Anna Blässe: „Es ging mir die ganze Zeit nicht gut“

Von am 9. September 2007 – 20.00 Uhr 12 Kommentare

Anna Blässe und Hartmut EngelDas Thema „Anna Blässe“ hat bei den Leserinnen und Lesern von Womensoccer.de hohe Wellen geschlagen. 22 Reaktionen auf unseren Artikel „Anna Blässe und die verlorene Unschuld“ belegen, dass der Gesprächsbedarf zu den Umständen ihres Wechsels vom Hamburger SV zum VfL Wolfsburg nach wie vor hoch ist.

Grund genug für uns, einmal bei der Spielerin selbst nachzufragen und auch ihre Agentur profipartner24 zu Wort kommen zu lassen.

Viel Wirbel gab es in den vergangenen Monaten um die Abwanderungsgelüste von Anna Blässe. Die Meinungen über das Verhalten der 20-Jährigen, die es trotz eines bestehenden Dreijahresvertrags aus der Hansestadt wegzog, gingen auseinander. Eine gefühlte Mehrheit lehnte die Vorgehensweise der Neu-Wolfsburgerin ab.

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Mündliche Vereinbarung sorgt für Zündstoff

Doch der bisher öffentlich nicht bekannte Knackpunkt der Auseinandersetzung zwischen Blässe und dem HSV birgt gewaltigen Zündstoff. Denn: Laut Blässe und Dietmar Neß, dem Ansprechpartner ihrer Agentur profipartner24, existierte eine mündliche Vereinbarung mit dem früheren HSV-Abteilungsleiter Hartmut Engel, die der Spielerin bei den Vertragverhandlungen in Aussicht stellte, den Verein jederzeit verlassen zu dürfen, wenn sie sich in Hamburg nicht wohl fühlen würde.

Ein Angebot, das sämtliche HSV-Spielerinnen im Rahmen einer speziellen „HSV-Philosophie“ erhielten. „Damals war der Fall Tanja Wörle ziemlich aktuell“, erinnert sich Blässe gegenüber Womensoccer.de. „Es war ein großer Schritt für mich in die Millionenstadt Hamburg zu gehen, aber ich wollte es einfach probieren. Ich habe das alles unterschätzt“, gesteht sie ein.

Problem: Die mündliche Vereinbarung wurde nicht schriftlich fixiert. „Ich habe mir das dummerweise nicht in den Vertrag reinschreiben lassen. Ich will mich gar nicht als Unschuldsengel hinstellen, natürlich habe auch ich Fehler gemacht. Es war mein erstes Angebot aus der Bundesliga, da war ich so froh und dachte, ich muss sofort zuschlagen.“ Im Verein bestreitet man die Existenz der Vereinbarung nicht, doch diese hätte nur für die ersten drei Monate gegolten. „Entgegen den Aussagen des Vereins wurde keine Frist gesetzt. Diese wurde weder mündlich noch schriftlich geäußert“, so Blässe.

Nichts als Probleme

Kaum in Hamburg fingen die Probleme für Blässe bereits an. „Nachdem ich gewechselt bin, war ich gleich verletzt. Es ging mir die ganze Zeit nicht gut, ich bin mit der Umstellung nicht klar gekommen.“ Hinzu kamen private Probleme. „Meine Eltern haben sich getrennt, ich hatte gar keinen Einblick mehr, was in der Familie passiert. Mein 8-jähriger Bruder hat unter der Trennung gelitten, das hat mir weh getan.“ Hinzu kam: „Eine Beziehung in Frankfurt hat sich verfestigt, das hat die Sache noch erschwert. Das konnte ich alles nicht wissen, als ich unterschrieben habe.“

Doch vor allem fühlte sie sich in der Großstadt unwohl. Jedes freie Wochenende fuhr sie heim zu ihren Eltern nach Weimar. „In Hamburg auf der Couch kam ich mir vor wie im Trainingslager und nicht wie zuhause. Ich dachte, das legt sich mit der Zeit, aber es ist nie richtig gut geworden.“ Dabei hatte sportlich alles gepasst, Probleme mit der Mannschaft gab es keine.

