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2. Liga nur ein Abstecher für Heike Rheine?

Von am 13. Juli 2007 – 19.57 Uhr 3 Kommentare

Mit dem Abstieg des FFC Heike Rheine aus der 1. Bundesliga war ein tiefgreifender vereinsinterner Umbruch verbunden. Personell und finanziell kommen auf den langjährigen Erstligisten grundlegend neue Bedingungen zu, sodass eine Prognose, auf welchem Tabellenplatz Heike die Saison 2007/2008 der 2. Liga Nord beenden wird, schier unmöglich scheint.

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Spanier braucht noch Trainerlizenz

Da wäre einmal der Trainer. Nach sechs Jahren, in denen sie die sportliche Verantwortung trug, zog sich des Präsidentens Tochter Nicole Werner von ihrem Traineramt zurück. Ihr Nachfolger ist Ralf Spanier, der zwar in der abgelaufenen Saison schon Erfahrungen als Co-Trainer sammeln konnte und mit den Gegebenheiten in Rheine vertraut ist.

Gleichwohl ist in der neuen Saison fast nichts mehr, wie es in der letzten Saison war, und muss der Übungsleiter bis Oktober noch die B-Lizenz erwerben. Dann ist der DFB bereit, bei den Westfälinnen eine Ausnahme zu machen, dürfen nämlich eigentlich nur Inhaber einer A-Lizenz Erst- und Zweitligavereine coachen.

14 Abgänge, 18 Neuzugänge

Diese Hürde zu überwinden, dürfte jedoch einfacher sein, als unter den neuen Bedingungen aus einem nahezu komplett neuem Team eine schlagkräftige Truppe zu formen, die in der starken 2. Liga Nord – Gütersloh, TeBe Berlin, HSV und Turbine II – mithalten oder gar um Spitzenplätze kämpfen kann. Aus der Abstiegsmannschaft haben gerade mal drei Spielerinnen dem Verein die Treue gehalten. Leistungsträgerinnen wie die Niederländerinnen Loes Geurts (Tor), Jolijn Heuvels, Anouk Dekker oder Torjägerin Dyanne Bito – sie zog es zurück nach Holland – und auch hoffnungsvolle Talente wie Jana Leugers, Lena Wermelt und Christina Graf werden in der kommenden Spielzeit nicht mehr das Heike-Trikot überstreifen.

Aushängeschild Stegemann wird fehlen

Als wäre das nicht genug, ist auch noch der Abgang von Kerstin Stegemann zu verkraften, die seit Jahren Führungsfigur, Leistungsträgerin, Integrationsfigur und verlängerter Amt der Trainerin zugleich war. Stegemann ohne Rheine war für manchen kaum vorstellbar, doch die Nationalspielerin hat sich für die neue Saison der SG Wattenscheid 09 angeschlossen.

Finanzielle Schwierigkeiten erschweren Neuaufbau

Gekommen sind für die insgesamt 14 (!) Abgänge weitgehend unbekannte Spielerinnen aus der näheren Umgebung, in großem Maße wurden Spielerinnen aus der Regionalliga-Mannschaft in die erste Mannschaft hochgezogen. Das hat auch seinen finanziellen Hintergrund, denn der Verein, der ohnehin noch beträchtliche Verbindlichkeiten abtragen muss, muss bis Juni 2008 eine weitere Rate von 20.000 Euro abbezahlen und bangt derzeit noch um den Verbleib des Hauptsponsors Feldhues Moden. Tendenz eher negativ, sagt Präsident Alfred Werner.

Der Bundesliga-Absteiger wird deshalb in der kommenden Saison seinen Spielerinnen auch keine monatlichen Gehaltszahlungen mehr überweisen, nur noch die Fahrkilometer honorieren. Weite Anfahrtswege werden da bei den Neuverpflichtungen eher vermieden, zumal den geringeren Fernseh- und Sponsoreneinnahmen in der 2. Liga fast mit der 1. Liga vergleichbare Auswärtsfahrten gegenüberstehen.

Wohin führt der Weg von Heike Rheine?

Heike Rheine, das lässt sich sagen, steht am Scheideweg. Bleibt es bei einem einjährigen Abstecher und gelingt gleich wieder der Wiederaufstieg, was auch rasch wieder höhere Einnahmen bedeuten würde? Oder ist gar, wie es manche Pessimisten prophezeien, die 2. Liga nur ein Abstecher, weil Heike um den Klassenerhalt kämpfen und gar als Abstiegskandidat gelten muss? Was meint ihr, wohin führt der Weg des FFC Heike Rheine?

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3 Kommentare »

  • Detlef sagt:

    Es werden sicher schwere Zeiten für die Westfälinnen anbrechen!!!
    Dieser Aderlass, wird sicher nicht so einfach zu kompensieren sein!!!
    Aber für einen Mittelfeldplatz in Liga 2, wird es sicher reichen, auch wenn dies nicht zum Nulltarif zu haben sein wird!!!
    Der Verlust von Stege, wird langfristig gesehen auch ein Gewinn sein!!! Es tut keinem Team gut, wenn es zu sehr von ein oder zwei Spielerinnen abhängt!!! Hier werden andere mehr Verantwortung übernehmen müssen!!!
    Dieser „ABSTECHER“ kann aber ne Weile dauern, denn es muss erst mal ein Neustart absolviert werden!!! Inwieweit hier der eigene Nachwuchs herangezogen werden kann, entzieht sich meiner Kenntnis!!! Falls die Profiliga in Holland ein FLOP werden sollte, könnten die starken MEISJES aus der Nachbarschaft, bald wieder in Rheine kicken!!! Aber um Teams wie TeBe Berlin, oder Gütersloh, oder die ZWEITEN aus Hamburg und POTSDAM hinter sich lassen zu können, werden sicher noch 2-3 Jahre vergehen!!! So etwas braucht Zeit!!!

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  • Wir wurden darauf aufmerksam gemacht, dass die Angabe zur Trainerlizenz nicht ganz korrekt war. Nach §62 Abs. 2.3.5. der DFB-Spielordnung (PDF-Datei) benötigen Zweitligatrainer im ersten Jahr der fortdauernden Zugehörigkeit zu dieser Spielklasse nur die C-Trainer-Lizenz, im zweiten der die B-Lizenz und im dritten die A-Lizenz. Da Rheine als Bundesliga-Absteiger aber bereits in einer Bundesliga spielte, gilt diese Regelung für sie nicht. Der Verein musste den DFB daher um die Ausnahmeregelung bitten, dass Spanier zunächst die B-Lizenz bis Oktober und dann die A-Lizenz erwirbt. Andernfalls hätten sich die Westfälinnen um einen neuen Cheftrainer bemühen müssen, dem Spanier dann hätte assistieren können.

    Vielen Dank für den Hinweis!

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  • Denker sagt:

    Ich glaube, es wird ganz eng für Rheine. Lange wurden die Abgänge nicht mehr vermeldet, aber jetzt muss man den Tatsachen ins Auge blicken!

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