England wartet im EM-Finale

Von am 27. Juli 2007 – 1.09 Uhr

2:2 stand es vorhin vor Beginn der Verlängerung im Halbfinale der U19-EM zwischen Deutschland und Frankreich. Alles schien möglich, die Partie war vollkommen offen. Am Ende setzte sich die Cleverness der deutschen Mannschaft durch, die durch Tore von Susanne Hartel in der 114. Minute und in der 121. Minute durch Isabel Kerschowski auf 4:2 davonzogen. Am Sonntag trifft die deutsche Elf im Endspiel auf Überraschungsfinalist England, das Norwegen unerwartet deutlich mit 3:0 in die Schranken wies.

Nachdem Trainerin Maren Meinert nach dem französischen Ausgleich in der 75. Minute mit dem fahrlässigen Auftreten ihrer Truppe haderte und ihre Spielerinnen an der Seitenlinie bisweilen wild gestikulierend und lautstark zu mehr Bewegung zum Ball und zu einem ruhigeren Spielaufbau aufforderte, konnte die Weltmeisterin von 2003 dem Spielverlauf mit Blick auf das Endspiel doch noch Positives abgewinnen: „Nach dem 2:0 haben wir völlig den Faden verloren, aber ich habe stets an meine Mannschaft geglaubt. Wir haben viel Selbstvertrauen gesammelt und gehen jetzt mit Zuversicht in das Endspiel“, so Meinert nach dem Match.

Starke Offensive, Schwächen in der Innenverteidigung

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Dabei hatte sie es vor allem der starken Offensivabteilung zu verdanken, dass die Drangphase der Französinnen nach dem Ausgleichstreffer schadlos überstanden werden konnte. Insbesondere bei Standardsituationen erwies sich die deutsche Hintermannschaft als alles andere als sattelfest und konnte entweder bei der Torlatte oder bei Torfrau Alisa Vetterlein bedanken.

Erst als die Mannschaft Platz gewinnen konnte, vermochten es Mittelfeld und Angriff wieder besser, die Bälle zu behaupten und den Elan der Französinnen frei nach dem Prinzip „Angriff ist die beste Defensive“ zu bremsen. Auch die Kräfte der Französinnen waren endlich, das wurde nun deutlich. So lebte dieses Halbfinale, das eine sehr ereignisarme erste Halbzeit zu bieten hatte, gegen Ende immer mehr von der Spannung.

Baunach, Keßler und Kerschowski als Schlüsselfiguren

Im deutschen Team fielen als Schlüsselfiguren vor allem die Münchner Linksverteidigerin Katharina Baunach, Kapitänin Nadine Keßler und Isabel Kerschowski auf. Nathalie Bock steigerte sich im Laufe des Spiels und gab den entscheidenden Steilpass auf Susanne Hartel, die zum 3:2 vollendete und damit die Weichen auf Sieg stellte. Auch die Einwechslung der emsigen Saarbrückerin Lisa Schwab machte sich bezahlt.

Auch das zweite Halbfinale verlief torreich. Zwar wesentlich einseitiger als das erste Halbfinale, da alle drei Tore den „Three Lions“ gelangen, dafür aber nicht minder imponierend, was die junge Truppe um Trainerin Mo Marley erreicht hat. Herausragend dabei agierte vor allem Ellen White von Chelsea LFC. In der 23. Minute nahm sie einen zu schwach geratenen Rückpass von Gunhild Herregården auf und verwandelte zum Führungstreffer.

3 Tore von Chelsea LFC

Erneut White in der 60. Minute und ihre Vereinskollegin Elizabeth Edwards 12 Minuten vor Schluss mit einem fantastischen 25-Meter-Schuss machten den Finaleinzug perfekt. Norwegen hatte nichts mehr entgegen zu setzen.

Finale am Sonntag 18 Uhr

Die Anntwort auf die Frage, ob das heutige Halbfinale Deutschlands gegen Frankreich das vorweggenommene Endspiel war oder die schwer ausrechenbaren Engländerinnen der deutschen Mannschaft noch mehr abverlangen werden, können wir mit Spannung erwarten. Am Sonntag ab 18 Uhr wissen wir mehr. Eurosport überträgt das Finale live.

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