Anna Blässe im Zweikampf mit Stephanie SchubertRadikaler Gewichtsverlust

Mit der Zeit stellten sich auch gesundheitliche Probleme ein. „Ich habe zehn Kilo abgenommen und war beim Arzt, weil ich so erschöpft war.“ Nach und nach schlug sich die schlechte Grundstimmung auch auf ihre Leistung nieder. „Um Weihnachten herum habe ich dem Trainer gegenüber angedeutet, dass es mir zunehmend schwer fällt.“

Ein klein wenig kann Blässe den Unmut des HSV verstehen. „Ich habe nie großartig über meine Situation geredet. Ich bin ein Mensch, der nicht gerne über Probleme spricht, sondern erst, wenn ich es mit mir selbst ausgemacht habe.“ Und auch wenn einzelne HSV-Spielerinnen wussten, wie unglücklich sie wirklich war, informierte sie erst im Juni die Vereinsführung klar und deutlich, dass sie weggehen will. „Der Trainer hat gesagt: ‚Reisende soll man nicht aufhalten. Ich will keine 20-Jährige kaputt machen.’“

Psychologe und Sonderurlaub

Ganz kampflos wollte sich der HSV dann dennoch nicht geschlagen geben. Doch auch die letzten Angebote des HSV konnten Blässe nicht mehr umstimmen. „Sie wollten mir einen Psychologen zur Seite stellen und mir häufiger Sonderurlaub gewähren. Ich wusste das Angebot zu schätzen und ich habe ernsthaft darüber nachgedacht, aber ein Psychologe hätte nicht die Ursache behoben, und ich wollte auch nicht, dass ich eine Extrawurst bekomme. Auch andere haben schwere Zeiten oder familiäre Probleme.“ Die Entscheidung aus Hamburg wegzugehen, stand seit Juni fest. „Ich hatte auch schon meine Ausbildungsstelle gekündigt.“

Enttäuscht ist sie, dass vom Verein nicht mehr Unterstützung kam. „Ich war nach den Gesprächen so fertig, dass ich drei Tage ins Krankenhaus musste. Mein rechter Arm war taub und ich konnte auf einem Auge nichts mehr sehen.“ Ein stressbedingter Migräneanfall, wie die Diagnose der Ärzte ergab. „Da hat sich kaum eine Spielerin und schon gar kein Verantwortlicher gemeldet“, so Blässe über den Vorfall Anfang Juli. „Beim Nordic Cup war Gerd Hein mit dabei, der hat mich links liegen lassen und nur ‚Hallo’ und ‚Tschüß’ gesagt.“

Dünne Personaldecke

Blässe glaubt, dass das Verhalten des HSV beeinflusst von der kritischen Personalsituation war. „Das spielte sicherlich mit rein“, glaubt sie und kann sich eine Kritik nicht verkneifen: „Der Verein ist dafür zuständig, sich rechtzeitig darum zu kümmern, dass eine Mannschaft nicht so in Not gerät. Wenn Spielerinnen zum Probetraining kommen, dann muss man sich auch mehr um diese Spielerinnen kümmern. Es freut mich, dass sie jetzt Verstärkung aus Israel haben. Ich habe nichts gegen den HSV.“

Enttäuscht ist sie auch darüber, dass das Thema in die Öffentlichkeit getragen wurde. „Ich habe mich extra zurückgehalten und wollte alles intern klären. Danach war das nicht mehr vertretbar. Wäre ich geblieben und hätte ein schlechtes Spiel gemacht, hätte ich mich immer rechtfertigen müssen.“

Anna Blässe und Bianca RechThema HSV abhaken

Nun will sie das Thema HSV ganz hinter sich lassen und sich der neuen Aufgabe in Wolfsburg stellen. „Die ersten Tage waren schön, aber auch stressig wegen der Wohnungssuche und der Behördengänge.“ In Wolfsburg fühlt sie sich schon nach kurzer Zeit wohl.

„Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen, dass das mit Wolfsburg geklappt hat. Ich habe das Gefühl, hier gehe ich durch Weimar. Jeder grüßt, es ist ein kleiner Ort. Und nach Frankfurt und Weimar spare ich jeweils 200 Kilometer ein. Ich bin den Verantwortlichen des VfL sehr dankbar, dass sie sich so unfassbar um mich bemüht haben.“

Im schlimmsten Fall wäre sogar eine Rückkehr nach Jena nicht ausgeschlossen gewesen, hätte sich auf die Schnelle kein Erstligaverein gefunden. „Es ging mir nicht um Fußball, mein Leben war einfach nicht mehr schön. Für mich kamen nur Potsdam, Frankfurt und Wolfsburg in Frage.“

Professionelle Beratung

Und nach Aussagen von Neß kann sie dort sogar ohne Zeitverlust ihre Ausbildung fortsetzen. „In Wolfsburg wird äußerst professionell gearbeitet, dort hält man sich auch an mündliche Absprachen. Sie haben für Anna über Nacht einen Ausbildungsplatz organisiert. Ähnlich wie bei Shelley Thompson. Anna ist ganz bewusst dorthin gegangen.“ Eine schriftlich fixierte Ausstiegsklausel hat Blässe aber auch in Wolfsburg nicht.

