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Die Nationalmannschaft vor der WM: Mittelfeld

Von am 28. Juli 2007 – 15.38 Uhr 5 Kommentare

„In der Abwehr gibt es sicher die wenigsten Fragezeichen!“, schrieb unser Leser Detlef nach der Analyse der deutschen Abwehr. Einfach ist es auch da nicht, aber ich stimme zu: im Vergleich zu den vielen personellen wie taktischen Varianten für das Mittelfeld ist die Abwehr mit einem Fingerschnipsen aufgestellt. Zahlreiche verschiedene Aufstellungen hat Bundestrainerin Silvia Neid bereits erprobt – teils willentlich, teils gezwungenermaßen auf Grund von Verletzungen.

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Acht Spielerinnen sind im erweiterten Aufgebot für die Mittelfeldposition nominiert:

Fatmire Bajramaj, Melanie Behringer, Linda Bresonik, Britta Carlson, Kerstin Garefrekes, Simone Laudehr, Renate Lingor und Navina Omilade

Garefrekes gesetzt

Gesetzt scheint von diesen acht Spielerinnen lediglich Kerstin Garefrekes. Seit ihrem Durchbruch bei der WM vor vier Jahren hat sie ihren Stammplatz nie verloren, beweist trotz diverser Formschwankungen immer wieder ihren Wert für die Mannschaft, der sich nicht zuletzt auch aus ihrer Vielseitigkeit und Torgefährlichkeit (auch bei Standards) speist. Sie dürfte aller Voraussicht nach auf der rechten Außenbahn ihren Platz finden.

4-4-2 oder 4-3-3?

Das war es dann aber auch schon mit der Eindeutigkeit. Die weiteren Positionen sind nicht ohne weiteres vom Spielsystem zu trennen, für das sich Neid entscheiden wird. Lässt sie etwa ein 4-4-2 spielen mit zwei zentralen Mittelfeldspielerinnen und zwei Spielerinnen auf der Außenbahn. Agiert dann die eine zentrale Mittelfeldspielerin offensiv, die andere defensiv, die eine also als klassische „10“ und die andere als „6“. Oder spielen zwei „6er“, wird dann eine Stürmerin – oftmals z.B. Birgit Prinz – als hängende Spitze eingesetzt und rücken die Flügelspielerinnen noch weiter auf, bilden fast schon einen Teil des Sturms, was einem 4-3-3- sehr nahe käme?

Zuletzt ließ Neid eine „Doppel-Sechs“ spielen

Diese Frage ist noch nicht geklärt, die ausstehenden vier Länderspiele werden darüber Aufschluss geben. Bei der EM 2005 in England agierte Britta Carlson im zentralen Mittelfeld defensiv und sicherte Renate Lingor im offensiven Mittelfeld ab. Nicht selten nahm zuletzt aber auch Renate Lingor die Rolle einer defensiven Mittelfeldspielerin ein und bildete eine „Doppel-Sechs“ mit wahlweise Britta Carlson, Linda Bresonik, Navina Omilade, Fatmire Bajramaj oder Célia Okoyino da Mbabi.

Lingor, eigentlich eine Bank im Mittelfeld und für Neid eine wichtige Führungsspielerin, zugleich Vize-Kapitänin, blieb jedoch in den letzten Monaten häufig hinter ihrem Leistungsvermögen zurück. Im Mai wurde bekannt, dass sie am Pfeifferschen Drüsenfieber litt, das ihren Körper schwächte. Ihre Leistungsfähigkeit ist daher aktuell nur schwer einzuschätzen. Ziemlich sicher ist jedoch, dass Neid nicht auf sie verzichten wird, wenn sie wieder rechtzeitig im Vollbesitz ihrer Kräfte ist.

Zeit für einen Generationenwechsel?

Ob allerdings nicht dennoch schon zu dieser WM ein Generationenwechsel dem Mittelfeld gut täte, daran scheiden sich die Geister. Nachdem Lingor schwächelte und auch Britta Carlson ihrer Form hinterher lief, zwischenzeitlich die WM fast schon abgeschrieben hatte, setzten viele ihre Hoffnungen in junge Spielerinnen wie Célia Okoyino da Mbabi und Fatmire Bajramaj. Da Mbabi wird aus Verletzungsgründen auf die WM verzichten müssen, Bajramaj fehlt es noch an Erfahrung. Sie wird vermutlich bestenfalls eine Ergänzungsspielerin sein.

