Aufsteiger-Fehlstarts und ein überraschender Tabellenführer im Süden

Von am 28. August 2007 – 10.18 Uhr 2 Kommentare

Wer die zweiten Ligen in der Saison 2006/2007 mit frühzeitig feststehenden Aufsteigern und abgeschlagenen Absteigern zu langweilig fand, dessen Hoffnungen auf eine spannendere neue Runde wurden an den ersten beiden Spieltagen bereits kräftig genährt.

Die beiden Erstliga-Absteiger FFC Brauweiler Pulheim (Süd) und FFC Heike Rheine (Nord), die beide einen radikalen personellen Umbruch zu verkraften hatten (siehe unser Beitrag zur Situation in Rheine), wurden schon in den ersten beiden Spielen schmerzlich mit der Erkenntnis konfrontiert, dass es auch eine Klasse tiefer keine Punkte geschenkt gibt und Aufstiegsambitionen angesichts der eigenen Personalsituation lediglich als sehr kühne Wünsche gelten dürfen.

Rheine kommt beim Vorjahreszehnten unter die Räder

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War das 1:1 zu Hause gegen Aufstiegsaspirant FC Gütersloh am ersten Spieltag noch ein zufriedenstellender Auftakt, hielt der zweite Spieltag (siehe alle Ergebnisse aus dem Norden) für die Westfälinnen dann aber eine herbe Enttäuschung parat. 1:4 hieß es gegen den FFV Neubrandenburg, der noch im letzten Jahr in die Relegation gehen musste, um den Abstieg in die Drittklassigkeit zu vermeiden. Der Ehrentreffer für Rheine fiel gar erst in der 86. Minute durch Jennifer Voss. Macht einen Punkt aus zwei Spielen und Platz 10.

Gar die rote Laterne in der Süd-Staffel übernahmen die Brauweilerinnen (siehe alle Ergebnisse aus dem Süden). Zwei Heimniederlagen gegen den Aufstiegskandidaten TuS Köln rrh und gegen TuS Niederkirchen waren alles andere als der perfekte Start. Da Niederkirchen das Heimrecht getauscht hatte, steht am dritten Spieltag am 9. September das dritte Heimspiel in Folge an. Gegen den Zweiten der vergangenen Spielzeit, den FF USV Jena, keine leichte Aufgabe.

Jena und Köln lassen erste Punkte liegen

Denn die Jenenserinnen haben sich nach dem etwas enttäuschenden Auftakt (0:1 bei der zweiten Garnitur von Meister FFC Frankfurt) durch ihren 3:1-Heimsieg gegen Aufsteiger FCR 2001 Duisburg II erfolgreich zurückgemeldet. Da Köln dem Auftakterfolg in Brauweiler gegen den SV Dirmingen jedoch nur ein 1:1 folgen ließ – den Ausgleich für den Aufsteiger erzielte in der 85. Minute Sabine Stürmer per Handelfmeter -, rangiert derzeit nur eine Mannschaft mit der Maximalausbeute von sechs Punkten an der Tabellenspitze.

Zur Überraschung vieler ist das Aufsteiger ASV Hagsfeld. Hagsfeld hatte vor zwei Jahren von einem Zerwürfnis in der Frauenfußball-Abteilung des Lokalrivalen Karlsruher SC profitiert und neben einer Reihe von Spielerinnen auch Trainer Martin Bieser für sich gewinnen können. Mit den beiden Siegen gegen die bayerischen Vertretungen in Liga zwei, gegen Regensburg und zuletzt 2:1 in München, konnten die ersten wichtigen Punkte eingefahren werden, um die positive Entwicklung der letzten Jahre fortzusetzen.

Tabellenführer Hagsfeld am dritten Spieltag vor Härtetest

Am kommenden Spieltag gegen Köln steht den Frauen vom ASV dann ein echter Härtetest bevor. Tabellenplatz eins streitig machen will den Badenern jedoch schon bald der schwäbische Nachbar VfL Sindelfingen, der die überraschende Auftaktpleite in Sand gut verkraftet zu haben scheint. Gegen den FFC Frankfurt II gab es die wichtigen ersten drei Punkte.

Die Nord-Staffel führt nach zwei Kantersiegen gegen Neubrandenburg (6:2) und beim hoffnungsvoll in die Saison gegangenen 1. FC Lok Leipzig (7:1) die Zweitvertretung von Turbine Potsdam an. Franziska Hagemann und Monique Kerschowski waren in der Messestadt doppelt erfolgreich und machten die tolle Torausbeute von 13:3 nach zwei Spielen möglich.

Holpriger verlief der Saisonstart für den letztjährigen Überraschungszweiten Hamburger SV II, der dem schweren Auftaktprogramm gegen die beiden Aufstiegskandidaten TeBe Berlin und FC Gütersloh 2000 Tribut zollen musste. Gemeinsam mit Aufsteiger Union Berlin stehen die Hanseatinnen damit punktlos auf den Abstiegsplätzen.

Potsdam, Gersten und TeBe noch ohne Punktverlust

Die Tennis Borussia aus Berlin, die einen neuen Anlauf Richtung erste Liga unternehmen will, blieb neben Potsdam II ebenso wie Viktoria Gersten noch ohne Punktverlust. Dem 4:1 in Hamburg folgte ein 3:2 gegen den Herforder SV Borussia Friedenstal. Gersten hatte beim 3:0 in Kiel und beim 7:1 gegen den überforderten Aufsteiger von Union Berlin keine Mühe.

So stehen denn am 9. September, wenn der dritte Spieltag angepfiffen wird, gleich zwei echte Knallerspiele auf dem Programm. TeBe Berlin und der FC Gütersloh, die in der letzten Saison mit dem späteren Aufsteiger aus Wattenscheid verbissen um den Aufstieg gekämpft hatten, treffen in der Hauptstadt aufeinander. Und der Tabellenführer aus Potsdam wird zeitgleich den punktgleichen SV Viktoria Gersten in der Waldstadt empfangen. Für Spannung ist also auch in Durchgang drei schon jetzt gesorgt.

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2 Kommentare »

  • Detlef sagt:

    Es ist schon recht beachtlich, was unsere TURBINCHEN bis jetzt erreicht haben!!! Den Kantersieg in Leipzig, hätte auch ich ihnen nicht zugetraut!!! Aber das Team von Trainer Kandler, kann auf jede Menge Power aus dem Anschlußkader zurückgreifen!!! Allerdings werden auch bei NICKY, PIA und eventuell auch bei ANNE die Kräfte schwinden, denn sie hatten ja keine Pause im Sommer!!!
    Aber Gersten dürfte zu knacken sein, vor allem weil die Waldstadt gerammelt voll Zuschauer sein wird!!!

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  • Bernhard sagt:

    ASV Hagsfeld ist keine Überraschung: Wie die gegen den FC Bayern 2 in den Aufstiegsspielen spielten war wirklich klasse.

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