Neß wehrt sich dagegen, dass die Beraterzunft in ein negatives Licht getaucht wird. Die Zusammenarbeit mit Anna entstand zum Ende der vergangenen Saison. „Der Wunsch des Athleten steht für uns im Mittelpunkt. Wir holen uns jeweils professionelle Partner dazu, um zu gewährleisten, dass die Sportler optimal betreut werden.“ Neben Anna Blässe und Shelley Thompson werden im Bereich Frauenfußball auch Lira Bajramaj, Nathalie Bock, Annemieke Kiesel und Andrea Lenart von profipartner24 betreut.

Wiedersehen mit dem HSV

Gespannt ist Blässe auf das Wiedersehen mit dem früheren Verein in der 2. Runde des DFB-Pokals, das ihr die Auslosung bescherte. „Ich werde ‚Hallo’ sagen und wer mich grüßen will, der wird das tun. Ich bin gespannt, was die Spielerinnen über mich denken. Denn ich habe mich von ihnen gar nicht richtig verabschieden können.“

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

12 Kommentare »

  • Sunny sagt:

    Ein schöner Bericht, der sie aber auf keinem Fall entlastet, sondern für mich eher noch BElastet…

    Private Probleme schön und gut, wie sie selbst sagt, hat die wohl jeder mal… Nur wer sagt denn, dass es die ganzen Probleme in Wolfsburg nicht gibt? Und wenn sie sich von Anfang an nicht wohl gefühlt hat beim HSV, warum hat sie nicht die Klausel in den ersten 3 Monaten vollzogen?

    Alles das, was sie gesagt hat, kann ich, wie gesagt, sehr gut nachvollziehen.. Nur wenn das wirklich alles Gründe für sie sind zu wechseln, dann müsste sie komplett nach Weimar zurückziehen… Sie wird nun bestimmt nicht jedes Wochenende nach Hause fahren, oder?

    Und das diese ganze Sache an die Öffentlichkeit gekommen ist, ist wohl weniger dem HSV zuzuschreiben.. Die ersten Presseveröffentlichungen gab es doch in der WAZ, oder? Und das müsste wohl dann vom VfL Wolfsburg oder vielleicht sogar Anna selbst fabriziert worden sein.

    Für mich bleibt dennoch ein ganz bitterer Nachgeschmack… Aber ich wünsche ihr dennoch alles gute in Wolfsburg. Sie muss sich aber dreimal überlegen, ob sie an den Spielen des VfL gegen den HSV teilnehmen will. Wenn sie teilnimmt, wird es bestimmt auf die Socken geben.

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  • Detlef sagt:

    Also erst mal DANKE, für diesen umfassenden Einblick in die Sache, aus Annas Blickwinkel!!!
    Jetzt kann ich ihren Schritt schon viel besser verstehen!!! Es war eben nicht (nur) das Heimweh, sondern wohl die Gesamtsituation in Hamburg!!! Ich habe sie ja nur ganz kurz kennengelernt, bei der U19-WM in der Schweiz!!! Und für mich ist sie ein junger, lebenslustiger Mensch, der auch noch gut aussieht!!! Ich verstehe überhaupt nicht, dass sie sich in Hamburg keinen Freundeskreis aufbauen konnte??? Und Hamburg ist auch nicht gleich Hamburg!!!
    Ich kenne einige Gebiete dort, da denkst Du gar nicht dran, dass du in der Großstadt bist!!! Also das ist für mich kein Grund, denn gerade in dieser weltoffenen Stadt, ist eigentlich jeder freundlich und nett!!! Das liegt dann auch an einem selber, wie viel Mühe man sich gibt!!!
    Aber was auch bei ihr wieder rausklingt ist, dass sich der Verein nicht um seine „Angestellten“ kümmert!!! Das habe ich auch schon von anderen Leuten gehört!!! Hier scheint es beim HSV ein großes Defizit zu geben, obwohl man doch aus dem Männerbereich etliche Erfahrungen haben müsste!!!
    Was nun die mündliche Absprache betrifft, so kann man einer 19-Jährigen noch nicht vorwerfen, dass sie jeden Punkt in ihrem Vertrag fixiert!!! Dafür sind dann Berater gut, die ihre Schützlinge über bestimmte Klauseln in den Verträgen informieren!!! Den hatten sie aber da noch nicht!!! Deshalb wundere ich mich nun, dass sie in Wolfsburg (mit Berater) ebenfalls keine Ausstiegsklausel fixiert hat!!!
    Aus Fehlern sollte man doch eigentlich lernen!!! Und was mündliche Zusagen, in einem Rechts(verdreher)staat wert sind, sollte sie nun eigentlich gelernt haben!!! Ob die mündliche Zusage nun befristet oder unbefristet war, kann heute keiner mehr nachprüfen!!! Da steht Wort gegen Wort!!!
    Eine Sache muss man Anna aber vorwerfen, nämlich dass sie sich nicht schon viel eher um Hilfe bemüht hat!!! Nicht nur beim Trainer, sondern auch bei der Mannschaft und deren Führungsspielerinnen!!!
    Und letztere müssen sich wohl den Vorwurf gefallen lassen, dass sie sich nicht ausreichend um Anna (vielleicht auch um Shelley) gekümmert haben!!!
    Ein bitterer Nachgeschmack bleibt also auch bei mir; und auch ich wünsche Anna alles Gute in Wolfsburg!!!
    Aber;
    @Sunny,
    Deine letzten Zeilen zeugen nicht gerade von fairem Sportsgeist!!!
    Solche primitiven Äußerungen kenne ich eigentlich nur vom Männerfußball!!! Ich hoffe sehr, dass die HSV-Mädels die Sache sportlich fair lösen werden!!!