Doch dann gibt es auch noch Rückkehrerin Linda Bresonik oder die für da Mbabi nachnominierte Navina Omilade, bei der EM vor zwei Jahren noch Stammkraft. Bresonik dürfte hier die deutlich besseren Karten haben, da sie im Nationalteam und auch im Verein zu überzeugen wusste, während Omilade nur noch sporadisch in die deutsche Auswahl berufen wurde und sie nach ihrem frühzeitig angekündigten Wechsel zum VfL Wolfsburg nur noch selten bei Turbine Potsdam zum Einsatz kam.

Auch Stürmerinnen kommen für Außenbahn in Frage

Bleiben für die Außenpositionen neben der genannten Garefrekes noch Simone Laudehr und Melanie Behringer, wobei es auch Bresonik, Anja Mittag oder der für Isabell Bachor im Sturm nachnominierten Conny Pohlers ebenso wie ihrer alten (Potsdam) und neuen (Frankfurt) Vereinskollegin Petra Wimbersky auf den Außenpositionen des Mittelfelds nicht an Erfahrung und Befähigung mangelt.

Laudehr hatte bis Ende Mai von sich aus bei Silvia Neid um Nichtberücksichtigung gebeten, um sich auf ihre Prüfungen zu konzentrieren. Wie gut sie sich ohne großartige Erfahrung im A-Team in der Zwischenzeit ins Team eingefunden hat, werden die Testspiele zeigen müssen. Als immer mindestens grundsolide und als Bereicherung hat sich die Freiburgerin Melanie Behringer erwiesen. Ob sie in der Startelf steht oder eingewechselt wird – sie ist präsent, zeigt Spielwitz und leistet viel Laufarbeit. In ihrer Bedeutung für die Mannschaft eine meines Erachtens unterschätzte Spielerin.

Da ich das 4-4-2-System mit einer defensiven und einer offensiven Spielerin im zentralen Mittelfeld bevorzuge, um die zweifellos zahlreich vorhandenen Offensivqualitäten bei den in Frage kommenden Spielerinnen nicht zu verschenken, würde ich wie folgt aufstellen:

————- Bresonik ————

Garefrekes ————–Behringer

————- Lingor —————

Mein Tipp für Silvia Neids Aufstellung:

——— Bresonik — Lingor——-

Garefrekes —————- Mittag

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5 Kommentare »

  • Laura sagt:

    Genauso denke ich auch Katja 😉

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  • Detlef sagt:

    Im Mittelfeld muss man schon bei einigen Spielerinnen ein Fragezeichen setzen!!!
    Für mich als gesetzt gelten lediglich Garefrekes und Bresonik!!! An diesen zwei wird kein Weg vorbei führen, außer wenn es eine Verletzung gibt!!!
    Die Sache mit Renate Lingor sehe ich ähnlich wie mit Sandra Minnert in der Abwehr!!! Sollte Lingor nur irgendwie einen Fuß vor den anderen setzen können, ist sie in China dabei, dass ist so sicher wie das Ahmen in der Kirche!!! Das ist Neids Prämisse, Erfahrung und ein großer Name, völlig egal ob sie fit ist oder eben nicht!!!
    Simone Laudehr ist, wenn sie richtig fit ist, sicher eine große Bereicherung fürs Team!!!
    Das selbe gilt für Melanie Behringer, die mit ihrem Spielwitz, und ihren Gewaltschüssen schon so manchen Gegner zur Verzweiflung gebracht hat!!!
    Bei BRITTA CARLSON ist die Sache wohl ähnlich wie bei Renate Lingor und NAVINA OMILADE!!! Niemand weis so richtig, was sie im Moment drauf haben!!! Hier werden die Testspiele sicherlich Aufschluß bringen!!!
    Allerdings ist BRITTA für mich die Einzige, die eine „echte Nummer 6“ spielen kann!!! Bresonik wäre dazu sicher auch in der Lage, ist offensiv aber stärker!!! Auf gar keinen Fall, würde ich Renate Lingor diesen Part spielen lassen, sie ist für Defensivarbeit absolut ungeeignet!!!
    Wer sich gewundert hat, dass ich ARI nicht in der Abwehr aufgestellt habe, dem sei hier gesagt, dass ARI für mich in das Mittelfeld gehört, und sicher eine hervorragende Nummer 6 wäre!!!
    Bleibt hier noch Lira!!! Sie ist nach wie vor so etwas wie ein „schlampiges GENIE“!!! Technisch ist sie sicher eine der Besten in der Bundesliga!!! Es ist ein Genuss, ihr beim kicken zuzusehen!!! Aber sie übertreibt es leider sehr oft, und sie sieht oft die besser postierte Mitspielerin nicht!!! Sie wird bei Silvia Neid wohl leider durch den Rost fallen, aber sie ist ja noch jung!!!
    Sollte Frau Neid wirklich ein 4:4:2 spielen wollen, kämen auch noch CONNY POHLERS und ANJA MITTAG für das Mittelfeld in Frage!!! Beide sind sehr gute Flügelspielerinnen, und können präzise Flanken nach innen bringen!!!
    Es gibt hier also Möglichkeiten in Hülle und Fülle, allerdings denke ich, dass die Bundestrainerin trotzdem recht konservativ aufstellen wird!!!

