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Neuling Innsbruck mischt österreichischen Frauenfußball auf

geschrieben von – 24. August 2007, 13:36 Uhr | 7.096 Leser3 Kommentare

fischer_innsbruck.jpg„Alle gegen Neulengbach!“ – unter diesem Motto startete vor wenigen Wochen die österreichische Frauenfußball-Liga in ihre neue Saison. Doch nicht der Abonnementmeister aus dem Wienerwald, sondern Neuling Wacker Innsbruck sorgte an den ersten beiden Spieltagen für die größten Schlagzeilen.

Erst entzauberte man auf heimischem Platz den Geheimtipp USC Landhaus (2:1), dann stürzte man sogar auswärts den Vizemeister LUV Graz (2:0). Und so zieren derzeit die Tirolerinnen die Tabellenspitze.

Bei den Innsbruckerinnen glänzte bisher vor allem die routinierte frühere Spielerin von Bayern München und ÖFB-Internationale Melanie Fischer, die in beiden Spielen jeweils einen Treffer beisteuerte und sich vor den beiden EM-Qualifikationsspielen gegen Russland (1:5 am gestrigen Abend) und gegen Israel am Sonntag in Länderspielform präsentierte. Die bisherige Leistung des Teams überrascht allerdings nur bedingt.

Vorige Saison sicherte man sich mit dem Maximum von 14 Siegen aus ebenso vielen Spielen und einem Torverhältnis von 160:2 (!) überlegen  den Titel in der 2. Division West. Verstärkt um Fischer ließ der Geheimtipp aus Tirol kürzlich beim Turnier in Bissingen ebenfalls aufhorchen, als man etwa gegen den Bundesligisten SC Freiburg ein Remis holte. Ein Platz „auf dem Podest“ ist den Tirolerinnen zuzutrauen, das obere Play-off sehr wahrscheinlich.

Meister trotzt der Doppelbelastung

Doch auch der Meister zeigte sich bei seinem bisher einzigen Auftritt in guter Form. Gegen den FC Südburgenland kam der SV Neulengbach nach dem Erreichen der 2. Runde im UEFA-Pokal zu einem mühelosen 6:0-Kantersieg. Trotz der Doppelbelastung werden der große Kader und die zahlreichen Talente verhindern, dass der Serienmeister ernsthaft in Probleme gerät. Den ÖFB-Torjägerinnen Nina Burger und Natascha Celouch gelang jeweils ein „Doppelpack“.

Der USC Landhaus zeigte sich erholt von der Niederlage am ersten Spieltag und gewann beim ASK Erlaa mit 4:1. SCU Ardagger/Neustadtl  wies mit dem 4:2-Heimerfolg den Neuling SV Kelag St. Veit in die Schranken, der am ersten Spieltag durch einen Last-Minute-Treffer gegen LUV Graz noch ein 1:1 erkämpft hatte.

Drei Punkte und dazu noch Obstkörbe

Union Kleinmünchen behielt auswärts beim 1. DFC Leoben mit 4:0 die Oberhand und freute sich als einer der finanzschwächsten Clubs der österreichischen Frauenfußball-Liga nicht nur über einen „Dreierpack“ von Ulrike Beidinger, sondern auch über Obstkörbe der tollen Gastgeberinnen.

Trotz des etwas holprigen Starts sollte das kompakte Team des USC Landhaus erster Verfolger von Neulengbach sein. Die Wienerinnen haben sich mit Teamstürmerin Marion Gröbner und der Linzer Top-Angreiferin Andrea Stadlhuber geschickt verstärkt und kompensieren den Abgang von vier Talenten nach Neulengbach durch weitere Zugänge.

LUV Graz mit Startproblemen

Bei LUV Graz deutet sich an, dass der Transfer der beiden Jungstars Viktoria Schnaderbeck und Carina Wenninger nach München nicht so einfach verkraftet werden kann. Die Grazerinnen verpflichteten vor der Saison U-19-Teamstürmerin Ramona Kern und stellen ein sehr junges Team mit großem Entwicklungspotential.

USG Haubi`s Ardagger und ASK Erlaa dürften wieder im gesicherten Mittelfeld landen, für die „Medaillenränge“ scheinen sie nach der Papierform noch nicht ganz reif. Den arrivierten Teams Landhaus und Graz sollten sie aber den einen oder anderen Zähler entführen können.

Der zweite Aufsteiger, SV Kelit St. Veit, konnte mit seinem prominenten Trainer, dem Ex-Internationalen, Ex-Rapidler und LASK-Flügelflitzer Hans Gröss die 40-fache kroatische Teamspielerin Tatjana Solaja für sich gewinnen. Ziel der Kärntnerinnen ist im ersten Jahr in der höchsten Spielklasse Rang 6 oder 7.

Ausgeglichenes Starterfeld lässt auf spannende Duelle hoffen

Insgesamt gesehen präsentiert sich das Starterfeld (mit Ausnahme von Neulengbach) ausgeglichen wie nie. Spannende Spiele winken den ZuschauerInnen, denn der Kampf ums obere Play-off ist ab der ersten Spielminute entbrannt. Der rege Zulauf von jungen Spielerinnen, nicht nur bei den Oberhaus-Vereinen sollte Garant für steigende Besucherzahlen sein.

Schwer einschätzbar ist das Abschneiden des FC Südburgenland, der Union Kleinmünchen und des 1. DFC Leoben. Das Trio setzt ganz besonders auf junge Talente, die sich in der ÖFB-Liga erst die dementsprechende Routine erwerben wollen. Allerdings, für (einzelne) positive Überraschungen ist jede dieser Mannschaften allemal gut!

Fazit: Spannendere Kämpfe, mehr Besucher und einige „Stopps“ für die Spitzenteams, sind die Erwartungen, nicht zuletzt auch des Teamchefs Ernst Weber, an die Herbstsaison!

Schlagwörter:
Helmut Pichler

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3 Kommentare »

  • Detlef sagt:

    Es ist sehr interessant, mal etwas über den FF aus Österreich zu erfahren!!!
    >„Alle gegen Neulengbach!“

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  • Detlef sagt:

    Da ist doch glatt ein Teil verloren gegangen!!!
    „Alle gegen Neulengbach!“, das kommt mir sehr bekannt vor!!!
    Nur das in Deutschland die Hessinnen die von allen Klubs gejagten sind!!!

    Melanie Fischer habe ich noch in guter Erinnerung!!!

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  • schmidt sagt:

    Wer was weiß, wird wissen es uns mitzuteilen!
    Es ist schön etwas aus Österreich vom FF zu lesen. Wünschenswert wäre es vielleicht entweder den Neuling und das Team mit seinen Ambitionen und wirklichen Chancen genau vorzustellen oder den österrischen FF, ihre Clubs, ihre Spielerinnen, ihre Fans und seine Liga.

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