UEFA-Pokal mit Rekordteilnehmerzahl

Von am 9. August 2007 – 14.14 Uhr

lattaf.jpgDas Interesse am Frauenfußball wächst und wächst. So viele Mannschaften wie nie zuvor, 45 an der Zahl, haben für den zum siebten Mal ausgetragenen UEFA-Pokal gemeldet. Die fünf Topteams von Arsenal, Umeå IK, 1. FFC Frankfurt, Brøndby IF und Kolbotn IL steigen zwar erst im Oktober in den Wettbewerb ein, werden aber mit Argusaugen die Ergebnisse der 1. Runde verfolgen und auswerten.

Denn unter den 40 ungesetzten Mannschaften, die von heute bis kommenden Dienstag in zehn Miniturnieren um den Einzug in die 2. Runde kämpfen, sind zwei Neulinge, die ein viel beachtetes Debüt auf europäischer Ebene geben werden.

Everton will auf den Spuren Arsenals wandeln

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So werden mit Spannung die UEFA-Pokal-Auftritte des FC Everton erwartet, der dank des Sieges von Arsenal in der vergangenen Saison als Vizemeister startberechtigt ist. Evertons Trainerin Mo Marley ist zuversichtlich, eine gute Rolle spielen zu können. „Wir sind einfach froh, dass wir dabei sind.“

Mit der Teilnehmerrolle alleine will sie sich aber nicht zufrieden geben: „Ich glaube, dass es, wenn wir auf unserem Maximum spielen, eine sehr gute Mannschaft braucht, um uns zu schlagen.“ Die Elf ist gespickt mit internationalen Spielerinnen, vor allem aus U-19- und U-23. „Wir haben ein sehr starkes Team mit viel Selbstvertrauen“, so Marley weiter.

Geheimfavorit Olympique Lyon

Neben den Engländerinnen gibt ein weiterer Topverein sein Europadebüt. Der französische Meister Olympique Lyon gilt mit seinem starken Kader als einer der Geheimtipps für den Wettbewerb.

Die französischen Nationalspielerinnen, wie Sonia Bompastor, Camille Abily, Hoda Lattaf und Neuverpflichtung Elodie Thomis sowie die Brasilianerinnen Simone und Katia bilden das Fundament für eine Elf, die es nicht zu unterschätzen gilt.

Thomis erklärt: „Als wir vor zwei Jahren mit Montpellier im Halbfinale standen, war unsere Mannschaft weit weniger beeindruckend, als Lyon heute. Wir können den Wettbewerb gewinnen.“

rosana.jpgNeulengbach mit verstärktem Kader zum Erfolg?

Auch die Meister aus Österreich und der Schweiz wollen auf internationaler Bühne einen guten Eindruck hinterlassen. Der österreichische Serienmeister SV Neulengbach peilt beim Turnier auf eigenen Platz den Aufstieg in die 2. Runde an, was dem Team aus dem Wienerwald zuletzt vor zwei Jahren gelang.

National ist das Team nahezu konkurrenzlos, international stieß man bisher aber meist schnell an Grenzen. Rund um die Brasilianerin Rosana stehen diesmal sechs neue, junge und talentierte Spielerinnen im Kader.

Vor allem im UEFA-Pokal soll eine weitere Brasilianerin, die 20-jährige Verteidigerin Monica Hickmann Alves, das Team verstärken. Sie konnte bereits bei der U-20-WM in Russland Erfahrung sammeln, als ihr Team den dritten Platz belegte. Hinzu kommen einige U-18- und U-19-Nationalspielerinnen, die dem Team in der Breite mehr Qualität verleihen sollen.

Zuchwil vor schwerer Aufgabe

Beim Schweizer Meister FFC Zuchwil 05 hat man sich seit dem 12. Juli generalstabsmäßig auf das Unternehmen UEFA-Pokal vorbereitet und freut sich auf das Abenteuer in Litauen. Vor ihrer zweiten UEFA-Pokal-Teilnahme standen bei den Zuchwilerinnen bis zu sieben Trainingseinheiten pro Woche auf dem Programm. Dennoch wäre ein Aufstieg in die 2. Runde eine Überraschung, denn mit dem FC Everton steht ein harter Brocken im Weg.

„Everton ist haushoher Favorit“, so Trainer Peter Baumann. Dennoch macht er sich Hoffnungen: „Dazu müssen wir aber in den ersten beiden Spielen mindestens einen Sieg und ein Unentschieden holen, um im letzten Match gegen Everton noch Chancen auf den Gruppensieg zu haben.“

Georgien und Malta erstmals am Start

Zum ersten Mal nehmen auch Mannschaften aus Georgien und Malta teil, Dinamo Tiflis und der FC Birkirkara wollen auf sich aufmerksam machen. Birkirkaras Trainer Kenneth Costantino weiß um die Schwere der Aufgabe. „Ehrlich gesagt erwarte ich keine Wunder. Aber die Spiele werden für meine Spielerinnen von unschätzbarem Wert sein.“

Die 1. Runde im UEFA-Pokal wird vom 9. bis 14. August ausgetragen an drei Spieltagen (Donnerstag, Samstag, Dienstag) ausgetragen. Nur die zehn Gruppensieger und der beste Gruppenzweite der Miniturniere bestreiten mit den fünf gesetzten Teams die 2. Runde, die vom 11. bis 16. Oktober ausgetragen wird.

Die jeweils zwei besten Teams der vier Vierergruppen erreichen das Viertelfinale im November, das in Hin- und Rückspiel ausgetragen wird. Ende März/Anfang April steht dann das Halbfinale auf dem Programm. Die Finalspiele finden am 17. und 24. Mai 2008 statt.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.