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  • Denker sagt:

    @ Detlef

    Und wieder ein vorschnelles Urteil von Dir! Heute so, morgen so. Warte doch mal bitte ab, ob der HSV dazu etwas zu sagen hat.

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  • Detlef sagt:

    @Denker,
    ein sehr hartes Urteil,finde ich!!!
    Nach nochmaligem Lesen meiner Beiträge, kann ich eigentlich nichts finden, was sich da widerspricht!!!
    Natürlich sind Annas Äußerungen, ein neuer Aspekt, der wieder etwas Licht in die Sache bringt!!! Wie ich im anderen Beitrag schon schrieb, hatte ich ein Gespräch mit dem Co-Trainer des HSV in Flaesheim!!!
    Nach seiner Beschreibung, waren die Verantwortlichen total ahnungslos, was Annas Wechselwilligkeit betraf!!! Anna hingegen meint, sie hätte schon zu Weihnachten ihrem Trainer mitgeteilt, dass es nicht mehr geht!!! Von Wechsel war da sicher noch keine Rede, aber spätestens da hätten bei Feifel die Alarmglocken klingeln müssen!!!
    Vielleicht kommt bei einem offiziellen Statement noch etwas anderes auf den Tisch!!!
    Also wo habe ich mir denn widersprochen???

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  • Sunny sagt:

    Also ich wünsche es mir nicht, dass es auf die Socken gibt, aber ich denke es einfach. Glaubst du, sie wird mit Freudentänzen empfangen?

    Um es in unprimitiven Worten auszudrücken: Ich glaube,dass die Spiele VfL Wolfsburg gegen HSV sehr brisant werden, wenn Anna Blässe auf dem Platz sein wird.

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  • Detlef sagt:

    @Sunny,
    Ich habe aus dem oberen Beitrag herausgelesen, dass ihre Mannschaftskameradinnen mehr oder weniger wussten, dass sie sich in Hamburg nicht gut fühlte!!! Also WARUM hat sie niemand im Krankenhaus besucht??? Oder hat sie sich alles nur ausgedacht???
    Ich denke mal, dass auch die Mannschaft nicht ganz unschuldig an Annas Weggang war!!! Trotzdem kann ich mir einiges nicht erklären!!!
    Ich kenne es von TURBINE, wenn frühere „Idole“, plötzlich in der anderen Mannschaft spielen!!! Auch PIWI hat in Potsdam auf die Socken bekommen, aber immer fair und regelgerecht!!!
    Bekommt dann auch Shelley auf die Socken???

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  • Pla the Game sagt:

    Bin schon ein bischen baff über den Bericht. Denn das sich kein Verantwortlicher bei Ihr gemeldet hat stimmt nicht, den ich saß in einem Hamburger Cafe mit dem Co-Trainer J.Navarro der in meiner Anwesenheit Anna anrief umd sich zu erkundigen wie es ihr geht. Und auch die folgende Sätze sagte. „Wichtig ist das Du gesund wirst, alles andere steht erstmal an zweiter Stelle“ Und als Funktion eines Co-Trainers ist auch ein Verantwortlicher des Vereins. Ich hab dem Co gerade angerufen und dem ist fast der Kaffeebecher aus der Hand gefallen. Mehr möchte ich zu diesem Thema nichts mehr sagen. Ganz schön dreist zu behaupten es hätte sich keiner gemeldet, sogar eine Mitarbeiterin aus der Geschäftsstelle hat sich immer bei ihr erkundigt lt. dem Co-Trainer. Egal, für mich ist diese Story abgeschlossen

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  • Sunny sagt:

    @Detlef

    Nein, natürlich bekommt Shelley das nicht, weil der Unterschied zwischen dem Wechsel bei Shelley und dem Wechsel von Anna gravierend ist.

