Pressestimmen zum Spiel gegen Tschechien

Von am 3. August 2007 – 15.13 Uhr 4 Kommentare

Der 5:0-Erfolg Deutschlands gegen Tschechien 39 Tage vor WM-Beginn fand in der Presse heute nur geringe Beachtung, die meisten Zeitungen stützten sich auf die Spielberichte der Deutschen Presse-Agentur (dpa) und des Sport-Informationsdienstes (sid).

Wohl aufgrund des klaren Ergebnisses überwiegt einmal mehr eine etwas zu sehr durch die rosarote Brille betrachtete Beurteilung des deutschen Spiels. Die schwache Vorstellung der tschechischen Mannschaft wird ebenso wenig thematisiert, wie die geringe Zuschauerzahl.

„Schwungvolle erste Halbzeit“

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Bei dpa findet man vor allem an der „schwungvollen ersten Halbzeit“ Gefallen und sieht Deutschland nach dem Erfolg gegen den Weltranglisten-19. erstaunlicherweise bereits „gerüstet für die Mission Titelverteidigung“. In der zweiten Halbzeit habe Deutschland das Spiel „ein wenig schleifen“ lassen. Die Leistung von Anja Mittag wird als „glücklos“ eingestuft, die DFB-Elf habe versäumt, weitere Treffer zu erzielen.

Der sid bescheinigt dem deutschen Team eine „tolle Spiellaune“, man habe das „Schaulaufen souverän gewonnen“, sei in der Chancenauswertung aber „fahrlässig“ gewesen. Mit der Ernennung von Nadine Angerer zur Torhüterin Nummer 1 sei der „einzige Brandherd“ im Team verloschen.

Wie alt ist eigentlich Silvia Neid?

Der „Kicker“ lobt eine „hoch überlegene“ deutsche Mannschaft, deren Sieg bei „konsequenterer Chancenverwertung“ höher hätte ausfallen können. „Spiegel Online“ begnügt sich diesmal anders als noch beim Spiel gegen Dänemark mit einer Agenturmeldung.

Die Journalistin der „Thüringer Allgemeinen“ beginnt ihren Artikel mit dem martialischen Vergleich „Fahrrad gegen Panzer“, den Tschechiens Trainer Dusan Zovinec nach dem Spiel gebrauchte, um ein Bild für die Überlegenheit der deutschen Mannschaft zu finden.

Bundestrainerin Silvia Neid dürfte sich über den Bericht gefreut haben, wird die 42-Jährige doch gleich um vier Jahre jünger gemacht, als sie in Wirklichkeit ist ;-).

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

4 Kommentare »

  • FSV-ler sagt:

    „Mehr als 4 700 Zuschauer hatten den Weg ins „Stadion der Freundschaft“ gefunden. Das waren mehr, als selbst Rainer Milkoreit, der Präsident des Thüringer Fußball-Verbandes (TFV) insgeheim erwartet hatte. Obwohl keine Thüringerin gegenwärtig zum Aufgebot von Nationaltrainerin Silvia Neid gehört, ..“ ist beim Thüringer Fußball-Verband zu lesen. Auderdem ist doch Urlaubs- und Ferienzeit.

    Unsere 8 Mädels waren jedenfalls vom Spiel begeistert und fanden es toll, den Zuschauerschnitt nach oben schrauben zu können. Für den Frauenfußball in Thüringen – in Gera, Jena und Umgebung – sind 4793 nicht gerade wenig. Am Thüringer Fußball-Verband soll es nicht gelegen haben, denn es gab verschiedenste Möglichkeiten an Karten zu gelangen, und Eintrittspreise ab 2 Euro + 1 Euro Versand für Gruppenkarten ab 10 Stück, da kann man nicht meckern und ein ermäßigter Sitzplatz für 9 Euro ist auch noch erschwinglich.

    Was wäre denn ein erstrebenswerter Zuschauerschnitt für die Frauenfußball-Nationalmannschaft gewesen? Unter anderen Voraussetzungen, keine Urlaubszeit…

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  • Markus Juchem sagt:

    Hallo FSV-ler, herzlich willkommen auf Womensoccer. Stimmt schon, dass die Ferienzeit die Zuschauerzahl ein wenig gedrückt hat, da gebe ich Dir vollkommen Recht.

    Aber vor ziemlich genau einem Jahr kamen fast 16.000 nach Krefeld. Klar spielt der andere Einzugsbereich hier eine große Rolle und Italien war auch etwas attraktiver als Gegner.

    Dennoch bleibt festzuhalten, dass es in Gera die schwächste Zuschauerzahl bei einem DFB-Länderspiel seit November 2004 war. Eine Thematisierung in den Medien inkl. Beleuchtung der Hintergründe wäre das schon wert gewesen.

    Eine fünfstellige Zuschauerzahl sieht der DFB inzwischen schon ganz gerne bei den Länderspielen. Mag sein, dass diese aber auch ohne Urlaubszeit der Gegner nicht hergegeben hätte.

    Aber auch so hätten es schon ein paar mehr sein dürfen in meinen Augen, unter 5.000 finde ich persönlich schon ein wenig dürftig.

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  • FSV-ler sagt:

    Danke für die Thematisierung, die konkreten Zahlen und die angefangene Beleuchtung der Hintergründe. Meine Frage wäre damit beantwortet. Ich denke mal, bei Thüringen als Austragungsort, Tschechien als Gegner usw. wird der DFB ein Auge zudrücken 😉 Nächste Saison spielt Thüringen schon mit drei Mannschaften in der Regionalliga und Jena wird erneut Anlauf auf die 1. Bundesliga nehmen. In der Nachwuchsarbeit wird gute Arbeit geleistet. Der Internetauftritt kann in meinen Augen als vorbildhaft gelten. Die „wenigen“ Zuschauer in Gera sollte man vielleicht nicht als Problem sehen, sondern als Chance für die Region, sich weiter entwickeln zu können. Einen Bogen um Thüringen zu machen, aufgrund unterdurchschnittlich erwarteter Zuschauerzahlen, wäre sicher so kurz vor der WM das falsche Signal zur falschen Zeit gewesen. Was man im Vorfeld des Spiels kurzfristig zur Mobilisierung der Zuschauer hätte besser machen können, darüber kann man diskutieren. Das ist meine Meinung. Mehr Zuschauer sind natürlich immer besser 🙂

    Schönen Gruß aus Südthüringen an die womansoccer-blogger und Alles Gute weiterhin bei der Arbeit. Es macht Spaß, hier zu lesen.

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  • Markus Juchem sagt:

    Danke für die Blumen! 🙂

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