, beim Wiederanpfiff sind nur die Chinesinnen mit dem Kopf voll bei der Sache. So kommt die eingewechselte Song Xiaoli unbedrängt zum Schuss. Fehler, die bei einer WM nicht passieren dürfen.

Top: Schussgewalt

Wenn im Vergleich zur letzten WM etwas wirklich in die Augen springt, dann ist es die enorme Schussgewalt, die vor allem die asiatischen Teams, aber nicht nur sie, an den Tag legen. England bekam das am Dienstag gleich zweifach zu spüren. Brasilien erzielte gestern drei der fünf Treffer durch Schüsse aus 20 Metern Entfernung und mehr. China verließ sich gegen Dänemark gar fast ausnahmslos auf Schüsse auf der zweiten Reihe und war damit gleich dreimal erfolgreich.

Wer es noch nicht gesehen hat, sollte sich in den Highlights auch mal den ghanaischen Ehrentreffer durch Anita Amankwa anschauen. Das sind Schmankerl fürs Auge, die die Torfrauen oftmals allerdings auch nicht im besten Licht erscheinen lassen. Nicht alle dieser Tore waren unhaltbar, manches Mal standen die Keeperinnen einige Schritte zu weit vor der Torlinie. Das sollte am zweiten Spieltag nicht mehr passieren.

Und was hat Euch am meisten beeindruckt, gefreut, geärgert oder gewundert?

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