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Boykott wegen Baguette?

Von am 18. Juli 2007 – 11.07 Uhr

Erst vor wenigen Tagen berichteten wir über den Streit zwischen der Frauenfußball-Nationalmannschaft Nigerias und dem nigerianischen Verband. Jetzt gibt es schon wieder Ärger. Das nigerianische Team hat angedroht, nicht zum Halbfinalspiel bei den All African Games gegen Gastgeber Algerien anzutreten.

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Das Team beklagt sich unter anderem über schlechte Ernährung, berichtet die nigerianische Nachrichtenagentur PANAPRESS. „Die Falcons haben im ersten Spiel gegen Südafrika aufgrund der schlechten Ernährung nur 2:2 gespielt“, so Bola Jegede, Mitglied im Gremium des nigerianischen Fußballverband (NFA).

Die Spielerinnen hätten nicht die gewohnte Nahrung erhalten, sondern sich mit französischem Weißbrot über Wasser halten müssen, seit sie in Algier angekommen seien.

Jegede wundere sich, warum die Nationale Sportkomission (NSC) es zulasse, dass ein Team schlecht versorgt würde, das dem Land eine Goldmedaille im Frauenfußball bescheren könne.

Ein weiterer Kritikpunkt ist offenbar der tägliche Spesensatz, der für die Teammitglieder ohne Erklärung gänzlich gestrichen worden sei. NSC-Offizieller Patrick Ekeji erklärte, das Budget für die Spiele belaufe sich auf rund 16 Millionen U.S.-Dollar. Jeder Athlet würde 100 Dollar täglich an Spesen erhalten. Eine Aufstockung sei nicht möglich. „Wir werden uns mit den Athleten treffen und ihnen die Lage erklären.“

Fazit: Ist das Baguette also schlechter als sein Ruf? Hat sich Frankreich gar etwa deswegen nicht für die WM qualifiziert? Diese Fragen können wir leider nicht beantworten. Doch eines ist sicher: Eine konzentrierte WM-Vorbereitung sieht sicherlich anders aus…

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.