Laudehr empfiehlt sich für Last-Minute-Ticket

Von am 3. August 2007 – 7.45 Uhr 2 Kommentare

Simone Laudehr bei der NationalhymneIm ersten Halbjahr diesen Jahres war kaum eine Spielerin häufiger Gesprächsthema als Simone Laudehr. Und das, obwohl die 21-Jährige noch kein einziges Länderspiel absolviert hatte. Denn die Duisburgerin hatte Bundestrainerin Silvia Neid bis Mai um Nichtnominierung gebeten, um sich in Ruhe auf ihre Prüfungen konzentrieren zu können. Was, so schien es lange, ihren WM-Chancen nicht unbedingt zuträglich war.

Blieben ihr so doch lediglich die beiden Länderspiele gegen Dänemark am Sonntag und gestern gegen Tschechien, um über die Trainingseindrücke hinaus für sich werben zu können. Doch wie schon bei ihrer klaren Prioritätensetzung pro Prüfungen machte sie auch auf dem Platz keine halben Sachen. Zwar wies sie die Gratulation zum WM-Ticket von ARD-Reporter Nick Golüke noch bescheiden und ein wenig schüchtern zurück: „Es stehen noch einige Lehrgänge an.“ Doch auf dem Rasen hatte sie nur wenige Fragen offen gelassen.

Flexibilität bewiesen

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Beantwortet hat sie zum Beispiel die, ob sie ihre viel gepriesene Flexibilität auch in der Nationalmannschaft unter Beweis stellen kann. Kann sie, denn bei ihrem Verein FCR 2001 Duisburg übernimmt sie gewöhnlich wesentlich offensivere Aufgaben, kommt gerne über die Flügelpositionen mit viel Zug zum Tor. Silvia Neid aber vertraute ihr die zentrale, defensive Mittelfeldposition an und schmiss sie damit gleich in ihrem ersten Länderspiel ins kalte Wasser.

Chapeau, wer die komplexe Aufgabe der Schaltzentrale in diesem Alter – bis auf die Anfangsnervosität gegen Dänemark – so unbekümmert bis frech (gegen Tschechien) annimmt , schon im zweiten Länderspiel zu den Aktivposten gehört und nach einem satten Fernschuss das erste Länderspieltor feiern kann, der hat zweifelsohne seine Chance genutzt. So sieht es auch ihre Trainerin: „Die jungen Spielerinnen haben mir heute gut gefallen. Simone Laudehr hat einen guten Job gemacht.“

Simone Laudehr gegen Dänemark

Integration in kurzer Zeit gelungen

Für 18 von 21 Spielerinnen hat sich Neid nach eigener Aussage schon entschieden. Ob Laudehr schon zu diesen 18 gehört? Spekulation. Einen viel besseren Eindruck als in diesen beiden Spielen konnte sie jedenfalls kaum hinterlassen.

Womit sie auch eine weitere Frage beantwortet hat. Nämlich die, ob die Integration in die Mannschaft in so kurzer Zeit gelingen kann. Den Eindruck, dass dieser Schritt bereits vollzogen ist, bestätigt sie: „Für junge Spielerinnen wie mich ist es wichtig, in die Mannschaft zu finden. Wir haben viel Spaß, alle halten zusammen, das gibt einem sehr viel Selbstvertrauen.“

Als Joker eine große Unbekannte für die Gegner

Ganz klar, eine so vielseitige und für den Gegner schwer ausrechenbare Spielerin zu Hause zu lassen, wäre ein Verlust. Ohne Laudehr zu nahe treten zu wollen – ob Hope Powell, Hiroshi Ohashi und Carlos Borrello sich schon ein Bild von ihr gemacht haben und ihre Spielweise einschätzen können? Gut möglich, dass sie Freiräume nutzen kann, wenn sich die gegnerischen Defensivreihen auf die gegen Tschechien sehr blass gebliebene Renate Lingor konzentrieren.

Heute, nach Länderspiel 1 und 2 von Simone Laudehr, spricht sehr viel dafür, dass auch Simone Laudehr Anfang September den Flieger nach China nehmen wird. Wer weiß, wozu Nick Golüke ihr dann gratulieren wird.

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2 Kommentare »

  • werkselfe sagt:

    tja, ich sage nur „simon for a-team – now!“ *g*

    habe mir die erste halbzeit gerade nochmal auf video angeguckt, und dabei festgestellt, dass simon in der rückwärtsbewegung zu langsam war. da hatte idgie ihr doch einiges voraus. während des spiels selbst ist mir das nicht so aufgefallen, beim zweiten sehen schon. ich meine simon macht ihre sache auf der 6 schon recht gut, aber wir wissen ja was sie auf dem linken flügel alles drauf hat…

    ich habe ja schon generell probleme mit einer doppel 6, und was mir noch ein bißchen bauchschmerzen macht: mit simon und idgie hätten wir zwei offensive auf defensiven positionen. wenn dann ein schwerer gegner kommt – ich weiß nicht. deshalb würde ich linda auf die 6 stellen, sie hat nämlich die offensivqualiäteten (sehr gutes passspiel) UND sie kann gehörig dazwischen hauen.

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  • Denker sagt:

    Abwarten. Eine WM ist etwas ganz anderes als zwei Testspiele gegen schwache Gegner.

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