    BRITTA CARLSON defensiv,
    Kerstin Garefrekes und Linda Bresonik offensiv,
    und Renate Lingor spekulativ!!!

    Sollte letztere wieder erwarten zu alter Form auflaufen können, wäre ich der letzte, der sie Zuhause lassen würde!!! Aber da stehen noch zu viele WENN und ABER im Raum!!!

    Meine Aufstellung würde lauten;
    ARIANE HINGST defensiv,
    Kerstin Garefrekes und Simone Laudehr über die Flügel,
    und Linda Bresonik als echte Nummer 10!!!

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  • michael sagt:

    Der Vormeinung kann ich in wesentlichen Teilen nur zustimmen.Linda ist gesetzt. Offensiv bieten sich Garefrekes,Pohlers,Behringer an.Bei Lingor wird wirklich die Frage nach der Gesundheit wichtig sein.Ari ist die beste Möglichkeit für die Nummer sechs.Carlson wird meiner Meinung China nicht erreichen.Die Form nach der Meistersaison in Potsdam hat sie einfach nie wieder erreicht.Es fehlt bei den Lehrgängen C.Schiewe im hinteren Bereich, dies wäre eine Alternative.Auch Essen ist etwas schwach mit Linda vertreten, in der Testphase wäre auch die Hamburgerin Saländer interessant gewesen.

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  • Crackfly sagt:

    Also ich sehe eigentlich nur Bresonik und Garefrekes als gesetzt. Am liebsten wünsch ich mir Laudehr auf der Aussenposition, aber da ist die Konkurrenz groß. Omilade und Carlson werden es meiner Meinung nach nicht zur WM schaffen (wenn doch eine, dann Carlson), das viele Spielerinnen im defensiven Mittelfeld eingesetzt werden können. Alleine Stegemann, Hingst und Minnert kennen das aus dem Verein. Ebenso Fuss, Bartusiak auch. Krahn aus der U19 (jedoch wäre es nicht ideal). Laudehr kanns wie wir gesehen haben auch, und Behringer auch. Leider sehe ich es im offensiven Mittelfeld so: in Lira schlummert es, sie schafft es nur irgendwie ned, sich durchzusetzen! Wenn sie so weiter macht, könnte sie wirklich durchs Rost fallen! Sie ist sehr, sehr talentiert, nur leider wie Detlef schon sagte „schlampig“. Sie kann es, nur leider traut sie sich glaube ich noch nicht. Gerade bei 1:1 Situationen denke ich oft: „Mensch! Zieh doch durch!“ Sieht mir manchmal so aus, als hätte sie Angst. Vielleicht ist es doch noch etwas zu früh. Ausserdem ist ihr defizit die Defensivarbeit. Als hängende Spitze oder als typischer 10er ist sie besser aufgehoben, nur ist das nicht das Neid’sche Spielsystem.
    Und Lingor: ja, das altbekannte Problem. So wie sie im Moment spielt, wäre sie eine der ersten, die ich nicht mitnehmen würde. Nur leider wird das Spiel schon zu sehr auf sie zugeschnitten (sie spielt ja irgendwie immer!!!), dass die Neid gar nicht mehr sagen kann, dass sie nicht mit kommt! Das macht wohl der „große“ Name! Wenn sie sich aber zu alter Form zurückkämpfen kann (in 4 Wochen???), dann darf sie gern mit (aus meiner Sicht). Sonst ist sie für mich nur Ersatz, wenn man Routine Braucht. Also meine Prognose fürs Mittelfeld (mit Neid’schen Gedanken):

    —–Lingor—-Bresonik—
    KG———————Laudehr/ Behringer (je nach Gegner)

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  • Detlef sagt:

    Ich würde erst mal das nächste Testspiel abwarten!!!
    Wie BRITTA im Moment drauf ist, konnte sie noch nicht zeigen!!!
    Und NAVINA hatte nur 15 min Zeit, sich zu präsentieren!!! Hier hatte sie vor allem defensive Aufgaben, was gegen diese schwache Elf
    auch nicht schwer war!!!
    Gegen Tschechien wird es vor allem darum gehen, deren Abwehrbollwerk zu knacken!!! Hier sollte es öfter über die Flügel gehen, als gegen die Däninnen!!! Ob sich NAVINA und eventuell auch BRITTA in die Offensive mit einschalten dürfen, wird man sehen!!!

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