Deutschland sichert sich WM-Ticket

Von am 21. Juli 2007 – 4.44 Uhr

Mit dem zweiten Sieg im zweiten Spiel hat sich die deutsche U-19-Nationalmannschaft bei der EM auf Island vorzeitig für das Halbfinale qualifiziert und somit auch bereits die Teilnahme an der U-20-Weltmeisterschaft 2008 in Chile gesichert.

Gegner Norwegen ließ vor allem in der Anfangsphase seine Gefährlichkeit aufblitzen, doch die DFB-Elf bekam das Spiel mit Fortdauer immer besser unter Kontrolle und gewann am Ende ungefährdet.

Stephanie Goddard (22.) und Nadine Keßler (58.) sorgten für den am Ende verdienten 2:0 (1:0)-Sieg. Das Team von Maren Meinert hatte in der Anfangsviertelstunde einige kritische Situationen zu überstehen, denn Elise Enget und Isabel Herlovsen ließen gute Möglichkeiten aus, Torhüterin Jana Burmeister verhinderte einen frühen Rückstand. Monique Kerschowski, Torschützin aus dem Dänemark-Spiel, vergab nach 20 Minuten mit einem Fernschuss die erste gute Torchance der Deutschen.

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Goddard bringt Deutschland auf Siegerstraße

Goddards Drehschuss brachte das Team kurze Zeit später dann auf die Siegerstraße, Kerschowski bereitete perfekt vor. In der Folge kontrollierte die deutsche Elf das Spiel, weitere Torchancen hatten jedoch zunächst Seltenheitswert.

Kurz nach der Pause scheiterte Nadine Keßler noch an der norwegischen Torhüterin Runa Barl, wenig später war sie jedoch mit einem Schuss aus spitzem Winkel erfolgreich und sorgte nach einer knappen Stunde für den 2:0-Endstand.

Meinert gibt Zielsetzung EM-Titel aus

„Wir sind etwas glücklich zur Führung gekommen, denn die Norwegerinnen haben das Geschehen zu Beginn des Spiels beherrscht. Nach dem 1:0 lief es dann besser für uns und im Endeffekt haben wir auch verdient gewonnen“, kommentierte Meinert nach der Partie. Nachdem das erste Ziel WM-Qualifikation bereits erreicht ist, gab sie eine neue Zielsetzung aus: „Ab jetzt zählt für uns nur noch die erfolgreiche Titelverteidigung.“

Norwegen trauert vergebenen Chancen hinterher

Norwegens Trainer Jarl Torske meinte: „Ich bin enttäuscht, denn wir hätten gedacht, dass wir in dem Spiel etwas holen können. Ich denke, in der ersten Halbzeit haben wir beeindruckend gespielt und wenn wir unsere Chancen genutzt hätten, hätten es ein ganz anderes Spiel werden können. Deutschland ist ein starkes Team. Ich habe schon vorher gesagt, dass sie zu den Favoriten gehören und sie haben mich bestätigt.“

Dänemark zerstört Islands Hoffnungen

Viel hatte sich Gastgeber Island vorgenommen, doch ein früher dänischer Treffer warf die taktische Planung der Isländerinnen frühzeitig über den Haufen. Dänemark gewann am Ende verdient mit 2:1 (2:0).
Bereits nach zwei Minuten brachte Katrine Veje Dänemark mit einem Schuss aus kurzer Distanz in Führung. Island tat sich schwer, in die Partie zu finden und handelte sich wie schon gegen Norwegen kurz vor der Pause einen Foulelfmeter ein. Emma Madsen sorgte kurz vor dem Halbzeitpfiff für die beruhigende Zwei-Tore-Führung Dänemarks.

Anschlusstreffer bringt noch einmal Hoffnung

Doch diesmal gelang den Isländerinnen der so wichtige Anschlusstreffer, Fanndis Fridriksdóttir sorgte noch einmal für Hoffnung (52.). Island war nun um den Ausgleichstreffer bemüht, doch Dänemark kam auch aufgrund der personellen Überzahl nach der roten Karte für Rakel Hönnudóttir (62.) nur selten in Gefahr, wie einmal, als die Abseitsfalle nicht funktionierte.

