Inka Grings: „Der Stachel sitzt noch tief“

Von am 13. August 2007 – 0.54 Uhr 12 Kommentare

grings__orange.jpgBeim 6:0 (2:0)-Sieg des FCR 2001 Duisburg gegen den niederländischen Ehrendivisionär AZ Alkmaar zur Saisoneröffnung war zwar naturgemäß in punkto Abstimmung noch nicht alles Gold, was glänzt. Kein Wunder, hat der komplette Kader doch noch nicht ein gemeinsames Training absolviert.

Doch ansatzweise konnten die 500 Zuschauer bei strahlendem Sonnenschein schon erkennen, dass mit den „Löwinnen“ in der neuen Saison wieder zu rechnen sein wird. Die jungen Spielerinnen sammelten fleißig Pluspunkte und Stürmerin Inka Grings machte da weiter, wo sie in der abgelaufenen Spielzeit aufgehört hatte – beim Tore schießen.

Zwei Treffer erzielte sie bereits am Freitag bei der 2:3-Niederlage gegen Twente Enschede, drei gingen diesmal auf das Konto der 28-Jährigen. Frustbewältigung der besonderen Art, denn die Enttäuschung über die Nicht-Nominierung für die WM ist nach wie vor groß.

Anzeige

Harte Duelle

Wie immer bei Aufeinandertreffen zwischen Teams aus Deutschland und Holland ging es wenig zimperlich zu. „Am Freitag war es noch härter. Ich finde es aber angenehm, gegen solche Gegner zu spielen. Denn genau solche Spiele erwarten uns in der Bundesliga“, so Grings gegenüber Womensoccer.de.

„Das war heute ein gutes Testspiel“, zeigte sie sich zufrieden und meinte selbstbewusst: „Wir haben einen Schub durch die jungen Spielerinnen. Wir sind sicherlich nicht schlechter als letzte Saison und der 1. FFC Frankfurt wird es mit Sicherheit nicht leichter haben durch die Mehrbelastung von UEFA-Pokal und die Abstellungen für die Weltmeisterschaft.“

Grings von Bundestrainerin enttäuscht

Apropos WM: Das Thema nagt immer noch gewaltig an Grings. „Der Stachel sitzt schon noch tief, aber ich werde das schnell verarbeiten.“ Am meisten ist sie darüber enttäuscht, dass Bundestrainerin Silvia Neid ihr nicht einmal mehr die Chance gegeben hat, sich in den Vorbereitungsspielen zu beweisen. „Das tut schon weh“, so Grings.

Neid hatte Grings gegenüber die Absage in einem persönlichen Gespräch mit Leistungsdefiziten begründet. „Natürlich weiß ich auch, dass man auf fünf Tore gegen Brauweiler nicht unbedingt stolz sein muss, aber auch diese Tore muss man erst einmal schießen.“ Doch Grings’ Kampfgeist ist ungebrochen: „Ich habe das Thema Nationalmannschaft niemals abgeschlossen.“

Klicken zum Bild vergrößernObliers: Unglückliche WM-Pause

Duisburgs Trainer Thomas Obliers ist um seine Aufgabe derzeit nicht zu beneiden, muss er doch nun vor dem Meisterschaftsauftakt in Hamburg binnen einer Woche eine Mannschaft formen, die von Beginn an optimal und hoch konzentriert aus den Startlöchern kommen will, um dem Meister aus Frankfurt Paroli zu bieten.

„Das ist nicht so einfach. Erst bereitet man sich vor, dann gibt es eine lange Pause wegen der WM. Das ist schon sehr unglücklich, aber ich will zu dem Thema gar nichts mehr sagen“, biss sich Obliers auf die Lippen.

Marith Prießen überzeugt

Doch auch der Chefcoach weiß, dass eine erfolgreiche Weltmeisterschaft dem Verein zugute kommt. „Eurosport zeigt ja viele WM-Spiele, das macht Hoffnung, dass auch zu den Bundesligaspielen mehr Zuschauer kommen werden. Dazu müsste man aber wohl zumindest wieder das Halbfinale erreichen.“

Beim Test gegen Alkmaar gefielen Obliers vor allem die jungen Spielerinnen. „Sie haben richtig Gas gegeben.“ Die erst 16-Jährige Marith Prießen, zuletzt noch mit der U-17-Mannschaft Deutsche Meisterin geworden, überzeugte mit einer souveränen Abwehrleistung und erntete ein Sonderlob vom Trainer. „Sie ist heute gut gestanden.“

Für Womensoccer.de in Duisburg: Markus Juchem

Tags: , , , ,

Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

12 Kommentare »

  • werkselfe sagt:

    ich denke, meine meinung zu dem thema dürfte bekannt sein. ich glaube nicht, dass inka wegen leistungsdefiziten nicht nominiert wurde sondern aus anderen gründen. unter neid wird sie sicherlich keine chance mehr bekommen, also bleibt die hoffnung, dass wir schnellstmöglich eine/n neue/n bundestrainer/in bekommen.

    die torschützenkönigin der em zuhause zu lassen ist schon dreist.

    (0)
  • kathy sagt:

    da stimme ich dir werkselfe total zu.
    Wie kann Frau Neid nur Inka Grings zu Hause lassen
    und auch Bianca Rech.
    Also diese Bundestrainerin sollte sich einen anderen Beruf suchen!!!