    Shelley hat frühzeitig den Vertrag aufgelöst, ist offen damit umgegangen und hat bis zur letzten Sekunde alles für den Verein und die Mannschaft gegeben.

    Anna hat sich erst zur Beginn der neuen Saison gemeldet, dass sie nicht mehr für den HSV spielen will und ist einfach nicht mehr zum Training erschienen und hat somit, in meinen Augen, den Verein und vor allem die Mannschaft im Stich gelassen.

    Zu dem Thema mit dem melden etc. pp. – Sie selber sagt doch, dass der HSV alles getan hat, um sie zum bleiben zu bewegen. Der HSV wollte ihr einen Psychologen zur Seite stellen und Sonderurlaub bekommen usw. Was soll der HSV noch tun? Ich glaube auch nicht, dass sich angeblich nie einer bei Anna gemeldet hat und gefragt hat, wie es ihr geht..

    Aber egal – Über das Thema könnte man endlos diskutieren.. Anna ist nun in Wolfsburg. Ich wünsche ihr dort viel Glück…

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  • werkselfe sagt:

    danke für den bericht und generell fürs nachfragen, so gewinnt man tiefere einblicke als aussenstehender.

    zum fall kann sich jeder seine eigene meinung bilden. ich wundere mich nur, dass sie direkt einen 3-jahres-vertrag unterschrieb wo im frauenfußball doch ein-jahres-verträge usus sind…

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  • Markus Juchem sagt:

    Ich denke mal, auch deswegen einen langfristigen Vertrag, weil er an die Ausbildung gekoppelt war. Das ist durchaus üblich.

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  • helena sagt:

    Je nun, beide Seiten versuchen, sich selber in ein günstiges Licht zu stellen, so dieses bei solch einer verfahrenen Situation mit Fehlern auf beiden Seiten überhaupt möglich ist. Beide Seiten haben sich nicht mit Ruhm bekleckert, wobei selbstverständlich Verantwortliche eines Vereins schon deutlich stärker in der Pflicht stehen als eine ganz junge Spielerin. Daß sie nicht nach drei Monaten gegangen ist, ist doch absolut verständlich. Sie hat den ersten Bundesliga-Vertrag bekommen, da geht man, vor allem wenn man Verletzungssorgen hat, nicht schon nach drei Monaten wieder. Das sähe ganz stark nach Aufgeben aus und da hätte sie sich ihre Karriere schenken können.
    Persönliche/Familiäre Probleme sind bei einer noch nicht einmal 20jährigen ein sehr starkes Argument – und es gibt ja durchaus im FF und auch im Männerfußball (und zahlreichen anderen Sportarten, ich erinnere nur an die Absage der Australian Open durch Justine Henin Anfang des Jahres nach der Trennung von ihrem Mann…) einige Beispiel, die zeigen, daß diese Probleme durchaus in der sportlichen Karriere ausschlaggebend sein können (zumal sie durch diese persönlichen Probleme keine Chance hatte sich einzuleben – egal ob Hamburg nun eine weltoffene und in manchen Ecken dörfliche Stadt ist oder nicht).
    Und ein Telefonat ist, Entschuldigung, nicht das Gleiche wie ein Besuch im Krankenhaus!!! Und gerade bei Krankheiten, die doch so ganz offensichtlich psychischer Natur sind, wäre der persönliche Kontakt mehr als notwendig. Aber man scheint es in Hamburg zu versäumen, ein Vertrauensverhältnis zu den Spielerinnen aufzubauen, denn ansonsten hätte sie ja schon viel früher über ihre Probleme mit den Verantwortlichen sprechen können.

    Ich kann nur hoffen, daß die Spielerinnen, Verantwortliche und Fans des HSV Anna Blässe nicht mit Häme und Spott begegnen, sondern fair und anständig!

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  • Ahlden sagt:

    Und gab es Probleme am vergangenen Wochenende beim Spiel?? Nein war ein faires Spiel @ Helena nicht immer schon die HSVer verurteilen…

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