„Ich war sehr zufrieden mit unserer Leistung in der ersten, aber enttäuscht über die in der zweiten Halbzeit“, so die Bilanz von Dänemarks Trainer Henrik Lehm, der die Leistung des Gegners würdigte. „Ich bin beeindruckt, wie viele gute Spielerinnen es in diesem kleinen Land gibt.“

Island voller Stolz

Islands Trainer Olafor Thör Gudbjörnsson meinte: „Wir waren am Anfang nicht konzentriert genug. Danach haben wir gut gespielt. Ich bin stolz auf meine Spielerinnen, denn sogar in Unterzahl haben wir uns einige gute Gelegenheiten erarbeitet.“

Spanien wieder im Rennen

Nach der Auftaktniederlage gegen Frankreich hat sich Spanien durch Treffer von María Paz und Marta Torrejón mit einem 2:0-Sieg gegen Polen im Kampf um einen Halbfinalplatz zurückgemeldet.

„Heute haben wir das wahre Spanien gesehen“, freute sich Trainer Ignacio Quereda nach dem Spiel. „Wir waren deutlich die bessere Mannschaft und das Ergebnis bringt dies zum Ausdruck.“

Überzeugendes Flügelspiel

Auch durch einen verschossenen Elfmeter von Raquel Peña in der ersten Halbzeit ließen sich die Spanierinnen nicht aus der Ruhe bringen. Mit schnellem Flügelspiel ließ man den Polinnen nur wenig Luft zum Atmen.

Polens Trainer Robert Góralczyk musste die Überlegenheit des Gegners an diesem Tag anerkennen. „Wir können aus solchen Spielen nur lernen. Mit dem Ergebnis sind wir noch ganz gut weggekommen. Wir haben lange Zeit das 0:0 gehalten, waren aber ein bisschen müde.“

Frankreich verliert überraschend

Nachdem England im Auftaktspiel mit viel Mühe eine Auftaktniederlage gegen Polen vermied, zeigten die Spielerinnen von Mo Marley diesmal ihr wahres Gesicht. Gegen den Vorjahresfinalisten Frankreich feierte das Team einen überzeugenden 3:1 (1:0)-Sieg.

Sophie Bradley sorgte per Kopf für die Führung (24.), nachdem Frankreich bereits in der Anfangsminute eine gute Chance durch Eugenie Le Sommer ausließ. Natasha Dowie erhöhte nach einer Stunde auf 2:0, ehe Frankreich nach einem Treffer der eingewechselten Marie-Laure Delie noch einmal Hoffnung schöpfte. Ellen White machte jedoch in der Nachspielzeit den Sieg perfekt.

Englands Trainerin Mo Marley erklärte: „Ich bin mit der Reaktion meines Teams nach dem Auftaktspiel sehr zufrieden. Heute haben die Spielerinnen Verantwortung übernommen. Ein solches Resultat gegen einen der Favoriten gefällt uns natürlich. Wir sind in einer guten Position, aber wir werden uns weiter steigern müssen, wenn wir das Halbfinale erreichen wollen.“

Frankreichs Trainer Stéphane Pilard meinte: „Wenn man keine Tore schießt, kann man nicht gewinnen, das ist eine Binsenweisheit im Fußball. Wir haben drei oder vier gute Chancen vergeben. Wir haben keine Lücke in der gut organisierten gegnerischen Abwehr gefunden. Gegen Polen wird es schwer, aber wir sind noch nicht ausgeschieden.“

Ergebnisse vom 2. Spieltag

Gruppe A

Norwegen – Deutschland 0:2
Island – Dänemark 1:2

Tabelle

1. Deutschland
2. Norwegen
3. Dänemark
4. Island

Gruppe B

Polen – Spanien 0:2
England – Frankreich 3:1

Tabelle

1. England
2. Spanien
3. Frankreich
4. Polen

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.