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Frankreich sieht sich psychologisch im Vorteil

Von am 26. Juli 2007 – 4.10 Uhr

pillard.jpgDie deutsche U-19-Nationalmannschaft bekommt es im Halbfinale der Europameisterschaft auf Island mit Frankreich (Donnerstag, 18 Uhr, live auf Eurosport) zu tun.

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Der Trainer der französischen Mannschaft, Stéphane Pillard, gibt sich kämpferisch und meint: „Wir sind natürlich Außenseiter in diesem Spiel, aber die Art und Weise, wie wir in La Manga 2:0 gewonnen haben, versetzt uns in eine gute psychologische Ausgangssituation.“

Außenseiter Frankreich

Nach der 0:3-Niederlage gegen Deutschland im Vorjahresfinale in Bern will man diesmal zeigen, dass man damals unter Wert geschlagen wurde. „Meine Spielerinnen sind sehr entschlossen, diese Niederlage vergessen zu machen.“ Dank der bereits gelungenen WM-Qualifikation könnten seine Spielerinnen nun „entspannter an die Sache herangehen“.

Pillard sieht sein Team in der Außenseiterrolle, betont aber zugleich: „Wir kennen das Spiel der deutschen Mannschaft sehr gut, und wir haben sie auch noch einmal beim 2:0 gegen Norwegen beobachten können.“ Selbstvertrauen zieht das Team vor allem aus dem 2:0-Erfolg gegen Deutschland im Trainingslager in La Manga im März.

Doch als Grundlage für die Einschätzung der derzeitigen Form der Teams dient dieser Erfolg wohl kaum. Personell kann Pillard nahezu aus dem Vollen schöpfen, nur Livia Jean fehlt verletzungsbedingt seit dem ersten Spiel, sonst sind alle Spielerinnen einsatzbereit.

Positive Zwischenbilanz

Zwei Siege und eine Niederlage lautet die Bilanz der Französinnen nach der Vorrunde. Nach dem 1:0-Sieg gegen Spanien gab es eine unerwartete 1:3-Niederlage gegen England und im abschließenden Gruppenspiel ein 4:0 gegen Polen.

Pillard zieht eine positive Zwischenbilanz: „Wir haben unser Ziel, uns für die Weltmeisterschaft 2008 zu qualifizieren, erreicht. Und das, obwohl wir nicht unseren besten Fußball gezeigt haben.“

Bessere Spiele in der EM-Qualifikation

Richtig zufrieden war er mit der Leistung seiner Schützlinge allerdings bisher nicht. „ In der EM-Qualifikation haben wir sicherlich bessere Spiele gezeigt. Das heißt, bei meinen Spielerinnen gibt es also noch eine ganze Menge Spielraum nach oben.“

Dabei bemängelt er vor allem physische Defizite, die in den wenigen Tagen der Regeneration wett gemacht werden sollten. Zudem standen vor dem Halbfinale ein Mannschaftsausflug sowie Videostudien der deutschen Vorrundenspiele auf dem Programm.

Die Niederlage gegen England bewertet er nicht als Beinbruch. „Die Engländerinnen waren uns in punkto Aggressivität überlegen. In der Offensive hat es uns an der Durchschlagskraft gemangelt, wir haben drei gute Gelegenheiten ausgelassen. Als wir auf den Ausgleich drängten, haben wir dann den dritten Gegentreffer kassiert.“

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.