Vorschau: Ghana – Australien

Von am 12. September 2007 – 7.00 Uhr 2 Kommentare

Die Gruppe C wird heute um 11 Uhr mit der Paarung Australien gegen Ghana eröffnet. Es ist das erste von sechs Gruppenspielen, und doch ließ im Vorfeld dieses Duells niemand Zweifel daran aufkommen, dass es sich um ein Schlüsselspiel handelt. Da Norwegen, das sich um 14 Uhr Kanada gegenüber sieht, klar favorisiert in die Gruppenphase geht, kommt es in den Spielen ohne norwegische Beteiligung auf jeden Punkt und jedes Tor ganz besonders an.

Bisherige Spiele:

Erst vier Jahre und damit genau eine Weltmeisterschaft ist das letzte Kräftemessen der beiden Kontrahenten her. Ebenfalls in der Vorrunde besiegte Ghana die „Quantas Matildas“ mit 2:1. Eine Scharte, die Australiens Kapitänin Cheryl Salisbury unbedingt auswetzen will: „Ich will auf keinen Fall wieder gegen Ghana verlieren. Wir müssen vor dem zweiten Spiel gegen Kanada unbedingt schon gepunktet haben.“ Auch ein 1:1, wie bei der WM 1999, wäre immerhin schon ein Punktgewinn. Doch sowohl Ghana als auch Australien sind selbstbewusst genug, um sich voll und ganz dem Ziel dreifacher Punktgewinn zu verschreiben.

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Australien:

Dazu haben sie beide nach starken Ergebnissen in diesem Jahr auch ausreichend Anlass. Leicht favorisiert geht die Mannschaft aus „Down Under“ in die Partie. Coach Tom Sermanni spricht von der „besten australischen Mannschaft aller Zeiten“, die WM-Gastgeber China im August gleich zweimal hintereinander bezwingen konnte. „Wenn wir unser bestes Spiel zeigen, können wir die Welt schocken.“

Die Australierinnen, die nach neun erfolglosen WM-Spielen endlich den ersten Sieg einfahren wollen, haben im letzten Jahr von ihrem Wechsel in die asiatische Konföderation profitiert. Zwar verpassten sie gegen die starke asiatische Konkurrenz die Olympia-Qualifikation, wurden andererseits aber nicht nur in ihren Test-, sondern auch in ihren Pflichtspielen gefordert.

Bis auf Lisa de Vanna, die nach einer leichten Trainingsverletzung geschont werden soll, kann Sermanni aus dem Vollen schöpfen und hat bereits einen Tag vor Anpfiff seine Startelf bekannt gegeben:
Melissa Barbieri – Clare Polkinghorne, Cheryl Salisbury, Dianne Alagich, Kate McShea, Sally Shipard, Collette McCallum, Heather Garriock, Jo Peters, Sarah Walsh, Caitlin Munoz

Die erfahrenen Salisbury und Alagich haben die Aufgabe, die „Quantas Matildas“ von hinten heraus zu führen, während im Mittelfeld die jungen Sally Shipard und Collette McCallum wirbeln und ihre Stürmerinnen Sarah Walsh und Caitlin Munoz bedienen sollen. Die erst 18-jährige Clare Polkinghorne bekommt in der Außenverteidigung das Vertrauen des schottischen Trainers.

Ghana:

Auch beim WM-Teilnehmer von 1999 und 2003 mangelt es vor dem Auftaktspiel nicht an Selbstvertrauen. Erst Anfang August besiegten die „Black Queens“ ihren afrikanischen Dauerrivalen Nigeria, der heute Vizeweltmeister Schweden ein 1:1 abtrotzte, mit 1:0. Ein Sieg, den Adjoa Bayor, 2003 Afrikas Fußballerin des Jahres, schon vor Anpfiff mit dem markigen Spruch, es „wird sich zeigen, wer die Nummer eins in Afrika ist“, begleitete.

Nun will das in der Weltrangliste von allen WM-Teilnehmern am schlechtesten platzierte Team (47.) der ganzen Welt zeigen, welche Fortschritte es gemacht hat. Nachdem sie 1999 und 2003 die Gruppenphase nicht überstanden, vier Spiele verloren, ein Unentschieden erreichten und lediglich einmal – eben gegen Australien vor vier Jahren – als Sieger den Platz verließen. Torfrau Gladis Enti, Lydia Akrah und Adjoa Bayor sind die „Überlebenden“ aus diesen ersten, wenig erfolgreichen Gehversuchen bei Frauenfußball-Weltmeisterschaften.

Was Trainer Isaac Paha optimistisch stimmen darf, ist auch die Tatsache, dass nicht mehr nur Adjoa Bayor auf Auslandserfahrung verweisen kann, sondern auch die Verteidigerinnen Mavis Danso, Patricia Ofori sowie Mittelfeldspielerin Belinda Kanda schon in den USA aktiv waren bzw. sind. Teenie-Star Anita Amankwa will auch auf der großen Fußballbühne unter Beweis stellen, wie torgefährlich sie bereits ist.

13 schwarze Königinnen haben bereits an Frauenfußball-Weltmeisterschaften teilgenommen, damit sind sie hinter Brasilien (14) das WM-erfahrenste Team. Ein ängstlicher Auftritt ist daher von der technisch und athletisch starken Auswahl sicherlich nicht zu erwarten. Doch ob die „Black Queens“ in der Breite stark genug besetzt sind, um auf die verschiedensten Spielsituationen reagieren zu können, ist (noch) mit einem Fragezeichen zu versehen.

Mein Tipp: 3:1 für Australien
Tipp von Markus: 2:1 für Australien

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2 Kommentare »

  • Zur Pause führt Australien mit 1:0. Nach anfänglichem Abtasten erarbeitete sich die Mannschaft von Trainer Tom Sermanni ein spielerisches Übergewicht, das Sarah Walsh nach schöner Vorlage con Caitlin Munoz in der 15. Spielminute in die 1:0-Führung ummünzte. Nach dem Führungstreffer verstärkte Ghana seine Offensivbemühungen, ohne dabei aber zwingend genug vor das Tor von Melissa Barbieri zu kommen. Hier ist noch alles drin.

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  • Vier Tore gab es in der zweiten Hälfte. Lisa de Vanna (57.) und Heather Garriock (69.) schraubten die Führung auf ein 3:0 hoch, ehe Anita Amankwa im Gegenzug auf 1:3 verkürzen konnte. Erneut de Vanna (81.) erhöhte auf 4:1. Ein verdienter Sieg für die „Quantas Matildas“, der noch höher hätte ausfallen können, wenn Sarah Walsh aus ihren Großchancen in der Nachspielzeit mehr gemacht hätte.

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