U-19-EM: Kerschowski sorgt für gelungenen Auftakt

Von am 19. Juli 2007 – 4.29 Uhr 1 Kommentar

Im Vorjahr erzielte Monique Kerschowski den letzten Treffer beim deutschen EM-Sieg gegen Frankreich, und im ersten Spiel der U-19-EM auf Island machte die Stürmerin von Turbine Potsdam dort weiter, wo sie 2006 aufgehört hatte. Mit einem Tor, das dem Team von Trainerin Maren Meinert die Tür zum Halbfinale schon einen Spalt weit aufgestoßen hat.

„Ich bin sehr zufrieden mit meiner Mannschaft. Wir haben im ersten, schweren Spiel Dänemark von der ersten bis zur letzten Minute beherrscht und keine Torchance zugelassen“, freute sich Meinert nach dem 1:0-Sieg über die wichtigen drei Punkte.

Von Beginn an ließ das deutsche Team nur wenig Zweifel daran aufkommen, wer an diesem Tag als Gewinner vom Feld gehen sollte. Isabel Kerschowski hätte nach Vorarbeit von Nicole Banecki und Stephanie Goddard bereits in den ersten 60 Sekunden für die Führung sorgen können, doch ihr Schuss ging über das Tor.

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Monique Kerschowski erzielt Treffer des Tages

Besser machte es gegen die engmaschige Verteidigung und die nur mit einer Spitze angetretenen Däninnen dann Zwillingsschwester Monique, die nach 20 Minuten von der starken Banecki perfekt bedient wurde und für die 1:0-Führung sorgte.

Deutschland machte weiter Druck, Carolin Schiewe hatte Pech, als sie nach einer guten halben Stunde nach Ecke von Katharina Baunach nur die Latte traf, Spielführerin Nadine Kessler scheiterte am Pfosten. Eine frühzeitige Entscheidung wäre möglich gewesen.

Auch in der zweiten Halbzeit hatte Deutschland das Spiel im Mittelfeld fest im Griff, wenngleich das Tempo etwas nachließ. Dänemark stand erneut kompakt in der Abwehr, ohne sich jedoch eigene Torchancen zu erspielen. Isabel Kerschowski vergab eine gute Viertelstunde vor Schluss eine der wenigen guten Gelegenheiten in Halbzeit zwei.

Positives Fazit von Maren Meinert

„Es ist natürlich schwer, wenn man gegen eine so kompakte Abwehr alles selber machen muss. Wir hätten uns mit einem 2:0 selber beruhigen können, haben aber die drei wichtigen Punkte souverän eingefahren. Mir hat vor allem gefallen, wie sicher wir in der Defensive gestanden haben, obwohl beim Spielstand von 1:0 natürlich immer ein Ausgleichstreffer droht. Verdient wäre er aber nicht gewesen“, so Meinerts Fazit.

Dänemarks Trainer Henrik Lehm räumte ein: „Das bessere Team hat gewonnen. Deutschland hat vor allem in der ersten Halbzeit sehr gut gespielt, wir haben ein wenig ängstlich begonnen und dem Gegner zu viele Räume gelassen. Wir haben hart gearbeitet, aber ohne Torchancen kann man ein Spiel nicht gewinnen. Aber die beiden wichtigsten Spiele kommen für uns erst noch.“

Norwegen erweist sich als schlechter Gast

Im zweiten Spiel der Gruppe A hielten in einer zunächst ausgeglichenen Partie bis zur 40. Minute die Hoffnungen von Gastgeber Island, im Spiel gegen ein zu Beginn nervöses Norwegen drei Punkte ergattern zu können.

Doch binnen fünf Minuten sorgte Maren Mjelde mit zwei Treffern noch vor der Pause für eine sichere 2:0-Führung der Norwegerinnen. Erst war sie mit einem 25-Meter-Schuss erfolgreich (40.), dann verwertete sie kurz vor dem Halbzeitpfiff einen Foulelfmeter (45.).

Island bemüht, aber glücklos

Island probierte zu Beginn der zweiten Halbzeit noch einmal alles, in die Partie zurückzukommen. Guðný Björk Ódinsdóttir und Hlín Gunnlaugsdóttir vergaben jedoch beste Möglichkeiten zum Anschlusstreffer.

Norwegen verlegte sich aufs Kontern und hatte Erfolg. Mitte der zweiten Halbzeit sorgte Ida Elise Enget aus kurzer Entfernung für die endgültige Entscheidung. Nicht einmal eine Minute später erzielte die eingewechselte Ingvild Isaksen das 4:0, Elise Thorsnes sorgte per Kopf für den 5:0-Endstand.

Trügerisches Ergebnis

Norwegens Trainer Jarl Torske meinte: „Die beiden Teams sind ausgeglichener, als es das Ergebnis vermuten lässt. Es war in den ersten 30 Minute das erwartet offene Spiel. Dann haben wir zu einem günstigen Zeitpunkt die beiden Tore erzielt. Das dritte Tor war entscheidend, danach war es ziemlich einfach für uns.“

Islands Trainer Ólafur Thór Gudbjörnsson erklärte: „Natürlich bin ich sehr enttäuscht, denn wir waren in der ersten Halbzeit gleichwertig. Wenn wir unsere guten Chancen zu Beginn der zweiten Halbzeit verwertet hätten, wären wir zurück im Spiel gewesen. Aber Norwegen hat vor allem in den letzten 30 Minuten nach der Einwechslung von Ingvild Isaksen sehr stark gespielt.“

Frankreich mit Geduld zum Erfolg

Vorjahresfinalist Frankreich tat sich in seiner Auftaktpartie gegen Spanien, Europameister von 2004, schwer, bis am Ende der gewünschte Erfolg gesichert werden konnte. In einer ausgeglichenen Partie dauerte es bis zur 82. Minute, ehe ein Treffer von Amandine Henry das französische Team erlöste.

„Das Ergebnis ist wichtiger als die Art, wie es zustande kam. Wir sind zufrieden, denn es war ein schwieriges Spiel“, so Frankreichs Trainer Stéphane Pilard.

Sein Gegenüber Ignacio Quereda erklärte: „Wir haben nicht so gut gespielt, wie wir das normalerweise können. Wir waren nervös und nicht konzentriert genug. Deswegen war Frankreich überlegen.“

Last-Minute-Treffer verhindert Polens Überraschung

Mehr als 93 Minuten waren in der Partie zwischen Polen gegen England bereits gespielt, die Osteuropäerinnen führten 1:0 und waren kurz davor, für die erste Überraschung der EM zu sorgen.

Denn die englische Verteidigerin Jayne Eadie hatte mit ihrem Eigentor in der 12. Minute ihr Team ins Hintertreffen gebracht. Doch Sekunden vor dem Ende sorgte Fern Whelan doch noch für den verdienten Ausgleichstreffer der Engländerinnen.

Ergebnisse vom 1. Spieltag

Gruppe A

Dänemark – Deutschland 0:1
Island – Norwegen 0:5

Tabelle

1. Norwegen
2. Deutschland
3. Dänemark
4. Island

Gruppe B

Polen – England 1:1
Spanien – Frankreich 0:1

Tabelle

1. Frankreich
2. England
    Polen
4. Spanien

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

1 Kommentar »

  • Detlef sagt:

    SUUUUUPER!!!
    Es freut mich vor allem für NICKY, dass sie das Tor erzielen konnte!!!
    Bei TURBINE steht sie immer etwas im Schatten ihres Twinns ISY!!!
    Na mal sehen, wie sich unsere Mädels noch schlagen können!!!

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