Neuerlicher Schock für potenziellen deutschen WM-Gegner

Von am 28. Juli 2007 – 10.10 Uhr 7 Kommentare

Die Verletztenmisere im Team Schwedens, einem potenziellen WM-Viertelfinalgegner der DFB-Elf, reißt nicht ab. Nach Josefine Öqvist hat nun eine weitere schwedische Stammspielerin das WM-Aus ereilt, die neben der sportlichen, auch eine wichtige Bedeutung für die gute Stimmung im Team gehabt hätte.

Torhüterin Caroline Jönsson wird für die komplette restliche Saison inklusive Weltmeisterschaft ausfallen. Die Sympathieträgerin zog sich im Training am Donnerstag eine Kreuzbandverletzung zu. „Ich muss es akzeptieren und kann mich jetzt nur auf nächste Saison konzentrieren“, so Jönsson gefasst. In rund drei Wochen wird sie sich einer Operation unterziehen.

Unglücklicher Verlust

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Ihr Vereinstrainer in Malmö, Jörgen Petersson, kommentierte: „Caroline war im vergangenen Jahr über die gesamte Saison die beste Spielerin. Ihre Verletzung ist sowohl für den Verein als auch für die Nationalmannschaft und sie selbst sehr unglücklich.“

Für die schwedische Nationalmannschaft läuft in diesem Sommer so ziemlich alles schief, was schief laufen kann. In Öqvist, die ein wichtiger taktischer Baustein im 4-3-3-System Schwedens gewesen wäre, und Jönsson werden bei der WM zwei wichtige Stützen im Spiel fehlen, Hanna Ljungbergs WM-Einsatz ist ebenfalls fraglich.

Fragezeichen hinter Lindahls Spielpraxis

Schwedens zweite Torhüterin Hedvig Lindahl hatte sich ebenfalls erst im Januar das Kreuzband gerissen und stand lange nicht mehr im Tor der Nationalmannschaft. Erst zwei Meisterschaftsspiele hat sie seitdem wieder bestritten. Es bleiben nur noch vier Spiele bis zur WM inklusive des Länderspiels gegen Dänemark am 30. August.

Eine weitere Alternative im Tor ist Sofia Lundgren von AIK, die unter anderem bei zwei Algarve-Cup-Spielen im Tor stand. Sie gilt als die bessere Fußballerin, hat aber aufgrund ihrer geringeren Körpergröße Defizite bei hohen Bällen.

Weniger Gefahr ohne Öqvist, weniger Glanz möglicherweise ohne Ljungberg, weniger Erfahrung ohne Jönsson und weniger Dynamik durch den Rücktritt von Malin Moström. Zu beneiden ist Schwedens Nationaltrainer Thomas Dennerby derzeit nicht.

Gehört Schweden für Euch dennoch weiterhin zum Favoritenkreis?

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

7 Kommentare »

  • Detlef sagt:

    Für mich sind sie weiterhin ein großer Favorit auf den Titel!!!
    Ljungberg wird sicher körperlich fit, bis zur WM!!! Was sie dann allerdings ohne Spielpraxis zu leisten vermag, muss man dann gucken!!! Sollte Hedvig Lindahl wieder fit werden, sollte Thomas Dennerby nicht all zu bang sein!!! Für mich ist sie eh die bessere von beiden Torfrauen (zumindest was ich so gesehen habe)!!!

    Da die GOLDEN GOAL-Regel abgeschafft wurde, und Frau Künzer nicht mehr im deutschen Kader ist, kann es uns auch egal sein, wer bei unserem FINALGEGNER im Tor stehen wird!!! (zwinker, zwinker)

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  • Rainer sagt:

    Sehr schwer zu sagen. Überhaupt ist das Turnier sehr offen. Aber Hedvig Lindahl wird ein sehr guter Ersatz sein. Und Jossan Öqvist kann durch eine Reihe hervorragender Offensivkräfte ersetzt werden. Noch hat Schweden eine glänzende Auswahl, aber noch mehr Spielerinnen sollten sich nicht verletzen.
    In AFTONBLADET hat Simon Bank eine Kolumne geschrieben und mutmasst, dass Frauen für Kreuzbandverletzungen wesentlich anfälliger seien als Männer und behauptet, dafür gäbe es Belege. Stimmt das? Er listet zwar eine Reihe von Spielerinnen mit solchen Verletzungen auf, aber man könnte sicher auch mit ein wenig Recherche acht Männer nennen, die dieselbe Verletzung in der letzten Saison hatten.