    (0)
  • schmidt sagt:

    Kritiker sind das Salz in der Suppe!
    Auf was kommt es jetzt an, was zählt noch?

    – die Länge des Stachels, wo er auch immer steckt
    – das Nichtnominieren wegen Defizite oder anderer Gründe
    – die Hoffnung, jemand möge sich einen anderen Job suchen oder zählt eigentlich nur der Erfolg?

    Der Weg zum Erfolg ist entbehrungsreich und hart. Er kann sich schnell einstellen oder auch sehr langwierig sein.
    Entscheidungen müssen von den Verantwortlichen ständig getroffen werden, der interessierten Öffentlichkeit gut präsentiert und verantwortet werden. Jede ruft immer wieder neue Kritiker auf den Plan.

    Wer schafft es denn es jedem Recht zu machen? Erfolge und Siege lassen allein die kritischen Stimmen verstummen. Kritische und konstruktive Stimmen erhöhen immer den Druck bei jedem.
    Sie sind meist für uns Deutsche meist das Salz in der Suppe.

    Deshalb sind wir meist alle zu überraschenden Höchstleistungen fähig und bereit, uns wieder einmal als siegreiche Turniermannschaft bei der WM in China zu entpuppen.

    (0)
  • sid sagt:

    Aber wer seine Kader-Entscheidungen aufgrund von „persönlichen Vorlieben“ trifft, muss sich halt Kritik gefallen lassen. Wie war das mit den Bettgeschichten, den Urlauben usw. usw. ? Wer war da nochmal gleich dabei ? Man lesen den WM-Kader und weiß es, und man betrachte die Namen der Spielerinnen, die NICHT in der Natio sind …. und weiß dann eigentlich auch warum sie das nicht sind

    (0)
  • Detlef sagt:

    Es ist immer schwer, wenn man akzeptieren muss, dass die eigene Leistung von anderen Personen nicht gewürdigt wird!!!
    Aber sie sollte nun langsam Ruhe geben, denn ihr ständiges „Nachtreten“ gegen Frau Neid, werden ihre Chancen auf zukünftige Einsätze nicht verbessern!!! Das beste was Inka passieren kann ist, wenn (so wie ich es vermute) das deutsche Team früh ausscheidet, und nur wenige Tore zu Stande gebracht hat!!!

    (0)
  • werkselfe sagt:

    was ist denn bitte „nachtreten“ wenn sie von journalisten danach gefragt wird?

    @womensoccer-team: mich würde auch ein statement von bianca rech zu ihrer nicht-nominierung sehr interessieren. vll könnt ihr da was machen?

    (0)
  • Detlef sagt:

    Journalisten wollen immer provozieren!!! Das garantiert Aufmerksamkeit!!! Aber Inka ist nun wirklich alt genug, um genau zu wissen, was sie ihnen erzählen sollte, und was nicht!!!

    (0)
  • sid sagt:

    @detlef … vielleicht wollte sie ihnen ja genau DAS erzählen, was sie erzählt hat ?!?

    Hast Du noch immer nicht begriffen, dass es da ein ganz großes, privates (menschliches) „Problem“ zwischen Sylvia Neid und Inka Grings gibt ? Da ist nichts mehr mit Diplomatie …. dafür ist es einfach zu spät und zu viel passiert.

    Und Inka Grings ist einfach nicht der Typ, der sich dreht wie ein Fähnchen im Wind, nur um in die Natio zu kommen. Sie redet nicht der Bundestrainerin nach dem Mund, nein, sie macht ihren eigenen einfach auch mal auf. Und das passt halt Typen wie Frau Neid nicht wirklich in den Kram.

    (0)
  • Markus Juchem sagt:

    @ Werkselfe

    Ich schau mal, dass ich am Sonntag nach dem Spiel in Frankfurt ein Statement von ihr bekomme.

    @ Detlef

    So pauschal kann ich das nicht stehen lassen. Sicherlich will man gute Zitate haben, aber der oder die Gefragte entscheidet ja selbst, was gesagt wird oder nicht. Und die Frage nach dem Gemütszustand ist ja nicht zwangsläufig provozierend, sondern interessant. Ich habe Grings‘ Aussage hier nicht als „Nachtreten“ empfunden, sondern einfach als ehrliche Antwort.

    (0)
  • Detlef sagt:

    @sid,
    zwischen Frau Neid und Inka Grings ist sicher eine Menge Geschirr zerbrochen!!!
    Aber wer sagt denn, dass es nicht bald eine/n neue/n Bundestrainer/in geben wird???

    (0)
  • werkselfe sagt:

    falls wir in der vorrunde ausscheiden sollten – was ich bei der individuellen klasse eines großteil der spielerinnen nicht glaube – würde sie vll entlassen. falls man im viertelfinale gegen usa/schweden ausscheiden sollte, wird das garantiert als betriebsunfall abgetan und madame darf uns noch weiterhin jahrelang mit ihren komischen entscheidungen auf trab halten. da stehen mir alleine bei dem gedanken schon die haare zu berge.

    (0)
  • Detlef sagt:

    Das glaube ich eher nicht!!!
    Die Vorrunde werden wir irgendwie überstehen!!! Die Frage wird nur sein, ob auf Platz EINS oder ZWEI???
    Und auch wenn es „nur“ gegen Schweden geht, ist der Einzug ins Halbfinale sicher schon fest eingeplant!!!
    Na lassen wir uns mal überraschen!!!

    (0)