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U-19-EM: Acht Teams kämpfen um vier WM-Tickets

Von am 18. Juli 2007 – 6.44 Uhr

Die deutsche U-19-Elf erzielte bei der EM-Qualifikation drei Sieg in drei Spielen. Bild: Rainer HenniesBei der Jubiläumsausgabe der U-19-Europameisterschaft werden die acht qualifizierten Teams mit besonders großer Motivation an den Start gehen. Denn bei der zum zehnten Mal ausgetragenen EM geht es auf Island nicht nur um den EM-Titel, sondern auch um eines der vier heiß begehrten Tickets für die U-20-WM in Chile 2008.

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Und deswegen hat auch Deutschlands Trainerin Maren Meinert klare Vorstellungen: „Wir wollen ins Halbfinale. Das ist unser erstes Ziel.“

Der vierfache Europameister Deutschland geht als Titelverteidiger ins Turnier und gehört auch diesmal wieder zu den Topfavoriten. Souverän qualifizierte man sich für die EM, Meinert kann auf einen erfahrenen Kader blicken, indem gleich sieben Spielerinnen aus dem Vorjahresfinale stehen – Isabel und Monique Kerschowski, Nathalie Bock, Nadine Kessler, Daniela Löwenberg, Carolin Schiewe und Imke Wübbenhorst.

Erfahrung soll Deutschland weiterhelfen

„Es ist natürlich immer gut, Erfahrung im Kader zu haben. Diese Spielerinnen kennen die Belastungen eines großen Turniers und wissen, was für ein erfolgreiches Abschneiden nötig ist“, so Meinert zuversichtlich. Spielführerin Nadine Keßler ist ebenfalls optimistisch, dass das Team auf Island eine gute Leistung zeigen kann. „Es stehen noch sieben Europameisterinnen im Team, zudem sind einige gute junge Spielerinnen aufgerückt.“

In der Vorrunde muss sich Deutschland in Gruppe A mit Dänemark (18. Juli), Norwegen (20. Juli) und Gastgeber Island (23. Juli) auseinandersetzen. Meinert freut sich besonders auf das Spiel gegen die Isländerinnen und hofft auf eine gute Zuschauerkulisse.

Dänemark verpatzt Generalprobe

Für Dänemark verlief die Generalprobe alles andere als ermutigend. Gegen die U-17 der USA setzte es eine 0:3-Niederlage. Trainer Henrik Lehm ist dennoch optimistisch: „Wenn wir unsere persönlichen Fehler minimieren, haben wir eine Chance, das Halbfinale zu erreichen.“

Das Team aus Norwegen ist mit viel Selbstvertrauen angereist. Das 1:1 vor wenigen Wochen in einem Testspiel gegen Deutschland hat dem Team von Trainer Jarl Torske Mut gemacht, sich mit den Besten messen zu können. „Wir fahren nach Island, um eine Medaille zu holen. Ich denke, dass dieses Ziel realistisch ist, denn wir haben uns seit der Qualifikation im April deutlich gesteigert“, so Torske.

Dabei setzt er auf die Mischung verschiedener Spielerinnen-Typen und vor allem auf Spielerinnen wie Elise Thorsnes und Isabell Herlovsen.

Gastgeber mit Selbstvertrauen

Außenseiter Island will bei seinem Heimturnier die laut Trainer Ólafur Thór Gudbjörnsson „einmalige Gelegenheit” nutzen und den arrivierten Teams ein Bein stellen. Und betrachtet man die letzten Ergebnisse in den Testspielen scheint dies nicht unmöglich. So gab es jeweils 1:1-Remis gegen die EM-Teilnehmer England und Dänemark und sogar einen 1:0-Sieg gegen Schweden.

„Meine Spielerinnen sind in guter Form, weil wir mitten in der Saison stehen“ so Gudbjörnsson. Nach den starken Leistungen der A-Nationalmannschaft in den vergangenen Monaten ist das Interesse für den Frauenfußball angewachsen. „Es wird ein aufregendes Turnier werden.“

Gruppe B: Frankreich favorisiert

In Gruppe B stehen sich Frankreich, Spanien, England und Polen gegenüber. Frankreichs Trainer Stéphane Pilard meint: „Wir haben ein Team, das gewinnen kann. Doch zwischen den führenden Nationen wird es eine ganz enge Angelegenheit werden, vielleicht kann sogar ein Newcomer dazu stoßen.“ Auch er kann noch auf sieben Spielerinnen zurückgreifen, die im Vorjahr das EM-Finale bestritten.

An Spanien hat Deutschland noch schlechte Erinnerungen, denn Ignacio Queredas Team verdarb im EM-Finale 2004 dem deutschen Team um Silvia Neid die Party. Und Quereda empfindet ein wenig Nostalgie bei dem Gedanken an den großartigen EM-Sieg. Doch in den beiden Jahren danach konnte sich das Team nie qualifizieren.

Spanien setzt auf Teamstärke

„Das war damals ein Meilenstein und wir wollen ihn diesmal wiederholen.“ Er hofft ebenfalls zumindest auf den Halbfinaleinzug. „Wir haben keine herausragenden Einzelspielerinnen, aber eine gute und ehrgeizige Mannschaft mit einer Siegermentalität.“

Für Außenseiter Polen ist bereits die Teilnahme an der EM-Endrunde ein Erfolg. „Das war meine dritte U-19-Qualifikation und zum ersten Mal haben wir das Finale erreicht“, freut sich Trainer Robert Góralczyk. Natalia Czernielewska, Katarzyna Daleszcyk und Emilia Bezdziecka zählen zu den Spielerinnen, die es zu beachten gilt.

England hoch konzentriert

Englands Trainerin Mo Marley warnt ihre Spielerinnen davor, von Beginn an hundertprozentig an die Aufgabe heranzugehen. „Frankreich und Spanien haben beide Finalerfahrung auf Juniorinnenebene. Sie werden sorgfältig vorbereitet ins Turnier gehen und wir müssen vollkommen fokussiert und professionell zu Werke gehen.“

Der Halbfinalist von 2002 und 2003 ist heiß auf das Turnier: „Wir können gar nicht mehr erwarten, bis es los geht.“

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.