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  • Markus Juchem sagt:

    Mir sind einige Studien aus dem Skisport bekannt, die bei vorderen Kreuzbandverletzungen Frauen ein höheres Risiko als Männern bescheinigen. Ich kenne aber keine Studien zum Thema aus dem Bereich Frauenfußball. Und nur diese würden ja gesicherte Erkenntnisse liefern.

    Rein gefühlsmäßig könnte ich nicht sagen, dass es im Frauenfußball häufiger Kreuzbandverletzungen als im Männerfußball gibt. Vielleicht fällt es bei den Frauen in letzter Zeit auch mehr auf, weil insgesamt doch etwas mehr berichtet wird. Schwer zu sagen also.

    Hier gibt es einen Artikel zum Thema, exakte Studien werden aber auch nicht genannt:

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  • Daniel sagt:

    [I’m sorry for writing in English here, but you wouldn’t like to see me trying to do this in German]. In Sweden it has recently been more or less accepted as a truth that female footballers are three times more likely to receive an ACL injury than their male colleagues. This goes back to a, somewhat misinterpreted, doctoral thesis by Markus Waldén at Linköping University, published in April 2007 (available at .

    When studying the players in 11 of the 14 teams in the men’s premier division and and in all the 12 teams in the women’s premier division during the 2005 season, he found that 15 % of the women had suffered an ACL injury compared to only 5 % of the men. This made the headlines. But he also found that, and I quote, „there was a tendency to a lower mean age at injury among the women (20 vs. 24 years, p=0.069). Adjusted for age, no gender-related difference in the incidence of ACL injury was seen […]. Age was associated with ACL injury incidence in women where the risk decreased by 24% for each year increase in age […].“

    So, according to Waldén’s study, age seems to be more important than gender. At least in Sweden there is a large group of women between 16-19 among the elite players, while it is fairly uncommon with teenage boys in the premier division teams. I think this is a much more contributing factor than physical differences between men and women.

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  • Markus Juchem sagt:

    Many thanks for your interesting input, Daniel.

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  • Rainer sagt:

    Vielen Dank für die aufschlussreiche Mitteilung an Daniel.

    Zu den schwedischen WM-Chancen: Ich sprach vorhin mit Schwedens Mannschaftskapitän(in) Victoria Svensson, die nach wie vor grossen Optimismus ausstrahlt. Vickan sagte, dass sowohl Josefine Öqvist wie auch Caroline Jönsson das ganze Jahr in der Startelf gespielt hätten und eigentlich nicht zu ersetzen seien, aber noch habe man einen so guten Pool von Spielerinnen, dass neue Kräfte ins Team kommen würden, die andere Qualitäten mitbringen würden. Sie ist fest davon überzeugt, dass Schweden alle Gegner schlagen kann und fährt mit grossen Hoffnungen nach China. Gestand aber auch ein, dass das Teilnehmerfeld ungeheuer gut besetzt sei.

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  • Rainer sagt:

    Nach dem 17. Spieltag der schwedischen Liga gibt es eine neue Horrornachricht für Nationaltrainer Thomas Dennerby.

    Frida Nordin (LdB Malmö FC) verletzte sich beim 3:0 gegen Falköping am Oberschenkel und fällt wohl auch für die WM aus. Nach Josefine Öqvist, Caroline Jönsson, Sara Larsson nun schon die vierte im Bunde. Gleichwohl kam aus Linköping ein ärztliches Bulletin, nachdem Sara Larsson vielleicht doch lindriger verletzt ist als zunächst geglaubt.

    Die 25-Jährige Frida Nordin hat bislang 32 Länderspiele für Schweden absolviert.

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